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Der AfD-Politiker Martin Reichardt und die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel | Bilder: screenshot aus der TV Übertragung

Der AfD-Politiker Martin Reichardt hat der Linken-Abgeordneten Kathrin Gebel am Donnerstag, als über Anträge der Grünen und Linken zur Familienpolitik beraten wurde, im Bundestag „Unkenntnis über Ihre eigene Klitoris“ vorgehalten.

Für diese Aussage verhängte die Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz unmittelbar ein Ordnungsgeld gegen den AfD-Politiker.

Aufgrund Reichardts Einspruch kündigte Bundestagspräsidentin Klöckner am Freitag an, dass sie sich mit dem am Vortag verhängten Ordnungsgeld befassen werde. Gleichzeitig brachte sie den Frauenanteils von lediglich 32 Prozent im Bundestag ins Spiel und bezeichnete Reichardts Aussage als „übergriffig“:

„Ich will sehr klar sagen: So etwas reiht sich ein in Vorwürfe an Frauen, hier im Parlament, dass sie kinderlos seien. Wir sind im Jahr 2026. Frauen und Männer sind gleichberechtigt! Diese Übergriffigkeit und Respektlosigkeit lassen wir hier als Präsidium nicht gelten!“

Dabei hat Reichardt seine Klitoris-Aussage an Gebel gar nicht wegen Kinderlosigkeit oder dergleichen gerichtet, sondern weil die Linken-Abgeordnete Reichardt während Bundestags-Sitzung Mitte März 2026 vorhielt, dass er noch empfindlicher sei wie das genannte Geschlechtsorgan. Gebel wörtlich:

„Also, Herr Reichardt, die Klitoris hat 3000 Nervenenden – und Sie sind trotzdem empfindlicher. Das muss man echt mal schaffen.“

Statt eines Ordnungsrufs gab es damals Beifall für die Politikerin der Linken im Plenum.

Später musste Gebel jedoch zugeben, dass die Zahl von 3.000 Nervenenden gar nicht stimme. Anatomische Untersuchungen zufolge ist eine Klitoris sogar mit rund 10.000 (!) Nervenenden ausgestattet. Gebel legte nach und sagte, dass diese Tatsache den Kern ihrer Aussage nicht ändere. Das war der Grund, der Reichardt dazu veranlasste, den Klitoris-Vergleich erneut ins Spiel zu bringen:

„Frau Gebel, Sie können vielleicht auch gerne noch was sagen. […] Sie mit Ihrer Unkenntnis über Ihre eigene Klitoris.“

Unter normalen Umständen wäre die Sache wohl erledigt gewesen – es war eben eine humorvolle Antwort auf einen lustigen Vergleich. Geschmacklos wäre es allenfalls gewesen, wenn Reichardt beispielsweise gesagt hätte: „Frau Kollegin, Sie wissen offensichtlich gar nicht, welches Potenzial in Ihrer Muschi steckt!“



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Von Redaktion

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