web analytics
Das globale Finanzimperium eröffnete seine zweite Front - vor allem gegen China | Bild: Substack Ryan Perkins mit Übersetzung des Titels durch UM

Ryan Perkins stellt in einer gesonderten Artikel-Serie Hintergründe und Charakteristika des Systems der Finanzialisierung dar, dessen strukturelle Gewalt und laufende Kriegspolitik die Basis und das Markenzeichen abgibt.

Der Beitrag von Ryan Perkins auf Deutsch: „Die zweite Front“ – Teil 1a

 Vorwort: Perpetuum mobile wirtschaftlicher Unmöglichkeit

Nachdem ich am Gymnasium erstmals Wirtschaftswissenschaften belegt hatte, verwirrte mich etwas, was mir wie ein Paradoxon erschien. Es betraf mein eigenes Land, Großbritannien und das Problem schien die umgekehrte Logik der Deindustrialisierung widerzuspiegeln:

  • Wie konnte ein Land, das fast nichts von greifbarem Wert exportierte – keinen Stahl, keine Schiffe, keine Maschinen – Importe aufrechterhalten, die zum Erhalt einer eigenen hoch entwickelten Wirtschaft notwendig sind?
  • Wie kann man sich auf Dauer die riesigen Mengen an Energie, Lebensmitteln und Gütern leisten, die zum Überleben benötigt werden?

Es glich einem Perpetuum mobile – einer wirtschaftlichen Unmöglichkeit, die den Gesetzen der Thermodynamik widersprach. Es schien, als würde das System unter der Last seiner eigenen Handelsbilanz-Defizite und seiner wirtschaftlichen Logik zusammenbrechen.

Mein damaliger Lehrer bot nur beiläufig eine Erklärung an: „Wir exportieren Finanzdienstleistungen, um unsere Importe zu bezahlen.“ Doch diese Antwort fühlte sich falsch an und erschien mir wie ein wirtschaftlicher Taschenspielertrick:

  • Sicherlich würden die Menschen auf der anderen Seite der wirtschaftlichen Gleichung – diejenigen, welche die Waren und Rohstoffe, die von uns konsumiert werden, tatsächlich produzierten – irgendwann erkennen, dass sie unsere Bankdienstleistungen gar nicht brauchten?
  • Warum sollte jemand – wer auch immer – physische Güter gegen die Bewegung von Einsen und Nullen in einem virtuellen Kassenbuch eintauschen wollen?

Sicherlich würden sie irgendwann herausfinden, wie man ohne uns werde auskommen können?

Erst als ich begann, die Mechanismen von Reservewährungen zu verstehen, offenbarte sich mir die zugrunde liegende Logik. Die Antwort beschrieb das „exorbitante Privileg“, welches eine Reservewährung ihrem Emittenten verschafft. (Und Großbritannien ist nach wie vor Emittent einer Reservewährung, nur nicht mehr der Reservewährung.):

Es geht um die Macht, Währung ausgeben zu können, die durch nichts anderes gedeckt ist als durch eine permanente, strukturelle Nachfrage danach – unabhängig von der eigenen Wirtschaftsleistung. Großbritannien musste deshalb keine Autos bauen, nachdem andere Länder verpflichtet waren, Pfund Sterling zu halten, um an der Weltwirtschaft teilnehmen zu können. Das Gleiche galt offensichtlich in weitaus größerem Maßstab für die Vereinigten Staaten. Warum sollte man selbst Dinge herstellen, nachdem man sich einfach einen [Gewinn-]Anteil an dem, was alle anderen produzieren und untereinander verkaufen lassen, zu sichern vermochte?

Die eigentliche Erkenntnis lag jedoch darin, zu verstehen, …

 … wie dieses Arrangement unerbittlich strukturelle Gewalt, auf die ich überall weltweit gestoßen bin, erforderlich machte!

Denn der Status als Reservewährung ist nichts, was der Markt auf Dauer gewährt:

  • Jede Nation, die sich von solch einer Währung abwandte, würde dieses exorbitante Privileg untergraben!
  • Jede alternative Währung, die, gestützt durch reale Industrieproduktion [Realwirtschaft] oder Ressourcen, einen stabileren Wertspeicher böte, würde zu einer existenziellen Bedrohung für ein solches System!

