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Generalleutnant Alexander Sollfrank bei Übung „Silver Wotan 2026“. | screenshot welt.de

„Ein Angriff ist sehr, sehr realistisch“ und weiter „‚Eine unglaubliche Zahl‘ Soldaten: Der Leiter des Bundeswehr-Führungskommandos sieht Russland klar auf Kriegskurs gegen die Nato. Er erklärt, wo er Deutschland auf dem Weg zur ‚Kriegstüchtigkeit‘ sieht“ schreibt die Welt in großer Aufmachung über die Angstmache des Generalleutnant Alexander Sollfrank.

Wenn aus einer Möglichkeit eine Bedrohung wird

„Ein Angriff ist sehr, sehr realistisch“ – mit dieser Aussage eines deutschen Bundeswehrgenerals macht die WELT auf. Eine Überschrift, die Angst erzeugt. Und möglicherweise soll sie das auch.

Bemerkenswert ist dabei die Verschiebung der Maßstäbe: Dass Russland die NATO angreifen könnte, wird zunehmend nicht mehr als theoretisches Szenario, sondern als reale Bedrohung dargestellt. Dabei wird allzu leicht übersehen, dass zwischen der militärischen Möglichkeit eines Angriffs, der tatsächlichen Absicht dazu und seiner Wahrscheinlichkeit ein erheblicher Unterschied besteht.

Wer einen Angriff für „realistisch“ erklärt, sagt zwar noch lange nicht, dass er bevorsteht. Doch genau dieser Eindruck kann durch eine solche Überschrift entstehen.

Wir fragen uns daher: Wird hier über eine konkrete Gefahr informiert – oder wird durch die Dramatisierung eines möglichen Szenarios ein Klima der Angst geschaffen, in dem immer höhere Rüstungsausgaben und die Forderung nach „Kriegstüchtigkeit“ als alternativlos erscheinen?

Gerade bei Fragen von Krieg und Frieden sollte Journalismus zwischen Fakten, militärischen Planspielen und politischen Interessen sorgfältig unterscheiden. Denn die ständige Beschwörung eines möglichen Krieges kann dazu beitragen, dass dieser in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend als unvermeidlich erscheint. Und genau darin liegt die Gefahr: Jeder Versuch, friedliche Lösungen zu bevorzugen, soll als irreale „Friedensschwurbelei” etikettiert werden.



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Von Redaktion

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