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Bild: leitzcloud

Während aller Augen auf US-Raketen, Luftangriffe, Sanktionen gerichtet sind, braucht der Iran all das nicht. Der wahre „große Hebel“ des „Mullah-Regimes“ liegt darin, scheinbar still auf dem Meeresboden zu „verharren“.

Unterwasser-Kabel als „weltweite Lebensader“

Glasfaserkabel, die sprichwörtlichen Lebensadern der Weltwirtschaft, sind vollständig auf eben diesem Meeresboden „freigelegt“ und damit angreifbar. Diese sind quasi physische Linien, meist unbewacht, öffentlich kartiert und beinahe für „jeden mit einem Boot“ und der dementsprechenden Absicht verwundbar.

1,4 Millionen Kilometer Unterwasserfasern umwickeln unseren Globus 35 Mal. Täglich fließen 10 Billionen Dollar an Finanzströmen alleine durch diese Kabel, SWIFT-Überweisungen, Aktiengeschäfte, KI-Datenpipelines, digitale Lieferketten.

Allein im Roten Meer führen 17 % des weltweiten Internetverkehrs. Diese Kabel sind somit bei Weitem kritischer als jede Rakete.

Unbeachtete Schwachstellen

Offenbar ganz nach dem Motto, lichte den Anker, schnapp dir ein Fischernetz, und du kannst effektiv ganze Volkswirtschaften einfrieren. Es ist jedenfalls davon auszugehen, dass sich der Iran dieser „Macht“ sehr wohl bewusst sein dürfte. Die Folgen wären in jedem Falle verheerend:

  • Die Reparatur würde alleine in Friedenszeiten zwei bis acht Wochen in Anspruch nehmen, in Konfliktzeiten zweifelsfrei einige Monate.
  • Darüber hinaus existieren weltweit nur rund 63 spezialisierte Kabelreparaturschiffe, die zur Wiederinstandsetzung in Frage kommen würden.

Bis dato waren allerdings 70 Prozent der Fehlerbehebungen dem „Zufall“ und keineswegs gezielter „Sabotage“ geschuldet.

Digitale Arterien des Golfs

Die Straße von Hormus, im Hinblick auf besagte „Kabel-Problematik“, war bereits im April 2026 von Iran-nahen Quellen als „verwundbarer Punkt“ eingestuft worden. Schneidet man sie nun also ab, verlieren damit die GCC-Ökonomien, also die Volkswirtschaften der sechs Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Katar, Kuwait, Oman und Bahrain, gleichzeitig auch ihr digitales Lebenselixier.

Kritische Infrastruktur, Finanzen, KI und Kommunikation kommen fraglos ohne Internetverbindung zum totalen Stillstand.

Achillesferse des US-Marktes

Die USA haben bekanntlich eine mächtige Marine und Luftwaffe aufgebaut, die zur Verteidigung gegen Raketen, Flugzeuge, Schiffe und Truppen ausgelegt worden war. Nichts davon kann jedoch 1,4 Millionen Kilometer Gartenschlauchdünne Faser auf dem Meeresboden, schützen. Der Iran braucht also keine Atombomben, um die Wall Street zu treffen, sie brauchen nur die Meeresbodenkarte und ein „Boot“, wie man es eben auch angesichts der Nord-Stream-Sprengung „lernen durfte“. Eben gerade das sollte seitens der USA ins Kalkül gezogen worden sein.

Regierungen, Militärs und Unternehmen gingen stets davon aus, dass das Web widerstandsfähig sei, eben genau das ist es jedoch gerade angesichts derartiger Konfliktsituationen ganz und gar nicht.



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Von Redaktion

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