Aus diesem Grund erfordert die Aufrechterhaltung dieses Status …

… eine permanente Mobilisierung gegen jeglichen Widerstand und proaktive Destabilisierung aller Alternativen!

Der „Export von Finanzdienstleistungen“ ist eine harmlos klingende sprachliche Maske für eine räuberische Realität: Die permanente Notwendigkeit, den Reservestatus der eigenen Währung mit finanziellen Waffen zu verteidigen – und falls diese versagen sollten, mit kinetischen [militärische Waffen] nachzulegen.

Dies bildete den Beginn meiner intellektuellen Reise zum Kern der Widersprüche des Kapitals. Ich begriff, dass besagte Gewaltanwendung weder eine externe Auswirkung noch eine Anomalie oder eine vorübergehende Störung darstellt:

Diese [Gewaltanwendung] ist eine Kernfunktion des Systems an sich!

Zunehmend stellt sie [Gewalt] die einzige Kernfunktion des Systems dar. Heute ist die strukturelle Gewalt, die erforderlich ist, um das ständig wachsende Gebilde des fiktiven Kapitals aufrechtzuerhalten, nicht mehr von dessen normalem Betrieb zu unterscheiden. Tatsächlich sind die Mechanismen, die darauf ausgelegt sind dieses System kurzfristig aufrecht zu erhalten, zu Raison d’être [Daseinsberechtigung] geworden. Wir stehen nicht mehr vor einer Rezession oder einer konjunkturellen Korrektur; wir stehen am Ende einer finanzialisierten Zivilisation, in der die …

… Durchsetzung des Monopols – mit steter Gewalt, Ausbeutung und Ausgrenzung – das Hauptprodukt des Systems darstellt!

Vorübergehende Lösungen haben ausgedient. Wir stehen am kraterhaften Abgrund einer Katastrophe, nach der die Suche nach Kollateral [Anmerkung der Redaktion: Realwerte zur Sicherstellung von in diesem Fall faulen Krediten] zur zentralen Logik von Herrschaftsausübung internalisiert worden ist.

Diese Serie ist ein Versuch, dem Verlauf dieser Endphase nachzugehen. Denn um den kommenden Sturm zu überstehen, hätte man zunächst die wahre Natur der Maschinerie zu verstehen, die uns an diesen Punkt brachte – nicht als rationales System der Ressourcenverteilung, sondern als Pyramidensystem von geografischem Ausmaß, beschützt durch eine permanente Drohung zur Zerstörung.

Die zweite Front

Am Morgen des 28. Februar 2026 erwachte die Welt zu einem neuen Krieg. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten „bedeutende Kampfhandlungen“ gegen den Iran gestartet. Das Unternehmen mit dem Codenamen „Lion’s Roar“ [Löwen Gebrüll] folgte einem Muster, welches mittlerweile nur allzu bekannt ist: Eine Fassade von Verhandlungen – diesmal Atomgespräche in Genf – gefolgt vom plötzlichen Abbruch und schließlich einer dringlichen Erklärung über „unmittelbare Bedrohungen“, welche den sofortigen präventiven Einsatz überwältigender Gewalt erforderlich machten.

Präsident Donald Trump wiederholte in einer matten und klischeehaften, aber obligatorischen Fernsehansprache zum „Anfang wichtiger Militäroperationen“ die üblichen Rechtfertigungen. Er behauptete, er verteidige das amerikanische Volk, indem er „unmittelbare Bedrohungen beseitige“ und versprach, „ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen zu lassen“. Nach Trump schloss sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dieser Haltung zügig an und stellte das Unternehmen als unverzichtbare Beseitigung einer „existentiellen Bedrohung“ gegen den Staat Israel dar.

Hinter der verwässerten Sprache zu den Militäroperationen – mit Drohungen und Angriffen – verbirgt sich die tiefsitzende Realität industrieller Gewalt. In den ersten Minuten und Stunden des Konflikts töteten Raketen den Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei und mehrere seiner Familie-Mitglieder. Bei einem separaten Angriff wurde eine Mädchenschule im Süden des Iran getroffen, wobei mindestens 160 Kinder, überwiegend Mädchen, ums Leben gekommen sind.

Die iranische Vergeltung erfolgte rasch und – sofern man die politischen Papiere der USA über die letzten zehn Jahre zu diesem Thema ernst nehmen wollte – völlig vorhersehbar: Wellen von Raketen und Drohnen gingen auf US-Stützpunkte in der gesamten Region – in Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten – nieder. Fast augenblicklich wurde die Straße von Hormus – das enge Nadelöhr – erst durch westliche Versicherungsgesellschaften und anschließend durch das iranische Militär geschlossen. Auch das war völlig vorhersehbar, falls man den politischen Papieren der USA der letzten zwei Jahrzehnte Glauben schenken wollte. Durch die Engstelle von Hormus flossen zuvor noch 20% des weltweiten Öl- und Gasbedarfs sowie ein sehr großer Teil der weltweit benötigten Düngemittel.

Trotz beschönigenden Darstellungen in westlichen Medien handelte es sich hierbei nicht einfach um ein weiteres „Buschfeuer“ in einer „ständig volatilen Region“. Solche Beurteilungen unterschätzen die Schwere des Augenblicks. Tatsächlich war dies überhaupt kein neuer Krieg. Es war vielmehr die Eröffnung einer zweiten eurasischen Front durch einen einzigen, langwierigen Feldzug …

… zur Liquidierung der letzten souveränen Vermögensblöcke auf dem eurasischen Kontinent!

Die erste Front wütet bereits seit viereinhalb Jahren in Osteuropa. Ein Zermürbungskrieg zwischen der Russischen Föderation und der von NATO bewaffneten, ausgerüsteten und ausgebildeten Ukraine, was Hunderttausenden das Leben gekostet und ganze Städte in Schutt und Asche gelegt hat. Es ist ein Konflikt, bei dem es nie wirklich um Moskau oder Kiew ging – es geht vielmehr um ein vereintes globales Finanzimperium, welches …

… die souveräne Kapazität der letzten großen Mächte außerhalb seiner Kontrolle zerschlagen möchte!

Es geht darum, die Führung jener Mächte zu destabilisieren und ihre territoriale Integrität in vom IWF kontrollierbare Zwergstaaten aufsplittern zu lassen.

Die Angriffe auf den Iran stellen die zweite Zangenbewegung dar. Diese beiden Fronten [Ukraine & Iran] stellen die beiden Schauplätze verzweifelter, koordinierter Anstrengung dar, um das Schicksal eines sterbenden Finanzimperiums durch eine letzte historische Liquidierung hinauszuzögern:

Das Ziel ist der letzte Block souveräner Vermögenswerte außerhalb der Knechtung durch das Finanzimperium!

Es geht gegen Russland, Iran, DVRK [Nordkorea] und letztendlich China. Die Logik ist ebenso einfach wie brutal: Die wirtschaftliche Souveränität jener Staaten zu zerschlagen und ihre Vermögenswerte zu liquidieren, um ein System [des atlantischen Finanzimperiums] am Rande seiner Insolvenz noch rekapitalisieren zu können.

Schreibtisch-Historiker und Internet-Experten ziehen Parallelen zwischen den sporadischen Ausbrüchen industrieller Gewalt des Imperiums und dem Niedergang Roms oder dem Untergang des Britischen Empire. Sie berufen sich auf die „Thukydides-Falle“ oder den zyklischen Charakter des Aufstiegs und Niedergangs von Zivilisationen. Sie spenden Trost, indem sie suggerieren, dass es sich lediglich um einen Führungswechsel handle, indem die Vereinigten Staaten, wie zuvor Großbritannien oder Spanien, einfach darum kämpften, ihre Vormachtstellung als Hegemon zu behalten. Doch was wir derzeit erleben, ist etwas weitaus Tiefgreifenderes. Die gegenwärtigen Umwälzungen sind keine Neuordnung der zivilisatorischen Hierarchie:

Es handelt sich um die Abwicklung des Systems an sich!

Um zu verstehen, was geschieht, hat man weiter zurückzublicken – nicht um Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte. Seit etwa fünfhundert Jahren, seit den Anfängen des europäischen Zeitalters der Entdeckungen, hat der Kapitalismus seine periodischen Krisen durch eine [spezielle] Strategie überstanden:

Durch eine fortwährende geografische Expansion!

Die „Enclosure Acts“ im England des 16. Jahrhunderts belebten den Wollhandel neu, indem man den Bauern durch Enteignung ihres Landes auf den Markt der Lohnarbeit drängen ließ. Die Niederländische Ostindien-Kompanie segelte zu den Gewürzinseln, als die Gewinne im Amsterdam des 17. Jahrhunderts sanken. Als die Fabriken von Manchester im 19. Jahrhundert mit einem Überangebot an Tuch konfrontiert waren, eroberte Großbritannien die Märkte Indiens und Chinas. Vom Wettlauf um Afrika bis zur Eroberung Amerikas war das System stets auf der Suche nach neuen Gebieten – „außen gelegen“. Das erlaubte:

  • Neues Land plündern zu lassen!
  • Neue Arbeitskräfte ausbeuten zu können!
  • Neue Märkte die [Produktions-]Überschüsse aufnehmen zu lassen!

[Anmerkung der Redaktion: Die Inclosure Acts (Einfriedungsgesetze) waren eine Reihe von Parlamentsgesetzen Großbritanniens, die gemeinschaftlich genutztes und offenes Land in privates Eigentum umwandelten. Zwischen 1604 und 1914 erließ das Parlament über 5.200 einzelne Gesetze, die etwa ein Fünftel der Fläche Englands (ca. 28.000 km²) betrafen. Dieses Gebaren kam im Prinzip einem schleichenden Landraub gleich und hat vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert schwere soziale Konflikte vor Ort ausgelöst:

Kleinbauern und Taglöhnern wurde dadurch die Existenzgrundlage entzogen. Es kam zu Rebellionen, die man blutig niedergeschlagen ließ, wie die Kett’s Rebellion (1549), die Midland Revolt (1607) oder the Captain Swing Riots (1830). Dagegen wurde staatlicherseits drakonische Gesetze, wie der Black Act (1723 – 1823), erlassen, der Todesstrafen auf über 50 verschiedene Bagatelldelikte verhängen ließ, wozu beispielsweise schon das Fischen in privaten Teichen zählte.

Die Hinrichtungen – an sogenannten „Hanging Days“ – wurden achtmal im Jahr in einer Open-Air Arena in Tyburn – durchgeführt und in ein karnevaleskes Spektakel verwandelt, welches Menschenmassen von bis zu 200,000 Zuschauern anzog. 50.000 Delinquenten sollen in Tyburn gehängt worden sein. Das Hängen wurde ohne Fallboden durchgeführt, was dazu führte, dass die Verurteilten noch bis zu 45 Minuten am Leben waren, da man sie nur langsam ersticken ließ. Danach setzte der Run auf die Leichen ein, um sie von der lokalen Medizin ausschlachten zu lassen.

Der wohl bizarrste Fall an Hinrichtungen war der von Oliver Cromwell, dem vormaligen Lordprotektor, den man im Jahr 1661 posthum noch hängen ließ. Cromwell, der König Karl I. hatte exekutieren lassen, war im Jahr 1661 schon seit drei Jahren tot und in der Westminster Abbey bestattet worden. Nach der Wiederherstellung der Monarchie ließ Karl II. Cromwells Leiche, zusammen mit zwei weiteren Mitstreitern, exhumieren, nach Tyburn schaffen und dort symbolisch als Tote noch aufhängen, wobei abschließend Cromwells Kopf noch aufgespießt wurde.

Solche Exzesse erklären, warum Blutrausch bis heute in anglo-amerikanischen Gesellschaften öffentlich zelebriert werden kann: Aussagen, wie die des U.S.-Präsidenten, Donald Trump, vor der 81. UN-Generalversammlung am 22.9.2026 in New York, als er offen mit der „Auslöschung“ der ganzen Islamischen Republik Iran drohte, wird in atlantischen Wertegesellschaften als völlig normal wahrgenommen.

