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21.7.2026 – Prof. Jiang und A. Mercouris verweisen auf Parallelen zu heute in den Peloponnesischen Kriegen | Quelle: Bildmaterial „The Duran“ von UM AI generiert

Im zweiten Teil des Gesprächs zwischen The Duran und Prof. Jiang Xueqin, wird erörtert, ob USA zwischen Ukraine und EU-Europa als Verbrauchsmaterial einen Unterschied sehen. Prof. Jiang legt weiters noch dar, wer über den staatlichen Landeseliten steht und welchen Kernaktivitäten nachgeht!

 Alexander Mercouris: „Athen wurde im fünften Jahrhundert v. Chr. als „Tyrannen-Stadt“ bezeichnet!“ – Teil 2

 Alexander Mercouris: Lassen Sie uns darüber weitersprechen [Anmerkung der Redaktion: Über die Anweisung der USA an die Europäer für sie in den Ukraine-Krieg einzusteigen], was passiert ist. Also: Die Europäer übernahmen, nachdem die Amerikaner ihnen das aufgetragen hatten. Der [Ukraine-]Einsatz wird zu einem militärischen Debakel, was auch für mich das bei weitem wahrscheinlichste Ergebnis darstellt. Das wird auch zu einer schweren politischen Krise in Europa führen. Sie haben auch wirtschaftliche Verwerfungen angesprochen. Auch ich sage, dass Europa zum gegenwärtigen Zeitpunkt wirtschaftlich viel instabiler als Russland dasteht. Ich weiß, dass viele Leute eine derartige Ansicht anzweifeln, doch es stellt meine persönliche Meinung dar. Nehmen wir an, ich hätte Recht und es kommt zu einer massiven Krise innerhalb von EU-Europa, was die gesamte Existenz von NATO in Frage stellte. Habe ich etwas dabei übersehen?

Prof. Jiang Xueqin: Die naheliegendste historische Analogie dazu liefert der Peloponnesische Krieg (431–404 v. Chr.) zwischen Athen und Sparta. Wenn man Thukydides liest [Anmerkung der Redaktion: Thukydides war ein in die Kritik geratener verbannter athenischer Feldherr und Verfasser seines berühmtesten historischen Werkes zur „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“], erfährt man, dass der Krieg nicht wirklich zwischen Athen und Sparta stattfand. Der Krieg lief vielmehr zwischen Athen und seinen Verbündeten, denn Athen beutete die Ressourcen seiner Verbündeten aus und schickte jene in besagte sinnlose Kriege. Schließlich wechselten die Verbündeten Athens die Seiten, nachdem Athen so repressiv aufgetreten war und schlossen sich Sparta an.

Falls dies als Anhaltspunkt dient, wäre zu erwarten, dass die Europäer irgendwann herausfinden würden, wer ihr wirklicher Feind sei: Russland oder Amerika? Denn die Russen bieten Frieden an und ließen wissen, dass sie nicht [in EU-Europa] einfallen werden. Warum sollte man überhaupt daran glauben, dass Putin eine solche Absicht verfolge, denn es waren US-Amerikaner, welche die Nord-Stream-Pipelines sprengen ließen und die europäische Volkswirtschaften in den Ruin trieben. EU-Europa ist gezwungen, extrem teures amerikanisches Flüssiggas zu kaufen und wird zugleich in diesen sinnlosen, nicht zu gewinnenden Krieg in der Ukraine getrieben. Dazu verhängen die USA Zölle gegen EU-Europa, um ihre Volkswirtschaften noch weiter auszuhöhlen. Wer ist derzeit der Feind der EU-Europäer? Ist Russland der Feind oder ist es Amerika? Irgendwann werden die EU-Europäer zum Schluss kommen, dass sie mit Russland tatsächlich besser als mit Amerika fahren würden. Ich vermag nicht zu sagen, wie lange es bis dahin noch dauern werde, doch, wenn man den Peloponnesischen Krieg als Maßstab heranzieht, entspricht das dem Endergebnis.

