Sachsen-Anhalts Verfassung kennt keine feste Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten. Dadurch könnte eine geschäftsführende CDU-Regierung trotz eines AfD-Wahlsiegs zunächst im Amt bleiben. Rechtlich mag das möglich sein – politisch wäre eine endlose Hängepartie schwer vermittelbar.
In „Unserer Demokratie“ ist alles möglich – auch, dass Wahlergebnisse einfach ignoriert werden
Sachsen-Anhalt steht vor einer Landtagswahl, deren mögliches Ergebnis die politische Ordnung des Landes erschüttern könnte. Die AfD liegt in den Umfragen klar vor der CDU. Dennoch könnte nach dem Wahltag nicht der Kandidat der stärksten Partei, sondern weiterhin der amtierende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze die Regierungsgeschäfte führen – möglicherweise über einen längeren Zeitraum.
Das ist keine wilde Spekulation, sondern eine Möglichkeit, die sich aus der Landesverfassung ergibt. Der neue Landtag muss sich spätestens 30 Tage nach der Wahl konstituieren. Für die Wahl des Ministerpräsidenten existiert dagegen keine feste Frist mehr. Die frühere Vorgabe, den ersten Wahlgang innerhalb von 14 Tagen nach der konstituierenden Sitzung abzuhalten, wurde 2020 gestrichen! Begründet wurde dies mit der Möglichkeit längerer Koalitionsverhandlungen.
Was damals wie eine pragmatische Anpassung wirkte, könnte nun zur politisch brisanten Hintertür werden: Solange kein Nachfolger gewählt und vereidigt ist, bleibt die bisherige Regierung geschäftsführend im Amt.
Ein Wahlergebnis ohne unmittelbare Konsequenz?
Natürlich wählen die Bürger in Deutschland keinen Ministerpräsidenten direkt. Sie wählen den Landtag, und dieser bestimmt anschließend den Regierungschef. Ebenso selbstverständlich ist es, dass die stärkste Partei nicht automatisch die Regierung führen muss. Findet sich im Parlament eine tragfähige Mehrheit gegen sie, ist eine solche Regierungsbildung vollkommen legitim.
Doch genau darum geht es in der aktuellen Debatte nur zum Teil. Empörend wäre nicht, wenn Abgeordnete eine andere parlamentarische Mehrheit organisieren.
Empörend wäre eine Strategie, die Entscheidung möglichst lange gar nicht erst herbeizuführen und stattdessen eine bei der Wahl abgestrafte Regierung geschäftsführend weitermachen zu lassen.
Eine Übergangsregierung soll staatliche Handlungsfähigkeit sichern. Sie darf nicht zum politischen Dauerzustand werden, nur weil den selbsternannten „demokratischen Parteien“ das Wahlergebnis nicht gefällt. Wer demokratische Verantwortung beansprucht, muss sich dem neu gewählten Parlament stellen – mit einem Kandidaten, einem Bündnis und einer offenen Abstimmung.
Schulzes bemerkenswerter Satz
Sven Schulze hat die verfassungsrechtliche Lage selbst öffentlich angesprochen. Bei „Markus Lanz“ erklärte er, dass es bei fehlenden Mehrheiten aus der politischen Mitte wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum zunächst keine Wahl des Ministerpräsidenten geben werde. Zugleich sagte er, er wolle sich selbst zur Wahl stellen und eine zügige Entscheidung anstreben. Eine Zusammenarbeit sowie Ministerposten für AfD oder Linke schloss er aus.
Gerade deshalb bleibt ein befremdlicher Eindruck. Einerseits soll der Wähler entscheiden. Andererseits wird bereits vor der Wahl darüber gesprochen, wie eine Regierungsbildung vertagt werden könnte, falls das Ergebnis nicht in die gewünschten Koalitionsmuster passt.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hält an der Abgrenzung zur AfD fest und verweist auf Minderheitsregierungen mit wechselnden Mehrheiten. Das ist verfassungsrechtlich möglich. Aber eine Minderheitsregierung benötigt zunächst einen gewählten Ministerpräsidenten. Eine geschäftsführende Regierung, die ohne erneute Wahl des Regierungschefs im Amt bleibt, ist politisch etwas anderes.
Das „Ramelow-Szenario“
Die AfD spricht von einem möglichen „Ramelow-Szenario“. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke wirft Schulze sinngemäß vor, nach einer Niederlage einfach im Amt bleiben zu wollen. Diese Darstellung ist zugespitzt und parteipolitisch motiviert. Trotzdem berührt sie einen wunden Punkt: Wie lange darf ein Übergang dauern, bevor aus einer verfassungsrechtlichen Vorsorge ein demokratisches Legitimationsproblem wird?
Die Antwort kann nicht lauten: so lange, wie es der bisherigen Regierung nutzt.
Eine geschäftsführende Regierung ist zwar rechtlich im Amt, doch ihre politische Grundlage stammt aus dem alten Landtag. Nach einer Wahl haben sich die Kräfteverhältnisse verändert. Je deutlicher die bisherige Regierungsmehrheit abgewählt wird, desto größer wird der Druck, diese neuen Verhältnisse auch institutionell abzubilden.
Wer dann mit fehlenden Fristen operiert, bewegt sich vielleicht innerhalb des Wortlauts der Verfassung. Er riskiert aber, ihren demokratischen Sinn auszuhöhlen.
Stärkste Kraft ist nicht absolute Mehrheit
Bei aller berechtigten Empörung muss sauber unterschieden werden. Wird die AfD lediglich stärkste Fraktion, besitzt sie noch keinen automatischen Anspruch auf die Staatskanzlei. Andere Parteien dürfen eine Koalition bilden oder einen anderen Kandidaten zum Ministerpräsidenten wählen. Das ist keine Umgehung des Wählerwillens, sondern parlamentarische Demokratie.
Anders wäre die Lage bei einer absoluten Mehrheit der Sitze. Dann könnte die AfD ihren Kandidaten grundsätzlich aus eigener Kraft wählen. Eine CDU-Regierung könnte eine solche Mehrheit nicht einfach auf Dauer ignorieren. Die eigentliche Gefahr einer Hängepartie besteht daher vor allem dann, wenn die AfD zwar deutlich gewinnt, aber unterhalb der absoluten Mehrheit bleibt und zugleich keine andere stabile Mehrheit zustande kommt.
Diese Unterscheidung schwächt die Kritik nicht. Sie macht sie präziser. Denn selbst wenn niemand einen automatischen Regierungsauftrag aus dem Rang als stärkste Partei ableiten kann, haben die Bürger Anspruch auf eine zügige, transparente Klärung der Machtfrage.
Keine Verfassungslücke als Machtreserve
Verfassungsrechtler betonen zu Recht, dass eine vorübergehende geschäftsführende Regierung zulässig ist. Zugleich kann die stärkste Fraktion nach Einschätzung von Experten über parlamentarische Instrumente auf eine Abstimmung drängen. Das Parlament ist also nicht völlig machtlos.
Wenn die CDU eine Mehrheit ohne die AfD organisieren kann, soll sie diese offen präsentieren und im Landtag zur Abstimmung stellen. Wenn sie eine Minderheitsregierung anstrebt, soll sie ebenfalls um die erforderlichen Stimmen werben. Was sie nicht tun sollte, ist die fehlende Frist als Vorwand für ein politisches Schweben ohne Entscheidung zu benutzen.
Die Bürger verdienen Klarheit
Die demokratische Zumutung besteht nicht darin, dass Parteien Koalitionen gegen den Wahlsieger bilden dürfen. Das gehört zum parlamentarischen System. Die Zumutung bestünde darin, wenn nach einem eindeutigen Wahlsignal niemand bereit wäre, eine klare Abstimmung herbeizuführen – während die abgewählte Regierung ihre Geschäfte einfach fortsetzt.
