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SpaceX-Chef Elon Musk hat den ukrainischen Streitkräften vorgeworfen, das Satellitenkommunikationssystem Starlink entgegen den Nutzungsbedingungen für offensive Drohnenangriffe eingesetzt zu haben. Eine entsprechende technische Möglichkeit sei inzwischen gesperrt worden. Ukrainische Vertreter widersprechen: Die von Musk beschriebene Nutzung des zivilen Systems sei technisch nicht möglich gewesen.

„Die ukrainischen Streitkräfte haben gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen und den Dienst für offensive Drohnenangriffe eingesetzt, um Menschen zu töten. Diese Lücke wurde vergangene Woche geschlossen“, schrieb Musk auf der Plattform X.

Eine solche Verwendung sei niemals genehmigt gewesen und dürfe auch künftig nicht erlaubt werden. Zugleich griff Musk Befürworter einer Fortsetzung des Krieges scharf an. Er empfinde ausschließlich Verachtung für „bösartige Kriegstreiber, die sich moralisch überlegen geben, auf einem endlosen Blutvergießen bestehen und keine realistische Lösung des Konflikts anbieten“. Ihnen wünschte er, „in der Hölle zu schmoren“.

Gleichzeitig betonte der Unternehmer die Bedeutung von Starlink für die ukrainische Verteidigung. Seiner Darstellung zufolge ist es das einzige Kommunikationssystem, das weder durch Störmaßnahmen noch durch Angriffe ausgeschaltet werden könne.

„Wenn Starlink abgeschaltet wird, bricht die ukrainische Front sofort zusammen. Das ist keine Drohung, sondern lediglich eine Tatsachenfeststellung“, erklärte Musk.

Die militärische Variante Starshield stehe dagegen unter der Kontrolle der US-Regierung. Über deren Einsatz entscheide Washington, fügte er hinzu.

Ukrainische Vertreter weisen Vorwürfe zurück

Der frühere Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, widersprach Musks Darstellung. Sämtliche ukrainischen Drohneneinsätze, die eine Satellitenverbindung voraussetzten, hätten ausschließlich über Starshield erfolgen können, erklärte er.

„Im Februar dieses Jahres wurde ein System zugelassener Endgeräte eingeführt. Stationäre Terminals konnten sowohl militärische als auch zivile Nutzer registrieren. Damit ein Satellitenterminal jedoch während der Bewegung funktioniert, musste es in eine besondere Liste aufgenommen und an das militärische Starshield-System angeschlossen werden. Andernfalls hätten entsprechende Terminals auf ukrainischem Gebiet während der Bewegung nicht funktioniert. Der Einsatz des zivilen Starlink-Systems für Drohnenoperationen war daher technisch unmöglich“, argumentierte Sternenko.

Auch Serhij Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Präsidenten, wies die Vorwürfe zurück. Seit dem Winter 2026 unterlägen sämtliche Starlink-Terminals in der Ukraine einer Begrenzung auf Bewegungsgeschwindigkeiten von 70 bis 90 Kilometern pro Stunde. Über russischem Staatsgebiet funktioniere das System zudem nicht.

„Wir können kommerzielles Starlink somit physisch nicht für Angriffe auf mittlere und große Entfernungen einsetzen“, erklärte Beskrestnow.

Unklarheit über Umfang und Wirkung der Beschränkungen

Das ukrainische Nachrichtenportal Strana.ua schrieb in einer Analyse, Musks Äußerungen hätten zusätzliche Fragen zur Drosselung der Starlink-Verbindungen für die ukrainischen Streitkräfte aufgeworfen. Der Unternehmer habe zwar erklärt, SpaceX habe die Nutzung des Systems für tödliche Drohnenangriffe unterbunden. Welche Einsätze konkret gemeint seien, habe er jedoch offengelassen.

Das Portal vermutet einen Zusammenhang mit Angriffen auf die von Russland annektierten ukrainischen Gebiete, bei denen nach seiner Darstellung auch Zivilisten getroffen worden seien. Unter Berufung auf russische Militärblogger berichtete Strana.ua, die Zahl solcher Angriffe sei seit den ersten Meldungen über eine Verlangsamung von Starlink in der vergangenen Woche deutlich zurückgegangen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben wird in dem vorliegenden Bericht nicht genannt.

Mit seinen Äußerungen habe Musk faktisch auch die Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und von Verteidigungsminister Jewhen Chmara infrage gestellt, wonach Starlink und Starshield wieder mit normaler Geschwindigkeit und bei Bewegungsgeschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometern pro Stunde funktionierten, schrieb das Portal.

Die US-Regierung habe zuvor Beschränkungen bei Starshield dementiert. Musks jüngste Erklärung deute dagegen darauf hin, dass die Sperren für den Einsatz kommerzieller Starlink-Terminals auf Drohnen weiterhin bestünden. Nach Interpretation von Strana.ua hätten die ukrainischen Streitkräfte diese Beschränkungen zuvor auf nicht näher erläuterte Weise umgehen können; diese Möglichkeit sei nun unterbunden worden.

Berichte über Starlink-Terminals auf Angriffsdrohnen

Ukrainische und westliche Medien berichteten bereits seit dem Frühjahr 2026 über die Bedeutung von Starlink für Drohnenangriffe auf mittlere Entfernungen. Nach Angaben von Business Insider begannen die ukrainischen Streitkräfte damals, entsprechende Angriffsdrohnen regelmäßig mit Starlink-Terminals auszustatten. Dazu habe auch das ukrainische Modell FP-2 gehört.

Die Satellitenverbindung erleichtere die Steuerung erheblich und ermögliche es den Bedienern, bis unmittelbar vor dem Einschlag eine Videoübertragung in Echtzeit aufrechtzuerhalten.

Die Drohnenpiloten könnten dadurch den Kurs während des abschließenden Zielanflugs korrigieren, Ziele beobachten und den Erfolg eines Angriffs beurteilen, hieß es in dem Bericht.



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Von UME

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