Der belgische Außenminister Maxim Prévot hat den US-Botschafter Bill White zu einem Gespräch einbestellt. Anlass war ein scharfer Social-Media-Post des US-Diplomaten über den belgischen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke. Das berichtet Politico.
Prévot bestätigte dem Magazin gegenüber, dass er den US-Botschafter einbestellt habe, und erläuterte seine Haltung:
„Es ist inakzeptabel, dass ein Botschafter derart beleidigende Äußerungen über ein Mitglied der Regierung macht“, wurde der Minister von Politico zitiert.
Der Streit begann, nachdem White einen Beitrag in den sozialen Medien, unter anderem auf Instagram, veröffentlicht hatte. Darin stellte der Diplomat die Frage: „Wer ist der größte Verlierer in Belgien?“ Dazu veröffentlichte er ein von künstlicher Intelligenz generiertes Bild (siehe Storybild hier im Artikel).
Darauf war Vandenbroucke auf einer Zigarrenpackung abgebildet, versehen mit dem Slogan: „Schadet jeder Form von Freude im Leben.“
Damit reagierte der US-Botschafter auf den Vorschlag des belgischen Gesundheitsministers, die Warnhinweise über die gesundheitlichen Schäden von Alkohol in der Werbung zu verschärfen.
Auch „Antisemitismus“ darf nicht fehlen
Für Bill White ist dies nicht die erste Auseinandersetzung mit dem belgischen Außenministerium. Bereits im Februar war der US-Botschafter zu einer Stellungnahme einbestellt worden, nachdem er belgischen Behörden Antisemitismus vorgeworfen hatte. Damals kritisierte White die Ermittlungen gegen jüdische Religionsvertreter in Antwerpen. Die belgische Seite wertete seine Äußerungen als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.
In der belgischen Regierung sorgte die jüngste Veröffentlichung des US-Diplomaten erneut für Empörung.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass ein in Belgien akkreditierter Botschafter auf diese Weise gegen ein Mitglied unserer Regierung vorgeht. Als Außenminister werde ich den US-Botschafter in den kommenden Tagen einbestellen”, kündigte Maxim Prévot an.
Botschafter White ist dafür bekannt, mit provokanten Äußerungen immer wieder Skandale und Kontroversen auszulösen und dabei „rechtspopulistische“ Stimmungen anzusprechen. Bereits in der Vergangenheit war er vom belgischen Außenministerium einbestellt worden. In den letzten Monaten kam es zudem mehrfach zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen dem US-Botschafter und Frank Vandenbroucke bzw. Maxim Prévot. So hatte der belgische Außenminister, wie hier erwähnt, den US-Botschafter im Mai öffentlich kritisiert, nachdem dieser Belgien als „antisemitisches Land“ bezeichnet hatte.

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