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8.08.2026 – Kim Dotcom (re) zu Gast bei der Show von Tucker Carlson (li) | Quelle: Screenshot Tucker Carlson Network (TCN)

Kim Dotcom weiß wie digitales Ausspionieren funktioniert, denn er war zu Beginn seiner Karriere selbst noch ein Hacker. Tucker Carlson hat den Experten für digitale Überwachung zu vielen heißen Themen, die von Wahlmaschinen, Massenüberwachung bis zum Atomkrieg reichen, befragt.

Kim Dotcom: „Die USA haben zu hohe Schulden und werden untergehen!“

Von REDAKTION | Kim Dotcom wurde 1974 als Kim Schmitz in Kiel in Westdeutschland geboren. Seine Mutter war Finnin und sein Vater Deutscher. Im Jahr 2005 ließ er seinen Nachnamen offiziell in Dotcom ändern.

Dotcom wurde in den 1990er Jahren in Deutschland als Hacker und Internetunternehmer bekannt. Aufgrund seiner Tätigkeit als Hacker geriet Kim Dotcom in der Anfangsphase seiner Karriere mehrfach mit Behörden in Konflikt.

Im Februar 2003 gründete Dotcom die Firma „Data Protect Limited“, aus der im Jahr 2005 das Unternehmen „Megaupload“ hervorging, bei dem Kim Dotcom der Vorstandsvorsitzende war. Megaupload war bis 2012 aktiv und wurde als Online-Dienst zum Hosten und Teilen von Dateien, bei dem Nutzer Links zu Dateien zum Anzeigen oder Bearbeiten teilen konnten, erfolgreich. Das Unternehmen beschäftigte über 150 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 175 Millionen US-Dollar und verzeichnete täglich 50 Millionen Besucher. Auf dem Höhepunkt der Popularität galt Megaupload als die 13. beliebteste Website im Internet und war für 4% des gesamten Internetverkehrs verantwortlich.

Im Jahr 2012 beschlagnahmte das US-Justizministerium die Webseite sowie Firmenkonten und ließ gegen Dotcom Anklage, unter anderem wegen strafbarer Urheberrechtsverletzung, Geldwäsche, organisierter Kriminalität und Telekommunikationsbetrugs, erheben.

Kim Dotcom lebte zu dieser Zeit bereits in Neuseeland, wo er seit 2010 ansässig ist. Auf Anweisung der US-Behörden führte die neuseeländische Polizei 2012 eine Razzia auf seinem Anwesen durch und nahm Dotcom auch fest. Dotcom wurde gegen Kaution freigelassen und leitete ein Gerichtsverfahren gegen die neuseeländischen Behörden ein, um gegen seine Festnahme sowie vermeintlich widerrechtlichen Vorgänge der völlig überzogenen Durchsuchung und die Beschlagnahme von Beweismitteln durch die Polizei Neuseelands anzufechten. Zugleich forderte die USA Kim Dotcoms Auslieferung, die jedoch juristisch ebenso zweifelhaft erscheint. Die Verfahren, welche politische Motive vermuten lassen, haben sich bis heute hingezogen, ohne dass eine Entscheidung gefallen wäre.

Das Interview von Kim Dotcom durch Tucker Carlson im Transkript auf Deutsch

Tucker Carlson: Kim Dotcom, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wie viel Privatsphäre hat man als Bürger Neuseelands oder der Vereinigten Staaten noch heute?

Kim Dotcom: Nicht viel, denn die Regierung überwacht jeden!

Tucker: Wie machen die Regierungen das?

Kim Dotcom: Sie haben riesige Überwachungsprogramme, die darauf ausgelegt sind, jeden Telefonanruf, jeden Videoanruf bzw. einfach alles abzufangen!

Tucker: Das tun sie in der Tat. Was ist der Zweck bzw. warum lässt man die eigene Bevölkerung überwachen?

