George Orwell, mit bürgerlichem Namen Eric Blair, hatte wohl nicht über den Machtmissbrauch aus „sicherer Entfernung“ geschrieben, er hatte zweifellos gesehen, wie dieser funktioniert.
Polizist im britisch kolonisierten Burma
Bevor er der bis heute weltberühmte Autor George Orwell wurde, hieß er Eric Blair und arbeitete als Polizist für das britische Empire in Burma. Dort erlebte er am eigenen Leib, wie ein System Menschen beherrscht und wie schnell jemand, der selbst Zweifel hat, Teil dieser Macht wird. Diese Erfahrung machte ihn zu einem entschiedenen Gegner des Imperialismus.
Später lebte er eine Zeit lang unter den Armen von Paris und London, recherchierte in den Industriestädten Nordenglands und kämpfte auch selbst im Spanischen Bürgerkrieg gegen Diktator Franco.
Damals wurde er am Hals schwer verletzt und erlebte zugleich, wie politische Gruppen ihre eigenen Verbündeten verfolgten, wenn sie nicht bereit waren der „richtigen Linie“ zu folgten. Diese Monate prägten seinen lebenslangen Hass auf totalitäres Denken.
Aus diesem Grund war Orwell auch so misstrauisch gegenüber großen Parolen. Er wusste, dass die Politik erst dann gefährlich wird, wenn Menschen offen lügen. Gefährlich wird sie, wenn Sprache so vernebelt wird, dass Gewalt, Unterdrückung und Unrecht plötzlich ganz einleuchtend klingen.
Seine wichtigste Regel war jedoch erstaunlich schlicht, nämlich ganz simpel klare Worte zu benutzen. Denn wer klar spricht, macht es schwerer, Unmenschliches hinter freundlichen Formeln zu verstecken.
.Was aus den Erkenntnissen eines großen Schriftstellers des vergangenen, historisch mehr als turbulenten Jahrhunderts nachzulesen ist, lässt sich in seinem dystopischen Werk „1984” treffend auf die heutige Zeit projizieren.









