Verwunderte Bundesbürger werden sich die Augen reiben, nachdem sie in atlantischen Qualitätsmedien urplötzlich wieder auf Kriegsaufrufe gegen Russland stoßen. Im Jahr 1992 hat man dem Volk noch das Märchen vom Ende der Geschichte erzählt, doch diese Mär hat sich über Nacht gedreht.
Über die Kontinuität deutscher Außenpolitik von 1925 bis 2026
Von REDAKTION | EG- & EU-Apostel wurden in den letzten Jahrzehnten nicht müde, um ihre Gute-Nacht-Geschichte vom „Friedensprojekt Europa“ zu verbreiten. Doch es gab zum Ende des vorigen Jahrhunderts schon den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien, gefolgt im neuen Jahrtausend von weiteren Überfällen gegen Afghanistan, Libyen oder den Irak, um nur einige davon zu nennen. Doch genau dafür braucht es die Lügenpresse des westlichen Medienkartell, um alle Widersprüche atlantischer Narrative umzudrehen und so in Abrede zu stellen.
Das Konzept der Stützung des britischen Kolonialreiches zum Ende des 19. Jahrhunderts sah vor dafür die USA heranzuziehen. Das wurde nach 25 Jahren der Vorbereitung mit dem Ersten Weltkrieg umgesetzt: Im Jahr 1918 gelang es Anglo-Amerika – sprich Großbritannien im engen Schulterschluss mit den USA – Mitteleuropa zu zerschlagen. Es ermöglichte dem atlantischen Hegemonen, seine Allein-Herrscher-Ansprüche politisch, wirtschaftlich und militärisch weltweit geltend zu machen.
Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur wenige Möglichkeiten, um diesem kolonialen Eine-Welt-Modell wirksam einen Riegel vorschieben, um z.B. über ein Gegen-Konzept, wie …
… ein Bündnis zwischen mitteleuropäischen Staaten und der Sowjetunion als Kräftegleichgewicht dem entgegen zu setzen!
Der Vertrag von Rapallo vom 16. April 1922 zwischen der Sowjetunion und der Weimarer Republik
Nach dem 1. Weltkrieg gab es im Gegensatz zu heute in Mitteleuropa noch Politiker, die in der Lage waren, Weltpolitik richtig zu erfassen. Sie waren intellektuell in der Lage neben Innenpolitik auch Globalpolitik aus der Sicht der Interessen ihres eignen Landes sinnerfassend zu verstehen und richtig darauf auszureichten.

Der deutsche Außenminister Walther Rathenau und der Reichskanzler Joseph Wirth des Jahres 1922 hatten solches Format und das erforderliche staatsmännische Profil.
Vom 10.4.2022 bis 19.5.2022 fand in Italien die Konferenz von Genua statt. Vierunddreißig Länder Europas hatten sich dort versammelt, um die überzogenen Reparationsansprüche zu diskutieren. Man dachte auch an, ggfs. noch von der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) vermeintliche Rückzahlungen zu fordern. Dies geschah, obwohl Russland im Ersten Weltkrieg seine Soldaten für die Franzosen verheizt und damit Frankreich vor dem frühen Zusammenbruch gerettet hatte. Das Geld dafür sollte Deutschland aufbringen und an die RSFSR transferieren.
Sowohl die russische wie auch deutsche Führung durchschauten das perfide Spiel und trafen sich im nahe von Genua gelegenen Rapallo zu Geheimverhandlungen:
In Folge schlossen Deutsches Reich und RSFSR den Vertrag von Rapallo ab und erkannten sich gegenseitig diplomatisch an!
Der Vertrag war vom deutschen Außenminister Walther Rathenau und seinem russischen Amtskollegen Georgi Tschitscherin ausgehandelt worden und sorgte für:
- den Erlass der gegenseitigen Schulden.
- Zusagen zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen.
- militärische Zusammenarbeit mit einer Flug- & Panzerschule in Lipzek und Kasan.
- Lieferungen von Industrieanlagen an Russland und von Getreide an Deutschland.
Das am 5. November in Berlin 1922 unterzeichnete Zusatzabkommen erweiterte den Vertrag für die Beziehungen Deutschlands zu den Sowjetrepubliken Ukraine, Weißrussland, Armenien, Georgien und Aserbaidschan. Die Ratifizierungsurkunden wurden am 26. Oktober 1923 in Berlin ausgetauscht und das Zusatzprotokoll wurde am 18. Juli 1924 in der League of Nations Treaty Series registriert. Das Abkommen wurde durch den Berliner Vertrag von 1926 bekräftigt.
Nach dem Knebelvertrag von Versailles und der westlichen Kriegspolitik gegen ihren vormaligen Bündnispartner Russland stellte besagter Vertrag von Rapallo einen großen Erfolg sowohl für das Deutsche Reich wie auch für die Sowjetunion dar. Für die atlantischen Kolonialherren hingegen brachte die politische Annäherung von Russland und Deutschland ihr monopolares Weltbild ins Wanken, wogegen …
… sie sogleich den Propagandaspruch „Das Gespenst von Rapallo“, der bis heute aktuell blieb, in die Welt setzten!
Im Deutschen Reich gab es zwei Gruppen, die sich in Bezug auf besagte Annäherungspolitik gegensätzlich gegenüberstanden:
- Monarchistische Kreise standen dem Abkommen mit dem sowjetischen Russland zwiespältig gegenüber. Das deckte sich auch mit der vormaligen Haltung hinter dem Abgang von Bismarck im Jahr 1890, nachdem man den Rückversicherungsvertrag mit dem Zarenreich nicht mehr verlängern wollte. Dagegen wurde die erträumte „Annäherung“ an das Vereinigte Königreich durch westlich ausgerichtete deutsche Führungskreise, wie in Folge auch durch die NSDAP, kontinuierlich vorangetrieben.
Vom deutschnationalen Lager wurde die Annäherung an die UdSSR abgelehnt und Walther Rathenau ein „falsches Spiel“ vorgeworfen. Das eröffnete den atlantischen Mächten die Möglichkeit speziell über sogenannte patriotische Kreise einen Keil in die Annäherung zwischen Russland und Deutschland zu treiben. Konsequent leitet sich daraus die folgerichtige Politik der anglo-amerikanischen Mächte gegen den Rapallo Vertrag ab, wie …
- die Finanzierung der NSDAP auf ihrem Weg zur Macht, vor allem in Unterstützung ihrer suizidalen Ostpolitik.
- Ernst „Putzi“ Hanfstaengl wurde als „Führer-Betreuer“ von den USA in der NSDAP-Frühphase zu deren Förderzwecken abgestellt.
- die Ermordung von Walther Rathenau am 24. Juni 2022 durch die Organisation Consul, der man Querverbindungen ins deutsche Außenministerium – dem klassischen Einfallstor britischer Dienste – nachsagte.
- Am 14. November 2022 wurde der deutsche Kanzler, Joseph Wirth, unter dem der Rapallo Vertrag entstand, in den Ruhestand geschickt.
- Als Strafmaßnahme für Rapallo marschierten französische Truppen im Januar 1923 in das Ruhrgebiet ein. Die NSDAP gab die Weisung aus, sich am Widerstand gegen die französische Okkupation nicht zu beteiligen – das sollten „andere“ machen.
Der Führung der NSDAP erkannte schon 1925 die verlockende Möglichkeit, sich ihren Drang nach Osten von der atlantischen Hochfinanz finanziell vergolden zu lassen. Der Brevier des Führers „Mein Kampf“ wurde im Jahr 1925 herausgebracht. Darin wird unmissverständlich dazu aufgerufen „mit England im Bunde zum entschlossenen kontinentalen Bodenerwerb gegen Russland“ anzutreten. Und weiter für all jene, die das noch nicht voll und ganz verstanden hätten: „Nicht West- und nicht Ostorientierung darf das künftige Ziel unserer Außenpolitik sein, sondern Ostpolitik zur Erwerbung der notwendigen Scholle für unser deutsches Volk.“
In dieser Richtung sollte es weitergehen: Am 4. Januar 1932 besprachen Montagu Norman, der Gouverneur der Bank von England, die künftigen Kanzler Franz von Papen und Adolf Hitler sowie die politisch mächtigen Dulles Brüder aus den USA die Finanzierung der NSDAP. Nach der Machtergreifung und dem Besuch von Dr. Hjalmar Schacht im Mai 1933 bei Franklin D. Roosevelt im Weißen Haus, sollten die Gelder umso reichlicher fließen: Die Wall Street sorgte für eine Milliarde Dollar an Krediten, was nach heutigem Wert rund 24 Milliarden USD auf PPP Basis entspricht:
So wurde es möglich die Aufrüstung für den Plan-Ost auf den Weg zu bringen!
