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9.8.2026 – Alexander Mercouris (li) und Alex Christoforou (re) zu den Nöten der atlantischen Rüstungsindustrie | Quelle: Screenshot YouTube - The Duran

“The Duran” ist ein beliebter Podcast, moderiert von Alex Christoforou und Alexander Mercouris, bekannt für deren profunde Analysen. Sie beleuchten heute ein Thema, was atlantische Massenmedien gerne nur verschweigen.

 Das Transkript des Gesprächs der beiden Analysten von „The Duran“ auf Deutsch

Alex Christoforou: Okay, Alexander, lass uns darüber sprechen, was gerade bei chinesischen Exporten von Seltenen Erden sowie mit Drohnenkomponenten vor sich geht. Es sieht so aus, als würde China endlich Beschränkungen auf Seltene Erden und Drohnenkomponenten verhängen lassen. Das haben wir in einem unserer Videos – vor zwei oder drei Wochen – schon besprochen?

Alexander Mercouris: Stimmt!

Alex Christoforou: Es sieht so aus, als würde China sich daran machen, Drohnen-Komponenten, die vom kollektiven Westen verbaut werden, um Die Drohnen gegen Russland einzusetzen, einschränken zu lassen. Dazu kommen noch Seltene Erden Metalle, die zur Herstellung vieler Waffen vom gesamten Westen benötigt werden, um nicht nur gegen Russland, sondern letztendlich im Fall eines Krieges um Taiwan, auch gegen China eingesetzt zu werden. Viele Analysten vermuten, dass dieser Krieg plus/minus ein paar Jahre um das Jahr 2030 ausbrechen könnte. Wie auch immer, was meinst Du, Alexander?

Alexander Mercouris: Das ist eine ganz große Geschichte, über die viel zu wenig berichtet wird. Tatsächlich ist die „Financial Times“ das einzige Blatt, das mir untergekommen ist, welches darüber berichtete, doch sie tat dies auf überaus behutsame Weise.

Jedenfalls erschien vor etwa drei Wochen, wie auch von uns schon besprochen, ein längerer Artikel in der „Financial Times“, der bestätigte, dass die Chinesen seit dem letzten Jahr tatsächlich…

... ein Genehmigungsverfahren für den Verkauf von Seltenen Erden eingeführt hätten!

Demnach hätten westliche Unternehmen nach China zu reisen, um recht komplexe Fragebögen auszufüllen und sich einer extrem strengen Due-Diligence-Prüfung durch die China unterziehen zu lassen:

  • Man hätte genau darzulegen, wofür man die Seltenen Erden, die man aus China beziehen würde, verwenden wollte.
  • Man hätte sich verbindlich zu verpflichten, diese die von China gelieferten Seltenen Erden nicht für militärische Zwecke bzw. in militärischen Produktionen Verwendung fänden.

Es scheint, dass die entsprechenden Auflagen über die letzten Jahre stetig verschärft wurden! Inzwischen liegen deutliche Anzeichen vor, dass dies zu Engpässen bei sowohl westlichen Rüstungsproduktionssystemen wie auch deren Lagerbeständen geführt hat. Besagter Artikel der „Financial Times“, schrieb…

… über Panik und Hysterie auf Seiten einiger westlicher Abnehmer von Seltenen Erden!

Darin ging es zwar nicht konkret um Rüstungsunternehmen, aber man geht davon aus, dass diese sich mit den allergrößten Problemen herumzuschlagen hätten.

Wie bekannt, gab es um den Jahreswechsel Berichte, wonach F-35-Kampfflugzeuge in der Nase vorne, wo eigentlich (neueste) Radarsysteme eingebaut sein sollten, derzeit nur Gegengewichte tragen, weil es Verzögerungen bei der Herstellung von den neuen Radarsystemen gebe. Es handelt sich hierbei um fortschrittlichere Radarsysteme im Vergleich zu denen der älteren F-35-Modelle. Diese neuesten Radarsysteme sind offenbar auf Galliumarsenid (GaAs) angewiesen, das zwar kein Selten-Erdmetall ist, aber fast ausschließlich von China produziert und exportiert wird.

Die Chinesen schränkten auch diese Exporte ein!

Es herrscht ein Mangel an diesem speziellen Metall, sodass besagte Radarsysteme für die F-35 nicht hergestellt werden können. Sonar 21 [Anmerkung der Redaktion: Die Website von Larry Johnson] hat übrigens einen sehr guten Artikel dazu verfasst. Wie man daraus ersehen kann, führen die Beschränkungen zu einem Dominoeffekt.

Aus dem Artikel der „Financial Times“ geht hervor, dass die US-Regierung inzwischen auch Beschränkungen für den Export von gebrauchtem Wolfram [fürs Recycling] verhängen ließ. Es handelt sich um ein Metall, das zwar kein Selten-Erdmetall ist, bei dem China jedoch einmal mehr der mit Abstand wichtigste Lieferant bleibt. So haben die Vereinigten Staaten den Export für gebrauchtes Wolfram und bestimmte andere Materialien nicht nur einschränken, sondern verbieten lassen, damit diese so dem militärisch-industriellen Komplexes als Recycling-Produkte erhalten blieben. Wolfram ist unverzichtbar für die Herstellung von Raketen wie auch anderer Waffensysteme.

All das beginnt sich auf die militärische Produktion in den Vereinigten Staaten [negativ] auszuwirken, obwohl darüber nicht viel gesprochen wird. Sollten diese Beschränkungen anhalten, so dürften früher oder später High-End-Produktionen ziviler Güter, die auf derartige Materialien ebenso angewiesen sind, davon auch betroffen sein. Zugleich kann man erkennen, wohin dieses Spiel aus Sanktionen und Gegensanktionen, welches die Vereinigten Staaten vor einigen Jahren losgetreten haben, inzwischen geführt hat.

Alex Christoforou: Trump wird all das mit Xi besprechen wollen, nicht wahr?

Alexander Mercouris: Ja!

Alex Christoforou: Wann wollten sie sich treffen?

Alexander Mercouris: Trump hat das vermutlich schon zuvor mit Xi besprochen, als sie sich in Korea trafen. Dazu noch konnte er das mit Xi ansprechen, als sie sich in Peking sahen, doch wie man sieht, hat dies nichts gebracht. Tatsächlich verschärfen die Chinesen ihre Kontrollen weiter.

Erst vor kurzem brachten wir in einer Sendung, wie sehr die ukrainische Drohnenoffensive gegen Russland von Drohnenkomponenten aus China abhängig ist. Im Grunde läuft das so ab: Die Chinesen stellen die Komponenten her und exportieren sie über Dritte. Jene exportieren sie weiter nach Europa, wo die Drohnen größtenteils zusammengebaut werden. Anschließend werden diese in die Ukraine verfrachtet. Die Ukrainer nehmen nur einige letzte Anpassungen vor und setzen sie dann ein.

Die Russen beschwerten sich schon seit mindestens einem Jahr bei den Chinesen darüber. Bislang war jedoch nichts geschehen. Doch wir haben in einer unserer vorherigen Sendung schon darauf hingewiesen, dass die Chinesen irgendwann Maßnahmen ergreifen würden.

Nun erfahren wir, dass die Chinesen Maßnahmen ergriffen haben. Sie haben gerade Gegensanktionen gegen die Vereinigten Staaten angekündigt. Sie richten ein identisches Genehmigungssystem [wie für Selten-Erdmetalle] für den Export von Drohnenkomponenten – auch über Dritte – in die Vereinigten Staaten ein, wie ich verstanden habe. Das bedeutet:

  • die Beantwortung detaillierter Fragebögen
  • die Durchführung von Sorgfältigkeits-Prüfungen
  • Deklarationen, wozu die Materialien verwendet würden

Derzeit gilt dies nur für die Vereinigten Staaten, während es sich bei den Drohnenkomponenten, von denen wir sprechen, um solche handelt, die von den Ukrainern verwendet werden und nach Europa gehen. Aber natürlich ist dies ein Testlauf. Früher oder später bzw. schon sehr bald, wie ich tatsächlich erwarte, …

… werden die Chinesen diese Regelung auch auf den Export von Drohnenkomponenten nach Europa ausweiten!

Ich gehe davon aus, dass dies innerhalb der nächsten Monate geschehen wird.

Alex Christoforou: Wir waren bei diesem Thema unserer Zeit voraus, wobei alles auf China hindeutete. Das war tatsächlich ein ziemlich kontroverses Video unsererseits.

Alexander Mercouris: Das war ein sehr kontroverses Video. Wir haben übrigens von allen möglichen Leuten Zuschriften erhalten, dass die Chinesen das nicht tun könnten und dies unmöglich wäre. Wir sagten hingegen, dass dies absolut möglich wäre. Nun ist es offiziell bestätigt, dass die Chinesen Lizenzen vorschreiben und in Bezug auf Drohnenkomponenten genau dieselbe Regelungen einführen wie für den Import von Seltenen Erden. Doc warum? Weil sie offensichtlich verstanden haben, dass ihre Drohnenkomponenten mittlerweile in westliche militärische Lieferketten einfließen. Das weiß man schon seit vielen Jahren.

Alex Christoforou: Die Russen haben es ihnen mitgeteilt.

Alexander Mercouris: Genau!

Alex Christoforou: Der Druck wurde einfach zu groß, sodass die Chinesen etwas unternehmen mussten.

Alexander Mercouris: Richtig!

Alex Christoforou: Vielleicht haben sie sich unser The Duran-Video angesehen [großes Gelächter].

Alexander Mercouris: Durchaus möglich!

Alex Christoforou: Wie wirkt sich das auf die Ukraine und den gesamten Westen im Hinblick auf den totalen Drohnenkrieg gegen Russland aus? Ich meine: Wenn man die Komponenten nicht aus China bekommt, kann man keine Drohnen mehr produzieren.

Alexander Mercouris: Ich wage hierzu mal eine Spekulation: Ich vermute, dass die Drohnenoffensive der Ukraine schon sehr bald ganz plötzlich [einbrechen] wird. Derzeit gibt es noch tausend Drohnen pro Nacht, aber in der Folge wird die Zahl ganz plötzlich und dramatisch von tausend Drohnen pro Nacht auf vielleicht 100 oder 50 oder dergleichen sinken. Ich vermute, dass die Ukrainer und Europäer schon lange vor Beginn der Drohnenoffensive sich daran gemacht hatten, diese Drohnen vorfertigen zu lassen. Ich glaube nicht, dass sie jeden Tag tausend Drohnen in Flugzeuggröße oder so etwas in der Art herstellen können. Ich denke, das lief schon vor geraumer Zeit an, um auf Vorrat produzieren zu lassen. Inzwischen ist besagter Vorrat wahrscheinlich schon stark aufgebraucht. Wie wir bereits besprachen, hängt dies voll und ganz von den Importen der chinesischen Komponenten ab. Diese werden zunehmend eingeschränkt und schwerer zu beschaffen sein. Wie bereits erwähnt, vermute ich, dass wir irgendwann es plötzlich…

 … erleben werden, wie die Produktionsleistung für die gesamte Drohnenoffensive einfach zusammenbrechen dürfte!

Um es noch einmal zu betonen: Die Europäer und die Amerikaner – insbesondere die Europäer, sogar noch mehr als die Amerikaner – können diese Drohnen nicht zu solchen Kosten produzieren, was es ermöglichen würde, 1.000 Drohnen pro Nacht auf Grundlage eigener Materialien und Technologien effektiv herstellen zu lassen. Was passieren dürfte: Nachdem sie keine billigen chinesischen Komponenten mehr kriegten, werden sie auf europäische Eigenfertigung zurückgreifen müssen:

Doch dann werden die Kosten in die Höhe schnellen!

Sie werden also nicht in der Lage sein, solche Produktionsmengen weiter vorzuhalten. Das haben wir schon bei der Produktion von Artilleriegeschossen gesehen und das werden wir auch noch bei den Drohnen erleben.

Alex Christoforou: Okay, damit beenden wir das Video auf https://theduran.locals.com. Sie finden uns auf X, Rumble und Telegram. Wir sind auch auf Substack vertreten.

Schauen Sie auch im Duran-Shop vorbei und holen Sie sich ein paar Fanartikel – es läuft gerade ein Sommerschlussverkauf. Alle Links findet Sie unten in der Beschreibung [siehe das YouTube Link unten].

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

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Das Gespräch von The Duran auf YouTube als Video auf Englisch mit allen Links: HIER                          



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Von Redaktion

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