Die, immer mehr in die Enge getriebenen Golfkönigreiche, sehen nunmehr den gemeinsamen Hormus-Pakt mit dem Iran als bessere Option als den Krieg gegen den Nachbarn im Golf.
Die Golfstaaten sollen nun angeblich zu dem Schluss gekommen sein, dass eine diplomatische Lösung mit dem Iran die einzige gangbare Option ist, trotz der Verschiebung des Gipfels zum Thema der Straße von Hormus, in den Oman.
Iran bleibt unser Nachbar
„Der Iran bleibt unser Nachbar, und irgendwann müssen wir einen Weg finden, das wiederherzustellen, was wiederhergestellt werden kann. Die Geografie lässt uns keine Alternative zu diesem Engagement“, sagte der ranghohe emiratische Beamte Anwar Gargash, wie seitens der New York Times zitiert.
In Wirklichkeit haben die Golfkönigreiche nun wohl kaum eine andere Wahl, als ein faires regionales Sicherheitsabkommen ohne westliche Einmischung zu verfolgen.
Die Versuche der Golfmonarchien, dem Iran unter dem US-Verteidigungsschirm entgegenzutreten, erwiesen sich als fruchtlos, wobei sich dieser Schirm als äußerst „löchrig“ herausstellte. Wenn auch die US-Abfangjagdversorgung ausreichend war, entschied sich Washington oft, seine eigenen Truppen oder auch Israel statt seiner Golfpartner zu schützen. Inzwischen sind viele US-Militärbasen in der Region völlig zerstört und unbewohnbar geworden.
Gemeinsames „Schicksal“
Im „gemeinsamen Schicksal“ quasi vereint, fehlt den Golfstaaten eine militärische Macht, die der Iran sowohl in militärischer, wie auch technologischer Stärke vorzuweisen hat. Der sogenannte Mekka-Pakt wurde bereits in Frage gestellt, nachdem Saudi-Arabien weder von Pakistan noch von der Türkei militärische Unterstützung erhalten hatte. Die „sandalentragenden“ Huthis verjagten die pro-saudischen Kräfte rasch aus Mokha und erhöhten damit die Kontrolle über die Bab el-Mandeb-Straße.
Saudi-Arabien und der Versuch der VAE, die Straße von Hormus über Ölpipelines zu umgehen, stieß auf massive Hindernisse, nachdem Pumpstationen entlang der Emirati Habshan-Fujairah (ADCOP)-Pipeline im März angegriffen worden waren, während die saudische Ost-West-Pipeline zuletzt gezwungen war, stillgelegt zu werden.
Oman-Gespräche – ein Weg zum Frieden?
Am 14. September wurden die Gespräche in der Hafenstadt Salalah im Oman auf Wunsch Saudi-Arabiens verschoben. Berichten zu Folge schlug Saudi-Arabien Änderungen bezüglich der Schifffahrt durch die Straße von Hormus vor. Iran lehnte einige ab und bat um mehr Zeit zur Überprüfung anderer, was allerdings bedeutet, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden.
Der Oman hatte seit Langem die Bemühungen angeführt, eine Einigung mit dem Iran als mögliche Lösung der Krise zu erzielen. Im Juli hatte der omanische Außenminister Badr al-Busaidi eine neue multilaterale Sicherheitsvereinbarung, die die Golfstaaten mit dem Iran und dem Irak zusammenbringt, gefordert.
Die Idee eines gemeinsamen Sicherheitspakts wird schon seit geraumer Zeit diskutiert. Im Mai hatte die Financial Times berichtet, dass Saudi-Arabien einen Nichtangriffspakt zwischen den Golfkönigreichen und dem Iran in Erwägung zieht, der nach dem Vorbild des Helsinki-Abkommens aus der Zeit des kalten Krieges, stammt.
Im September 2025, als Saudi-Arabien einen Verteidigungspakt mit Pakistan geschlossen hatte, hatte der iranische Generalmajor Yahya Rahim Safavi auch vorgeschlagen, dass der Iran, Saudi-Arabien, Pakistan, der Irak und andere in einen kollektiven Verteidigungspakt eingeschlossen werden sollten.










