web analytics

Günter Rössler ist geboren und aufgewachsen in Leipzig. Schon als Kind kam er über seinen Vater mit der Photographie in Berührung, er erhielt als 10jähriger eine Kinderkamera, seine sogenannte Babybox, und der Heranwachsende durfte seinem Vater bei der sorgfältigen Entwicklung der Bilder, wie sie damals nötig war, in einem Hobbyphotolabor assistieren.

Günter Rössler: Die Genialität des Augenblicks
Reportage • Mode • Akt, Fotografie aus sechs Jahrzehnten
Schloß Lichtenwalde, 14. Mai 2015 – 22. Mai 2016

Anläßlich der aktuellen Ausstellung 2026:
Günter Rössler: Mode- und Aktfotografie
Kunsthaus Apolda Avantgarde, Apolda, 18. Januar 2026 – 03. Mai 2026

Günter Rössler zum 100. Geburtstag
Deutsches Fotomuseum, Markkleeberg, bis 9. August 2026

„Mein Motiv ist die Freude am Akt, die Suche nach der Schönheit. Jugend, schöne Körper, natürliche Haltungen haben für mich etwas Faszinierendes. Es ist aber auch manchmal der Wunsch, sich an ein Publikum zu wenden, Emotionen zu verwirklichen…“
Günter Rössler (zit. nach dem Ausstellungskatalog)

Ich kann mich nicht erinnern, daß mich eine Ausstellung innerlich so bewegt, um nicht zu sagen verzaubert hat, und daß ich diese in unserer finster-bleiernen Zeit überhaupt noch erleben konnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Sie sei den Ketzerbriefe-Lesern also wärmstens empfohlen, auch wenn die Wochenenden kurz und der Weg weit ist, Sie werden es sicherlich nicht bereuen.

Gezeigt wird im würdigen Ambiente von Schloß Lichtenwalde das künstlerische Schaffen des Leipziger Photographen Günter Rössler (1926–2012). Die Ausstellung ist auf zwei Stockwerke aufgeteilt: im oberen Geschoß finden sich seine Reportagearbeiten zu Reisen auf dem Balkan sowie frühe Arbeiten als Modephotograph, im unteren Stock seine Aktphotographien. Dort wird auch in einem kleinen Raum ein Dokumentarfilm zu Leben und Werk des Künstlers gezeigt: auch diesen in voller Länge anzusehen sei dem Besucher sehr ans Herz gelegt, da er ihm Einblicke in die Biographie und Persönlichkeit Rösslers verschafft und, damit verknüpft, die vielleicht einzigartige, in jedem Fall spezifische Wirkung seiner Aktphotos ermöglicht. Bevor die Faszinationskraft seiner Bilder genauer dargelegt wird, möchte ich noch ein wenig die Biographie des – im Gegensatz etwa zu dem eher brutalen Helmut Newton – leider viel zu unbekannten Photographen umreißen.

Günter Rössler ist geboren und aufgewachsen in Leipzig. Schon als Kind kam er über seinen Vater mit der Photographie in Berührung, er erhielt als 10jähriger eine Kinderkamera, seine sogenannte Babybox, und der Heranwachsende durfte seinem Vater bei der sorgfältigen Entwicklung der Bilder, wie sie damals nötig war, in einem Hobbyphotolabor assistieren. Unmittelbar nach dem Abitur mußte Rössler als Soldat an die Front: nach schweren Granatsplitterverletzungen, Lazarett und Kriegsgefangenschaft konnte er 1946 zunächst als Photolaborant in Leipzig praktizieren, dann 1947 eine Photographenlehre und ein Studium an der dortigen Hochschule für Graphik und Baukunst absolvieren. Seine freischaffende Tätigkeit als Reportage-, Mode- und Werbephotograph nahm Rössler Anfang der 50er Jahre auf, 1960 veröffentlichte er die ersten Aktphotographien. Beruflich nahm er in den 50er und 60er Jahren in etlichen Modejournalen des ehemaligen Ostblocks eine zentrale Funktion bei der graphischen und photographischen Gestaltung wahr. Zu diesem Zeitpunkt erschienen auch seine Photoreportagen über den Balkan. Ab den 70er Jahren war sein Schaffen geprägt von einer verstärkten Fokussierung auf die Aktphotographie. In diesem Zusammenhang steht auch das erste, auch in der DDR für Aufsehen sorgende öffentliche Aktphotographieren im Freien auf dem Lande:

