Die rechtzeitigen Gegenangriffe der IRGC auf Naval Support Activity in Bahrain in den allerersten Kriegsstunden, und die Bedrohungen gegen andere trägerbereite Einrichtungen in der Region in den Tagen, Wochen und Monaten haben die US Navy in eine „kritische“ Situation gebracht.
Unersetzbare logistische Ressourcen der US-Navy wurden dabei ausgeschaltet.
„Endlose“ Nachschubwege als Folge
Eine jüngste Analyse hat berechnet, dass die US-Versorgungsschiffe, die für die Trägerangriffsgruppen im Arabischen Meer eingesetzt sind, um den Iran zu „blockieren“, mehr als 3.500 km von Diego Garcia im Indischen Ozean oder gut 6.000 km von Singapur aus, zurücklegen müssen.
Träger und die Kriegsschiffe, die sie eskortieren, sind absolute „Vielfraße“, was die Menge an Nahrung, Treibstoff und anderen Vorräten angeht, wobei dazu die NYT schätzt, dass die rund 20 Schiffe starke Flotte in der Region mit rund 20.000 Matrosen und Marines bestückt ist, die gut 420.000 Mahlzeiten und acht Millionen Gallonen Treibstoff pro Woche benötigen, nur um über Wasser zu bleiben.
Die Kriegsschiffe müssen alle 5 bis 6 Tage auf See nachversorgt werden, ein Prozess voller Risiken, unter anderem stundenlang auf demselben Kurs zu halten, während Treibstoff an Bord gepumpt wird und Paletten mit Lebensmitteln und Vorräten per Leinen oder Hubschrauber von Versorgungsschiffen her transportiert werden.
Alles andere als nachhaltig
Der gesamte Prozess ist somit keineswegs „nachhaltig“, da die USA bereits vier ihrer elf Träger im Konflikt rotieren und einige umfangreiche Reparaturen durchlaufen, die voraussichtlich Jahre dauern werden.
Diese Berechnungen helfen dabei zu erklären, dass der Rekord-Einsatz von mehr als 270 Tagen der USS Abraham Lincoln ohne Hafenbesuch, warum es bereits zu einer Reihe alarmierender Vorfälle an Bord dieses Schiffes gekommen war. Angefangen von Seeleuten, die versuchten, über Bord zu springen, über Besatzungsmitglieder, die unter chronischem Schlafmangel durch Lärm, Flugbetrieb und Vibrationen litten, bis hin zu unhygienischen Lebensbedingungen, Schimmel- und Versorgungsknappheit.
Das Schwesterschiff der Lincoln, die USS Ford, genoss während ihres 326-tägigen Einsatzes neun Hafenaufenthalte, erlebte jedoch bis zum Ende ihres Einsatzes im Mai dieses Jahres eine eigene Beinahe-Meuterei, unter anderem auf Grund eines 30-stündigen Waschanlagen-Brandes und anhaltender offenbar unlösbarer Toiletten-Verstopfungen, was zweifellos dabei „half“ den Einsatz zu beenden.
Präsident Trump beklagte sich im August, dass der Einsatz der Lincoln „bei weitem nicht lang genug“ sei, was auf völlige Distanz und Unverständnis gegenüber den Soldaten hindeutete, die er ja bekanntlich laut Aussagen während des Wahlkampfes aus ausländischen Kriegen fernhalten wollte.

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