Litauen wird ab 2032 eine allgemeine Wehrpflicht für Männer einführen. Bis dahin sollen die Behörden die notwendige Infrastruktur für die Unterbringung einer größeren Zahl von Soldaten schaffen und zusätzliche Ausbilder schulen, erklärte Präsident Gitanas Nausėda. Für Frauen soll der Militärdienst weiterhin freiwillig bleiben.
Die Entscheidung wurde vom Staatlichen Verteidigungsrat Litauens getroffen, wie Präsident Gitanas Nausėda nach einer Sitzung des Gremiums mitteilte. Darüber berichtete der litauische öffentlich-rechtliche Rundfunk LRT.
„Wir haben beschlossen, dass die allgemeine Wehrpflicht ab 2032 eingeführt wird“, erklärte Nausėda im Anschluss an die Sitzung.
Der Präsident stellte zugleich klar, dass der Militärdienst für Frauen auch künftig freiwillig bleiben werde.
Derzeit werden in Litauen jährlich mehr als 5.000 junge Männer zum Militärdienst eingezogen. Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht soll diese Zahl auf etwa 7.500 Wehrpflichtige pro Jahr steigen, heißt es in dem Bericht. Nausėda erläuterte, dass bei den Berechnungen sowohl die demografische Entwicklung als auch gesundheitliche Einschränkungen berücksichtigt worden seien, aufgrund derer ein Teil der Wehrpflichtigen keinen Militärdienst leisten könne.
Die Umstellung auf das neue System ist für 2032 vorgesehen, damit die Behörden ausreichend Zeit haben, die Infrastruktur für die Unterbringung zusätzlicher Soldaten auszubauen und weitere Ausbilder entsprechend zu schulen. Der Präsident bezeichnete den gewählten Zeitpunkt als optimal.
Litauen hatte die teilweise Wehrpflicht bereits 2015 wieder eingeführt. Damals begründete die Regierung diesen Schritt mit den zunehmenden Bedrohungen für die nationale Sicherheit. Im Jahr 2024 verabschiedete das litauische Parlament, der Seimas, Änderungen am Wehrpflichtgesetz, die vorsehen, junge Männer unmittelbar nach dem Schulabschluss zum Militärdienst einzuziehen.
Gleichzeitig erhöht Litauen die Personalstärke seiner Streitkräfte und steigert seine Verteidigungsausgaben. Für das Jahr 2026 wurden rund 4,8 Milliarden Euro für die Verteidigung bereitgestellt, was 5,38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Im selben Jahr beschlossen die Behörden außerdem, für den Fall einer Mobilmachung eine Reserve von 100.000 Personen aufzubauen.
Moskau hat Behauptungen, Russland plane einen Angriff auf NATO-Mitgliedstaaten, wiederholt zurückgewiesen. Präsident Wladimir Putin erklärte, Russland habe weder geopolitische noch wirtschaftliche, politische oder militärische Gründe, einen Konflikt mit dem Bündnis einzugehen.
Gleichzeitig warnte Putin, Russland werde auf die zunehmende Militarisierung Europas reagieren. Der Kreml betonte seinerseits, dass steigende Verteidigungsausgaben europäischer Staaten und die Verlagerung von NATO-Infrastruktur näher an die russischen Grenzen Moskau dazu zwängen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
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