Österreichs Bundesregierung hat sich am 17. Oktober auf das „Zukunftsdepot“ verständigt. Ab Juli 2027 sollen Eltern und Angehörige jährlich bis zu 5.000 Euro pro Kind am Kapitalmarkt anlegen können. Für Kinder, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden, ist ein einmaliger staatlicher Startbonus von 500 Euro vorgesehen. Ab dem 18. Geburtstag soll das angesparte Geld steuerfrei verfügbar sein.
Bundeskanzler Christian Stocker begründet das Modell mit besseren Chancen auf Vermögensaufbau und späteres Eigentum. Auch Großeltern, Verwandte und Freunde sollen einzahlen können. Die Industriellenvereinigung begrüßt die Einigung als Verbindung von privater Vorsorge, Finanzbildung und einer Stärkung des Kapitalmarkts.
Das Modell hat allerdings eine soziale Schwachstelle: Wer monatlich kaum seine laufenden Rechnungen bezahlen kann, wird die jährliche Einzahlungsmöglichkeit schwer ausschöpfen. 5.000 Euro entsprechen rund 417 Euro im Monat. Die steuerliche Begünstigung schafft für sich genommen noch keinen finanziellen Spielraum, diesen Betrag zurückzulegen.
FPÖ-Chef Herbert Kickl verlangte deshalb zunächst eine Entlastung der Familien. In seiner Reaktion auf die Regierungseinigung kritisierte er zudem die Beschränkung auf Kapitalmarktanlagen. Steuerliche Vorteile müssten auch für klassische Sparbücher und Bausparen gelten. Seine Behauptung, das Modell schließe sämtliche bereits lebenden Kinder aus, geht allerdings über die veröffentlichte Regierungsdarstellung hinaus: Eindeutig an den Geburtsjahrgang gebunden ist dort der Startbonus.
Eine Geldanlage über viele Jahre kann Erträge bringen, garantiert sie aber nicht. Die angekündigten Steuervorteile ersetzen weder eine transparente Darstellung der Anlagerisiken noch klare Kostenregeln. Die Regierung hat einen Starttermin und Eckpunkte präsentiert; ein Ersatz für kurzfristige Familienentlastungen ist das bis zur Volljährigkeit gebundene Depot nicht.
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