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Ryan Perkins über den vorsätzlichen Plan zur Deindustrialisierung Deutschlands | Bild: Substack Ryan Perkins

Der Autor und Analyst, Ryan Perkins, argumentiert, dass der systematische Abbau der industriellen Basis in Deutschland kein Zufall ist, vielmehr nur den Triumph des Finanzkapitals über das Industriekapital darstellt.

Der Artikel von Ryan Perkins über das Projekt zur Deindustrialisierung Deutschlands in deutscher Übersetzung

Das Narrativ der Deindustrialisierung Deutschlands als unvermeidbare Konsequenz von Geopolitik und Energiewende ist eine bequeme Fiktion. Sie verschleiert einen tiefgreifenderen und gezielten Wandel des deutschen Wirtschaftsmodells. Was wir erleben, ist keine passive Kapitulation vor äußeren Kräften, sondern ein aktives, strategisches Projekt der Finanzelite des Landes für den Abbau alter industrieller Ordnung mit einer Neuausrichtung der Wirtschaft nach den Prinzipien der Finanzialisierung.

Die Beweislage beschränkt sich nicht auf Vermutungen; sondern stützt sich auf ein klares Muster von Politik und Macht. Die Grundlage für diesen Coup wurde durch Kernmaßnahmen der Energiewende gelegt:

Die dogmatische Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke!

Dies entsprang nicht bloß einem umweltpolitischen Kalkül: Es war eine strategische Entscheidung, die bewusst eine Schwachstelle hinterließ. Durch den Verzicht auf Grundlaststrom hat Deutschland seine Industrie an die Volatilität des globalen Gasmarktes gekettet – eine Anfälligkeit, welche vorsätzlich eine Ausschlachtung ermöglicht. Die anschließende Sabotage der Nord-Stream-Pipelines hat diese Krise nicht ausgelöst – sie hat sie zementiert! Die bemerkenswerte, fast schon gelassene politische Hinnahme dieses Sabotageakts, welcher die wichtigste Energieader durchtrennte, offenbart eine grundlegende Wahrheit: Ein bedeutender Teil der deutschen Elite …

 … sah einen größeren Wert darin, den Status quo zu zerstören, als für dessen Erhalt zu kämpfen!

Dies liegt daran, dass sich die Interessen des deutschen Finanzkapitals von denen des deutschen Industriekapitals entfernt hatten. Der alte „rheinische Kapitalismus“, der auf langfristigen Investitionen in Fertigung und Maschinenbau beruhte, wird systematisch demontiert. An seine Stelle tritt ein neues Modell, das der globalen Logik der fluiden Vermögensverwaltung Vorrang vor den lokalen, festen Vermögenswerten von Fabrikhallen einräumt.

Der Aufstieg von Friedrich Merz, einem ehemaligen BlackRock-Manager, ins Kanzleramt stellt das ultimative Symbol dieser neuen Ordnung dar. Er steht für die endgültige Vereinnahmung des deutschen Staates durch die Klasse der Finanz. Für diese Gruppe ist ein energieintensives Produktionswerk im Ruhrgebiet keine Quelle nationaler Stärke, sondern ein unterdurchschnittlich rentables Anlagevermögen. Der unerbittliche Druck auf Aktionärsrenditen [shareholder returns], verstärkt durch die künstlich herbeigeführten Energiekrise, liefert den perfekten Vorwand, die Produktion ins Ausland verlagern und Kapital in Aktienrückkäufe sowie in Investitionen in weniger sachenanlagenbezogene, doch margenstärkere Sektoren wie Technologie und Finanzen, umleiten zu lassen:

Dies entspricht einem kalkulierten Wandel, doch keinem unglücklichen Betriebsunfall!

Die grüne Agenda, die zwar als moralischer Imperativ verkauft wird, ist ein mächtiges Finanzinstrument, um diesen Wandel beschleunigen zu lassen: Sie brandmarkt industrielles Kern-Vermögen als „Strandgut“, um dessen Veräußerung rechtfertigen zu lassen. Das Ergebnis gleicht einer zangenförmigen Umfassung: Politische Entscheidungen schaffen wettbewerbsunfähige Betriebsbedingungen, während die Finanzmärkte parallel langfristiges Kapital, welches die Industrie zur Anpassung benötigt hätte, abziehen lassen.

Die sozialen Kosten – die Aushöhlung des Mittelstands, der Verlust qualifizierter Arbeitsplätze, die Erosion des regionalen Wohlstands – werden im unerbittlichen Streben nach Effizienz und Rendite als Kollateralschäden hingenommen. Das Ziel ist ein schlankeres, stärker finanzialisiertes Deutschland, das weniger von den Hightech-Produktionslinien der Vergangenheit abhängig ist, doch sich hingegen stärker auf reibungslose Kapitalflüsse stützt.