Rechtmäßigkeit allein schafft noch keine politische Legitimität. Eine Regierung, die sich nach einer Wahl auf eine Übergangsregelung stützt, muss alles daransetzen, diesen Übergang so kurz wie möglich zu halten. Andernfalls entsteht der Eindruck, der Bürger dürfe zwar abstimmen, die Machtfrage werde aber vertagt, bis das Ergebnis den etablierten Parteien besser passt.
Genau dieser Eindruck wäre Gift für das Vertrauen in die Demokratie.
Sachsen-Anhalt braucht nach der Wahl keine taktische Verzögerung und keine Regierung auf unbestimmte Zeit. Das Land braucht eine offene Abstimmung, klare Mehrheiten und Politiker, die den Mut besitzen, das Wahlergebnis anzunehmen – auch dann, wenn es ihnen nicht gefällt.
Beiträge aus unserer Serie „SOS Demokratie“
- SOS-Demokratie – Der Repressionsapparat vor den Ost-Wahlen
- SOS-Demokratie – AfD-Kandidat wegen Parteizugehörigkeit (!) nicht zur Wahl des Landrats zugelassen
- SOS-Demokratie – EU will Korridor des Meinungsspektrums weiter einengen
- SOS-Demokratie – Linksfaschisten machen gegen AfD-Bundesparteitag im Juli 2026 mobil
- SOS-Demokratie – Nur 1,47% AfD-Gäste: ARD & Co. ohne Meinungsvielfalt
- SOS-Demokratie – Journalisten-Verfolgung in Deutschland: Petr Bystron zu Gast beim US-Kanal „InfoWars“
- SOS-Demokratie – GIEßEN: DGB-Schläger (!) prügeln auf TV-Team von TICHYS EINBLICK ein
- SOS-Demokratie – Staatliche Zensurförderung seit 2020 um mehr als 500 % gestiegen
- SOS-Demokratie – Blockparteien würden AfD-Regierung nicht hinnehmen
- SOS-Demokratie – „Auf Tasten treten“: Linkspartei eskaliert gegen Pressefreiheit
- SOS-Demokratie – Streuergeld für Verein, der für ein AfD-Verbot wirbt
- SOS-Demokratie – European Media Freedom Act – Meinungsfreiheit akut gefährdet!
- SOS-Demokratie – Demokratie auf Abruf: Wenn der Staat zur Waffe gegen die Opposition wird
- SOS-Demokratie – Ex-ZDF-Moderator Peter Hahne rechnet mit ARD-Sommerinterview-Machern ab (VIDEO)
- SOS-Demokratie – ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel und Stellungnahme zu Störaktionen
- SOS-Demokratie –„Fest der Demokratie“ eskaliert zu linksfaschistischem Gewaltexzess
- SOS-Demokratie – Kanzler Merz will ultralinke Juristin zur Verfassungsrichterin wählen lassen
- SOS-Demokratie – “Aktionstag” gegen politisch unbequeme Bürger mit überfallsartigen Hausdurchsuchungen
- SOS-Demokratie – Staatsterror gegen Opposition: 22. Hausdurchsuchung gegen AfD-EU-Abgeordneten
- SOS-Demokratie – EU betreibt einen gigantischen Medienförderapparat zur Festigung ihrer Macht
- SOS-Demokratie – Der linke Wertefaschismus und die Tyrannei im Debattenraum
- SOS-Demokratie – Linksextreme Gewalt explodiert gerade: Antifa-Schläger behindern Veranstaltungen
- SOS-Demokratie – Weitere „Meldestelle“ gefordert: diesmal für „demokratiefeindliche“ Lehrer
- SOS-Demokratie – Private Kommunikationsräume nun im Fokus der Regierung
- SOS-Demokratie – FPÖ schlägt Alarm: Kontosperrungen sollen Kritiker existenziell vernichten
- SOS-Demokratie – Wie NGOs und CDU gemeinsam am Grundgesetz sägen
- SOS-Demokratie – Deutsche Regierung außer Kontrolle: „Opposition kleinregieren“
- SOS-Demokratie – „Unsere Demokratie“: Ein Orwell-Sprech für einen autoritären Staat!
