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29.7.2026 - Sergey Lawrow im Interview durch TASS Generaldirektor Andrey Kondrashov | Quelle: Russisches Außenministerium

Sergey Lawrow rekapituliert im Interview durch TASS das große Bild gegenwärtiger Globalpolitik mit den unüberbrückbaren ideologischen Gegensätzen zwischen Ost und West als tiefe und letzte Ursache der laufenden Zeitenwende, die nun auf dem Schlachtfeld entschieden wird.

 Die gekürzte Fassung des Interviews von Sergey Lawrow durch TASS

[…]
Frage: Der Westen scheint den Verstand verloren zu haben. Niemand hält sich mehr an die Vereinbarungen, die seit Jahrzehnten Geltung hatten. Sie reißen alles nieder. Das wissen und spüren wir. Welche Alternative können wir der Welt in dieser Situation bieten?

Sergey Lawrow: Zunächst einmal müssen wir unsere legitimen Interessen wahren. Um überhaupt etwas anbieten zu können, müssen wir gewonnen haben. Die Welt wartet mit großem Interesse – manche sogar mit angehaltenem Atem – darauf, wie dieser Krieg, den uns der Westen aufgezwungen hat und auf den Präsident Putin mit dem Beginn der militärischen Sonderoperation reagierte, enden werde. Nicht, dass wir unter skrupellosen Menschen leben würden, aber so ist das Leben. Um Sergey Bodrov [russischer Regisseur] zu paraphrasieren: Jeder möchte wissen, wo die Macht läge!

Sie haben völlig zu Recht gesagt, dass der Westen nicht einmal versucht, seine Handlungen zu verbergen, zu tarnen oder zu verschleiern. Zunächst erklärten sie offen das Ziel, Russland eine „strategische Niederlage“ zufügen zu wollen. Doch als sie die Entwicklungen an der Kontaktlinie – bzw. genauer gesagt an der Front – realisierten, rückten sie von dieser Rhetorik wieder ab.

Inzwischen ist Selenskyj im Donbass und anderen Frontabschnitten am ständigen Zurückweichen und greift aufgrund der Ausweglosigkeit seiner Lage auf offen terroristische Aktivitäten zurück. Nachdem viele seiner Langstreckenwaffen ihre Ziele erreichen, fingen sie damit an, diese Phase als „Wende“ zu propagieren. Sie sagen, es bedürfe des ukrainischen Charakters, um Russland, den vermeintlichen „Aggressor“, der nach der Eroberung der Ukraine in Europa einmarschieren werde, besiegen zu können. Darüber hat man die Parole zur „strategischen Niederlage Russlands“ neu belebt. Sie sprechen auch von der „Dekolonisierung“ Russlands, was de facto einer Zerschlagung unseres Landes gleichkäme. Wir beobachten das Wiederaufleben jener Hoffnungen, die der Westen während des Zusammenbruchs der Sowjetunion hegte, als sich im russischen Fernen Osten und im Ural – ganz zu schweigen vom Kaukasus – separatistische Bewegungen formierten. Sie hegten die Hoffnung, wonach das Land auseinanderfallen würde und man sich an den Bruchstücken „Stück für Stück“ bedienen würde können. Nach meiner Einschätzung …

… stellte man bereits Überlegungen an, wer was erhalten sollte!

Frage: Wir waren nur noch wenige Schritt davon entfernt: Die sogenannte „Ural-Republik“ gab sogar schon den „Ural-Franken“ heraus…

[Anmerkung der Redaktion: Eine Gruppe um den Politiker und Unternehmer Anton Bakov betrieb 1991 derartige Abspaltungsversuche, die jedoch scheiterten.]

Sergey Lawrow: Ja, alles stand auf der Kippe!
Doch Boris Jelzin brachte den Mut auf, die Macht vorzeitig an den einzigen Mann, der Russland zu jener Zeit noch retten konnte, abzugeben. Es sollte eine historische Wende werden, die zeigte, dass Russland unter der besonderen Obhut Gottes steht:

Wenn es ganz besonders schwer kommt, hilft uns eine höhere Macht!

Gerade jetzt ist wieder von einer „strategischen Niederlage“ die Rede und man unterstützt aktiv russische Auswanderer, die in Europa verschiedene antirussische Vereinigungen organisieren, um Mittel für ihren „Untergrundkampf“ zur Spaltung Russlands zu lukrieren. Daraus macht man keinen Hehl! Unsere großen TV-Sender berichten über alles, was der Westen diesbezüglich vorhat. Man sollte diese Informationen verfolgen, um zu verstehen, wie ernst die Lage ist. Präsident Putin weist offen darauf hin:

Die gesamte „zivilisierte Welt“, wie sie sich selbst nennt, ist gegen uns angetreten!

[Anmerkung der Redaktion: Insgesamt verstecken sich 56 Länder hinter der Ukraine im Kampf gegen Russland um deren humanen und natürlichen Ressourcen.]

Frage: Bis 2007 und Putins [legendärer] Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz, haben sie uns geliebt und gleichsam versucht uns durch Umarmungen zu erdrücken:

Zumindest scheinen die Dinge jetzt ehrlicher zu liegen!

Sergey Lawrow: Sie dachten, wir wären bereits in ihrer Tasche!

Nachdem Präsident Wladimir Putin an die Macht gekommen war, zeigte er sich völlig offen für eine gleichberechtigte strategische Partnerschaft mit dem Westen. Doch inzwischen führen unsere vormaligen Verbündeten – genauer gesagt die Angelsachsen – mit unterschiedlicher Heftigkeit über die Ukraine Krieg gegen uns: London tritt dabei stärker und Washington etwas weniger stark auf. Sie versorgen die Ukraine mit modernsten Waffen und kündigen an, dass sie neue, noch tödlichere Hightech-Raketenabwehrsysteme speziell für Kiew produzieren wollen. So etwas hat es noch nie gegeben!

Zu der Zeit, bevor es zu unserer militärischen Sonderoperation kam, war unsere Gesellschaft ruhig, zufrieden bzw. im Großen und Ganzen mit ihrem Leben zufrieden. Es war genau jener Umstand, der dem Westen nicht ins Konzept passte: Denn man wollte keine ruhige Gesellschaft, weil man sie gegen die Behörden aufwiegeln wollte und dazu entsprechende Provokationen plante. Der Westen kann nicht fair konkurrieren bzw. fürchtet einen echten Wettbewerb. Das erklärt die Sanktionen: Das soll ihnen helfen ihre Positionen zu wahren, …

 … die nach fünf Jahrhunderten westlicher [kolonialer] Hegemonie ihnen unwiederbringlich zu entgleiten drohen!

Lassen Sie mich noch einmal auf den Zustand unserer Gesellschaft zurückkommen. Das ist für mich als Bürger und als Außenminister wichtig, welcher die Außenpolitik des russischen Präsidenten – eine Politik, um die Stimmung der Bevölkerung abzubilden – widerspiegeln zu hat. Natürlich will der Westen hier Unruhen schüren. Präsident Putin hat das erst kürzlich angesprochen.

An der Front machen wir täglich Fortschritte – nicht so schnell, wie wir es gerne hätten, aber unter Schonung von Menschenleben [unserer Soldaten]. Unterdessen versucht jedoch die Gegenseite, ihre Rückschläge auf dem Schlachtfeld durch Terroranschläge zu kompensieren, mit dem Ziel, das friedliche Alltagsleben der Menschen zu untergraben.

Drohnenangriffe werden bereits in Moskau und St. Petersburg zur greifbaren Realität und die Bevölkerung in den Grenzregionen erleben die ganze Schwere der Lage vor Ort. Ehrlich gesagt bin ich sehr stolz darauf, dass die Bevölkerung dies richtig aufzufassen versteht, so wie es die Geschichte und diejenigen, die den Nationalsozialismus besiegt haben, vorgelebt haben. Umso mehr, als wir nun gegen die direkten Anhänger und Nachfahren eben dieser Nationalsozialisten in derselben Besetzung wieder zu kämpfen haben. Dazu erklärt der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ganz offen, dass sie wieder die Vorherrschaft in Europa anstrebten:

Wer so unverblümt auftritt, hat sich vorzusehen!

Frage: Sie erklärten, bevor wir der Welt eine alternative internationale Ordnung anbieten können, hätten wir unsere nationalen Interessen zu wahren und auch zu gewinnen. Worin bestehen unsere nationalen Interessen auf der internationalen Bühne?

Sergey Lawrow: Es geht darum, dass wir einen unabhängigen Staat und eine eigenständige Zivilisation repräsentieren. Unsere Grenzen haben zuverlässig gesichert zu sein:

Niemand sollte nur im Traum daran denken, uns Vorträge zu halten, wie wir unser Leben in Russland zu gestalten hätten!

