Jahrzehntelang gehörte das Land, das heute Israel genannt wird, bekanntlich zu den wasserärmsten Gebieten der Welt. Der Negev war einst eine Wüste. Der Jordanfluss schrumpfte und die Wasserrationierung war einst ein nationaler Notfall gewesen.
Die „Entsalzungsrevolution“
Wenig verwunderlich, dass diese „revolutionäre“ Art der Trinkwasser-Gewinnung einst von den USA finanziert worden war. Gebaut wurden die Anlagen von westlichen Unternehmen. Heute betreibt Israel einige der größten Anlagen zur Entsalzung der Umkehrosmose der Erde. Der Sorek-Entsalzungskomplex bei Tel Aviv ist nicht nur einer der größten der Welt sondern ist vielmehr eine nationale Lebensader. Fünf große Anlagen entlang einer schmalen Mittelmeerküste mit den Anlagen von Sorek, Aschkelon, Aschdod, Palmachim und Hadera, liefern heute fast 80 % des Trink- und Industriewassers Israels.
Im Gegensatz zu den Golfstaaten, deren Entsalzungskapazität sich über Tausende von Kilometern Küstenlinie erstreckt, ist Israels gesamtes Wassersystem auf lediglich einen Landstreifen komprimiert, der kaum breiter als eine Stadt ist. Eben genau dieser schmale Streifen könnte nun in Kriegszeiten zur Falle werden.
Jede Anlage innerhalb iranischer Raketenreichweite
Der Iran „fackelt“ bekanntlich nicht lange und das augenblickliche „Versagen“ des angeblich unüberwindbaren israelischen Iron-Dome ist mittlerweile evident. Es existiert auch im Hinblick auf die „Wasserlebensadern“ Israels keinerlei Verteidigungsstrategie etwa gegen Marinedrohnen oder Seeminen. Die Steuerungssysteme könnten bereits auf Irans Cyber-Radar sein.
Die eigentliche strategische „Katastrophe“ ist allerdings dass diese Anlagen zudem auch nicht mit Notstromaggregaten laufen. Sie laufen mit Erdgas, direkt von den Offshore-Plattformen Tamar und Leviathan hergeleitet. Wenn Leviathan getroffen wird, hat Israel es nicht nur mit einem Energieproblem zu tun. Auch die Entsalzungsanlagen gehen damit außer Betrieb. Die Metropole Tel Aviv wäre damit ohne Wasser.
Regionaler Dominostein
Auf Grund eines Friedensvertrages beliefert Israel Jordanien mit festen Wasserquoten. Kein Wasser für Israel bedeutet somit auch kein Wasser für Amman. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wirkt die regionale Normalisierung auch in vertraglicher Hinsicht äußerst fragil.
Israel hatte einst Wasser von einer Krise in eine Waffe nationaler Stärke gewandelt. Die Frage ist nun jedoch, ob seine Gegner diese Gleichung auch umkehren können und wollen. Eben genau diese Wasserinfrastruktur in einen „Druckpunkt“ zu verwandeln, der alles, was darauf gebaut ist, aufzulösen vermag.











