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Die Schlacht bei Königgrätz vor genau 160 Jahren war die entscheidende Auseinandersetzung des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich. Nach dem Wiener Kongress von 1815 gehörten beide Großmächte dem Deutschen Bund an und konkurrierten um die politische Vorherrschaft in Deutschland.

Die Vorgeschichte

Der Konflikt verschärfte sich durch den Streit um die Herzogtümer Schleswig und Holstein, die nach dem Deutsch-Dänischen Krieg gemeinsam verwaltet wurden. Als Preußen 1866 Holstein besetzte, erklärte Österreich die Mobilmachung der Bundesarmee. Preußen geht es auch nicht um Holstein, Otto von Bismarck, der Ministerpräsident von König Wilhelm I., will vielmehr die Auflösung des Deutschen Bundes und damit die Beendigung der Vormachtstellung des Kaiserreichs Österreichs in Deutschland und eine „kleindeutsche Lösung“ unter der Führung von Preußen. Bereits 1862 hatte Bismarck in einer Rede erklärt: „Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 – sondern durch Eisen und Blut.“ Jetzt war die Zeit angebrochen, die „Deutsche Frage“ zu lösen, wer künftig in Deutschland den Ton angibt. Während Österreich von mehreren deutschen Mittelstaaten unterstützt wurde, erhielt Preußen unter anderem Hilfe von Italien.

Die Schlacht

Der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke entwickelte einen Plan, nach dem drei Armeen gleichzeitig nach Böhmen vorrücken sollten. Ziel war es, die österreichische Armee einzukreisen und in einer Entscheidungsschlacht zu besiegen.

Am 3. Juli 1866 trafen die preußischen Truppen bei Königgrätz auf die österreichische Nordarmee unter Feldzeugmeister Ludwig von Benedek sowie auf sächsische Truppen. Zunächst hatten die Österreicher Vorteile, da nur die preußische 1. Armee im Kampf stand. Besonders im Swiepwald kam es zu heftigen und verlustreichen Gefechten.

Die österreichische Südarmee gewann zwar ihre Schlachten zu Land und See gegen Italien (Schlacht bei Custozza und Seeschlacht bei Lissa), verlor jedoch den gleichzeitigen Krieg gegen Preußen. Trotz des Sieges führte die entscheidende Niederlage Österreichs in der Schlacht bei Königgrätz letztlich zum Verlust Venetiens an Italien.

Die Wende in der Schlacht trat ein, als gegen Mittag die preußische 2. Armee unter Kronprinz Friedrich Wilhelm auf dem Schlachtfeld eintraf. Durch ihren Angriff auf die ungeschützte Flanke der Österreicher geriet deren Verteidigung ins Wanken. Gleichzeitig griff die Elbarmee von Westen an. Die österreichischen Truppen mussten sich schließlich zurückziehen, um einer vollständigen Einkesselung zu entgehen.

In der Schlacht kämpften über 400.000 Soldaten. Die Verluste waren enorm: Preußen verlor rund 9.000 Soldaten, während Österreich und Sachsen zusammen über 40.000 Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene zu beklagen hatten.

Die Folgen

Mit dem Sieg bei Königgrätz wurde Preußen zur führenden Macht in Deutschland. Im Frieden von Prag musste Österreich den Deutschen Bund auflösen und schied aus der deutschen Politik aus. Anschließend gründete Preußen den Norddeutschen Bund und schuf damit die Grundlage für die deutsche Einigung unter seiner Führung.

Für Österreich hatte die Niederlage schwerwiegende Folgen. Das Kaiserreich verlor Venetien an Italien und musste innenpolitische Reformen einleiten, die 1867 im Ausgleich mit Ungarn mündeten. Die Schlacht von Königgrätz gilt deshalb als entscheidender Schritt auf dem Weg zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871. Sie veränderte das politische Machtgefüge Europas nachhaltig.

Für Europa wäre es vermutlich besser gewesen, wenn Österreich mit Sachsen die Schlacht gewonnen hätte. Denn die von Österreich angedachte „Großdeutsche Lösung“ hätte ein Deutsches Kaiserreich verhindert. Den Krieg mit Frankreich hätte es ebenfalls nicht gegeben – und vermutlich in weiterer Folge auch keinen Ersten Weltkrieg.

Ja, und Preußen würde heute noch existieren. Heute gehört nur noch etwa die Hälfte des ehemaligen preußischen Gebiets zu Deutschland. Österreich hingegen existiert bis heute – allerdings ohne Südtirol und die sudetendeutschen Gebiete.



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Von Redaktion

7 Kommentare zu „Juli 1866 – Die Schlacht bei Königgrätz: Preußen besiegt Österreich & Sachsen“
  1. Die Wende in der Schlacht trat ein, weil die Österreicher vergessen hatten, ein Gehölz in ihrer Frontlinie ausreichend zu sichern. Ein preußischer General erkannte die Schwachstelle und schaffte es diese zu besetzen, in Eigeninitiative. Die österreichische Seite erkannte schnell ihren Fehler, aber konnte das Gehölz nicht zurückerobern. Es wurden immer weitere Truppen von beiden Seiten zu der Stelle geschickt und davon wurde die Front der Österreicher stellenweise zu sehr ausgedünnt. Die Schlacht war für Österreich bereits verloren, bevor die zusätzlichen preußischen Truppen die Front erreichten, die haben den Österreichern dann nur den Rest gegeben.
    Der österreichische Feldherr hat Tage vor der Schlacht gemeldet, dass seine Truppen in einem Zustand sind, in dem sie eine große Schlacht gegen Preußen unmöglich siegreich führen können, auch dann nicht, wenn sie in Überzahl sind.
    Sein wahres Meisterstück hat Moltke dann später gegen Frankreich abgeliefert, dieser Feldzug war der bis dahin umfassendste und am genialsten geplante der Menschheitsgeschichte. Es ist fast schon ein wenig unheimlich, was Moltke da geleistet hat.

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  2. Nach dem Zusammenbruch der französischen Tyrannei in Europa 1815 beschloß der Wiener Kongreß unter Federführung des österreichischen Staatskanzlers Metternich, das alte Reich nicht mehr wiederherzustellen, sondern es durch den Deutschen Bund zu ersetzen. Dieser lose Zusammenschluß 41 deutscher Einzelstaaten wurde jedoch den Bestrebungen nach einem einheitlichen Staat nur unzureichend gerecht, so daß zur Erreichung dieses Zieles unterschiedliche Lösungsansätze entstanden: die Großdeutsche Lösung unter der Vorherrschaft Österreichs oder die Kleindeutsche Lösung unter der Vorherrschaft Preußens.

    Ebenso gab es als dritte Möglichkeit noch die sogenannte großösterreichische Lösung, die das gesamte durch das Haus Habsburg kontrollierte Gebiet beinhaltet hätte. Jedoch fand dieser Gedanke wenig Zustimmung, da man einen Vielvölkerstaat vermeiden wollte. Zudem hätte es wohl in einem solchen Staat eine starke innere Dualität zwischen Preußen und Österreich gegeben, die zu politischer Instabilität geführt hätte.

    Im Laufe des 19. Jahrhunderts begann sich diese Frage weiter zuzuspitzen und führte schließlich 1866 zum militärischen Konflikt zwischen den beiden deutschen Großmächten. Der Kampf wurde zugunsten Preußens entschieden, das Österreich in der Folge aus Deutschland ausschloß und schließlich 1871 die Kleindeutsche Lösung verwirklichte, so daß es zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches unter preußischer Vorherrschaft kam. Trotz der Tatsache, daß Österreich und das Deutsche Reich von nun an zwei voneinander getrennte Staaten waren, blieben die Beziehungen der beiden Staaten aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit in den folgenden Jahren trotzdem eng. Schließlich schlossen sich Österreich und das Deutsche Reich 1879 zum Zweibund, einem Militärbündnis, zusammen und kämpften Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gegen die Staaten, die zuerst Österreich und dann dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatten.

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  3. Das ist eine gute Darstellung. Sie zeigt auch, dass Nationalismus und Großmachtstreben die Mutter aller Kriege ist. Und dass das vom nationalistischen und militaristischen Preußen dominierte deutsche Reich in seinem Großmachts-Wahn den WK1 verursacht hat.

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  4. Die Folgekriege wären auf gar keinen Fall verhindert worden. Warum? Weil diese Variante der Österreicher auch ein Großreich bedeutet hätte und eine Provokation der damals existierenden englischen Vormachtstellung gewesen wäre. Das Kaiserreich wurde damals in die Kriege gezwungen und die vielen Versuche den Ersten Weltkrieg von deutscher Seite aus zu beenden, waren vergeblich, weil verschiedene Kräfte den Krieg wollten. Das lief planmäßig ab. Ganz zu schweigen vom internen Verrat derer, die das Land heute endgültig in den Ruin treiben – auf vielfältige Weise.

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    1. Der Plan des Kaisers war, dem Deutschen Reich Weltmacht, Vormacht in Europa, Kolonien etc. zu beschaffen. Der Kaiser gab dem österreichischen Bündnispartner eine Blankovollmacht für die Unterstützung eines Krieges gegen das mit Russland verbündete Serbien, womit der Krieg gegen Russland vorprogrammiert war. Das Reich erklärte Frankreich den Krieg und marschierte in das neutrale Belgien ein, wodurch dessen Schutzmacht England involviert wurde. Das Deutsche Reich wollte mitnichten den Krieg verhindern, sondern seine o. g. Ziele erreichen.

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