In Deutschland haben verpflichtende medizinische Untersuchungen junger Männer im wehrpflichtigen Alter begonnen. Das Bundesministerium der Verteidigung will damit feststellen, wer grundsätzlich für einen Dienst in der Bundeswehr geeignet ist. Darüber berichtet die „Berliner Morgenpost“.
Seit Juli haben bereits rund 1.000 junge Menschen die medizinische Untersuchung durchlaufen. Nach Angaben der Zeitung erklärten viele von ihnen beim Ausfüllen des entsprechenden Fragebogens, kein Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr zu haben.
Bis Ende August verschickte das Verteidigungsministerium mehr als 451.400 Fragebögen zur Erfassung für den Wehrdienst. Rund 231.700 davon gingen an Männer und etwa 219.700 an Frauen. Für Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, für Frauen bleibt die Teilnahme freiwillig.
Das neue Wehrdienstmodell gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2026. Es sieht unter anderem die Wiederaufnahme der Wehrerfassung und verpflichtende medizinische Untersuchungen für Männer vor. Die eigentliche Ableistung des Wehrdienstes bleibt zunächst freiwillig.
Für die Untersuchungen sollen bundesweit 24 spezielle Zentren eingerichtet werden. Das gesamte System soll bis Juli 2027 vollständig aufgebaut sein. Danach sollen dort größere Jahrgänge von 18-jährigen Männern untersucht werden können.
Auch die Bundeswehr selbst wächst wieder. Zum 31. August 2026 dienten 186.356 Soldatinnen und Soldaten in den deutschen Streitkräften.
Nach einem Bericht der „Bild“ vom 14. September gibt es zudem Schwierigkeiten, ausreichend Soldaten für einen Einsatz in einer Brigade in Litauen auf freiwilliger Basis zu gewinnen. Verteidigungsminister Boris Pistorius soll deshalb eine verpflichtende Heranziehung angeordnet haben. Die erste entsprechende Maßnahme könnte dem Bericht zufolge im Herbst bis zu 1.000 Soldaten betreffen.
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