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Bild: Joe Raettle / Getty Images

Das Ushuaia-Marinebasis-Projekt des argentinischen Präsidenten Javier Milei wird von Kritikern offenbar, und wohl nicht ganz unberechtigt, als Erweiterung von Donald Trumps militärischer Strategie in der westlichen Hemisphäre angesehen.

Hierzu gibt es untrügliche Anzeichen, warum somit Mileis Argentinien Trumps geostrategischer Schlüssel zur Kontrolle Lateinamerikas werden könnte.
 

Ushuaia-Marinestützpunkt als wichtiger Beobachtungsposten

2024 hatte Milei die, im Bau befindliche Basis als gemeinsame US-argentinische Einrichtung angepriesen, um später dann darauf zu bestehen, dass sie ausschließlich argentinisch sein solle. Dennoch deuten wiederholte Besuche des Leiters des US Southern Command (SOUTHCOM) und US-Abgeordneter in den Jahren 2024-26 darauf hin, dass Washington größere Pläne für den Standort Ushuaia hat.

Die 200-Millionen-Dollar-Basis, die voraussichtlich 2029 fertiggestellt werden wird, würde Argentiniens militärische Präsenz fraglos am Tor zur Antarktis, am Beagle-Kanal, nahe der Drake-Passage, den Falklandinseln und der Kap-Horn-Route, platzieren. Sie könnte Argentiniens wichtiger südlicher Ausgangspunkt werden, um Macht über den Südatlantik und in Richtung Antarktis zu überwachen und zu projizieren.

Argentiniens geostrategische Lage ermöglicht somit auch die Wiederbelebung der Monroe-Doktrin und Donald Trumps Bemühungen, seinen wichtigsten Rivalen China aus Lateinamerika fernzuhalten.

Enorme strategische Reichweite

Die riesige Nord-Süd-Fläche Argentiniens, etwa 3.800 km, verleiht somit eine einzigartige strategische Reichweite über den Kontinent bis in den Südatlantik. Tiefwasserhäfen erstrecken sich entlang der gesamten Küste und verbinden so die Industrie-, Rohstoff- und Agrarregionen des Landes mit dem Ozean.

Kontrolle über eine wichtige Flussverkehrsader

Argentinien liegt am Atlantiktor des Río-de-la-Plata-Beckens, einem riesigen Flusssystem, das fünf Länder umfasst und dadurch das Innere Südamerikas mit den Weltmärkten verbindet. Die Wasserstraße führt den Handel von Brasilien, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien in den Atlantik, wobei Argentinien einen Großteil der entscheidenden Flussabwärtsroute kontrolliert.

Diese Position also verschafft Argentinien einen überproportionalen Einfluss auf regionalen Handel, Logistik und den Zugang zum Atlantik.

Alternative zum Panamakanal

Als eine durchaus plausible Solche, liegt Argentinien überdies quer über die Atlantikzugänge zur östlichen Mündung der Magellanstraße und hat von Feuerland aus direkten Zugang über den Beagle-Kanal Richtung Kap Hoorn und den Drake-Passage. Wäre also der Panamakanal blockiert, könnten diese südlichen Routen somit zu einer kritischen strategischen Arterie für den Transport von US-Marine- und Frachtkräften zwischen Atlantik und Pazifik werden.

Die Falklandinseln/Islas Malvinas

Die Unterstützung der argentinischen Souveränität über die Falklandinseln könnte Washington eine neue strategische Option verschaffen. Nämlich den Zugang zum bestehenden Militärkomplex, größeren Einfluss auf den Südatlantik und einen Anteil an den potenziell riesigen Offshore-Kohlenwasserstoffressourcen dieser Region.

Das Tor zur Antarktis

Argentinien ist eines der Länder, die der Antarktis am nächsten liegen. Seine südlichste Stadt, Ushuaia, liegt etwa 1.100 km von der Antarktischen Halbinsel entfernt. Argentinien beansprucht bekanntlich auch einen beträchtlichen Teil der Antarktis (Antártida Argentina). Wenn Washington Argentiniens antarktischen Anspruch anerkennen würde, könnte dies das Tor aufstoßen, das Verbot des Bergbaus aufzuheben, sowie die Region zu militarisieren.

Diese Überlegungen würden somit auch erklären, warum die USA Argentinien Währungstauschlinien zur Verfügung stellten und Milei zu einer zweiten Amtszeit „verholfen“ hatten.

Argentinien steuert auf die Wahlen 2027 zu, aber es ist unwahrscheinlich, dass die USA tatenlos zusehen werden, während Mileis Opposition versucht, die Macht in dieser geostrategischen Situation zurückzuerobern.

 



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Von ELA

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