Kim Dotcom: Weil man so Profile ihrer Bürger erstellen kann. In Folge nutzt man die Daten, um die Menschen in Kategorien einteilen und diese darüber beeinflussen zu lassen. Es geht also nicht nur um Überwachung, sondern auch um Beeinflussung der Meinung, etwa im Hinblick auf Wahlen oder Ähnliches.

Tucker: Sie glauben demnach, dass die Regierung ihre Propaganda anhand erstellter Profile – ähnlich wie Facebook für Werbezwecke – auf die Bevölkerung zuschneidet?

Kim Dotcom: Ja – wenn man zum Beispiel Unterstützung für einen Krieg benötigt, kann man ein solches System nutzen, um die Menschen überzeugen zu lassen!

Tucker: Interessant – wie käme man da wieder raus – wie fände man wieder zurück in die Privatsphäre in einem solchen Panoptikum?

Kim Dotcom: Man dürfte nicht mit dem Internet verbunden bleiben – das wäre der einzige Weg!

Tucker: Aber wenn man nicht mit dem Internet verbunden wäre, könnte man nur noch in seinem Wohnzimmer mit anderen Menschen kommunizieren?

Kim Dotcom: Das stimmt, doch es ist ein hoher Preis, den man zu entrichten hat, falls man online bliebe. Man sollte sich bewusst sein, dass alles, was man tut, beobachtet und abgehört wird.

Tucker: Warum gibt es keinen Ausweg? Warum gibt es kein Handy, keinen Laptop und kein Tablet, mit dem ich, ohne ausspioniert zu werden, mit Ihnen kommunizieren könnte?

Kim Dotcom: Weil die US-Regierung ihre Finger in vielen Bereichen der Technologie im Spiel hat. Jede Website, die man aufsucht, jedes Tool, das man nutzt, jede Hardware, die man verwendet, wird von den Behörden der US-Regierung überwacht.

Tucker: Das ist also ein neues Phänomen. Sie wurden angeklagt, ich glaube im Jahr 2011 oder 2012 – ich glaube vor längerer Zeit – in welchem Jahr war das?

Kim Dotcom: Das war im Jahr 2012!

Tucker: Im Jahr 2012, also vor 14 Jahren: Was Sie taten, war im Grunde, Menschen zu ermöglichen, große Dateien privat ins Internet hochzuladen. Ich glaube, das war es, was Sie taten. Ist das so bedrohlich, dass die US-Regierung versucht, Sie dafür ins Gefängnis stecken zu lassen?

Kim Dotcom: Nein – das wirklich bedrohliche war, dass ich Geld an WikiLeaks und Julian Assange gespendet hatte. Deshalb hat mich die US-Regierung als verdächtige Person einstufen lassen:

Alles, was dem folgte, war nur auf mein Eintreten für die Wahrheit zurückzuführen!

Tucker: Für Julian Assange?

Kim Dotcom: Als Julian das Video „Collateral Murder“ veröffentlichte – vielleicht erinnern Sie sich daran – hat mich das sehr bewegt, worauf ich eine größere Summe an WikiLeaks gespendet hatte.

Tucker: Was ist im Anschluss passiert, nachdem Sie gespendet hatten?

Kim Dotcom: Mir wurde Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Sie meinten sozusagen, dass ich für das, was meine Nutzer auf meine Website hochgeladen hatten, verantwortlich wäre.

Tucker: Aber wäre Facebook dann nicht für jeden Kriminellen verantwortlich, der ein Meta-Produkt nutzt? Wäre Google nicht für jeden Kriminellen verantwortlich, welcher dessen Suchmaschine nutzt? Ich meine, das ist ein neues Prinzip, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört habe.

Kim Dotcom: Der große Unterschied ist, dass sie kein Geld an WikiLeaks oder Julian Assange gespendet haben! [Beidseitiges großes Gelächter]

Tucker: Also, was hat man Ihnen vorgeworfen und wie hoch könnte die Strafe ausfallen?