Die kurzfristige und nur temporäre Hinwendung (1941 – 1945) atlantischer Mächte an die UdSSR war dem Umstand geschuldet, dass sich der deutsche Führer gegen Ende der dreißiger Jahre immer weniger sagen ließ und sich einbildete, auf gleicher Augenhöhe, wenn nicht vielleicht sogar über den Briten zu stehen. So kam es, dass die Westmächte entschieden Deutschland doch besser auf eine immerwährende Besatzungszone zu reduzieren, um unter schlussendlich endgültig abgeklärter Hackenordnung, dann eben dann mit der zweiten Nazigarnitur gemäß dem ursprünglichen Plan weiterzumachen.
Jüngst veröffentlichte historische Dokumente der Russischen Föderation zu den seltsamen „Mehrfach-Kapitulationen“ der deutschen Wehrmacht haben das skurrile Nah- & Neu-Verhältnis zwischen West-Alliierten und ihren Beute-Nazis der zweiten Garnitur als künftig „folgsamere Brüder“ schon im Jahr 1945 auf den Punkt gebracht.
Die Wehrmacht wollte nur eine „Kapitulation-West“, um danach gegen die UdSSR einfach weiterzukämpfen

Die Kapitulation Nr. 1 der deutschen Wehrmacht wurde am 7. Mai um 2:41 Uhr in Reims (Frankreich) unterzeichnet. Die Erklärung wurde vom Chef des Wehrmachtsführungstabs des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Alfred Jodl, unterzeichnet. Stalin war darüber schwer erbost, doch sein Befehl an dieser „Unterzeichnung-West“ nicht teilzunehmen, erreichte den Vertreter des Oberkommandos der Sowjetunion beim Kommando der Alliierten, Generalmajor Iwan Susloparow zu spät, sodass jener jene Kapitulation mitunterzeichnete.
Die Kapitulation Nr. 2 fand „auf Verlangen der Regierung der UdSSR und deren Oberbefehlshaber Genosse Stalin“ am 8. Mai (9. Mai Moskauer Zeit) in Berlin statt. Georgi Schukow, Marschall der Sowjetunion nahm die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht entgegen. Sie wurde von der deutschen Seite unterzeichnet durch:
- Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Generalstabs des Oberkommandos der Wehrmacht,
- Oberst General Stumpf, stellvertretender Befehlshaber der Luftwaffe
- Admiral Hans-Georg von Friedeburg, Befehlshaber der Kriegsmarine.
Ein Mitglied des sowjetischen Nachrichtendienstes unter dem Decknamen „Peter“ berichtete von vier Merkwürdigkeiten im Verhalten der Deutschen und ihrer neuen atlantischen Dienstherren, was interessante Rückschlüsse auf das sich abzeichnende Doppelspiel gegenüber Russland zuließ.
Verschlüsseltes Telegramm. Streng geheim. 10. Mai 1945
„Die Deutschen wurden mit einem englischen Flugzeug aus Reims nach Berlin gebracht, begleitet von Major F. T. Oppenheimer vom amerikanischen Generalstab. Die deutsche Delegation hielt sich die ganze Zeit von den Alliierten fern und nahm weder an den Empfangszeremonien noch an den Vorverhandlungen teil.
Die Deutschen wurden in den Sitzungssaal gerufen, wo Marschall Schukow ihnen, nachdem er gefragt hatte, ob sie den Text der Erklärung gelesen hätten und bereit wären, diese zu unterzeichnen, vorschlug, sich an den Tisch zu setzen, um das Dokument zu unterzeichnen. Danach wurde die deutsche Delegation aus dem Saal geführt.“
Der Schreiber des sowjetischen Nachrichtendienstes beschreibt in Folge vier „Merkwürdigkeiten“:
Zitat Anfang
Erstens – die Merkwürdigkeit der Besiegten:
„ … Schon das äußere Erscheinungsbild der Delegation zeigte, dass sich die Anwesenden als Vertreter des noch existierenden nazistischen Deutschlands aufspielten: Keitel hob die Hand zum Nazi-Gruß. Er trug an seiner Uniform ein goldenes Nazi-Abzeichen zur Schau, von dem er stolz berichtete, dass es sich um eine persönliche Auszeichnung Hitlers handele. Auch andere Mitglieder der Delegation trugen Orden mit dem Nazi-Hakenkreuz.
