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Henryk M. Broder führte im Juli 2016 ein bekanntes Streitgespräch mit der Islamwissenschaftlerin und Redakteurin Eva Marie Kogel, das unter dem Titel „Was hat das alles mit dem Islam zu tun?“ veröffentlicht wurde.

Ist der Islam mit der Demokratie zu vereinbaren?

In der Debatte argumentierte Broder, dass der Islam ein inhärentes Gewaltproblem habe, welches sich in Anschlägen wie denen in Nizza, Würzburg oder der Türkei zeige.

Kogel versuchte, den Zusammenhang zwischen der Religion und den Taten zu relativieren, während Broder darauf beharrte, dass die Motivation der Täter (z. B. „Allahu akbar“) entscheidend sei und nicht die Statistik der gesamten muslimischen Bevölkerung.

Henryk M. Broder

»Es ist völlig irrelevant, wie viele der 1,6 Milliarden Muslime sich in die Luft gesprengt haben. So, wie es irrelevant ist, wie viele Deutsche ein Parteibuch der NSDAP hatten. Oder wie viele der Stasi zugearbeitet haben. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, dass so gut wie alle, die sich in die Luft gesprengt haben und dabei andere mitgenommen haben, es mit dem Ruf „Allahu akbar!“ taten.

Oder fällt Ihnen einer ein, der „Gelobt sei Jesus Christus!“ oder „Baruch ha’Schem!“ gerufen hat, während er die Leine zog? Es ist mir übrigens völlig egal, seit wann in islamischen Ländern gesteinigt wird. Es zählt nur, dass es heute gemacht wird, in Anwesenheit von Menschen, die mit einem Bein in der Barbarei und mit dem anderen in der Moderne stehen und die Steinigungen mit ihren Handys filmen.

Brauchen wir mehr Verständnis für Scharia und jede Menge kulturfremde Forderungen?

Ich verweigere jede Art von Verständnis für diese Art von Kultur. Ich will sie auch nicht importieren. Ich will keine Debatten führen über Kopftücher im öffentlichen Dienst, über Schwimmunterricht für Mädchen, über Männer, die Frauen keine Hand geben wollen, über Schweinefleisch in Kantinen und „kultursensible Pflege“ in Krankenhäusern. Und auch nicht darüber, wie viel Islam im Islamismus steckt. Ich will auch nicht genötigt werden, mich mit dem Koran zu beschäftigen, weder von weiß gewandeten Salafisten in der Wilmersdorfer Straße noch von Ihnen. Bleiben Sie bei Ihrer Wertschätzung für das „klassische islamische Recht“, das offenbar von den Kolonialherren versaut wurde. Und sobald Sie den Islam gefunden haben, der mit Demokratie kompatibel ist, sagen Sie mir bitte Bescheid.«

Quelle: Henryk M. Broder im Streitgespräch mit Eva Marie Kogel, WELT, 20. 07. 2016.

Henryk Marcin Broder wurde am 20. August 1946 in Katowice, Polen geboren und ist ein deutscher Publizist und Buchautor. Henryk Broder entstammt einer jüdischen Handwerkerfamilie aus dem oberschlesischen Industriegebiet; seine Eltern, Kalman (Kalma) Broder und Felicja Broder, geborene Frey, waren Überlebende von Konzentrationslagern. Die Mutter war laut Broder 1945 ins KZ Auschwitz deportiert worden, entkam jedoch mit drei anderen jüdischen Frauen auf einem Todesmarsch. Der aus Galizien stammende Vater, der Russisch, Jiddisch und Deutsch sprach, war ein Überlebender des KZ Buchenwald.

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Von FREIGEIST

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