Alle Völker der Russischen Föderation sollten die durch die Verfassung garantierten Rechte immerwährend genießen:

  • auf Bildung!
  • auf die Bewahrung ihrer Kultur und Traditionen!
  • auf Ausübung ihrer religiösen Überzeugungen!

Unter diesen Voraussetzungen wird Russland sein Interesse zeigen, auf Augenhöhe mit den anderen aufstrebenden Machtzentren – nämlich mit China und Indien – zusammenzuarbeiten. Diese großen Akteure werden natürlich an unserer Seite stehen, um für Gerechtigkeit einzutreten, in der Hoffnung, dass der Westen – und insbesondere Europa – eines Tages zur Vernunft kommen und bereit sein könnten, sich auf gleichberechtigter und ehrlicher Basis in neue Beziehungssysteme einzubringen:

Europa zeigt sich noch nicht und auch die Vereinigten Staaten zeigen sich absolut nicht bereit dazu!

Während sich unser diesbezügliches Abwarten noch hinzieht, bauen neue Machtzentren ihre eigenen Netzwerkstrukturen auf. Eine davon ist die BRICS-Gruppe, welche die führenden Volkswirtschaften der globalen Mehrheit zusammenschließt und Fragen ganz anders als NATO löst, bei der Amerika das Kommando führt und alle anderen unterwürfig versuchen, es dem Hegemonen recht zu machen. Das entspricht auch ganz sicherlich nicht der Europäischen Union, bei der die Brüsseler Bürokratie die Rechte der nationalen Regierungen an sich gerissen hat.

Niemand, weder von BRICS, SCO, EAEU, GUS oder CSTO kann auch nur ein einziges Beispiel benennen, wonach Russland oder China – wenn wir uns auf die SCO und BRICS beziehen – oder irgendjemand anderer auf einseitigen Forderungen bestanden hätte: Es handelt sich stets um offene, von gegenseitigem Respekt geprägte Verhandlungen, die stets auf Kompromisse abzielen.

Frage: 35.000 Sanktionen [durch den Westen]: Das ist stellt wohl einen Rekord in der Geschichte der Menschheit bzw. seit es Staaten gibt, dar. Wie haben wir das durchstehen können – was waren die Faktoren, die uns das ermöglicht haben?

Sergey Lawrow: Natürlich vor allem unsere Vorfahren, die ein solches Land geschaffen haben. Wir verfügen über ein Land reich an Ressourcen und sind das größte Land der Welt mit Zugang zu Meeren und Ozeanen, was uns ermöglicht, den Handel auszubauen und Sicherheit zu gewährleisten – auch dank unserer Marine. Natürlich hat die Industrialisierung ihren Teil dazu beigetragen. Diese hatte bereits zu Zeiten des Russischen Reiches eingesetzt. Darüber wurde in letzter Zeit viel gesprochen. Der Bau der Eisenbahnstrecken, die das gesamte Land verbinden, begann zu jener Zeit. Ebenso wie die Gründung unserer Eisen- und Stahlindustrie. Auch die Industrialisierung während der Sowjetzeit spielte eine große Rolle, als das Land in nur einem Jahrzehnt – das heißt in einem extrem kurzen Zeitraum über rund 15 Jahre vor dem Großen Vaterländischen Krieg. – kolossale Fortschritte erzielte: Das hat in vielerlei Hinsicht dazu beigetragen, eine Katastrophe [im 2. Weltkrieg] abzuwenden!

Was uns als Nation jedoch wirklich auszeichnet, ist etwas, das der Westen nicht hat:

 In unserer Zivilisation ist es der Respekt vor denen, welche das geschaffen, die Städte erbaut und die Feinde besiegt haben!

Unsere Geschichte kennt die Zeiten von Alexander M. Gortschakow (1798 – 1883; russischer Diplomat, Außenminister und Kanzler) der, nachdem wir im Krimkrieg besiegt worden waren – es gibt keinen Grund, näher auf die Ursachen unserer Niederlage in diesem Krieg einzugehen – sagte: „Russland trägt keinen Zorn. Russland sammelt seine Kräfte!“ Auch heute ist kein Platz für Zorn. Zornig zu sein oder die Nerven zu verlieren, wäre äußerst schädlich. Wir müssen uns konzentrieren. Nur ein gesunder Zorn, doch kein Jähzorn, wäre angebracht.