Das Provinzstädtchen Höfgen stand für kurze Zeit Kopf, als Rössler 1979 mit seinen Aktmodellen die dortige provenzalisch anmutende Mauer für Photo-Shootings verwendete, und noch heute sind die Dorfbewohner stolz, daß der dortige Brunnen so »avantgardistisch« – Nacktphotos in der Öffentlichkeit – genutzt wurde. In den 80er Jahren rief Rössler zusammen mit anderen die seinerzeit in der DDR allerorts bekannte »Schaubude« ins Leben. Hierzu äußert sich Rössler: »Wir wollten mehr Inhalt, mehr Phantasie, mehr Kultur, als es normalerweise bei einer Modenschau gibt. Wir nannten unsere Unternehmung ›Die Schaubude‹. Zur Schaubude gehörten immer zehn bis zwölf Mädchen, fast ausschließlich Schülerinnen und Studentinnen, sowie der Techniker Klaus Wilhelm, der Rezitator Ernst Kretzschmar, Reinhard Rössler am Schlagzeug und ich als künstlerischer Leiter. Zur Vorbereitung probten wir mit einem Ballettmeister vom Dessauer Theater, denn wir hatten ja den Anspruch, etwas Niveauvolles zu machen. Vielleicht könnte man es als Tanztheater auf Laienebene bezeichnen. Nach der Wende wollte man die Schaubude immer in die Erotikecke drängen. Da aber gehörte sie hundertprozentig nicht hin! Mehrere Themen strukturierten unsere Auftritte. Dazu brachten wir Dia-Projektionen auf eine Leinwand, manchmal Bilder, beispielsweise von Marc Chagall, manchmal Fotos von romantischen Orten. Vor diesem Hintergrund bewegten sich und tanzten die Mädchen. Dazu rezitierten wir Brecht: Da hieß es unter anderem: ›Bei uns Deutschen rutscht sehr leicht alles in das Unkörperliche und Unanschauliche, worauf wir anfangen, von einer Weltanschauung zu sprechen‹« (Rössler 2005, p. 220sq).[1]

Wieviel Lebensfreude, heute so unendlich fern erscheinend, ist aus dieser Schilderung des DDR-Happenings »Schaubude« zu verspüren. Wohl nicht zuletzt aufgrund von dieser nörgelig-giftiger Neidhammelei entgegengesetzten, sozusagen NATO-inkompatiblen Grundhaltung, welche in seinem gesamten künstlerischen Schaffen zu spüren ist, entkam Rössler nach der Annexion der Demütigung durch den Westblock nicht: 1990 wurde sozusagen aus heiterem Himmel seine Stelle bei der Zeitschrift »Modische Maschen« gekündigt, die er in zentraler Funktion seit 1967 graphisch und photographisch gestaltet hatte. Rössler erinnert sich:

»Es traf auch die ›Modischen Maschen‹. Ende 1990 betrat ich die Redaktionsräume. Ich war voller neuer Gestaltungsideen und Begeisterung. Ich nahm die gedrückte Stimmung gar nicht wahr. Die Redaktionsmitglieder sahen mich wie versteinert an. Dann sagte die Chefin: ›Du wirst hier leider gar nichts mehr machen können.‹ Die gesamte Arbeit am Heft war von einem westdeutschen Verlag übernommen worden, der seine eigenen Leute beschäftigte. Es war aus, von einem Tag auf den anderen. Die Art, wie man mir den Rausschmiß verkündete, traf mich sehr. Es gab nicht einmal ein Dankeschön für rund 30 Jahre Zusammenarbeit«[2] (id. p. 245).

Kaum hatte er sich von diesem Schock erholt, machte sich Rössler als mittlerweile über 60jähriger mit seiner Mappe unterm Arm tapfer auf Berufsmessen u.ä. auf die Suche nach Aufträgen und gründete 1991 eine Photomodellagentur. Bis 2012 war Rössler tätig in den Bereichen Mode, Werbung und Akt. Er verstarb am 31.12.2012 in Leipzig.