Der gezielte Abbau der deutschen Industrie wird nicht in einem Vakuum stattfinden:

Doch wird einen katastrophalen Dominoeffekt in der gesamten Europäischen Union nach sich ziehen!

Als wesentlicher Knotenpunkt im Produktionsnetzwerk des Kontinents wird die Deindustrialisierung Deutschlands komplexe Lieferketten zerreißen, Fabriken von Polen bis Portugal unrentabel machen und eine kontinentweite Deindustrialisierungsspirale in Gang setzen. Dieser Zusammenbruch der Industriekapazitäten wird unweigerlich zu einem drastischen Rückgang der Löhne und zu einem verheerenden Einbruch von Einnahmen des Sozialstaats führen, da die Staatskassen in der gesamten Union leergeräumt werden.

Bezeichnenderweise deckt sich dies mit den Kernempfehlungen von Mario Draghis jüngstem Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU, in der eine brutale Ausmusterung weniger produktiver Kapazitäten sowie Strukturreformen, welche die Arbeitskosten effektiv nur drücken sollen, eingefordert wird.

Da die deutsche Vision inzwischen über Ursula von der Leyen faktisch die Europäische Kommission lenkt, handelt es sich hierbei nicht um nationale Politik, sondern um ein de facto EU-weites Projekt, das den deutschen Motor nur nutzt, um die gesamte europäische Wirtschaft gewaltsam in ein „wettbewerbsfähigeres“ – und industriell weniger robustes – Modell zu verwandeln.

Wir müssen aufhören, so zu tun, als wäre diese Entwicklung ein Rätsel, denn die Puzzleteile passen nur zu gut zusammen. Der Abbau der Energiesicherheit, das Fehlen einer entschlossenen politischen Verteidigung der Industrie und die Krönung einer Finanzelite auf höchster Regierungsebene deuten auf eine Schlussfolgerung hin:

Die Deindustrialisierung Deutschlands entspricht einem vorsätzlichen Projekt!

Es handelt sich um eine Gesellschafterübernahme durch die Klasse des Finanzkapitals!

***

Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.

Das Buch “Der Geist in der Maschine” von Ryan Perkins über die kapitalistische Technokratie, die oft mit Marxismus verwechselt wird | Quelle: ryanperkins.sustack.com


Übersetzung: UNSER MITTELEUROPA

 Der Artikel von Ryan Perkins “Germany’s Deindustrialisation Is a Capital Coup” im englischen Original: HIER



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Von Redaktion

8 Kommentare zu „Ryan Perkins: „Deutschlands Deindustrialisierung ist ein Coup des Kapitals!““
  1. Wenn dem so ist, so ist der ARBEITGEBER des BUNDESKANZLERS an der DEINDUSTRIEALISIERUNG der BRD „grundlegend“ mit beteiligt ? Nach meiner MEINUNG fing der „UNTERGANG der bundesdeutschen INDUSTRIE“ mit der Zerschlagung und Stillegung der Kernkraftwerke einher, gemacht durch diese
    IM Erika ! Ab da fehlte überall die billige ENERGIE, dazu kam noch die „befohlende“ SPRENGUNG der Nord-Stream-Pipelines in der OSTSEE ? Die Zwergen-Republik BRD wehrte sich nicht, sie nahm es einfach hin ! Untersuchungen durch BRD-STAATSANWÄLTE sind nur SCHEINGEFECHTE, eine Bestrafung der längst bekannten TÄTER wird es nicht geben !
    Die dauernden Einschränkungen der BENZINER-PKW zugunsten „subventionierter E-Autos“ widersprechen einer sozialen Marktwirtschaft, sie sind das GEGENTEIL davon ! Der ABZUG der GROSSINDUSTRIE ins AUSLAND sind ein weiterer Beleg. Ich bin gespannt, wie die Lasten aus BÜRGERGELD und der Millionen ARBEITSLOSEN zu finanzieren sind ?
    Arbeitslose werden keinen Cent in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, und so wird diese auch unbezahlbar, also defezitionär bleiben.

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    1. Der Untergang der „deutschen Industrie“ – besser damals noch als Deutschland AG [diese gibt es inzwischen nicht mehr] bekannt – fing am 30. November 1989 an, nachdem die atlantischen Dienste, Alfred Herrhausen [Chef der Deutschen Bank] eliminieren liessen, worauf die deutsche A-Gesellschaft mit nassen Hosen vor ihren Herren und Gebietern aus Übersee zitternd auf den Boden sank. 46 Jahre später übernahm ein Mann des Finanz-Kapitals schliesslich das Land. Und selbst diese „Weisheit“ muss ein Mann von Peking aus, im Jahr 2026 den verträumten Bundesbürgern, die offensichtlich vier Jahrzehnte tief schlafwandelten, nachtragen. Das kann passieren, nachdem man in Deutschland entschieden hatte, sich atlantischer Rundumbetreuung und verstärkter eigener Urlaubsplanung zu überlassen, doch die eigenen Birnen aus dem vormals vermeintlichen „Denker-Modus“ auf nunmehr „Eco-Modus“ umzuschalten: Wer notorisch zu spät kommt, den bestraft die Geschichte!