Alexander Mercouris: Als Grieche und sehr alter Athener – kann ich absolut bestätigen, was Sie gerade gesagt haben:

Tatsächlich wurde Athen als „Tyrannen-Stadt“ bezeichnet!

Nachdem Athen schließlich besiegt worden war, kamen Forderungen seitens der ehemaligen Verbündeten Athens auf, um die Stadt dem Erdboden gleichzumachen. Doch es waren die Spartaner, die „Nein!“ dazu sagten – jene haben sich tatsächlich dagegen ausgesprochen!

Wir stehen inzwischen wieder vor einer solchen Situation – sprich einer Rebellion europäischer US-Verbündeter – die es zu untersuchen gilt. Allerdings wird das nicht unter den gegenwärtigen Führungen in Europa eintreten, sondern unter alternativen Führungen, die sehr gut vorstellbar sind. Wir erleben einen dramatischen Wandel in Bezug auf die Haltung der Europäer.

Doch, wo bleiben in diesem Zusammenhang die Vereinigten Staaten? Ich kenne viele Amerikaner – John Mearsheimer, den ich besonders gut kenne, ist einer davon. Mearsheimer meint, dass die Vereinigten Staaten Europa nicht brauchten und Europa ein problematischer Ort wäre. Ich denke, das würde zutreffen, falls die Vereinigten Staaten einer Politik des Friedens und der Entwicklung sowie des inneren Aufbaus nachgingen. Nachdem die Vereinigten Staaten jedoch weiterhin an geopolitischen Ambitionen festhalten, so würde sie der Verlust ihrer wichtigsten Verbündeten aus Europa eher schwächen als stärken!

Prof. Jiang Xueqin: Lassen Sie uns diesbezüglich noch einmal auf den Peloponnesischen Krieg zurückkommen: Athen kämpfte nicht nur gegen Feinde in Übersee, wie Sparta, sondern zusätzlich gegen Sizilien und Syrakus und führte dazu auch noch einen Bürgerkrieg. So kam es in Athen zu einem Staatsstreich durch die Elite und es gab eine Rebellion…

Die innenpolitische Lage in Athen war also völlig aus dem Ruder gelaufen. Da gab es Leute wie Kleon [Politiker und Heerführer, der rhetorisch für seine emotionalen Tiraden bekannt war] und Alkibiades [ein brillanter, aber opportunistischer Feldherr] – sie waren Demagogen, die intern jede Menge Probleme verursachten. Ich glaube, der Grund für die Niederlage Athens lag nicht darin begründet, dass es einem überlegenen Feind wie Sparta gegenüberstand, sondern dass es aufgrund interner Machtkämpfe zerbrochen ist.

Ich denke, genau das passiert gerade in den Vereinigten Staaten. Man braucht sich dazu nur die inneren Verhältnisse in den Staaten anzusehen: Es gibt einen Regierungsstilllegung. Ich bin mir nicht sicher, ob es den Leute bewusst ist, zumal die US-Administration lahmgelegt ist. In Folge wäre es möglich, dass im nächsten Monat Dutzende Millionen Amerikaner hungern müssten, weil ihnen der Zugang zu Lebensmittelmarken verwehrt bliebe. Doch das scheint niemanden zu kümmern und auch Donald Trump nicht wirklich zu interessieren:

Inzwischen ist von einem Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten die Rede!

Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten in den nächsten zwei bis vier Jahren in eine bürgerkriegsähnliche Situation – insbesondere nach den Wahlen 2028 – schlittern könnten. Wer auch immer die Wahl gewonnen haben wird – die Verlierer-Seite wird besagten Wahlsieger als Präsidenten einfach nicht anerkennen. Ich schließe daraus, dass die Vereinigten Staaten eine sehr schwere Phase des imperialen Niedergangs durchlaufen werden.

Ich denke, was in Europa geschieht, stellt nur einen Schauplatz dar, wobei der eigentliche Hauptschauplatz in den Vereinigten Staaten liegt. Falls in den Vereinigten Staaten zivile Unruhen ausbrechen, könnte es extrem hässlich enden, denn die Amerikaner sind das am stärksten bewaffnete Volk der Welt.