Kim Dotcom: Sie haben mich nach dem RICO-Gesetz angeklagt: Sie behaupten damit, dass ich nicht nur ein Krimineller sei, weil ich Leuten erlaubt habe, meine Webseiten für Rechtsverletzungen zu nutzen, sondern sie behaupten zugleich, ich hätte das mit anderen Leuten geplant – das ist blanker Unsinn!

Tucker: Wie hoch könnte die Strafe darauf ausfallen?

Kim Dotcom: Sie würden mich gerne für 186 Jahre ins Gefängnis stecken lassen!

Tucker: Entschuldigen Sie bitte, dass ich lachen muss: 186 Jahre wegen Urheberrechtsverletzungen?

Kim Dotcom: Das bekommt man, wenn man Julian Assange unterstützt!

Tucker: Nun, ich unterstütze auch Julian Assange. So hoffe ich, dass mir das nicht auch bevorsteht. Was ist denn inzwischen aus den Anklagen geworden?

Kim Dotcom: Sie wollen mich von Neuseeland in die Vereinigten Staaten ausliefern!

Tucker: Versuchen sie das immer noch?

Kim Dotcom: Selbst nach meinem Schlaganfall versuchen sie das immer noch!

Tucker: Befürchten Sie, dass sie es schaffen könnten?

Kim Dotcom: Sie wollen es, daran besteht kein Zweifel, aber ich weiß nicht, ob sie es zustande bringen können. Denn nach meinem Schlaganfall bin ich nicht mehr derselbe Mensch. Falls sie es also wirklich durchziehen wollten, stünde ihnen eine große Herausforderung bevor!

Tucker: Was würde passieren, wenn Sie Ihr Geld dafür einsetzen würden, ein Telefon zu entwickeln, das wirklich privat liefe bzw. das die US-Regierung nicht abhören könnte?

Kim Dotcom: So etwas habe ich schon gemacht, als ich noch der Gründer von Mega war. Ich hatte ein verschlüsseltes Kommunikationsmittel, doch wer heute Mega noch leitet, ist nicht mehr vertrauenswürdig.

Tucker: Aber warum hat das noch niemand gemacht? Ich meine, es scheint, als wäre das Einzige, was wir brauchten, um unsere Freiheit zurückzugewinnen, ein einfaches Kommunikationsgerät, das tatsächlich privat wäre.

[Anmerkung der Redaktion: John McAfee, legendärer Gründer des Sicherheitssoftware-Unternehmens McAfee und Entwickler des ersten Antiviren-Programms hatte 2021 ein solches abhörsicheres Handy fertig entwickelt gehabt, um es auf den Markt zu bringen, als man ihn auf Intervention der US-Behörden in Spanien verhaften und am 23.6.2021 in seiner Zelle ermorden ließ.]

Kim Dotcom: In den USA geht das nicht! Falls man dort ein verschlüsseltes Gerät auf den Markt brächte, würde die Regierung einem einfach einen Brief zukommen lassen, in dem stünde: „Sie müssen uns eine Hintertür überlassen oder ins Gefängnis gehen!“ Das ist in den USA rechtlich möglich. Die Regierung kann einfach einen Brief loslassen, in dem steht: „Überlassen Sie mir eine Hintertür!“

Tucker: Was passiert, wenn man „Nein“ sagt?

Kim Dotcom: Dann steckt man Sie ins Gefängnis!

Tucker: Es ist also in den Vereinigten Staaten illegal, privat zu kommunizieren?

Kim Dotcom: Sie sagen zwar, man hätte Meinungsfreiheit, aber das stimmt nicht:

Jeder weiß, das mit der Meinungsfreiheit ist nur ein Witz!

Tucker: Gibt es überhaupt ein Land in dem Meinungsfreiheit herrscht?