Widerstand gegen die Inclosure Acts führte zu massenhaften Deportationen einfacher Leute in anglikanische Überseekolonien, wo es einen steten Bedarf an Arbeitssklaven gab. Zehntausende Verurteilte wurden zunächst in die amerikanische Kolonien und – nach der U.S.-Unabhängigkeit – ab 1787 nach Australien verschifft, um dort Zwangsarbeit leisten zu müssen.]

Jedes Mal, wenn die Rentabilität im Kernland nachließ, griff das Kapital nach dem, was der marxistische Geograf David Harvey als „Raum-Lösung“ bezeichnet hat. Die Geografie war schon immer das Sicherheitsventil von Kapitalismus. Historisch gesehen gab es immer eine neue Welt am Horizont, …

… die darauf wartete, unterworfen, geplündert und ihrer Ressourcen beraubt zu werden!

Während des gesamten 500-jährigen Aufstiegs des Kapitalismus gab es stets ein „außerhalb“, in das die endemischen Krisen des Kapitalismus exportiert werden konnten. Ob es nun tendenziell sinkende Profitraten bzw. eine Überproduktionskrise gab oder um die Ausbeutung von Arbeitskräften ging – die Krisen konnten stets aufgeschoben, verlagert und bewältigt werden.

Das bringt uns zur wahren Bedeutung des Jahres 1989. Mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Anbruch der unipolaren Ära stieß das System an seine geografischen Grenzen:

Der ehemalige sowjetische Raum in Osteuropa lag am Boden und war reif zur Ausplünderung seiner Vermögenswerte!

Chinas vollständige Einbindung in globale Lieferketten und seine Position im System der Wertschöpfungsketten-Apartheid schienen festgeschrieben. Die Landkarte war damit ausgeschöpft. Francis Fukuyama bezeichnete dies bekanntlich als „Ende der Geschichte“ – den Moment, in dem die liberale Demokratie und der freie Marktkapitalismus über alle ideologischen Konkurrenten triumphiert hätten.

Doch es war nicht das Ende der Geschichte. Man erreichte nur das Ende der Welt:

Es gab buchstäblich keine Welt mehr, die man noch erobern hätte können!

Zum ersten Mal seit einem halben Jahrtausend war der Kapitalismus gezwungen, sich den Realitäten zu stellen, nachdem es kein bedeutungsvolles „außerhalb“ mehr gab. Dem Kapitalismus war die Welt [potentieller neuer Kolonien] ausgegangen, um seine Widersprüche dorthin exportieren zu können. Die geografische Grenze, welche die Maschinerie der Akkumulation am Laufen gehalten hatte, war erreicht worden. Der Sieg war ein Pyrrhussieg, der Jubel fatale Hybris. Das System war nun geschlossen. Das „Ende der Geschichte“ war keine Lösung, denn es kam zum Ende der Welt, (die man anderenfalls noch hätte weiter kolonialisieren können).

Da dem System neue Kontinente zur Eroberung nun abgingen, wandte es sich unweigerlich nach innen: Es begann, seinen eigenen Hausherrn zu verschlingen. Es plünderte den öffentlichen Sektor und privatisierte Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur sowie sogar seine eigene Fähigkeit zur industriellen Zerstörung, indem es den ewigen Krieg in eine Gewinnquelle verwandelte. Das System türmte eine hochragende Pyramide spekulativer Finanzgeschäfte gegenüber einer schrumpfenden Realwirtschaft auf. Als diese Pyramide 2008 zerbrach, legte das System noch einen drauf und behandelte den gesamten Planeten wie ein Unternehmen in der Endphase seiner Liquidation.

Fortsetzung von Teil 1b folgt

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

***

Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.

Der Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) “The Inevitability of Collapse in the Age of Financialization” im englischen Original: HIER



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Bei uns gibt es auch keine Zahlschranke und aufdringliche Pop-Ups. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar.

Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



 

Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.

Für jede Spende (PayPal oder Banküberweisung) ab € 10.- erhalten Sie als Dankeschön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „KLIMA-HYSTERIE? NEIN DANKE“ portofrei und gratis! Details hier.

 



x

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert