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Seit 300 Jahren sorgen die Eremitage-Katzen für mausfreie Zonen im Winterpalast | Quelle: Dzen News

Die legendären Eremitage-Katzen in St. Petersburg sind die Wächter der Staatlichen Eremitage, ein UNESCO-Weltkulturerbe zu dem auch der Winterpalast in St. Petersburg gehört. Die exotischen Mitarbeiter der Eremitage sorgen unermüdlich dafür, dass sich keine Maus dorthin verirrt.

Peter der Große hat im Jahr 1724 mit einem Dekret
zum
Einsatz der Eremitage-Katzen den Anfang gemacht

Von REDAKTION | Der Legende nach tauchte die erste Katze namens Wassili während der Herrschaft Peters des Großen im Winterpalast auf. Der Kaiser hatte sie aus Holland mitgebracht und in seiner Residenz in St. Petersburg unterbringen lassen. 1724 erließ er ein Dekret, in dem er anordnete, „Katzen im Schutz von Scheunen zu halten, damit sie Mäuse und Ratten vom Palast fernhalten“.

Zarin Elisabeth (1741 – 1762), die Tochter Peter des Großen, setzte weiter auf Katzen, da der Palast, damals noch aus Holz gebaut, Nagetiere magisch anzog. Im Jahr 1745 befahl die Kaiserin spezielle Katzen aus Kasan, die seit Jahrhunderten als die besten Rattenfänger galten, an den Hof nach St. Petersburg bringen zu lassen. Der Gouverneur von Kasan kam der Anordnung nach und schickte 30 Katzen nach St. Petersburg, denen ihr neuer Wohnsitz in St. Petersburg ganz sicher behagte:

Die Tiere wurden in die Leibgarde aufgenommen und erhielten  zur täglichen Motivation je ein Moor- und Birkhuhn verpasst!

Die Katzen wussten dies zu schätzen und sorgten dafür, den Palast von Mäusen- & Ratten entsprechend freizuhalten.

Katharina die Große mochte keine Katzen, aber sie wusste ihre Dienste zu schätzen. Während ihrer Regierungszeit begann der Palast, akribisch Aufzeichnungen zu führen, welche die Tiere in „Hauskatzen” und „Freigänger-Katzen” unterteilte:

Erstere waren zum Schutz der königlichen Gemächer vor Nagetieren, während Letztere für die Maus-Abwehr der kaiserlichen Gemäldesammlung zuständig waren.

Unter Katharina II. wurden sie zu Staatsbeamten mit dem Recht, gefüttert und versorgt zu werden.

Solche Maßnahmen waren durchaus gerechtfertigt: In einem Brief an den französischen Philosophen Denis Diderot schrieb die Kaiserin, dass nur sie und die Palastmäuse Freude an den Gemälden hätten. So ist es vor allem den stillen Wächtern zu danken, dass Kunstgemälde die Jahrhunderte unversehrt überstanden. Die Palast-Katzen überlebten Kriege, Revolutionen und Zeiten der Vernachlässigung, doch blieben dem Palast stets treu ergeben.

Während der Belagerung Leningrads (1941–1944) wurde die Stadt von Ratten und Mäusen heimgesucht, welche Lebensmittelvorräte dezimierten, Dokumente beschädigten und Epidemien auslösten. Nach Aufhebung der Belagerung wurden Katzen aus dem ganzen Land wieder nach Leningrad gebracht. Einige von ihnen wurden der Eremitage zugeteilt, um der Nagetierplage, die während des Krieges auch das Eremitage-Museum betraf, wieder den Kampf anzusagen.

In den 1960er Jahren tauchte ein neues Problem auf: Es gab zu viele Katzen im Palast. Dazu kam, dass Bewohner, die ihre Haustiere abgeben wollten, diese zur Eremitage brachten. Man entschied sich auf die Katzen zu verzichten, doch der Versuch schlug fehl, nachdem lästige Nager das auszunutzen verstanden und schon bald wieder in die Lagerräume zurückgekehrt waren:

Keine moderne Methode gegen Nagetiere konnte es mit der Wirksamkeit der Eremitage-Katzen aufnehmen!

Der Plan auf die Eremitage Katzen weiter zu verzichten, wurde wieder fallen gelassen. Man holte sie zurück und gestand ihnen offiziell den Status von Mitarbeitern zu:

So konnten die vierbeinigen Wächter ihre historische Arbeit in der Eremitage wieder fortsetzen. Allerdings müssen sie keine Mäuse mehr jagen: Denn, das Museumspersonal meint, dass schon die reine Katzen-Präsenz ausreiche, um etwaige Nagetiere wirksam abzuschrecken und sie das Weite suchen zu lassen.

Jede arbeitende Katze hat einen persönlichen Napf, ein Kissen, eine Katzentoilette, einen tierärztlichen Befund, Pass und subkutanen Mikrochip, der ihr vollständiges Profil enthält.

Die Katzen werden mehrmals täglich gefüttert – sie kennen bereits die Zeiten und nehmen ihre Plätze an den Näpfen im Voraus ein. Das Geld für das Futter wird von den Mitarbeitern des Museums gespendet. Darüber werden die pelzigen Mitarbeiter von einem großen Unternehmen für Tierfutter, gesponsert.

Heute leben etwa 50 Katzen in der Eremitage – diese Obergrenze wurde von der Direktion des Museums so festgelegt. Die 50 Nagetier-Jäger haben es inzwischen zu lebenden Attraktionen gebracht.

Im Alter werden „Katzen im Ruhestand” bei Familien untergebracht. Jeden dritten Freitag im Monat finden Adoptionstage statt. Katzen werden im Rahmen von Sonderaktionen an gute Familien vermittelt. Die Kandidaten werden interviewt, ihre Angaben überprüft, wobei Paare mit Kindern bevorzugt behandelt werden. Der neue und glückliche Besitzer erhält eine Urkunde als „Besitzer einer Hermitage-Katze”, welche ihm lebenslangen freien Eintritt in die Ausstellungsräume gewährt.

„Ermics“, wie die Einwohner der Stadt die vierbeinigen Wächter nennen, leben nicht in einem einzigen großen Rudel, sondern in Gruppen von fünf bis zehn Tieren. Die meisten Katzen landen zufällig im Museum: Einige werden in der Nähe des Winterpalasts von Mitarbeitern aufgegriffen, andere werden von Freiwilligen gerettet und zum Museum gebracht.

Die Katzen streifen frei durch das Museum und verbringen die meiste Zeit in den speziell ausgestatteten Räumen des Hermitage-Kellers, der sich über 20 Kilometer unter der Erde erstreckt. Doch die Katzen sind nicht nur Bewohner des Kellers, sondern das lebende Bindeglied zwischen den Epochen:

Würdevoll, weise und leicht ironisch scheinen sie alle Geheimnisse des Palastes zu erfassen!

In wärmeren Tagen sonnen sie sich im Innenhof des Palast-Komplexes und genießen es, sich von Besuchern gebührend bewundern zu lassen.

Die Ausstellungsräume sind die einzigen Orte, wo die Katzen nicht zugelassen werden. Manchmal überschreiten die schelmischen Wächter die Hausordnung und schleichen sich in die Ausstellungsräume ein. In solchen Fällen muss das Museumspersonal sie einfangen und in ihre vorgesehenen Bereiche zurückbringen.

Alle Katzen sind nach Künstlern oder deren Museen benannt. Die älteste Katze heißt Jean-Baptiste-Michel Vallin de La Mothe (1729 – 1899), nach dem französischen Architekten, der viele Gebäude des Winterpalasts entworfen hat. Es gibt auch eine Gruppe von roten „impressionistischen” Katzen, darunter Gauguin, Cézanne und van Gogh.

Die Mitarbeiter des Museums betreuen die Katzen medizinisch und überwachen sorgfältig ihre Anzahl. Einige der Tiere bleiben im Museum, andere finden ein neues Zuhause in anderen Museen von St. Petersburg oder bei Einwohnern der Stadt. Eine der Katzen tritt sogar im Theater von Yuri Kuklachov auf!

Als die Eremitage 2014 ihr 250-jähriges Jubiläum feierte, beschloss die Museumsleitung, die Bedeutung der Tiere hervorzuheben und richtete zu ihren Ehren einen Feiertag ein. Jeden zweiten Samstag und Sonntag im Mai findet im Museum…

… der Tag der Eremitage-Katze statt!

So werden die pelzigen Wächter gebührend gefeiert. Die Einwohner von St. Petersburg sind der Meinung, dass die Katzen diese Anerkennung verdienen, da sie das Herz der Stadt schützen und dafür nur wenig verlangen.

Jeder kann das Museum besuchen und wenn man in der Stille der weitläufigen Korridore plötzlich ein leises Schnurren hört, wird einem bewusst: Es ist der Geist der Hermitage, der zum Besucher spricht!

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Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA




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Von Redaktion

12 Gedanken zu „Die stillen Wächter der Eremitage seit 300 Jahren auf Palast-Mäuse-Fang“
  1. Das Haus von Ernest Hemingway, dem Antideutschen, in Florida ist auch voll Katzen. Auch im Spanischen Bürgerkrieg kämpften Russen und Amis an einer gemeinsamen Front…
    Dort sind mir die Katzen aufgefallen, in der Ermitage die 3 Jahre, als ich dort war, eher nicht, wohl wegen der Größe des Gebäudes. Ein Leben mit Tieren ist schöner als eines ohne.

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  2. ,das schönste und beste was wir jemals domestiziert haben ist die gemeine Hauskatze der Tiger der dir nicht nur Ratten und Mäuse vom Hals hält, sondern(wenn du ihn gut behandelst) dir ungefragt seine liebe und Zuneigung zuteil werden lässt.

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  3. Man sollte die Idee, Katzen in öffentlichen Gebäuden zu domestizieren, auch bei uns umsetzen. Ich denke dabei vor allem an Parlamente. Dort gibt es zwar kaum Mäuse, dafür aber jede Menge Ratten!

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  4. Wer hätte den bösen Russen das zugetraut ?
    Wenn die Katzen allerdings täglich so gut gefüttert werden, „jagen“ sie dann trotzdem noch nach Mäusen und Ratten ?

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