George Washington und Thomas Jefferson wollten die Republik und Abraham Lincoln kämpfte gegen britische Souveränitätsbeschneidungen, während Theodore Roosevelt mit der Annektion der Philippinen das US-Kolonialreich förderte und Donald Trump dieses in eine Eine-Welt-Oligarchie verwandeln möchte. Zwar liefen die US-Siedler den Imperialisten davon, doch nur, um es den Briten nach 1900 gleichzutun.
Donald Trump gegen Bill Clinton: Der 4.7.2026 brachte den
fundamentalenRiss quer durch die US-Gesellschaft überdeutlich zutage
Von REDAKTION | Der 4. Juli 2026 mit den Jubiläumsfeiern zu 250 Jahres-Feiern der USA hat die politischen Widersprüche der USA nach innen und außen so drastisch und deutlich wie selten zuvor, an die Oberfläche gebracht.
Gleich einem Zeichen vom Himmel spielte in Washington D.C. nicht einmal das Wetter mit den geplanten Festveranstaltungen mit: Ein Gewitter erzwang eine mehr als zweistündige Evakuierung der Menschenmassen mit der Verschiebung der Hauptrede von Donald Trump, die erst um 23:15 Uhr – nur knapp vor Zwölf – beginnen konnte. Die geplante Parade zuvor durch die US-Hauptstadt fiel dem Unwetter zum Opfer und musste kurzfristig abgesagt werden.
Trump stempelte in seiner Eröffnungsrede in Keystone
die Demokraten zu Kommunisten und Verfassungsfeinden
Tags zuvor am 3. Juli 2026 schien der US-Präsident vor dem Nationaldenkmal der vier in Fels gemeißelten US-Präsidenten in Keystone, Süd Dakota, weniger eine Rede an die gesamte Nation halten zu wollen als vielmehr eine Kampfrede gegen die Opposition, die in eine Kriegsrede abzugleiten drohte.
Trumps Kampfansage fand vor dem Hintergrund von rund vier Vorwahlsiegern der Demokraten statt, die sich als demokratische Sozialisten oder Progressive sehen, doch deren Ideologie gegenüber „keine Gnade“ gewährt werden sollte. Trump weiter:
„… Doch während wir uns diesem großartigen Jubiläum nähern, sehen wir unsere amerikanische Identität– eine Generation, nachdem wir den Kalten Krieg gegen die Bedrohung durch den Kommunismus geführt und gewonnen haben – erneut unter Angriff.
Derzeit erleben wir ein Wiederaufleben der kommunistischen Bedrohung in unserem Land, unter anderem durch Neuankömmlinge, welche Ideen vertreten, die unserer Lebensweise und unserem großen Erfolg völlig entgegenstehen. Dabei handelt es sich nicht um bloße politische Meinungsverschiedenheiten wie Differenzen über Steuern oder Vorschriften: Der Kommunismus stellt eine tödliche Bedrohung für die amerikanische Freiheit dar.
Er ist die größte Bedrohung für unser Land – größer noch als der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg, Pearl Harbor oder sogar der 11. September. Wir werden nicht zulassen, dass uns das passiert. Glauben Sie mir, wir werden es nicht zulassen. Denn der Kommunismus ist der Feind freier Menschen überall auf der Welt. Er funktionierte niemals und ist der Feind der Verfassung…“
Gegenüber einer solchen de facto Kriegserklärung an alle Andersdenkenden, die kein Bedürfnis verspüren sich einer Minderheit von Oligarchen anzudienen, strich Donald Trump in gewohnter Manier die Einzigartigkeit und Überlegenheit der USA gegenüber allen anderen Nationen heraus und meinte:
„… Unsere Errungenschaften machen uns zu Amerikanern und niemand konnte jemals solche Errungenschaften vorweisen wie wir. Wir sind die Nation, die von der modernen Welt geträumt und sie geschaffen hat. Wir haben die Eisenbahnstrecken verlegt. Wir haben diese großen, wunderschönen Wolkenkratzer errichtet, die Elektrizität nutzbar gemacht und die Glühbirne, das Telefon, Flugzeug, Fließband, Fernsehen, den Mikrochip, Personal-Computer, das Internet, GPS, Smartphone und fast alles andere erfunden, was jemals erfunden wurde – darunter insbesondere in den letzten Tagen in bestimmten Gegenden eine Erfindung namens Klimaanlage. [Gelächter] Wir haben das alles erfunden…
… Es gibt noch so viel mehr – wir brechen Rekorde um das Doppelte, Dreifache, Vierfache. Wir haben das stärkste, mächtigste Militär geschaffen. Wir haben zwei Weltkriege gewonnen und den Kalten Krieg. Wir haben Amerikas Feinde in historische Abgründe versenkt. Wir haben Venezuela an einem Tag besiegt und den Iran gehörig zusammengeschlagen. Letztere wollen unbedingt einen Vergleich abschließen. Sie wollen so sehr einen Vergleich, sodass wir ihnen eine Woche frei für eine Beerdigung gaben, weil wir so nett sind – das ist wahr. [Gelächter]
Seit 250 Jahren blickt die ganze Welt auf unser Land und lässt sich inspirieren von den Fortschrittssprüngen, den Kraftakten und den Taten der Selbstlosigkeit, des Glaubens und der Hoffnung, die genau nur hier möglich waren…“
Am 4. Juli 2026 antwortete Bill Clinton auf die Tiraden von Donald Trump
Nur einen Tag nach diesen Ausfällen von Donald Trump meldete sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton mit folgender Stellungnahme zu Wort und stelle die Frage, welcher Patriotismus inzwischen das Land regiere:
„Es gibt bestimmte Momente im Leben eines Landes, in denen das, was gesagt wird, weniger zählt als der Ort, an dem es gesagt wird, doch den Grund dafür bestimmt: Gestern Abend, am Vorabend des 250. Geburtstags Amerikas, stand Präsident Trump unter den Granitmonumenten von vier Präsidenten am Mount Rushmore und hielt eine Rede, die oberflächlich betrachtet unsere Gründung feiern sollte. In Teilen tat sie das auch.
Doch wenn man genau hinhörte, entsprach das, was man hörte, nicht nur einer Feier: Es war etwas ganz anderes… und verdient eine Diskussion:
Lassen Sie mich zunächst einmal anerkennen, was anerkennenswert war: Die Kulisse war außergewöhnlich. Mount Rushmore ist eines der mächtigsten Symbole der amerikanischen Demokratie auf diesem Planeten. Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt wurden in die Black Hills von South Dakota gemeißelt, um daran zu erinnern, dass unsere Republik von unvollkommenen Menschen, die Außergewöhnliches geleistet haben, aufgebaut worden ist. Die Idee, sich dort am Vorabend unseres 250-jährigen Jubiläums zu versammeln, ist eine wunderschöne Idee…
… als Präsident Trump sagte, die Vereinigten Staaten seien die außergewöhnlichste Nation, die es je gegeben hätte, da stimmte ich dem zufälligerweise zu. Ich habe mein ganzes Leben lang an den amerikanischen Exzeptionalismus geglaubt, nicht weil wir perfekt sind, sondern weil wir immer die Fähigkeit zeigten, besser zu werden. Das wollte ich (auch) klar machen…
Als ich als Präsident an demselben Rednerpult stand oder durch die Flure des Weißen Hauses ging und versuchte, Republikaner und Demokraten für einen Kompromiss oder eine gütliche Regelung zusammenzubringen, habe ich eines gelernt: Die Worte, die ein Präsident an einem nationalen Denkmal wählt, sind niemals nur Worte. Sie tragen das Gewicht dieses Ortes in sich: Sie hallen dem nach!
Sie werden zu einem Teil der Geschichtsschreibung. Was Präsident Trump an diesem Berg, an diesem Abend sprach, war nicht einfach nur, die Staatsgründung zu ehren, sondern er nutzte diesen Moment, um eine politische Debatte loszutreten:
Er erklärte den Kommunismus zur größten Bedrohung, welcher Amerika je ausgesetzt worden wäre – größer als die des Ersten Weltkrieges, des Zweiten Weltkrieges, von Pearl Harbor oder die des 11. Septembers. Nun möchte ich, dass man einen Moment darüber nachdenkt: Größer als Pearl Harbor, größer als der 11. September…
… ich verstehe, warum manche Amerikaner sich Sorgen um die Richtung der Demokratischen Partei machen. Eine Handvoll demokratisch-sozialistischer Kandidaten hat die Vorwahlen in New York und Colorado gewonnen, was eine Tatsache ist.
Das ist passiert. In einer gesunden Demokratie ist es völlig legitim, dass die Oppositions-Partei Gegensätze herausstellt. Im Fall, dass die Republikaner argumentieren, dass der Ausbau staatlicher Programme das Wirtschaftswachstum beeinträchtigten, so mögen sie dieses Argument vorbringen.
Wenn sie über die Größe des sozialen Sicherheitsnetzes, die steuerlichen Auswirkungen und Kompromisse diskutieren wollten, so begrüße ich das. Ich habe acht Jahre im Weißen Haus damit verbracht, Haushalte auszugleichen und genau solche Kompromisse auszuhandeln – das ist Demokratie!
Aber hier fangen die Dinge an, kompliziert zu werden. Präsident Trump zielte nicht darauf ab, einen politischen Kontrast aufzuzeigen. Doch er hat einen demokratischen Sozialismus, der sich vollständig im Rahmen von Wahlen verfassungsmäßiger Institutionen bewegt, mit dem Kommunismus gleichgesetzt.
Er hat die Grenze nicht nur verwischt, er hat sie ausgelöscht. Er bezeichnete die Demokratische Partei als Kommunistische Partei. Er sagte, sie bestehe aus illegalen Einwanderern, Kriminellen und allen, die nicht arbeiten wollten…
… Sowie ein amtierender Präsident unter den Porträts von Washington und Lincoln steht und dem Land erklärt, die oppositionelle Partei der Feind der Verfassung selbst sei, dann entspricht das keinem Wahlkampf mehr. Das ist etwas ganz anderes. Es bedeutet, Dutzende Millionen Mitbürger als Feinde der Republik zu definieren. Wir sollten uns alle Gedanken darüber machen, wohin das führt…
… Ich habe die Geschichte solcher Momente untersucht. Wenn politische Staatsführer beginnen, die innenpolitische Opposition als existenzielle Bedrohung der Nation darzustellen, lehrt uns die Geschichte, was darauf folgt:
-
- Es beginnt mit der Sprache.
- Es eskaliert zur Ausgrenzung.
- Schließlich wird es zur Rechtfertigung, um die Rechte der Menschen, die man als Feinde definiert hat, einzuschränken.
Das ist keine Spekulation: Das ist das dokumentierte Muster des Rückschritts der Demokratie in Ländern auf der ganzen Welt. Was diesen Moment besonders gefährlich macht, ist der spezifische Mechanismus, den Präsident Trump damit verknüpft hat…
… Und ich möchte Ihnen sagen, was mich noch mehr beunruhigt als die Rede selbst. Es ist der Hintergrund. Es ist die Inszenierung.
Stunden vor seiner Rede veröffentlichte Präsident Trump ein Video in den sozialen Medien, das eine vergoldete Version des Mount Rushmore zeigte, auf der sein eigenes Gesicht neben dem von Abraham Lincoln in den Granit gemeißelt war [siehe Titelbild]. Der Sprecher des Weißen Hauses erklärte, es gäbe keine bessere Ergänzung für den ikonischen Mount Rushmore als den 45. – und den 47. Präsidenten. Die Kongressabgeordnete, Anna Paulina Luna, hat einen konkreten Gesetzentwurf eingebracht, die Resolution 792 des Repräsentantenhauses, welche den National Park Service anweist, Trumps Konterfei in den Fels meißeln zu lassen…
In einer intakten Republik wirbt kein lebender Staatschef für sein eigenes Denkmal. Die Männer auf diesem Berg haben nicht darum gebeten, dort verewigt zu werden.
Sie wurden von zukünftigen Generationen dort platziert, die zurückblickten und ihre Verdienste anerkannten, nachdem sich die Leidenschaften ihrer Zeit abgekühlt hatten. Der Drang, sich selbst auf ein Denkmal zu setzen, während man noch im Amt ist:
-
- Das entspricht keinem Selbstvertrauen.
- Das entspricht keinem Patriotismus.
- Das ist ein Warnsignal!
… Es gibt hier noch eine weitere Dimension, die meiner Meinung nach unsere Aufmerksamkeit verdient. Präsident Trump sprach über die amerikanische Kultur. Er sagte, es habe einen unbestreitbaren Versuch gegeben, diesen außergewöhnlichen Charakter zu verändern, uns den amerikanischen Geist auszutreiben und uns von unserer Geschichte zu entfremden. Dazu sagte er:
-
- Man könne entweder Karl Marx oder Amerika treu sein.
- Man könne entweder Kommunist oder Patriot sein.
- Man könne nicht beides sein!
Wir dürfen hier eines nicht vergessen: Das Geniale an Amerika war nie ideologische Konformität: Es war der ideologische Diskurs. Schon die Gründerväter selbst waren sich über die Gestalt der Republik heftig uneins.
Jefferson und Hamilton konnten es kaum ertragen, sich im selben Raum aufzuhalten. Lincoln wurde von der Hälfte des Landes als Tyrann und Diktator bezeichnet, während er es rettete. Die Vorstellung, dass es nur einen einzigen richtigen Weg gäbe Amerikaner zu sein und dass jeder, der von dieser Definition abweiche, ein Kommunist sei – das ist kein Gründungsprinzip.
Das ist ein Loyalitätstest. Doch Loyalitätstests sind das, was autoritäre Regierungen einsetzen. Demokratien setzen auf Wahlen…
… Falls die Strategie der Republikaner für die Zwischenwahlen darin besteht, jeden Demokraten als Kommunisten zu brandmarken, dann bliebe kein Raum mehr für Regierungsarbeit. Man kann nicht mit jemandem verhandeln, den man zum Feind der Verfassung erklärt hätte. Man kann keine parteiübergreifenden Gesetze zur Infrastruktur oder zum Gesundheitswesen mit jemandem verabschieden, von dem man behauptete, er wolle Amerika zerstören. Diese Wortwahl machte jede Zusammenarbeit unmöglich.
Das bedeutete, unabhängig davon, wer im November gewinnen sollte, dass das Land zum Verlierer würde. Denn die Arbeit der Demokratie findet im Raum zwischen den Wahlen statt – in den Verhandlungen, in den Kompromissen, in der harten und wenig glamourösen Arbeit des tatsächlichen Regierens.
Ich möchte mit etwas schließen, über das ich seit gestern Abend nachgedacht habe: Mount Rushmore liegt in den Black Hills von South Dakota, einem Gebiet, das die Regierung der Vereinigten Staaten 1877 unter Verletzung des Fort-Laramie-Vertrags illegal von der Sioux-Nation enteignet hatte. Der Oberste Gerichtshof entschied 1980, dass die Enteignung rechtswidrig sei und sprach eine Entschädigung zu. Die Sioux lehnten das Geld ab: Sie wollen das Land zurück!
Nun stand Präsident Trump auf diesem Boden und warnte vor Menschen, die „unseren Kindern erzählten, dass wir auf gestohlenem Land lebten“ und bezeichnete solche als Verbreiter marxistischer Lügen. Doch es war der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, nicht Karl Marx, der feststellte, wonach das Land rechtswidrig enteignet worden wäre.
Das ist keine radikale Position. Das ist eine rechtliche Feststellung des höchsten Gerichts unseres Landes. Wenn ein Präsident die Urteile seines eigenen Obersten Gerichtshofs als marxistische Propaganda abtut, während er auf eben jenem umstrittenen Boden steht, sollte das jedem Amerikaner zu denken geben.
Nicht, weil es falsch ist, sein Land zu lieben – sein Land zu lieben ist unerlässlich. Sondern weil sein Land zu lieben bedeutet, die Institutionen zu lieben, die es zusammenhalten: die Gerichte, den Kongress, die Verfassung, den demokratischen Prozess selbst.
Wenn diese Institutionen unbequem werden, wenn sie Urteile fällen oder Wahlergebnisse hervorbringen, die einem nicht gefallen, zeigt sich die Größe eines Staatsführers daran, ob er diese Institutionen trotzdem respektiert:
-
- Das hat Washington getan, als er nach zwei Amtszeiten zurücktrat.
- Das hat Lincoln getan, als er die Union unter Wahrung der Rechtsstaatlichkeit bewahrte.
- Das hat Roosevelt getan, als er die Regierung einsetzte, um Menschen aus der Armut zu befreien, ohne das System zu zerstören, das dies ermöglichte.
Das sind die Männer auf diesem Berg. Die Frage, die wir uns alle stellen sollten – jeder Amerikaner, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit – ist, ob das, was wir gestern Abend gehört haben, dem gerecht wird, was jene aufgebaut haben.
Ich glaube nicht, dass es das erfüllt. Aber ich glaube immer noch, dass wir es schaffen können. Das ist der Unterschied zwischen dem Aufgeben Amerikas und dem Kampf dafür.
Ich entscheide mich dafür, zu kämpfen und wünsche eine Ihnen eine frohe 4. Juli-Feier!“
Zitat Ende – Bill Clinton
Das selbstherrliche und neokoloniale Gehabe von US-Präsident Donald Trump, der sich notorisch über jedes Völkerecht stellt und wenn es sein muss, sich sogar selbst noch exklusiv zum obersten Schiedsrichter im Weltfußball für rote Karten macht, lässt Analysten immer öfter davon sprechen, dass zu guter Letzt ein kommender Bürgerkrieg in den USA immer weniger auszuschließen sei.
***
UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.




![Eine Gesamtanalyse der neuen „Nationalen-Sicherheits-Strategie“ der USA! Die neue „Nationale Sicherheits Strategie“ [NSS]](https://www.unser-mitteleuropa.com/wp-content/uploads/2025/12/Die-neue-„Nationale-Sicherheits-Strategie-NSS-150x150.png)