Beim Gang durch die Ausstellung fällt auf, daß sich der Stil der Aktphotos über Jahrzehnte hinweg verblüffend treu bleibt: das erste Aktphoto ist auf das Jahr 1953 datiert, das chronologisch späteste Aktphoto stammt aus dem Jahre 2006. Hier macht sich das Fehlen der feministischen Pest und deren Nachhalls in der DDR sehr angenehm bemerkbar. Dem Betrachter wird es schwerfallen, bei Unkenntnis des Entstehungsdatums auch nur vage das Jahrzehnt desselben zu erraten. Vielleicht findet sich in den Siebziger Jahren eine Vorliebe für den Akt im Freien, aber selbst diese Aussage bleibt spekulativ, sie könnte zufällig durch die Auswahl der Bilder zustande kommen. Die Aktphotographien sind sämtlich Schwarz-Weiß, auch deshalb wurde Rössler in den 80er Jahren als Helmut Newton des Ostens bezeichnet. Hierzu bemerkt der Herausgeber des Ausstellungskatalogs treffend, daß dieser Vergleich mehr als hinkt und es sich bei Rössler vielmehr um einen »Anti-Newton« handelt, denn er läßt den Modellen »Selbstbestimmung, Individualität und ein Gesicht« (übrigens tragen alle gezeigten Bilder als Titel den jeweiligen Vornamen des Photomodells sowie das Jahr seiner Entstehung: auch dadurch verrät uns Rössler seinen Sinn für das Aufspüren und insgeheime Stärken primärnarzißtischer Wurzeln des Individuums). Das gezeigte Schaffen am Akt über ein halbes Jahrhundert demonstriert eindrucksvoll das Wesen der unendlich viel humaneren DDR, denn Rössler war eine Art Staatskünstler.[3]

Wurde er auch nicht direkt vom Staate angestellt und bezahlt, so ließ man ihn – abgesehen von ein paar administrativen Kleinlichkeiten im Laufe der Jahrzehnte sowie vom Verbot seiner ersten öffentlichen Aktausstellung 1959 (wofür sich der Verantwortliche Bernt von Kügelgen 20 Jahre danach – sehr spät, aber immerhin – genötigt sah, sich bei Rössler persönlich zu entschuldigen) – im wesentlichen in Ruhe, und er konnte sich seiner Kunst widmen.

Rösslers Gesamthaltung zur DDR liest sich in seiner Biographie folgendermaßen:

»Generell kann ich sagen, daß die Schwejksche Art, mit solchen Vorwürfen umzugehen, die beste war [konkret ging es hier um einen kleinen und dümmlichen Einwand eines Parteisekretärs im Zusammenhang mit Hotpants-Abbildungen in seiner Modezeitschrift, Anm. S. R.]. Doch ab und zu mußte ich streiten, auch politisch, nämlich dann, wenn mir die Einwände meine Konzeption durcheinanderbrachten. Man wußte im Verlag, daß ich viele Dinge im Staat DDR nicht guthieß. Aber man wußte auch, daß ich gern in dem kleinen Lande lebte« (ebd. p. 131).

Heute im Zuge der Kinderschänderhysterie kaum mehr vorstellbar ist weiterhin, daß Rössler seine Photomodelle stets selbst im öffentlichen Leben aussuchte, also im Kaufhaus, im Café oder auf der Straße, und niemals über eine Agentur. Dabei fällt Kunstkritikern unserer Zeit auf, daß seine Modelle überdurchschnittlich intelligent und integer sind oder, um es mit den Worten Rösslers zu formulieren:

»Ich hatte das Glück, so vielen intelligenten, schönen und charismatischen Frauen zu begegnen« (zit. nach dem Vorwort des Ausstellungskatalogs).

Nur: daß sie es waren und trotz fortgeschrittenen Alters auch blieben, ist auch Rösslers Verdienst. Das belegen zahlreiche Zeugenaussagen der Photomodelle aus dem in der Ausstellung zu sehenden Dokumentarfilm. Es sei hier nur exemplarisch und auszugsweise eine davon, »Renate«, wiedergegeben (der Beginn des Zitats nimmt Bezug auf einen von Renate erlittenen Autounfall als Teenager):

