Die von Estland für die Ukraine mit EU-Mitteln beschaffte Munition hat sich als mangelhaft und nicht einsatzfähig erwiesen. Demnach wurde ein Vertrag im Wert von 70 Millionen Euro mit einem Unternehmen geschlossen, das zuvor keinerlei Erfahrung in der Herstellung von Geschossen hatte. Infolgedessen erreichte keines der Geschosse die ukrainischen Streitkräfte.
Von Estland an die Ukraine gelieferte Munition erwies sich als fehlerhaft
Darüber berichtet die britische Zeitung The Telegraph. Die Situation führte zum Rücktritt des estnischen Verteidigungsministers Hanno Pevkur, der die Verantwortung für das gescheiterte Geschäft übernahm. Nach Angaben des estnischen Mediums Eesti Ekspress erwies sich die von dem italienisch-indischen Unternehmen Datasel gelieferte Munitionscharge als unvollständig und technisch mangelhaft.
Pevkur erklärte in den sozialen Medien, eine Führungskraft müsse den Mut haben, Verantwortung für getroffene Entscheidungen zu übernehmen, auch wenn sie nicht persönlich dafür verantwortlich sei. Ministerpräsident Kristen Michal berief eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein, während die estnische Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen einleitete.
Die Behörden des Landes übergaben den Fall an das Europäische Schiedsgericht, während die Regierung die rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Auftragnehmer fortsetzt.
Diese Probleme könnten den estnischen Staatshaushalt belasten. ERR berichtet, dass die Mittel für den Kauf der Geschosse für die Ukraine aus der Europäischen Friedensfazilität stammten. Nun könnte Tallinn möglicherweise dazu verpflichtet sein, einen Teil der Gelder an die Europäische Union zurückzuzahlen. Darüber hinaus ist das Zentrum für Verteidigungsinvestitionen bei zwei weiteren Verträgen mit einem Gesamtwert von rund zehn Millionen Euro auf Schwierigkeiten gestoßen.