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      1. BRD-Diagnostiker
        Der feige Mord an Alfred Herrhausen (Chef der Deutschen Bank) soll nach meiner Meinung bewußt nie aufgeklärt werden (die Täter sind bekannt !), und die TÄTER schon garnicht bestraft werden, weil er ELITE-SCHÜLER der „NS-Reichsschule der NSDAP in Feldafing, am Starnberger See“ war ?

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        1. Ja, das ist die Hollywood-Version der Atlantik-Kuratoren, die wie immer am Thema vorbeigeht bzw. ablenkt und dieses um jeden Preis wechseln möchte: Kann man gut verstehen: Man redet dann nicht mehr über die Deutschland AG seit 1870, sondern über „Eintagsfliegen-Reichsschulen“ (wow) rund sechs Jahrzehnte später, deren Gründerväter jedoch seit 1925 bzw. seit 1928 mit den Atlantikern eng umschlungen und tief verliebt im Bett nur lagen und von diesen gross- & hochfinanziert wurden, was die A-Kuratoren ihren intellektuellen Kleinkindern in der Besatzungszone seither nur „vergessen“ haben nachzutragen. Das nur zur Gedächtnisauffrischung zum Rand- & Ablenkungsthema, um wieder zum politisch unkorrekten Haupt-Thema „Deutschland AG seit 1870“ – ganz entgegen dem Bildungsauftrag der A-Kuratoren – zurückzukommen, wenn Sie gestatten: Was war mit den gesammelten quietschfidelen Herrenhausen-Nachfolgern, welche die „Reichsschulen“ allesamt verpasst haben, doch nur durch die post-universitären Imperial-Schulungskurse des Atlantiks gegangen sind? Diese Schulabgänger hier und heute, deren Kolonial-Mutter-Ideologie-Schulungen sich mit denen der „Töchter-Reichsschulen“ erschreckend decken, könnte man als waschechte Atlantik-Faschisten der Kategorie „Jeder Schuss ein Russ“ – klassifizieren: Was ist mit diesen strammen deutschen Patrioten bzw. Atlantik-Faschisten & Nachfahren hier & heute allesamt nur geschehen?

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          1. BRD-Diagnostiker
            Um die Nachkriegs-Situation DDR/BRD einigermaßen zu erklären, verweise ich auf eine Broschüre: „Ehemalige Nationalsozialisten in Pankows Diensten“, Zusammengestellt und herausgegeben vom Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen, Berlin Zehlendorf-West,
            Limastraße 29 ! Ein besonderes SCHMANKERL u.a. ist der EHEMALIGE BERUFSOFFIZIER Arno von Lenski (NDP) auf Seite 63 !

  2. Moin
    Ich brauche kein endlos langes Buch zu schreiben und zu verkaufen! Aber nach den Milliarden an öffentlichen Fördermitteln und gewinne, in ausländischen Kanälen aus Deutschland abgeflossen sind. Wird nun die lästige „deutsche“ Konkurrenz endgültig plattgemacht! Deutschland wird mit Versagern geflutet die Wirtschaft wird ausgelagert was hat dies zur Folge? Und wer ist dafür verantwortlich? Die deutsche Kernwirtschaft hat sich doch nicht etwa hinter den NORD-ATLANTIK verpisst und lässt sich dort auch noch verteidigen …
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    Ach meine komischen Gedanken heute wieder, ist bestimmt der schnelle Klimawandel (es wird schon wieder kälter!) daran schuld welcher mir meine Gedanken vernebelt.
    mfg

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  3. Meiner Ansicht nach waren die Mißgunst bzgl. der Wirtschaftskraft und der deutsche Wissenschaft auch ein Grund für die beiden Weltkriege. Nicht umsonst hat man danach die Patente, Produktionsgüter und Wissenschaftler in die Länder der Siegermächte verschleppt.
    Heute ist es so, daß auch die eigene Regierung am Niedergang Deutschlands beteiligt, wenn nicht gar Hauptverursacher ist. Als ob sie vom Ausland gesteuert wären. Da könnte man schon etliche Verschwörungstheorien für wahr halten.
    BTW: der Feind steht nicht rechts oder in Moskau, er sitzt auf der Regierungsbank!

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