Renate G., 1969[4]»Was ich ihm [Günter Rössler] auch hoch anrechne ist, daß er danach mich aufgebaut hat, weil ich wirklich wieder zum Kind wurde und überhaupt keine Motivation mehr hatte, wieder zur Schule zu gehen, Abitur zu machen (…) Und er sagte: ›Du machst das Abitur‹, und er hat mich immer wieder geschubst und gedrängt, und so habe ich dann das Abitur an der Volkshochschule gemacht (…) Durch Günter habe ich doch viele Leute kennengelernt, überhaupt was Kunst bedeutet, Malerei. Er hat mich an viele Leute herangeführt, und also mein Weg wäre total anders gewesen. Manchmal sage ich so aus Spaß: ich wäre vielleicht Verkäuferin geworden und hätte drei Kinder gekriegt, einen dicken Hintern, und das wäre mein Leben gewesen. Aber er hat mich eigentlich am Anfang geformt zum Erwachsenwerden. Das verdanke ich ihm. Ich glaube, er ist sich dessen gar nicht bewußt. Gerade bei den Modeaufnahmen war das so: ›bleib, halt jetzt…‹ auf einmal war da so ein tolles Licht aus dem Dachfenster, und ich war dann immer erstaunt, was da rausgekommen ist. Daß ich das sein soll, mit den Ausdrücken, mit den Augen, mit den Blicken, und das hat er eben gesehen und hat das rausgeholt aus mir, und obwohl ich mir dessen gar nicht bewußt war. Auf einmal wird man geschminkt, und man ist photogen. Als junges Mädchen sich so zu erfahren ist schon was Besonderes gewesen. Erstmal war es bei uns ja ein ganz anderes Verhältnis zur Nacktheit, zum eigenen Körper. Wir sind so gut wie nur FKK an den Strand gefahren. Andererseits aber gab es kaum Aktphotos.
[…]
Vielleicht im Magazin waren Aktphotos, aber nicht aus so einem gierigen, vielleicht pornographischen Blick heraus, wie das ja heute so oft der Fall ist – und auf der anderen Seite sind die Leute total prüde. Ich muß dazu sagen, ich habe ja selber einen Kundenkreis, und nun sind ja schon einige Photos veröffentlicht worden, auch in der Bildzeitung und durch die Buchveröffentlichung von Günter Rössler. Und daß dann Kunden zu mir kamen, das ist im Norden von Westberlin, die sagen: ›Ach, ich habe Sie gesehen, nackt, in der Zeitung…‹ Ja, und? Ich meine, ich stehe dazu, ich habe da überhaupt kein Problem, das sind schöne Aufnahmen, und wäre ich noch ein bißchen jünger, würde ich das auch gerne wieder machen, weil es Ästhetik ist. Also so wie Günter Rössler photographiert, ist es Ästhetik. Als ich 40 wurde, wollte ich nicht mehr Mode oder photographiert werden, und ich habe gesagt: nur noch mit Günter Rössler, weil ich ihm vertraue, weil er einfach die Frau nicht verrät.
«

Mehr ist nicht hinzuzufügen – Anerkennung verdient die Person Günter Rössler und dessen hinterbliebenes Werk schon allein deshalb, weil er innerhalb der Aktphotographie die gleiche subversive Botschaft mit dem identischen und nur wenig verhüllten zutiefst-humanen Kern verkündet, wie dieser jeweils den Kern der Botschaft etwa Charles Baudelaires innerhalb der Dichtkunst oder Lewis Carrolls in seinem berühmtesten Nonsense-Roman ebenfalls ausmacht.

Simone Reißner

                                                                                                  ***

Aus Ketzerbriefe 198 – Flaschenpost für unangepaßte Gedanken
herausgegeben vom Bund gegen Anpassung
erschienen im April 2016 im Ahriman-Verlag

79 S., € 4,50 / ISSN 0930-0503 / ISBN 978-3-89484-262-8
Jahresabonnement (6 Hefte) € 37,50 inkl. Versandkosten

Weitere Artikel dieser Ausgabe:

Flugblatt: Die Sexualstraftäter von Köln sind die 5. Kolonne Alice Schwarzers ! • Nachschrift von Fritz Erik Hoevels • Eine neue Propaganda-Sprachregelung: »Geflüchtete« vs. »Flüchtlinge« von Peter Priskil • Uncle Sam’s zweimal getötete Opfer von Vera Sanning • Pfefferspray und Bürgerwehr von Viktor Kartin • Aus der Welt der Ideologeme (XXXI) – Was ich schon immer mal kapieren wollte: »Antimuslimischer Rassismus« von Monika Zorn • Zur Verteidigung Klaus Müllers von Fritz Erik Hoevels • Jugendliche aufgepaßt! • Eine Schweinerei in zwei Versionen • Protestaufruf: Bivolaru in Frankreich verhaftet! • Rezension: Lara Cardella, Ich wollte Hosen (Volevo i pantaloni) von Peter Priskil • Leserzuschrift: Alexandria 2.0 … oder das langsame Verschwinden der »alten« Bibliotheken von Hermine Blum • Leserzuschrift: Neue Kreditkarte mit »Funkchip« • Kurz und gender

Hier bestellen!




Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.

Für jede Spende (PayPal oder Banküberweisung) ab € 10.- erhalten Sie als Dankeschön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „KLIMA-HYSTERIE? NEIN DANKE“ portofrei und gratis! Details hier.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



xxx.

Von Redaktion

5 Gedanken zu „Ausstellungsempfehlung – In memoriam Günter Rössler – Rezension zur Ausstellung“
  1. Anglikanische Erzbischofin in „wokem Fiebertraum“ inthronisiert
    Am Mittwoch wurde Sarah Elizabeth Malallie offiziell als 106. Erzbischof von Canterbury inthronisiert, als erste Frau, die dieses Amt in der 1400-jährigen Geschichte innehat.

    Die New York Times nannte es historisch. Die Kirche von England nannte es hoffnungsvoll. Die Posaune nennt es ein Symptom für die unheilbare Krankheit der Institution.

    Symbolisch: Malallie wurde in einer Zeremonie installiert, zu der pinkhaarige Geistliche, ökumenische Gesänge und ein Prunk gehörten, der in den Worten eines Beobachters wie ein „woker Fiebertraum“ aussah.

    Die fortschreitende Liberalisierung der Kirche von England wurde auch im Oktober deutlich, als ihr Oberhaupt, König Charles III. von England, den Vatikan besuchte und mit dem Papst in der Sixtinischen Kapelle betete.
    Die Kirche von England hatte 1980 eine wöchentliche Besucherzahl von über 1 Million. Diese Zahl ist nun auf unter 700 000 in einem Land mit 68 Millionen Einwohnern gesunken.
    Unterdessen steigt die Zahl der römisch-katholischen Konvertiten stark an. Die New York Times berichtete diese Woche, dass Bischöfe in den Vereinigten Staaten versuchen, die Ursache für eine Welle von Neubekehrten zu verstehen, deren stärkste Gruppe Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren sind.

    Kein Scherz – es ist ernst: Die Inthronisierungszeremonie hatte den ganzen Ernst einer Theateraufführung. Aber dies ist keine Fiktion. Die Kirche von England bröckelt, und Großbritannien bröckelt mit ihr.

    Jahrzehntelang hat die Kirche von England nach Relevanz gestrebt, indem sie modischen gesellschaftlichen Trends gefolgt ist. Die Ernennung von Erzbischof Malallie, einem ehemaligen Mitarbeiter des Gesundheitswesens, wird als Lösung für diese Jahrzehnte des Niedergangs angeboten. Aber dieser „Neuanfang“ ist in Wirklichkeit ein weiterer Versuch, die Kirche so zu verändern, dass sie der Gesellschaft ähnlicher wird, und nicht umgekehrt.
    https://www.pravda-tv.com/2026/04/anglikanische-erzbischofin-in-wokem-fiebertraum-inthronisiert/

    1
  2. »Es traf auch die ›Modischen Maschen‹.
    Ende 1990 betrat ich die Redaktionsräume. Ich war voller neuer Gestaltungsideen und Begeisterung. Ich nahm die gedrückte Stimmung gar nicht wahr. Die Redaktionsmitglieder sahen mich wie versteinert an. Dann sagte die Chefin: ›Du wirst hier leider gar nichts mehr machen können.
    ‹ Die gesamte Arbeit am Heft war von einem westdeutschen Verlag übernommen worden, der seine eigenen Leute beschäftigte.
    Es war aus, von einem Tag auf den anderen. Die Art, wie man mir den Rausschmiß verkündete, traf mich sehr. Es gab nicht einmal ein Dankeschön für rund 30 Jahre Zusammenarbeit«[2] (id. p. 245).
    .
    „Der Osten: eine westdeutsche Erfindung“ Buch von Dirk Oschmann
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/ist-der-osten-eine-erfindung-des-westens-oschmann-debatte-100.html

    3
    1. Nicht zu vergessen, die ganzen Führungskräfte die aus dem Westen, Mitteldeutschland übernahmen?
      .
      Viele sind heute noch im Amt, manch einer hat gleich seine Westfrau entsorgt und eine Ostfrau geheiratet, sowie Leipzigs Oberbürgermeister Jung, SPD!

      2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert