Im zweiten Teil der Pressekonferenz macht der russische Präsident klar, dass Russland und China angesichts westlicher Kriegspolitik die letzten, verbleibenden, doch stärksten Anker für globale Stabilität darstellten.
Präsident Waldimir Putin beantwortet die Fragen von Medienvertretern im Kreml – Teil 2
Pavel Zarubin: Guten Abend! Pavel Zarubin vom Fernsehsender „Russland“.
Die Ereignisse rund um den Iran wurden natürlich zum wichtigsten globalen Thema der letzten zweieinhalb Monate. Wie könnte sich die Lage im Nahen Osten und am Persischen Golf Ihrer Meinung nach weiterentwickeln? Glauben Sie, dass echte Aussichten auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran bestehen?
Ich kann nicht umhin, noch folgende Frage zu stellen: Sie erwähnten kürzlich im Zusammenhang mit dem Kiewer Regime, dass terroristische Bedrohungen zunehmen würden. Wir erleben inzwischen, dass solche Anschläge sogar in Städten stattfinden, die sehr weit von der Grenze entfernt liegen, wie z.B. in Jekaterinburg, Perm oder die jüngsten Ereignisse in Tscheboksary. Schließlich räumt der Westen selbst ein, wonach das Kiewer Regime ohne dessen Unterstützung nur wenige Tage überlebensfähig gewesen wäre. Hat der Westen damit die rote Linie überschritten? Vielen Dank!
Wladimir Putin: Wer ist „der Westen“? Ich glaube es ist …
… die sogenannte Fraktion der Globalisten westlicher Eliten!
Diese ist es, welche über die Ukrainer Krieg gegen uns führen lässt. Man [dieser Klan] hat sich in dieser Hinsicht gut aufgestellt und diesen Konflikt vom Zaun brechen lassen. Ich habe bereits dargestellt, wie es begann. Ich habe mir den Anlassfall dazu nicht ausgedacht. So seltsam es auch klingen mag, es ging nur darum, ob die Ukraine der EU beitreten würde oder nicht. Um Himmels willen, man hätte sie ruhig beitreten lassen sollen, doch es steigerte sich zum bewaffneten Konflikt. Weil sich niemand um die Interessen Russlands nur um einen Deut scherte.
Mehr noch – in ihrem Eifer, die Ukraine zur Erreichung ihrer geopolitischen Ziele zu instrumentalisieren – haben gewisse Figuren im Westen alle getäuscht und sprechen jetzt sogar offen darüber. Schon in den frühen 1990er Jahren ging es los, um uns in Bezug auf die NATO-Osterweiterung zu täuschen: Man versprach, dass die NATO keinen einzigen Schritt Richtung Osten machen werde. Doch, was geschah danach?
All das zusammen hat die aktuelle Situation heraufbeschworen. So führt man nun Krieg gegen uns, doch ich wiederhole: Jedem ist klar, dass man dies durch die Hände der Ukrainer zur Ausführung bringt!
Erst kürzlich besprachen wir unter Kollegen, wie sich das alles entwickelt hat. Letzten Endes hatten wir 2022 mit den Ukrainern in Istanbul schon eine Einigung erzielt und das Abkommen bereits paraphieren lassen. Dann rief mich ein Kollege an und ich möchte es nicht verheimlichen: Es war Herr Macron, der meinte, dass die Ukraine solch historische Dokumente angesichts der auf sie gerichteten [russischen] Waffen nicht unterzeichnen könne. Das waren seine genauen Worte – wir besitzen eine Aufzeichnung davon. Ich fragte, was zu tun wäre und erhielt zur Antwort, dass unsere Truppen rund um Kiew abziehen sollten:
So zogen wir unsere Truppen [von Kiew] ab!
Unmittelbar danach erschien ein weiterer Vertreter aus der [westlichen] Entertainment-Truppe – der damalige britische Premierminister. Dieser sagte [zur ukrainischen Verhandler-Seite]: Man dürfe dieses Abkommen nicht unterzeichnen, weil es „unfair“ wäre!
Doch wer entscheidet das? Nachdem der Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams die Dokumente schon paraphiert hatte, was sollte daran unfair gewesen sein? Wer hätte das zu beurteilen? Doch das war es schon – einfach „brillant“: Sie versprachen Hilfe und heizten die Konfrontation, die bis heute gegen Russland anhielt, an. Ich denke, diese Problematik neigt sich ihrem Ende entgegen, doch es bleibt immer noch eine sehr ernste Sache. Zugleich stellt sich die Frage nach dem Warum:
In erster Linie hat man eine vernichtende Niederlage Russlands erwartet!
Wir wissen das ganz genau: Man erwartete den Zusammenbruch des [russischen] Staates innerhalb weniger Monate. Doch das trat nicht ein! So hat man sich in diese Sackgasse manövriert und ist darin stecken geblieben – das ist das Problem, obwohl es dort [im Westen] sicherlich auch intelligente Leute gibt. Solche, die zweifellos das Wesen der sich entfaltenden Ereignisse verstehen können. Ich hoffe, dass jene politischen Kräfte allmählich wieder an die Macht zurückkehren oder mit Unterstützung der überwiegenden Mehrheit der europäischen Länder die Macht wieder selbst in die Hände bekämen.
Was den Iran und die USA angeht, so es handelt sich um einen sehr ernsten und komplexen Konflikt. Das bringt uns in eine schwierige Lage, nachdem wir gute Beziehungen zum Iran und ohne Übertreibung auch freundschaftliche Beziehungen zu den Golfstaaten haben. Weiterhin stehen wir mit beiden Seiten im Kontakt und hoffen, dass dieser Konflikt so schnell wie möglich beendet werde.
Meiner Ansicht zeigt inzwischen keine der Parteien ein Interesse, diese Konfrontation fortzusetzen. Natürlich verstehen wir, dass die Vereinbarungen die Interessen aller Völker und Staaten der Region abzubilden hätten. Dafür gäbe es mehrere Optionen: Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht ins Detail gehen. Wir haben Vorstellungen davon, wie Lösungen aussehen könnten, die im Großen und Ganzen umsetzbar wären. Umgekehrt gilt:
Falls die Situation wieder eskalierte und die Konfrontation zunähme, würden alle verlieren!
Rossina Bodrova: Frohe Feiertage vom Fernsehsender „Zvezda“!
Wladimir Wladimirowitsch, wir wissen, dass es eine „Koalition der Willigen“ gibt, um Kiew und Ukraine zu helfen, aber in letzter Zeit hat sich auch eine „Koalition der Willigen“ zur Aufnahme von Kontakten mit Russland formiert oder wurde zu neuem Leben erweckt. Der Präsident des Europäischen Rates hat dies erst gestern angedeutet und erklärt, dass sie nach einem idealen Kandidaten suchten – einer perfekten Person, welche sie alle vertreten könnte.
Meine Frage: Wen würden Sie als Kandidaten für solche Verhandlungen bevorzugen und glauben Sie, dass es in Westeuropa noch vernünftige Politiker gäbe, mit denen ein Dialog aufgenommen werden könnte?
Wladimir Putin: Persönlich würde ich den vormaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder, bevorzugen. Ansonsten können die Europäer den Verhandlungs-Führer wählen, dem sie vertrauen und der nicht mit allen möglichen Ekelhaftigkeiten vormals gegen uns aufgefallen war. Niemals haben wir uns gegenüber Verhandlungen verschlossen gezeigt:
Nicht wir haben diese abgelehnt, sondern die andere Seite!
Anna Kurbatova: Hallo, Wladimir Wladimirowitsch – Anna Kurbatova vom Channel One. Es geht um eine schwierige Frage, die man stellen muss, wenn ich das so sagen darf?
Wladimir Putin: Muss das an diesem Feiertag heute sein?
Anna Kurbatova: Der Luftraum über den baltischen Staaten ist inzwischen de facto zu einem Korridor für ukrainische Drohnen geworden. Die Flugkörper, mit denen sie uns angreifen, werden von Fabriken, verstreut über die gesamte Europäische Union zusammengebaut. Das Verteidigungsministerium hat dazu eine Liste veröffentlicht – mit genauen Adressen und anderen Details. Wie gedenken wir diese Informationen zu verwerten?
Folgendes Thema wurde zum Teil bereits angesprochen, aber lassen Sie mich das klarstellen, falls Sie gestatten: Wir erweiterten die Sicherheitszonen in unseren Grenzregionen, aber sehen auch, dass Drohnen der ukrainischen Streitkräfte bereits tief in unserem Hinterland angreifen – dazu gehören Perm, die Region Leningrad und Tuapse. Bedeutet dies, dass wir die Sicherheitszonen noch weiter auszudehnen hätten, doch in welchem Umfang? Vielleicht bis zur westlichsten Grenze der Ukraine, wo…
Wladimir Putin: Damit haben Sie diese Frage schon selbst beantwortet. Wir werden sicherstellen, dass uns niemand bedroht. Das ist alles, doch gibt vor, woran wir uns orientieren!
Wir sind uns bewusst, dass Technologien sowie Montagearbeiten [der Drohnen] zum Teil von Europa aus den Ukrainern zur Verfügung gestellt werden. Sie [die EU Staaten] spielen ein Spiel am Rande des Abgrunds, aber nach dem zu urteilen, was eben gesagt wurde, sucht man bereits den Kontakt zu uns, weil man erkannt hat, dass dieses Spiel eine Gratwanderung am Rande des Abgrunds sei.
Die nächste Frage, bitte?
Hassan Nassr: Vielen Dank – Hassan Nassr von Russia Today!
Herr Präsident, ich möchte noch einmal auf die Lage am Persischen Golf zurückkommen. Eine der schärferen Bedingungen, auf denen die Vereinigten Staaten von Amerika zu bestehen scheinen, betrifft die Beseitigung von hochangereichertem Uran.
Russland hat vormals seine eigenen Dienste zur Beseitigung angeboten, aber die Vereinigten Staaten lehnten das ab. Die Iraner selbst wollen das Material auch auf ihrem eigenen Territorium behalten. Welchen Ausweg aus diesem Impasse sehen Sie?
Wladimir Putin: Ich möchte Ihnen dazu meine Geheimnisse verraten, die das jedoch nur scheinbar sind. Wir haben das nicht nur angeboten:
Wir haben dies tatsächlich schon einmal gemacht und zwar im Jahr 2015!
Der Iran vertraute uns vollkommen und hatte gute Gründe dazu:
- erstens haben wir noch nie gegen Vereinbarungen verstoßen;
- zweitens setzen wir die friedlichen Nuklearprogramme im Iran gemeinsam fort!
Wir haben [das Atomkraftwerk] Bushehr bereits gebaut, welches sich im Betrieb befindet und bauen es weiter aus: Darüber setzen wir unsere Arbeit fort, wobei unsere Zusammenarbeit im Bereich der friedlichen Nutzungen nicht aktuellen politischen Einschränkungen unterliegt. Das [die Übernahme des angereicherten Urans aus dem Iran] haben wir schon im Jahr 2015 realisiert. Es bildete damals die Grundlage zum Abschluss des Abkommens zwischen dem Iran und allen anderen Parteien.
[Anmerkung der Redaktion: Die Rede ist vom JCOPA – dem Iran-Atomabkommen, welches von der UN verabschiedet wurde, doch atlantische Kriegstreiber-Klans nur wenig später einseitig aufkündigen ließen, um einen Aufhänger für ihren nächsten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran zu schaffen.]
Mit anderen Worten, es [die Übernahme des angereicherten Urans aus dem Iran durch Russland] spielte eine sehr positive Rolle [beim JCOPA]. Diese Erfahrung haben wir bereits. Ich sagte eben, dass wir bereit wären, diese Erfahrung einmal mehr praktisch anzubieten.
Anfangs – das ist sozusagen das „Geheimnis“ – waren sich noch alle [beim Abschluss des JCOPA] einig:
- Vertreter der Vereinigten Staaten waren einverstanden,
- der Iran war einverstanden,
- Israel war einverstanden!
Doch später verhärtete sich die Position der USA. Diese forderten, dass das Material ausschließlich auf US-Territorium zu verbringen wäre. Danach verhärtete sich wiederum die Position des Iran. Mir wurde gesagt, dass Herr Ali Larijani [mit einem Vorschlag] erschienen sei. Doch er ist leider verstorben – das ist sehr bedauerlich, denn er war ein Mann, mit dem man einen konstruktiven Dialog führen konnte; er verstand zuzuhören: Er nahm auf, was gesagt wurde und ging auf alles ein. Ali Larijani erschien und sagte:
„Wir haben unsere Position ebenfalls geändert. Wir sind inzwischen nicht mehr bereit, das angereicherte Uran irgendwohin fortbringen zu lassen. Wir schlagen Russland ein neues Kooperationsformat durch Gründung eines Joint Ventures vor, allerdings auf iranischem Territorium, um das Uran nachfolgend gemeinsam zu entschärfen.“
Ich stimmte dem zu, um die Situation zu entspannen, doch war mir bewusst, dass weder USA noch Israel darauf eingehen würden. Genau das ist geschehen und offen gesagt war die Situation damit in eine Sackgasse geraten.
[Anmerkung der Redaktion zu Ali Ardashir Larijani (3. Juni 1958 – 17. März 2026): Larijani war iranischer Spitzenpolitiker, Offizier und Philosoph, der von 2025 bis zu seiner Ermordung durch USA/Israel im Jahr 2026 als Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats fungierte. Zuvor hatte er dieses Amt bereits von 2005 bis 2007 innegehabt. Von Ende Dezember 2025 bis zu seiner Ermordung durch das Angreifer-Regime galt er weithin als einer der mächtigsten Offiziellen der iranischen Regierung.
Ali Larijani, war neben seiner Tätigkeit als Politiker Experte und Spezialist für westliche Philosophie und verfasste mehrere Bücher über Immanuel Kant. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentrierte sich auf die Kant’sche Philosophie, ausgehend von seiner Doktorarbeit zu diesem Thema, wobei sich seine Veröffentlichungen häufig auf mathematische Methoden und Erkenntnistheorieen im Kant’schen Denken bezogen. Er verfasste drei eigenständige Hauptwerke in Farsi, die sich auf Kant bezogen:
-
- Die mathematische Methode in Kants Philosophie
- Metaphysik und die exakten Wissenschaften in Kants Philosophie
- Intuition und die synthetischen a-priori-Urteile in Kants Philosophie
Er promovierte in westlicher Philosophie an der Universität Teheran und war dort als Dozent tätig. Seine wissenschaftlichen Schriften zielten darauf ab, sich mit Kants Kritik der Vernunft auseinanderzusetzen und philosophische Rahmenkonzepte anzuwenden, wobei er diese häufig nutzte, um Themen des Rationalismus und der wissenschaftlichen Methode zu erörtern.]
Unsere Vorschläge, die ich für gut halte, liegen auf dem Tisch: Falls alle dem zustimmen würden, könnte der Iran vollkommen sicher sein, dass diese Materialien sich in einem befreundeten Land, das mit dem Iran im Bereich der friedlichen Kernenergie weiterhin kooperierte, befänden.
Was andere [militärische] Nuklearprogramme anginge, so verfolgt der Iran keinerlei Ambitionen, derartige Waffenprogramme zu realisieren:
Dazu gibt es eine Fatwa [islamisches Rechtsgutachten], die vom vormaligen Obersten Führer des Irans erlassen worden war!
[Anmerkung der Redaktion: Ali Chamenei, war am 28.2.2026 vom US/Israel Angreifer-Regime ebenfalls ermordet worden!]
Wir haben wiederholt entsprechende Erklärungen gehört und tatsächlich hat die IAEO [Internationale Atomenergie-Organisation] nie erklärt, dass Beweise vorlägen, wonach der Iran nach Atomwaffen strebe. Alle anderen Teilnehmer an diesem Prozess würden meiner Ansicht nach ebenfalls [an einer solchen Lösung] interessiert sein. Mir scheint, dass ihnen dies aus folgenden Gründen entgegenkäme:
- Erstens würde jeder sehen, was und wie viel des Materials vorhanden wäre und wo es sich befände.
- Zweitens würde all dies unter der Kontrolle der IAEO stehen.
- Drittens würde auch die Arbeit zur Entschärfung dieses Urans unter der Kontrolle der IAEO liegen, was transparent und sicher wäre!
Zugleich verlangen wir keine Gegenleistung. Es geht nicht darum, dass wir uns ggfs. nur produzieren wollten, um zu zeigen, dass ohne uns nichts liefe. Vielmehr wollen wir jedoch einfach nur alles Mögliche unsererseits anbieten, um die Situation zu entschärfen, falls es allen entgegenkäme.
Falls nicht – dann wäre es so. Doch wir wollen jede Möglichkeit und Entscheidung unterstützen, welche den Stillstand in dieser Frage durchbrechen und den Weg für eine friedliche Lösung ebnen könnte. Mir scheint, dass es auch hier Nuancen gäbe – worauf ich jetzt jedoch nicht eingehen möchte – doch Kompromisse sollten möglich bleiben.
Ljudmila Aleksandrova: Ljudmila Aleksandrova von Zeitung „Moskowskij Komsomolets“.
Es ist bekannt, dass derzeit aktive Vorbereitungen für Ihren Besuch in China laufen und auch ein Treffen zwischen Trump und Xi Jinping bevorsteht. Bitte sagen Sie uns, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden diplomatischen Treffen gäbe? Könnten Sie uns noch, falls es Ihnen nichts ausmacht, mitteilen, welche Schlüsselthemen Sie mit Xi Jinping besprechen möchten?
Wladimir Putin: Das ist kein Geheimnis:
- Erstens stellt, wie wir stets sagen, die Zusammenarbeit zwischen Russland und China heute den wichtigsten Faktor zur Stabilisierung der internationalen Lage dar. Schließlich gibt es fast keine Verträge mehr, welche die Bereiche Sicherheit, Abrüstung und nukleare Rüstungskontrolle regeln. Die Zusammenarbeit zwischen Staaten wie China und Russland ist zweifellos ein Faktor zur Eindämmung und Stabilität. Das ist der erste Punkt.
- Zweitens ist China unser größter Handels- und Wirtschaftspartner. Über 140 Milliarden Dollar sind ein beträchtliches Handelsvolumen, welches weiterwächst. Das ist der zweite Punkt.
- Drittens ist der Handel diversifiziert. Diese Diversifizierung wird von Hightech-Sektoren, die sehr wichtig sind, vorangetrieben. Ich möchte der Führung der Volksrepublik China dafür danken, dass mein Freund – ich sage dies mit voller Berechtigung – der Präsident der VR China, Herr Xi Jinping, die Diversifizierung hin zu Hightech-Sektoren, wie ich sie sehe und einschätze, persönlich unterstützt.
Aber es gibt auch Themen in Bezug auf den Energiesektor. Dazu gehört die Kernenergie. Wir arbeiten diesbezüglich in China und bauen weiterhin Kernkraftwerke. Das sind alternative Energiequellen: China hat auf diesem Bereich bedeutende Fortschritte erzielt – dennoch bleibt Raum für Zusammenarbeit – sowie auch für den Weltraum.
Es gibt traditionelle Energie, wie Kohlenwasserstoffe – sowohl Öl als auch Gas. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen, aber grundsätzlich sind wir uns weitgehend einig, einen ernsthaften und sehr bedeutenden Schritt nach vorne in der Zusammenarbeit im Gas- und Ölsektor zu machen. Ich möchte diesen Fragen nicht vorgreifen: Von meinen Kollegen habe ich erfahren, dass praktisch alle wesentlichen Punkte bereits vereinbart wären. Falls es uns gelänge, das während des Besuchs abzuschließen und dem den letzten Schliff zu geben, würde mich das sehr freuen.
Was die Tatsache betrifft, dass die Vereinigten Staaten Kontakte zu China pflegen – so ist das sehr wichtig. Wir können dies nur begrüßen. Es stellt einen weiteren Faktor zur Stabilität dar. Vor allem sind beide Länder sehr wichtige Handels- und Wirtschaftspartner, sodass der Zustand der gesamten Weltwirtschaft von deren Zusammenspiel abhängt. Wir beobachten dies aufmerksam und gehen davon aus, dass es zu keinen völkerrechtswidrigen Sanktionen kommen werde und keine wirtschaftlichen Spannungen zwischen den beiden Ländern entstehen würden. Wir können davon nur profitieren – von der Stabilität und der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und China!
Anton Zolotnitsky: Anton Zolotnitsky vom Izvestia Media Centre.
Ich möchte noch einmal auf den Tag des Sieges zurückkommen. Europäische Politiker haben Druck auf die in Moskau versammelten Staats- und Regierungschefs ausgeübt und versuchen generell weiterhin, die Geschichte umzuschreiben, indem sie die Rolle der Sowjetunion beim Sieg über den Nazimus ausblenden.
Wie beurteilen Sie diese, wenn ich so sagen darf, Aktivitäten und wohin könnte Europa dies führen?
Wladimir Putin: Diese Torheit könnte letztendlich in den Ruin führen!
Olga Volkova: RIA Novosti – Olga Volkova.
In Anknüpfung an meine Kollegin möchte ich eine Frage zum Thema historisches Gedächtnis und dessen Bewahrung stellen. Warum wird Ihrer Meinung nach in Europa derzeit so beharrlich vermieden, die Heldentaten sowjetischer Soldaten und Krieger herauszustellen? Man verbietet sogar die St.-Georgs-Bänder!
Glauben Sie, dass sich dies angesichts der aktuellen Stimmung im Westen weiter verschlimmern würde? Gibt es etwas, was Russland diesbezüglich tun könnte?
Wladimir Putin: Je stärker Russland wird, desto schneller wird dies nachlassen – das ist der erste Punkt.
Zweitens – warum geschieht das überhaupt? Ich glaube, dass dies, so seltsam es auch klingen mag, eine Manifestation des Revanchismus seitens eben jener Globalisten[-Fraktion] westlicher Eliten ist, die ich bereits erwähnt habe. Doch wir sollten uns nicht bis spät in die Nacht damit auseinandersetzen, denn es ist schon spät geworden.
Schließlich habe ich bereits gesagt und wir alle wissen es, dass jeder mit einem raschen Zusammenbruch Russlands gerechnet hatte – innerhalb von sechs Monaten hätte ihrer Ansicht nach alles auseinanderfallen sollen: Fabriken hätten geschlossen werden, das Bankensystem hätte zusammenbrechen und Millionen von Menschen hätten auf der Straße landen sollen. Doch wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote aller G20-Länder bis heute: Nur 2,2 Prozent! Doch alle hofften, sich von Russland ein Stück vom Kuchen abschneiden zu können, wenn Sie mir diese Ausdrucksweise gestatten.
Warum ist Finnland der NATO beigetreten? Hatten wir territoriale Streitigkeiten mit Finnland? Nein, das alles war längst schon abgeklärt. Es gab nichts mehr zu holen und die finnische Führung hat das sehr gut verstanden. Warum sind sie der NATO beigetreten? In der Hoffnung, dass hier alles zusammenbrechen würde und …
… sie zur Stelle gewesen wären, um sich ein Stück vom Kuchen einzustecken!
Sie planten bereits eine Grenze entlang des Flusses Sestra. Ich hätte eine entschlossenere Geste machen und ein paar kräftigere Worte verlieren können, aber da ich aus einer Kulturhauptstadt komme, habe ich davon abgesehen. Ich denke, dass das, was geschah, zum Großteil genau von Überlegungen dieser Art geleitet war.
Doch inzwischen hat man erkannt, dass die Dinge nicht so einfach liegen, indem Probleme auftauchten, die ziemlich schwierig zu überwinden wären, sodass es besser scheint, nach Wegen zu suchen, um wieder normale Beziehungen zu finden und auf eine Art Einigung, die für beide Parteien akzeptabel wäre, hinzuarbeiten…
Übrigens haben wir unsere Beziehungen zu Europa stets auf den Grundsätzen des gegenseitigen Respekts unter Berücksichtigung gegenseitiger Interessen aufgebaut. Das soll nicht eine leere diplomatische Floskel sein: Genau das haben wir getan!
Jetzt sprechen die Leuten nicht immer so von Europa, wie es zuvor noch der einzigen Art und Weise entsprach. Inzwischen scheint das nicht mehr zu reichen.
Ich hoffe, dass sich die Erkenntnis, dass dies einer falschen Haltung entsprang, nun langsam wieder durchsetzen und an Dynamik und Stärke gewinnen wird. Ich hoffe, dass wir letztendlich die Beziehungen zu vielen Ländern, die derzeit versuchen unsere Beziehungen in Vergessenheit geraten zu lassen, wiederherzustellen. Je früher dies (eine solche Kehrtwende) einsetzen würde, desto besser würde es für uns und – in diesem Fall – auch für die europäischen Länder sein.
Vielen Dank – einen schönen Tag des Sieges und auf Wiedersehen!
***
Ende der Serie.
Teil 1 der PK mit Wladimir Putin am 9.5.2026 im Kreml: HIER
Pressekonferenz von Waldimir Putin nach der Siegesparade am Roten Platz – Teil 1

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