Die Zustimmung zum französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist nach den schweren Ausschreitungen vom 17. Oktober deutlich gesunken. Auch Ministerpräsident Sébastien Lecornu verliert an Rückhalt. Das berichtet die Wochenzeitung „Le Journal du Dimanche“ unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CSA unter 1.000 volljährigen Franzosen.
Der Anteil der Befragten, die Macrons Amtsführung positiv bewerten, sank innerhalb eines Monats um sieben Prozentpunkte auf 17 Prozent. Demgegenüber äußerten sich 83 Prozent unzufrieden mit der Politik des Präsidenten. Damit erreichte die Ablehnung laut dem Bericht den höchsten Stand seit Beginn des Jahres 2026.
Auch Lecornus Zustimmungswerte gingen zurück: Sie fielen im Monatsvergleich um fünf Prozentpunkte auf 22 Prozent.
Kritik aus den eigenen Reihen
Nach Angaben der Zeitung wächst die Kritik an Macron auch innerhalb seiner eigenen Partei. Ihm werde vorgeworfen, die Ausschreitungen nicht vorausgesehen und den Einsatz der Sicherheitskräfte unzureichend gesteuert zu haben. Besonders kritisch werde seine Fernsehansprache nach den Unruhen beurteilt.
Die Ausschreitungen hatten sich am 17. Oktober im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen steigende Preise ereignet.
Ansprache nach den Ausschreitungen
Am 18. Oktober wandte sich Macron in einer außerordentlichen Fernsehansprache an die Bevölkerung. Er forderte die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung der Ausschreitungen zu verhindern. Zugleich versprach er, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und betroffene Unternehmen zu unterstützen.
Politische Gegner bezeichneten seinen Auftritt als „erbärmlich“ und machten den Präsidenten für die soziale Unzufriedenheit im Land verantwortlich.
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