Darüber hinaus betonte Keitel seine Treue zu Hitler, indem er erzählte, wie er sich während des Bombenanschlags in Hitlers Raum am 20. Juli des vergangenen Jahres nur einen Meter vom Explosionsort entfernt befand und Anweisungen zur Verhaftung der Verschwörer gab.“
Zweitens – die Merkwürdigkeit des Ansinnens:
„Außerdem erzählte Keitel, dass er, nachdem er sich mit einer der Gruppen nördlich von Berlin durchgeschlagen hatte, genau nach Norden und nicht nach Süden ging, wohin er sich zuvor begeben wollte, nur um alle Maßnahmen zur Rettung Hitlers aus der Umzingelung zu ergreifen und einen Durchbruch des Rings unserer Truppen um Berlin zu organisieren.
Keitel, von Friedenburg und Stumpf legten Vollmachten vor, die von Großadmiral Dönitz als Staatsoberhaupt unterzeichnet waren. Sie erklärten beim Mittagessen, dass Dönitz dies gemäß Hitlers Testament geworden wäre. Der von Dönitz gebildeten Regierung gehören als Außenminister Graf Lutz von Schwerin von Krosigk, der gleichzeitig das Amt des Finanzministers bekleide, Franz Seldte als Minister für Arbeit und Soziales sowie Julius Heinrich Dorpmüller als Minister für Verkehr und Post, an.
Die übrigen Regierungsmitglieder sind bislang unbekannt. Diese sogenannte Regierung befindet sich derzeit in Holstein, in der Nähe der Stadt Flensburg, wo sich auch das deutsche Hauptquartier befand. Eine solche Regierungszusammensetzung stellt zweifellos den Versuch der Deutschen dar, ihr Führungszentrum zu erhalten, zu legalisieren und irgendwie bei den Alliierten durchzusetzen, um die Einheit Deutschlands zu sichern und an der Schaffung der Voraussetzungen einer zweiten Revanche zu arbeiten.
In diesem Zusammenhang ist die Bemerkung Keitels bei seinem Versuch von den Alliierten Unterstützung für die im Entstehen begriffene neue Regierung zu erhalten, interessant, dass er bereits mit Eisenhower darüber gesprochen hätte und die demobilisierten Soldaten der aufgelösten deutschen Armee unverzüglich der Landwirtschaft zugeführt werden müssten, um die Nahrungsmittelversorgung des Staates sicherstellen zu lassen.“
Drittens – die Merkwürdigkeit des Kompliments.
„Außerdem betonte Keitel zweimal, dass während dieses Krieges nur das russische und das deutsche Volk, die ihre Stärke und ihre Belastbarkeit unter Beweis gestellt hätten, große Leiden ertragen mussten, während die Engländer und Amerikaner vom Krieg fast gar nicht betroffen gewesen wären.“
Viertens – Das Merkwürdigkeit der amerikanischen Haltung.
„Als Beispiel für die Haltung der Amerikaner gegenüber den Deutschen verdient folgender Vorfall Beachtung: Um die Deutschen an der Begrüßungszeremonie der Alliierten auf dem Flugplatz fernzuhalten, bat Genosse Serow die Amerikaner, Anweisung zu erteilen, um die Deutschen im Flugzeug zurückzuhalten, bis der Empfang mit der Ehrengarde vorüber sei.
Die Amerikaner baten daraufhin, diese Maßnahme den Deutschen mit Hilfe unserer Offiziere mitteilen zu lassen, zumal sie die Beziehungen zu den Deutschen nicht beeinträchtigen wollten!“
Zitat Ende
Aus besagten historischen Episoden lässt sich ableiten, dass der Drang nach Osten nicht nur deutsches, sondern immer schon ein gesamtatlantisches Anliegen gewesen war und ist. Es bildet die feste Konstante westlicher Absichten, ganz gleich welche Symbolik die Banner der jeweiligen Angreifer tragen: Letztere lassen sich beliebig austauschen, doch der Plan den Osten zu unterwerfen und sich seine Bodenschätze anzueignen – der bleibt konstant, wie die Gegenwart auch sehr eindrücklich zeigt!
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