- SOS-Demokratie – Erst Rumänien, jetzt Frankreich – die politisch missbrauchte Justiz
- SOS Demokratie – „Austro-Ampel“ mit Zensurplänen gegen Kritiker
- SOS Demokratie – Blockwart- und Spitzelsystem wird über „Meldestellen“ 2025 ausgebaut
- SOS-Demokratie – NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schafft 4 (!) Spitzel-Meldestellen
- SOS-Demokratie – Weidel nimmt zur „Säuberung“ der Polizei von AfD-Mitgliedern Stellung
- SOS-Demokratie – CDU-Minister Schuster bezeichnet Antifa-Linksfaschisten als „Verfassungsschützer“
- SOS-Demokratie – Wahlannullierung bei AfD-Erfolg im Gespräch
- SOS-Demokratie – Grüne wollen Polizeistaat installieren
- SOS Demokratie – Grüner Ösi-Minister: Demokratie-Verächter, Meinungs-Zensor als „Musk“ in Deutschland
- SOS Demokratie – Ex-EU-Kommissar erklärt Europas Demokratie den Krieg (Video)
- SOS Demokratie – Stv. serbischer Ministerpräsident: „Westen verleugnet Demokratie“ (Video)

Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.








Den Blockpartei-Lumpen ist alles zuzutrauen. Was kümmert die wie das „nach außen“ aussehen würde, Hauptsache sie behalten die Macht, nur darum geht es ihnen, nicht um „Volkes Willen“. Das war auch damals der eigentliche Grund für die „Reform“ bzw. die Fristloeschung, nicht irgendwelche (angeblichen oder wirklichen) langen Koalitionsverhandlungen, dann haette man ja zB die Frist auf 6 Wochen oder so aendern koennen, das reichte allemal für Verhandlungen, aber das haben sie ja absichtlich nicht mehr terminiert (sozusagen). Wie gesagt. Der Luegenpartei-Marionette mit den schlechten Poebel-Manieren traut man alles zu. Und wenn vom Luegenbaron die Weisung kommen sollte „Du machst jetzt einfach „geschäftsführend“ weiter, für unsere SED-Demokratie!“ wird die nicht widersprechen? Deshalb absolute Mehrheit für die Blaue Kraft, dann gibt es keine Winkelzuege mehr für die Demokratiefeinde von CDU & Co., ich drücke die Daumen.
Die absolute Mehrheit hätte das System nie zugelassen!
Die „HINTERBÄNKLER“ kommen nicht auf solche „schrägen und korrupten Machenschaften“, es sind die „WAHLVERSPRECHER SPRECHPUPPEN“ !
Auf unkontrollierte Migration mit allen negativen Folgen für Leib und Leben folgt eben irgendwann die Gegenreaktion. Sicher nicht schön, aber nachvollziehbar.
Beim Parteiprogramm von SPD, CDU und Grünen nahezu schon als Notwehr zu werten.
1) Die AfD ist eine verantwortungsbewusste, libertäre Partei der Bildungs- und Leistungsgesellschaft.
2) Ich wünsche der AfD gegen das egoistische Abwehrkartell (CDU/CSU, SPD, Grüne, Die Linke) Erfolg. Die AfD hat mit ihrem Widerstand gegen die massive Armutseinwanderung und gegen die fatale Neuverschuldung durch die Regierung Merz (CDU/CSU, SPD) recht.
+ J. Datko – Ingenieur, Physiker – Regensburg – AfD-Stammwähler +