Alexander Mercouris: In der Tat, das ist ein interessanter Punkt, den Sie da angeschnitten haben: Denn als jemand, der die Geschichte [des antiken Athens] sehr gut kennt – schließlich ist das die Geschichte meiner Stadt – stellt man gegen Ende des Peloponnesischen Krieges fest, dass, obwohl es diese interne Krise in Athen gab, die Entscheidungsfindung der Athener zunehmend irrational und unglaublich aggressiv wurde sowie jeglichen Bezug zur Realität verloren hatte! Athen beginnt Kriege an allen möglichen Orten, bis Athen schließlich im Grunde gegen jeden kämpft:

Gegen Perser, Sizilianer, Spartaner und seine eigenen Verbündeten!

Athen kämpft gegen alle gleichzeitig und wie Sie richtigerweise feststellten, kam auch noch eine interne Krise dazu.

Prof. Jiang Xueqin: Ich unterhalte mich sehr gerne mit Ihnen, weil Sie so gut über den Peloponnesischen Krieg Bescheid wissen. Doch der eigentliche Wendepunkt des Krieges war die Invasion Siziliens. Vorher war das alles für Athen kein wirkliches Problem. Es verfügte über die dominierende Marine im Mittelmeer, aber der Feldzug gegen Sizilien lief völlig ohne Plan. Niemand wusste, warum Athen dies tat. Darüber noch war es ein sehr kostspieliges Unterfangen. Nicht nur, dass sie im Zuge der Expedition alle ihre Soldaten verloren, sondern sie zogen auch noch Syrakus in den Krieg hinein. Syrakus verfügte über eine Flotte – Sparta hatte keine Flotte. Syrakus wurde so in den Krieg verwickelt und genau das besiegelte den Untergang Athens. Ich denke also, was die Situation im Vergleich zu den USA angeht:

Die irrationale Invasion des Iran führt zum US-Untergang!

Eine der wichtigsten Prognosen lautet, dass die USA irgendwann einen Punkt erreichen werden, um eine Bodeninvasion in den Iran zu starten. Ich glaube, diese würde genauso verlaufen wie jene der Athener in Sizilien: Die Athener marschierten in Sizilien ein und gewannen zunächst all großen Schlachten. Doch dann gerieten sie in eine Pattstellung. Athen konnte seine Truppen nicht mehr versorgen und musste sich angesichts der überlegenen Gegenoffensive von Syrakus ergeben. Ich glaube, ein sehr ähnliches Szenario lässt sich heute im Nahen Osten verorten.

Alexander Mercouris: Wie groß wäre das Risiko, dass in solchen Szenarien Atomwaffen zum Einsatz kämen? Denn dies stellt den grundlegenden Unterschied zwischen unserer heutigen Situation und jener in der Vergangenheit dar. Im fünften Jahrhundert v. Chr. gab es noch keine Atomwaffen – damals gab es diese noch nicht. Athen konnte zwar untergehen, aber es hatte nicht die Möglichkeit, Atomwaffen einzusetzen. Amerika verfügt theoretisch über diese Möglichkeit. Wird das zum Risiko?

Prof. Jiang Xueqin: Ich schließe den Einsatz von Atomwaffen eigentlich aus. Ich glaube nicht, dass Atomwaffen jemals eingesetzt werden – es ist letztendlich ein Tabu. Ich meine, wer auch immer Atomwaffen einsetzte, würde für alle Ewigkeit als Paria-Staat ausgegrenzt werden. Es spielt dabei keine Rolle, um wen es dabei geht. Falls Amerika Atomwaffen einsetzte, würde sich die ganze Welt gegen Amerika wenden und Amerika würde auf ewig geächtet werden. Das ist meine Meinung zu dieser Frage.

Dazu hat man zu bedenken: Auch wenn diese Nationalstaaten im Krieg stehen, verfügen sie dennoch über zahlreiche Kommunikations-Kanäle durch die Hintertür. Denn es finden weiterhin Verhandlungen statt. Man erinnere sich nur, dass selbst während des Peloponnesischen Krieges die Eliten von Sparta und Athen sehr eng miteinander verbunden waren. Sie waren untereinander verheiratet. Als Athen die spartanischen Geiseln nahm, gaben die Athener diese nach einigen Verhandlungen wieder zurück. Der Krieg ist also nie in völlige Barbarei abgeglitten. Ich meine, Regeln der Kriegsführung blieben weiterhin aufrecht.

Auch wenn Russland und die Vereinigten Staaten sich noch im Krieg befinden, verfügen sie dennoch über zahlreiche inoffizielle Kommunikationskanäle. Man darf nicht vergessen, was viele Menschen nicht sehen: Putin und Trump sind sehr gute Freunde. Das zeigte sich bei dem Treffen in Anchorage, Alaska. Wenn man sich nur deren Körpersprache mit ihrem Auftreten und ihrer Sprache betrachtet, dann stehen sie sich sehr nahe. Sie haben sozusagen ein gutes Verhältnis zueinander. Daher würde ich den Einsatz von Atomwaffen eigentlich ausschließen. Ich glaube nicht, dass dies in den nächsten 10 Jahren zu einem Faktor werden würde.

Alexander Mercouris: Lassen Sie uns noch die Analogie zum Peloponnesischen Krieg fortsetzen, die für mich interessant erscheint, zumal ich ja Grieche bin: Ist der Angriff auf Venezuela vergleichbar mit dem auf Melos? Eine weitere Maßnahme, die Athen eigentlich gar nicht hätte ergreifen müssen, war Athens Angriff gegen Melos. Im Grunde beginnt Athen zu spüren, dass es vielleicht untergehen und sich das Blatt wenden könnte.

Zugleich zieht Athen gegen Melos in den Krieg. Es vernichtet diesen Inselstaat, der versucht, seine Neutralität zu wahren und das Gleichgewicht zwischen den damaligen Großmächten Sparta und Athen zu wahren. Damit schockiert Athen die gesamte antike griechische Welt. Ich meine, das ist eines der Ereignisse, welche die Stimmung gegen Athen kippen ließ. In Folge hat Thukydides diese Thematik in seiner unglaublich eindringlichen und außergewöhnlichen Darstellung, die in Diskussionen gerne zitiert wird, aufgegriffen. Steht die Venezuela-Sache mit jener US-Machtdemonstration und dem US-Anspruch nach regionalem Einfluss für eine vergleichbaren Erscheinung?

Prof. Jiang Xueqin: Für mich war Melos ein Wendepunkt im Krieg, denn da hat Athen jeden Anschein von Heuchelei, jeden Anschein von Liberalismus und Tugend sowie Demokratie hinter sich gelassen: Macht ginge vor Recht! Das sagten die Athener zu den Meliern. Athen könnte tun und lassen, was es wollte, weil es der Stärkere sei, sodass andere einfach den Mund zu halten bzw. zu gehorchen hätten. Die Melier sagten: „Lieber sterben wir!“, worauf Athen sagte: „Na gut, dann töten wir Euch eben alle!“

Ich denke also, wenn ich einen Kreis parallel zu Melos ziehen wollte, würde dieser eher Gaza oder Palästina umfassen. Denn man kennt den „Gaza-Moment“. Das ist der Moment, in dem die ganze Welt die Hoffnung auf die Vereinigten Staaten aufgegeben hat:

Die Amerikaner sind ganz klar Kollaborateure bei dem, was in Gaza geschieht!

Ich meine, die Welt ist einfach angewidert von amerikanischer Vormachtstellung und Hybris!

Meine Einschätzung bezüglich Venezuela ist eine andere. Ich glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten eine Bodeninvasion in Venezuela starten werden. Ich glaube nicht, dass sie Appetit darauf hätten. Ich glaube nicht, dass sie über die Ressourcen, personellen Kapazitäten sowie den politischen Willen verfügen, um tatsächlich eine Invasion in Venezuela durchzuziehen. Was meiner Meinung nach dort geschieht, ist eigentlich etwas anderes. Lassen Sie mich Ihnen dazu meine Analyse darlegen, um anschließend Ihrerseits darauf einzugehen. Ich glaube nämlich, dass derzeit ein versteckter Krieg in der Geopolitik tobt:

Der verborgene Krieg findet zwischen Nationalisten und Globalisten statt!

Ein weiterer Punkt ist, dass Trump es mit dem Global Deep State aufnimmt – mit:

  • der City of London
  • der Wall Street
  • dem Deep State [Tiefen Staat]

Trump glaubt, dass der Tiefe Staat ihm 2020 die Wahl gekostet hätte. Er spricht immer noch davon, wie er 2020 betrogen worden sei und wer ihm das angetan hätte: Der Deep State! Er sieht somit den Deep State als seinen wahren Feind.

Falls man davon ausgeht, dass es einen globalen [transnationalen] „Deep State“ gebe – doch den gibt es offensichtlich – wie übt dieser seine Macht aus? Nun, sie üben ihre Macht aus, indem sie drei Schienen kontrollieren, mit denen immense Gewinne einfahren:

  • Die erste Schien baut auf Verschuldung, sprich auf Finanzen und Glücksspiel, auf!
  • Die zweite Schiene setzt auf Sklaverei, sprich auf Prostitution und Menschenhandel!
  • Die dritte Schiene schließlich bildet der Handel mit Drogen!

Würde man einen Blick auf die chinesische Geschichte werfen, so hat Großbritannien tatsächlich die Opiumkriege geführt, um China Drogen aufzuzwingen. Es war ein äußerst profitables Unterfangen – das gesamte globale Finanzsystem geht auf die Opiumkriege zurück. Ist dieses System inzwischen verschwunden? Ich glaube nicht, dass es verschwunden ist:

 Ich denke, wenn man sich die City of London anschaut, ist das immer noch eine Operation für Geldwäsche!

Wollte man sich in Trump hineinversetzen und den globalen [transnationalen] Deep State, sprich die City of London wirklich zerstören wollen, dann würde man das angreifen, womit von jenen das Geld gemacht wird. Man greift deren Drogenschmuggel-Infrastruktur an. Wenn Trump also sagt, dass er diese Drogenschmuggler ausgeschaltet hätte, doch alle sagen so etwas, wie: „Nein, nein, nein, das waren doch nur Fischer auf ihren Booten!“

Ich glaube tatsächlich, dass Trump in diesem Fall die Wahrheit spricht. Ich glaube, sie bombardierten tatsächlich Drogenschmuggler-Boote. Sie versuchen also, den weltweiten Drogenschmuggel-Komplex zu eliminieren. Das ist möglicherweise der Grund, warum sie auch von einer Intervention in Nigeria oder wo sonst auch immer sprechen.

Ich denke der tatsächlich große Schachzug hier bedeutet, den globalen [transnationalen] Deep State zu schwächen, indem man seine Geldmach-Maschinerie zerschlägt. Ich glaube also nicht, dass Trump tatsächlich in Venezuela einmarschieren wolle. Ich halte das alles für leeres Gerede. Ich glaube vielmehr, dass man weltweit fortwährende Maßnahmen gegen den Drogenschmuggel erleben wird. Das ist es, was meiner Meinung nach vor sich geht!

[Anmerkung der Redaktion: Am gründlichsten räumte bisher der ehemalige philippinische Präsident Rodrigo Duterte mit den transnationalen Drogen Kartellen auf den Philippinen auf. Dafür hat sein Nachfolge Duterte verhaften und nach Europa zum ICC deportieren lassen. UM berichtete darüber – siehe das UM-Link am Ende.]

Alexander Mercouris: Das ist sehr interessant. Darf ich kurz einwerfen, dass ich in London schon seit den 60-er Jahren lebe. Die Symbole des Reichtums, der durch die Opiumkriege geschaffen wurde, sind überall sichtbar, wie:

Viele der Finanzinstitute in London, die bis heute berühmt sind!

Ich werde sie nicht namentlich erwähnen, da das zu rechtlichen Problemen führen könnte. Aber wenn man ihre Vorgeschichte bzw. ihre frühe Geschichte durchleuchtet, wird man feststellen, dass vieles davon tatsächlich auf die Opiumkriege und den Opiumhandel mit China zurückgeht. Daran können sich die Menschen in China natürlich sehr genau erinnern. Die Briten erinnern sich dagegen nicht annähernd so gut daran – das nur so nebenbei, weil es mir interessant erscheint!

Wie erklärt das jedoch diese recht seltsame Geschichte rund um [das Opioid] Fentanyl? Ich möchte nun China ins Spiel bringen, denn China ist ein Koloss. Ich selbst hatte schon immer das Gefühl, dass letztendlich alles, was Amerika tut, letztlich mit China zusammenhängt. Ich weiß nicht, ob Sie dem zustimmen, aber das ist jedenfalls meine persönliche Ansicht, wie der:

  • Konflikt in der Ukraine!
  • Konflikt in Russland!
  • letztendlich auch der Konflikt im Iran!

Wenn wir schon dabei sind: Es dreht sich letztendlich alles um China und um die Herausforderung, welche die Amerikaner durch China sehen.

Woher kommt dann diese ganze Fentanyl-Geschichte, denn ich schließe die Vorstellung, dass China tatsächlich in den Fentanyl-Schmuggel verwickelt wäre, völlig aus. Ich halte das für völlig unsinnig. Es existieren dazu keinerlei Beweise, welche eine solche Behauptung stützen könnten. Dennoch wird das endlos wiederholt und weithin geglaubt und Trump selbst behauptet das. Er hat in diesem Zusammenhang Zölle gegen China verhängen lassen. Wie passt das zu dem, was Sie gerade gesagt haben?

Prof. Jiang Xueqin: Ich denke, dass die finanzielle Infrastruktur, die es für Opiumkriege seinerzeit schon gab…

… den gesamten globalen Drogenhandel einschließlich Fentanyl bis heute untermauert!

Es sind definitiv chinesische Staatsangehörige am Fentanyl-Handel beteiligt, jedoch nicht die Regierung. Die Regierung würde ein solches Unterfangen niemals unterstützen. Es handelt sich um chinesische Geheimgesellschaften – chinesische kriminelle Organisationen – welche einige der notwendigen Präkursor-Chemikalien herstellen lassen. Doch es handelt sich um ein globales [transnationales] Netzwerk – diesbezüglich haben Sie tatsächlich recht:

Der größte Teil des Schmuggels mit chemischem Fentanyl wird wahrscheinlich von Akteuren des „Deep State“ wie der CIA betrieben – das ist nur eine Vermutung meinerseits – denn ich weiß es nicht!

Zumal der Handel mit Drogen so profitabel ist, kann man sich vorstellen, dass zahlreiche staatliche Akteure daran beteiligt sind und viel an Geldwäsche mit dabei im Spiel ist. Ich meine, sie haben ein sehr ausgeklügeltes System. Ob man nun Opium raucht oder Fentanyl – es handelt sich dabei um ein und dasselbe System!

 Fortsetzung mit Teil 3 folgt

 Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

***

 

Teil 1 des Gesprächs zwischen The Duran und Prof. Jiabg Xueqin erschien: HIER

Das Video mit Prof. Jiang Xueqin im Interview mit The Duran auf Englisch: HIER

Der Artikel von UM zu Rodrigo Duterte, nachdem dieser die transnationalen, kriminellen Drogenkartelle auf den Philippinen radikal zerschlagen ließ: HIER

Warum gegen Rodrigo Duterte in Den Haag ein Schauprozess vorbereitet wird

 



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Von Redaktion

2 Kommentare zu „Prof. Jiang zur Hybris von Großmächten im Niedergang – Teil 2  “
  1. Lafontaine: Ukraine-Krieg ist Geschäft von BlackRock – und Merz spielt mit
    In einem Interview im Rahmen des Podcasts „Ungeskriptet“ übt der ehemalige SPD-Vorsitzende und Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine, scharfe Kritik an der deutschen Außenpolitik.
    https://u.to/TJyqIg

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