BELGRAD – Der frühere serbische Präsident Aleksandar Vučić und Ungarns ehemaliger Ministerpräsident Viktor Orbán haben bei einem Treffen nahe Belgrad ihre politische Rückkehr angekündigt. In einer gemeinsamen Videobotschaft auf Englisch betonten beide, nach ihren Wahlniederlagen weder ihre Würde noch ihren Glauben verloren zu haben. Vučić veröffentlichte die Aufnahme auf Instagram.
Das Treffen fand im Haus von Vučićs Vater statt. Den Beitrag versah der serbische Politiker mit den Worten: „Viktor und ich. Die Geschichte einer Freundschaft.“
„Ich freue mich sehr, Viktor Orbán, meinen großen Freund und meinen Bruder, hier begrüßen zu dürfen. Wir werden eine schöne Zeit im Haus meines Vaters nahe Belgrad verbringen. Ja, wir haben beide vor Kurzem Wahlen verloren, aber nicht unsere Würde, unseren Stolz und unseren Glauben“, sagte Vučić.
Orbán bedankte sich für die Einladung und sicherte seinem Gastgeber persönliche Unterstützung zu.
„Freunde bleiben immer Freunde, und in schwierigen Zeiten werden Freundschaften noch enger. Du kannst sicher sein, Aleksandar, dass ich persönlich immer an deiner Seite stehe“, erklärte er.
Der ehemalige ungarische Regierungschef würdigte zudem die Zusammenarbeit beider Politiker. Die Verbesserung der Beziehungen zwischen Serbien und Ungarn sowie der freundschaftlichen Verbindungen zwischen Serben und Ungarn sei ein großer Erfolg gewesen. Daran wolle er weiterarbeiten.
Vučić bedankte sich und wandte sich mit einer Ankündigung direkt an die Kamera: „Wir kommen zurück!“
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien am 25. Oktober hatte die oppositionelle „Studentenliste“ gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission erhielt sie 52,73 Prozent der Stimmen. Das Bündnis um Vučićs Serbische Fortschrittspartei kam auf 39,15 Prozent.
Vučić räumte seine Niederlage bereits vor Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses ein. Den Erfolg seiner Gegner führte er auf die Unterstützung europäischer Staaten und eines von ihm als amerikanischer „tiefer Staat“ bezeichneten Netzwerks zurück. Zugleich kündigte er an, seinen politischen Kampf fortzusetzen.
Der Wahl war eine schwere politische Krise mit anhaltenden Massenprotesten vorausgegangen. Ausgelöst wurden diese durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Im September 2026 löste Vučić das Parlament auf und kündigte anschließend seinen Rücktritt an. Er wolle, wie er erklärte, „als gewöhnlicher Bürger“ an der Abstimmung teilnehmen.
Orbán hatte die ungarische Parlamentswahl am 12. April verloren. Seine Partei Fidesz unterlag der oppositionellen Tisza unter Péter Magyar. Damit endete seine 16-jährige Regierungszeit. Orbán erkannte das Ergebnis als „schmerzhaft“ an und erklärte, seinem Land künftig aus der Opposition heraus dienen zu wollen.
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