Kim Dotcom: Man hat ein gewisses Maß an Meinungsfreiheit, aber es ist nicht mehr so wie früher, als die Privatsphäre noch geschützt war. Gemäß UN-Charta sind wir alle geschützt, aber die USA scheren sich einfach nicht darum. Denn in den USA – das wissen wir seit dem Fall von Edward Snowden – ist es für jeden in Ordnung und für alle anderen gilt das auch.

Tucker: Ich bin mir nicht sicher, ob die meisten Amerikaner überhaupt etwas davon verstehen oder von Kommunikations-Apps wie von Signal, WhatsApp oder iMessage: Ist eines dieser Apps tatsächlich sicher?

Kim Dotcom: Nein!

Tucker: Nicht einmal Signal?

Kim Dotcom: Nein: Signal ist das schlimmste!

Tucker: Inwiefern ist Signal das schlimmste?

Kim Dotcom: Weil es jeder nutzt und die US-Regierung sich ins Fäustchen lacht, weil sie Zugriff auf eine Hintertür haben!

Tucker: Aber ich meine, dass Leute, die – wie ich zufällig weiß – echte Geheimnisse haben, Signal nutzen und sich überzeugt geben, dass niemand über Signal abhören oder mitlesen könne. Doch die irren sich – sind Sie sich da sicher?

Kim Dotcom: Also, Signal ist nicht sicher. Daher würde ich empfehlen, gar keine Kommunikationsmittel zu verwenden!

Tucker: Wirklich? Wenn man also, Widerstand gegen Tyrannei organisieren wollte, ginge das gar nicht mehr?

Kim Dotcom: Nein, das ginge nicht mehr!

Tucker: Haben Sie aufgegeben?

Kim Dotcom: Nein, aber es entspricht nur der Wahrheit. Man kann nicht sicher gehen, weil alle Tools überwacht werden.

Tucker: Wie könnte KI diese Situation verändern?

Kim Dotcom: KI ist sehr gefährlich, weil KI für diese Art des Data Mining Zugriff auf US-Datenbanken erhalten wird: KI wird also alles über jeden wissen.

Tucker: Es gibt keine Möglichkeit, das zu verhindern?

Kim Dotcom: Keine KI und kein Internet zu verwenden – das wäre der einzige Weg!

Tucker: Warum plant die USA den Bau so vieler Rechenzentren?

Kim Dotcom: Sie bauen bereits riesige Rechenzentren, weil sie täglich etwa 10 Petabyte [das entspricht 1000 Terabyte (Tb)] an Daten sammeln. Das ist eine riesige Menge: Es umfasst die gesamte Kommunikation – einfach alles!

Tucker: Wissen Sie, warum die Vereinigten Staaten so viel mehr Rechenzentren bauen als China?

Kim Dotcom: Das kann man nicht sagen, weil einem das nur so aufgetischt wird. Was KI angeht, liegt China nicht weit hinter den USA. Hierzu wird viel Propaganda gemacht. Obama hat die Überwachung von US-Bürgern legalisiert. Man kann also nichts glauben, was sie sagen.

[Anmerkung der Redaktion: Präsident Barack Obama hat kein neues Gesetz verabschiedet, das speziell die Massenüberwachung von US-Bürgern legalisiert. Stattdessen hat seine Regierung den bereits vor dem 11. September bestehenden Überwachungsrahmen – wie den USA PATRIOT Act und Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) – beibehalten, verlängert und in einigen Fällen ausgeweitet, während man unter Obama im Jahr 2015 gleichzeitig den USA Freedom Act unterzeichnen ließ, der die massenhafte Erfassung von Metadaten reformierte.]

Ende Teil 1

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Teil 2 folgt

UNSER MITTELEUROPA über den „Dunklen Deal“: Die US-Überschuldung über die Dotcom spricht: HIER

Der „dunkle Deal“: Wer ruiniert den deutschen Mittelstand und die soziale Marktwirtschaft?

 



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Von Redaktion

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