Alle Welt ist momentan auf Kriege, Sanktionen und Krisen „fixiert“, während im China klammheimlich und im Hintergrund seine Strategien unbeirrt weiterverfolgt.
Chinas augenblickliche Strategie zielt offenbar auf den Abbau der Abhängigkeit vom US-Dollar ab, man baut die Goldreserven des Landes kontinuierlich aus.
Physischer Goldhandel bewusst gestärkt
Dazu sprechen die offiziellen Zahlen eine unmissverständliche Sprache. Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldreserven über 20 Monate in Folge erhöht. Allein im Juni wurden rund 15 Tonnen Gold hinzugekauft, der größte monatliche Zukauf seit Oktober 2023. Damit stiegen Chinas offiziellen Goldreserven, laut Reuters, auf rund 2.346 Tonnen.
Parallel dazu baut Peking auch seine Goldinfrastruktur aus. Die Shanghai Gold Exchange gewinnt zunehmend an Bedeutung, während Hongkong seine Rolle als internationales Zentrum für den physischen Goldhandel ausweitet. Gleichzeitig treibt China gemeinsam mit seinen Partnern alternative Handels- und Zahlungssysteme voran, die weniger abhängig vom US-Dollar sind, wie auch uncutnews berichtet hatte.
Auch das World Gold Council bestätigt diesen Trend. China gehört 2026 erneut zu den größten Goldkäufern unter allen Zentralbanken. Weltweit rechnen mittlerweile 89 Prozent der Zentralbanken damit, dass die offiziellen Goldreserven in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen werden.
Gleichzeitig ermutigt die chinesische Regierung auch ihre Bürger jedoch dazu, Edelmetalle zu kaufen.
Langfristige Strategie statt Spekulation
Bemerkenswert ist freilich der Zeitpunkt, denn China kaufte selbst dann weiter Gold, als der Goldpreis deutlich nachgegeben hatte. Das deutet darauf hin, dass Peking nicht auf kurzfristige Gewinne setzt, sondern Gold als „neuen“, strategischen Reservewert betrachtet.
Hinzu kommt, dass Analysten seit längerem, wohl nicht ganz unbegründet vermuten, China könnte tatsächlich deutlich mehr Gold besitzen als offiziell ausgewiesen. Da neben der Zentralbank auch andere staatliche Stellen Gold erwerben können, lässt sich der tatsächliche Bestand fraglos nur schwer überprüfen.
Ob Peking tatsächlich einen grundlegenden Umbau des internationalen Währungssystems vorbereitet, lässt sich derzeit wohl nicht belegen. Fest steht jedoch, dass China seine Goldreserven seit Jahren systematisch ausbaut, den physischen Edelmetallhandel stärkt und offenbar das Ziel verfolgt, seine Abhängigkeit vom Dollar massiv zu verringern.
Die Entwicklung deutet jedenfalls auf eine langfristige geopolitische und finanzstrategische Neuausrichtung hin. Ob daraus tatsächlich eine neue globale Währungsordnung entsteht, bleibt vorerst offen.
Während allerdings viele westliche Staaten ihre Aufmerksamkeit auf kurzfristige Krisen richten, investiert China weiter in einen Vermögenswert, der seit Jahrtausenden als monetäre Reserve gilt.
Sei es also zur Vorsorge oder als strategische Vorbereitung, Peking handelt und das wie immer „sehr leise“.

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