web analytics
Bild: UME & AI

Viele erinnern sich an den alten Satz aus Asterix und Obelix: „Die spinnen, die Römer.“ Die Gallier beobachteten römische Legionäre, die Dinge taten, die jedem gesunden Menschenverstand widersprachen. Nicht, weil sie dumm waren, sondern weil sie Befehle aus Rom befolgen mussten. Denken war nicht gefragt, Gehorsam schon.

Und wie ist es heute um uns bestellt?

Von MEINRAD MÜLLER | Niemand brüllt uns Befehle entgegen. Niemand marschiert im Gleichschritt. Aber die Richtung ist vorgegeben, nicht mit Kommandogebrüll, sondern mit Druck. Wer nicht mitmacht, gilt als schwierig. Wer Fragen stellt, fällt auf. Also macht man lieber mit, denn sicher ist sicher.

Erschreckend aktuell

Schon vor über 2.400 Jahren beschrieb der griechische Philosoph Sokrates zehn Warnzeichen für den Niedergang einer Gesellschaft. Einfach formuliert, hart in der Sache. Und erschreckend aktuell. Das ist kein neues Phänomen unter der Sonne.

  • Erstens: Wenn die Lauten bestimmen.
    Nicht der mit den besten Argumenten setzt sich durch, sondern der, der am meisten Krach macht. Heute leichter möglich denn je.
  • Zweitens: Wenn sich Arbeit immer weniger lohnt.
    Die einen schuften, die anderen leben davon. Am Ende fragt sich der Fleißige, warum er sich überhaupt noch anstrengt.
  • Drittens: Wenn Trickser bewundert werden.
    Wer sich durchmogelt, gilt als clever. Wer ehrlich bleibt, als naiv.
  • Viertens: Wenn Moral benutzt wird, um andere fertigzumachen.
    Es geht nicht darum, selbst besser zu sein, sondern darum, andere schlecht aussehen zu lassen.
  • Fünftens: Wenn der gute Ruf wichtiger ist als gutes Verhalten.
    Hauptsache korrekt wirken. Was man wirklich tut, interessiert kaum.
  • Sechstens: Wenn Kinder keine Kinder mehr sein dürfen.
    Sie sollen früh mitreden, früh Haltung zeigen und Probleme tragen, die selbst Erwachsene kaum lösen.
  • Siebtens: Wenn mehr Verständnis für Täter da ist als für Opfer.
    Der Schaden wird erklärt, das Leid relativiert. Verantwortung verdunstet.
  • Achtens: Wenn Absurdes als normal verkauft wird.
    Was früher Kopfschütteln auslöste, gilt heute als Fortschritt. Wer zweifelt, stört. [1]
  • Neuntens: Wenn Mitlaufen sicherer ist als Nachdenken.
    Lieber still zustimmen als auffallen. Lieber dazugehören als widersprechen.
  • Zehntens: Wenn Politik zur Selbstbedienung wird.
    Versprochen wird Nähe, gelebt wird Distanz. Zahlen tun immer dieselben.

Getötet, weil er Fragen stellte

Sokrates stellte solche Fragen öffentlich. Zu viele und zu unbequem. Er wurde angeklagt wegen „Verderbnis der Jugend“ und „Religionsfrevel“.

Im Jahr 399 vor Christus wurde er in Athen zum Tod verurteilt. Kein Schwert, kein Galgen. Er musste Schierlingsgift trinken. Er tat es ruhig, erst versagten die Beine, dann die Atmung. Sein Schüler Platon beschreibt diesen Tod als letzte Lektion: klar bleiben, ruhig bleiben, bis zum Schluss. Das konnte er – wie sein Schüler Platoon berichtet – auch, weil er von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele überzeugt war.

Vielleicht ist das der eigentliche Kern dieser Geschichte:

Sokrates wurde nicht getötet, weil er zerstörte. Er wurde getötet, weil er Fragen stellte. Und vielleicht beginnt der Untergang einer Gesellschaft genau dort, wo Fragen nicht mehr erwünscht sind – sondern nur noch Zustimmung. Und die Erneuerung dort, wo der Mensch sich seiner von seinem Schöpfer geschenkten Würde erneut bewusst wird.

***

MEINRAD MÜLLER (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf UNSER MITTELEUROPA gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar.

Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.

Für jede Spende (PayPal oder Banküberweisung) ab € 10.- erhalten Sie als Dankeschön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „KLIMA-HYSTERIE? NEIN DANKE“ portofrei und gratis! Details hier.

 



x

 

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert