Immobilienleute machten seit 1970 einen zynischen Witz: Die billigsten Grundstücke der Welt liegen auf den Golanhöhen, man muss sie nur selbst verteidigen. Dass ein ähnlicher Gedanke eines Tages auch bei Wohnungen in Dubai aufkommen könnte, hätte bis vor kurzem kein Mensch für möglich gehalten.
Von MEINRAD MÜLLER | Wer in München, Paris oder London eine Eigentumswohnung kauft, denkt schließlich nicht darüber nach, ob sie eines Tages von Raketen getroffen werden könnte. Der Wert einer Wohnung hing schon immer von drei Kriterien ab: Lage, Lage und nochmals Lage.
Dubai galt lange als sicherer Hafen für Geld aus aller Welt. Allein im Jahr 2025 wurden Wohnungen und Häuser im Wert von rund 250 Milliarden Dollar verkauft. Seit 2021 waren die Preise um etwa 60 Prozent gestiegen. Für viele Käufer war eine Wohnung dort weniger ein Zuhause als ein Parkplatz für Vermögen. Wenn aber Unsicherheit entsteht, verschwindet Kapital schneller als ein Baukran sich drehen kann. Und woher das Geld stammt, ist in Dubai zweitrangig.
Anfang März trafen iranische Drohnen Ziele in Dubai, darunter auch den internationalen Flughafen. Kurz darauf begann der Immobilienmarkt nervös zu werden. Der wichtigste Immobilienindex verlor innerhalb weniger Tage rund 20 Prozent, denn Raketenbeschuss gehörte bislang nicht zu den üblichen Risiken eines Wohnungsbesitzers.
Die Aussicht vom Balkon war bisher ein Verkaufsargument. Der Iran liegt grob gesehen im Norden von Dubai. Nordbalkone und Nordlagen liegen daher in der Flugbahn einer Drohne. Man könnte nun theoretisch überlegen, ob eine Wohnung mit Südbalkon – also auf der dem Iran abgewandten Seite – etwas sicherer liegt. Solche Gedanken sind die beste Bremse, die Finger davon zu lassen.
Saures Bier auf dem Wohnungsmarkt
Eine Eigentumswohnung ist schließlich nur dann eine Kapitalanlage, wenn man sie jederzeit wieder verkaufen kann. In Berlin und München genügen eine Kleinanzeige und eine Million teure Objekte wechseln den Besitzer. Heute jedoch eine gebrauchte Wohnung in Dubai anzubieten, könnte sich anfühlen wie saures Bier auszuschenken. Die Geldanlage endet damit, wenn plötzlich niemand mehr kaufen will.
Fehlt ein funktionierender Zweitmarkt für gebrauchte Wohnungen, dann ist das gute Geld in Dubais Türmen gewissermaßen festgenagelt. Bleiben dann auch noch die Mieter aus, beginnen Nebenkosten, Gebühren und Instandhaltung langsam den erhofften Gewinn aufzufressen. Ein Penthouse verliert schnell an Glanz, wenn Käufer anfangen zu überlegen, ob der Luftschutzkeller im Preis enthalten ist. Der jüngste Schock zeigt, wie empfindlich ein Markt werden kann, wenn Käufer anfangen, über Raketen statt über Renditen nachzudenken.
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MEINRAD MÜLLER (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf UNSER MITTELEUROPA gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.

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