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Bild: UME & AI

Deutschland bereitet sein Gesundheitssystem auf den möglichen Fall eines größeren militärischen Konflikts vor. Wie Bloomberg berichtet, überprüfen die Behörden derzeit, ob Krankenhäuser und medizinische Infrastruktur einer erheblichen zusätzlichen Belastung standhalten könnten.

Nach Einschätzungen der Bundeswehr könnten im Falle eines Konflikts zwischen Russland und der NATO täglich bis zu 1.000 verwundete Soldaten in Deutschland medizinisch versorgt werden müssen. Entsprechend sollen Krankenhäuser auf eine mögliche große Zahl von Kriegsverletzten vorbereitet werden.

Dabei geht es auch um ein Szenario mit massiven Drohnenangriffen auf NATO-Staaten. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits erklärt, Deutschland müsse bis 2029 verteidigungsbereit sein, oder anders gesagt „kriegstüchtig“. Hintergrund sind Einschätzungen der Bundeswehr, wonach Russland bis dahin möglicherweise über die militärischen Fähigkeiten verfügen könnte, NATO-Gebiet anzugreifen. Es ist beruhigend zu wissen, dass der Russe womöglich erst in drei Jahren zuschlagen kann und nicht schon morgen vor der Tür steht!

Medizinische Versorgung für den Kriegsfall

Deutschland gilt innerhalb der NATO als wichtiger logistischer und medizinischer Knotenpunkt. Deshalb wird derzeit untersucht, ob genügend Krankenhausbetten, Medikamente und medizinisches Personal zur Verfügung stehen. Auch die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Kliniken soll verbessert werden.

In Ulm könnte zudem ein unterirdischer Krankenhausbereich aus der Zeit des Kalten Krieges wieder aktiviert werden. Die Anlage wurde Ende der 1970er-Jahre als geschütztes Reservelazarett mit einer Kapazität von bis zu 1.000 Betten errichtet.

„Ist unser Gesundheitssystem darauf vorbereitet? Die einzige Antwort lautet: nein. Vor uns liegt ein Marathon“, sagte der Kommandeur des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, Benedikt Frimert.

  • Parallel dazu werden Medikamentenreserven ausgebaut,
  • zivile Chirurgen auf die Behandlung von Kriegsverletzungen vorbereitet und
  • mögliche Abläufe für die Verlegung Verwundeter von der Front in deutsche Krankenhäuser trainiert.

Eine der größten Defizite ist die begrenzte Zahl verfügbarer Krankenhausbetten. Hinzu kommen die Sicherung von Lieferketten für Medikamente sowie die Koordination zwischen militärischer und ziviler Gesundheitsversorgung. Auch bei der Ausbildung besteht Nachholbedarf: Nach den Angaben im Bloomberg-Bericht verfügen bundesweit nur einige hundert Ärzte über umfangreiche Erfahrung in der Behandlung von Kampfverletzungen. Deshalb planen die Bundeswehr und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie entsprechende Fortbildungen für zivile Chirurgen.

Leichensäcke bereits bestellt

Sicherheitshalber wurden bereits 8.400 Leichensäcke bestellt, denn man weiß ja nie was in so einem Krieg alles passieren kann. Warum man ausgerechnet jetzt so viele Leichensäcke benötigt werden, erklärt man der Öffentlichkeit lieber nicht. Das Beschaffungsamt (BAAINBw) und das Unterstützungskommando teilten lediglich mit, die Ausschreibung gehöre zur Erfüllung des Bundeswehrauftrags, zu dem auch die Gewährleistung des Transports von Leichen gehört. Bekannt ist nur, dass die Säcke in zwei großen Sanitätsmateriallagern, nämlich in Krugau in Brandenburg und in Epe in Nordrhein-Westfalen, eingelagert werden sollen.

Russland bestreitet Absicht die NATO anzugreifen

Russland weist die Darstellung eines geplanten Angriffs auf Europa zurück. Russische Vertreter haben wiederholt erklärt, Moskau habe keine Absicht, NATO-Staaten anzugreifen. Präsident Wladimir Putin sagte in der Vergangenheit, Russland habe „keine Gründe“, einen Krieg mit NATO-Staaten zu beginnen.

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, warf Deutschland hingegen vor, sich zunehmend auf eine militärische Konfrontation mit Russland vorzubereiten. Moskau kritisiert insbesondere die steigenden deutschen Verteidigungsausgaben und den Ausbau der Bundeswehr.

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Von Redaktion

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