Österreichs Bundesregierung plant einen Umbau des Wehrdienstes. Sechs Monate Grundwehrdienst, ein Monat Truppenübungen und zwei Monate verpflichtende Milizübungen: Nach diesem Modell müssten Wehrpflichtige insgesamt neun Monate Dienst leisten. Die Regierung begründet die Reform mit der veränderten Sicherheitslage und der notwendigen Stärkung der Landesverteidigung.
Die verpflichtenden Milizübungen sollen erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten zurückkehren. Ziel ist, militärische Fähigkeiten nach dem Grundwehrdienst durch weitere Übungen zu erhalten und die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres zu verbessern.
Für Grundwehrdiener sind zugleich finanzielle Verbesserungen vorgesehen. Der monatliche Sold soll von 625 auf 1.000 Euro steigen. Hinzu kommt ein gesetzlich garantierter Urlaubsanspruch. Die Regierung verspricht außerdem eine bessere Ausbildung und weniger unproduktive Wartezeiten.
Beim Zivildienst ist keine pauschale Verlängerung geplant. Er soll grundsätzlich neun Monate dauern. Zusätzliche Dienstmonate wären vorgesehen, wenn die Zahl der Grundwehrdiener unter 13.875 fällt. Dabei sollen unterschiedliche Möglichkeiten zur Erfüllung dieser Verpflichtung bestehen. Auch freiwilliges Engagement, etwa im Rettungsdienst, könnte angerechnet werden.
Die Gesetzesentwürfe befinden sich bis zum 12. November in Begutachtung. Anschließend sollen die parlamentarischen Beratungen folgen. Die Regierung strebt einen Beschluss im Dezember und ein Inkrafttreten am 1. Jänner 2027 an. Verabschiedet ist die Reform noch nicht. Für betroffene junge Männer würde sie jedoch bedeuten, insgesamt drei zusätzliche Monate für militärische Ausbildung und Übungen einplanen zu müssen.
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