Eine gesunde Wut könnte uns helfen, schneller voran und hin zu einem technologischen Durchbruch zu kommen, was man in letzter Zeit oft hören konnte. Gesunde Wut kann das Engagement beflügeln. Man kann auch wütend auf sich selbst sein, falls man etwas schneller erreichen wollte. Das gleiche Gefühl positiver Wut brauchen wir auch an der Außenfront, doch nicht, um in eine Hysterie zu verfallen. Es gilt innerlich zum Schluss zu kommen, etwas überprüfen zu wollen. Das Vertrauen kann später folgen. Zuerst hat man zu überprüfen und seiner Linie treu zu bleiben.

Unsere türkischen Nachbarn haben erklärt, dass sie bereit seien, der Ukraine erneut zu helfen. Gleichzeitig unterzeichnen sie NATO-Dokumente, in denen festgehalten wird, dass die territoriale Integrität des Kiewer Regimes wiederhergestellt werden müsse. Es gibt noch andere Vorschläge: Die gegenwärtige US-Administration erklärte erneut, dass sie uns wieder helfen werde, sobald sie die Angelegenheit mit dem Iran geklärt hätte.

Doch wir haben eine Armee und Flotte, sowie auch Luft- und Raumfahrtstreitkräfte – die es schon seit geraumer Zeit gibt – samt Drohnenstreitkräften und wir haben auch Menschen. Wenn sie uns etwa sagen wie, „Lasst uns darüber reden und es so bleiben, wie es ist, um die Kontaktlinie einzufrieren und erst danach zu überlegen, wie man einen Kompromiss finden könnte“, dann verspüren wir vor allem unsere historische Kontinuität und Identität mit unserem nationalen und multiethnischen Stolz.

Der Westen teilt uns nun mit, dass er sich Zeit nehmen wolle, um darüber nachzudenken, wann die Gespräche mit uns wieder aufgenommen werden sollen: Doch das wären Gespräche mit Europa, Amerika, Selenskyj und Präsident Putin am selben Tisch. Nach ihrer Meinung sollte erst ein Waffenstillstand bzw. eine Kampfeinstellung erfolgen. Danach würde der Westen eine multilaterale Truppe unter der Führung von Frankreich und Großbritannien entsenden und erst danach wäre man bereit, sich mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen. Was bedeutet das?

 Das würde einem Ultimatum gleichkommen!

Falls wir entlang der Kontaktlinie den Kampf einfrieren, würde das Nazi-Regime bestehen bleiben. Sie würden keine Gebiete anerkennen, in denen Referenden abgehalten wurden. Aber unser Volk ist in einer Weise einzigartig, wie Wladimir W. Majakowski [1893 – 1930, sowjetischer Dichter und führender Vertreter des russischen Futurismus] es einst in seinem Gedicht „Broadway“ beschrieb: „Die Sowjets tragen einen besonderen Stolz in sich.“ Nicht, weil dieser Stolz erst bei den Sowjets aufkam, sondern weil die Russen ihn schon immer in sich tragen:

Dieser Stolz bleibt weiter bestehen!

[…]
Frage: Haben Sie jemals eine Situation erlebt, die sich nur als Wunder und durch nichts anderes als Gott erklären ließ?

Sergey Lawrow: Das ist wohl vorgekommen. Doch an manche Geschichten möchte ich mich lieber nicht erinnern. Aber es ist tatsächlich passiert:

Wir waren auf einer Kanutour auf dem Katun [Quellfluss des Ob]. An einer bestimmten Stelle stiegen wir aus den Booten, besorgten uns Pferde und ritten damit in die Berge. Ich reite schon seit meiner Studienzeit und hatte darin etwas an Übung, was bei den anderen nicht gerade der Fall war. Plötzlich, als wir vom Berg zurückritten, brachen die Pferde in einen Galopp aus. Es wurde extrem eng zwischen einem Berg auf der einen und einem tiefen Abgrund auf der anderen Seite. Einer meiner Freunde verlor die Kontrolle über sein Pferd. Es bestand die Gefahr, mich vom Pferd zu reißen. Dass ich dem entgehen konnte, kam einem wahren Wunder gleich.

Was politische Umwälzungen angeht, möchte ich den Putsch [Anmerkung der Redaktion: In der UdSSR Anfang der 90er Jahre] anführen. Ich komme wieder auf das zurück, mit dem wir begonnen haben. Damals lautete die Denkweise: „Nun, Russland ist eine zahnlose, gehorsame Nation und hat alles tun, was wir [der Westen] ihr befehlen.“ Doch dann stellte sich heraus, dass Russland nicht gehorsam war und dass es seinen eigenen Stolz hatte: Das geschah sogar noch vor der [legendären Putin Rede] an der Münchner Sicherheitskonferenz von 2007, an die Sie erinnert hatten, als Wladimir Putin eine sehr klare Erklärung abgab, indem er seine Sicht der Dinge auf sehr aufrichtige und ehrliche Weise im Kontext einer von Heuchelei geprägten Politik darlegte. Es gab schon zuvor andere Situationen, aber wir hofften dennoch, dass der Westen zur Vernunft kommen würde und dass es sich lediglich um vorübergehende Reflexe, die nur zu unterdrücken wären, handelte.

Nehmen wir das Beispiel des Baltikums. Als ich 2004 gerade mein Ministeramt antrat, begannen sie, das Baltikum in die nächste Erweiterungswelle der NATO hineinzuziehen. Der russische Präsident Wladimir W. Putin fragte sie: „Warum tun sie das, wir hatten uns doch geeinigt?“ Man antwortete uns, dass man die Balten – so hieß es – doch zu verstehen hätte: Aus der Zeit ihrer Zugehörigkeit zur Sowjetunion sei bei ihnen das Gefühl entstanden, sie seien besetzt und unterworfen gewesen und diese Angst bestehe bei ihnen nach wie vor; wenn man sie jedoch in die NATO und Europäische Union aufnehmen würde, würden sie sich wieder beruhigen.

Und haben sie sich beruhigt? Sie wurden jetzt zu den wichtigsten „Heißläufern“, die man auf uns hetzt, wohl wissend, wie „hitzig“ diese estnischen Hitzköpfe sind. Litauen und Lettland haben inzwischen erklärt, dass sie das Verbot zur Stationierung von Atomwaffen auf ihrem Territorium aufheben lassen wollen.

Das bedeutet, dass wir uns nur auf uns selbst verlassen können, so wie es unser Präsident schon wiederholt erklärte. Was heute geschieht, hat verheerende Folgen. Aber lassen Sie mich noch einmal betonen: Wir vollenden das Werk, das unsere Großväter und deren Väter begonnen haben, die den Nationalsozialismus vernichtet haben.

Wir müssen uns nur auf uns selbst verlassen, wie unser Präsident wiederholt betont hatte. Was derzeit geschieht, hat schwerwiegende Folgen. Aber ich möchte noch einmal sagen: Wir vollenden das Werk unserer Großväter und Urgroßväter, die den Nationalsozialismus vernichtet haben, …

… während unsere ehemaligen Verbündeten diesen Nazismus nicht untergehen ließen, sondern wiederbelebt haben!

[Anmerkung der Redaktion: Grund dafür ist, dass der atlantische Kolonialismus & Imperialismus erschreckend hohe Deckungsmengen und Parallelen – vor allem in der Behandlung aller „Nicht-Dazugehörigen“ – mit der Ideologie des Nazismus ausweist. Es ist klar, dass diese „Peinlichkeit“ der erschreckenden Parallelität zu den bestgehüteten Geheimnissen der westlichen Kartellpresse zählt. In der Nachkriegspraxis wurden lediglich die äußeren Symbole – wenn man einmal von der Ukraine absieht – ausgetauscht, doch der nazistische Kern durfte voll und ganz bestehen bleiben, weil dieser auch dem des atlantischen Dienstherren voll und ganz zu eigen ist.]

Bekannt ist das Schicksal der Wehrmachtsgeneräle, die im Westen sowohl ein Zuhause als auch Zuflucht fanden. Inzwischen – niemand hätte jemals daran gedacht, dass dies eintreten würde – erlebt der Nationalsozialismus bereits ganz offen seine Renaissance. Niemand macht daraus auch nur einen Hehl. Deshalb haben wir keine andere Wahl, zumal wir unsere russische Zivilisation bewahren wollen.

Frage: Eine abschließende Frage: Was verstehen Sie unter den Begriffen „Heimat“, „Russland“ und „Leben“? Was ist für Sie das Wichtigste?

Sergey Lawrow: Russland ist das Leben, und das Leben ist Russland!

***

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA



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Von Redaktion

Ein Kommentar zu „Sergey Lawrow: “Die gesamte zivilisierte Welt ist gegen uns angetreten!”“
  1. „Der Westen scheint den Verstand verloren zu haben. Niemand hält sich mehr an die Vereinbarungen, die seit Jahrzehnten Geltung hatten. Sie reißen alles nieder. Das wissen und spüren wir.“ – Das wissen und spüren m. A. n. auch alle BörgerInnen des Westens mit gesundem Menschenverstand und mit gesundem Geist und gesunder Seele.
    Meiner Ansicht nach.

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