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Die von der Polizei registrierten sexuellen Übergriffe auf Frauen in Deutschland bilden nur einen verschwindend kleinen Teil der verübten Gewalttaten ab.

Das zeigen die Daten einer umfangreichen Studie mit dem Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ – für die zwischen Juli 2023 und Januar 2025 bundesweit insgesamt 15.479 Menschen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren befragt worden waren im Auftrag der Bundesregierung.

Das Schweigen zu brechen ist für Gewalt-betroffene Frauen mitunter enorm schwer. Sie schämen sich oder haben Angst, den Partner oder Arbeitsplatz zu verlieren.

Die Anzeigequote weiblicher Opfer liegt bei drei Prozent

Demnach werden Frauen zwar deutlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe als Männer, bringen diese jedoch deutlich seltener zur Anzeige als männliche Opfer. Den Angaben zufolge wurden 1,5 Prozent der Frauen und 0,2 Prozent der Männer in den vergangenen fünf Jahren Opfer einer Vergewaltigung. Das Dunkelfeld sei riesig, meinen Polizei und Frauenhausvereine.

Auch fällt auf, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Sexualdelikte, die Männer betreffen, auch von Männern verübt wird. Während bei gegen Frauen gerichteten sexuellen Übergriffen die Täter zu 98,2 Prozent männlich sind, ist bei 33,7 Prozent der gegen Männer gerichteten sexuellen Übergriffe auch der Täter ein Mann.

Teile der „öffentlichen Meinung“ zeigen deutliche Schieflage der Moral und Gewissenlosigkeit

Einige Reaktionen auf öffentliche Bekanntgabe von sexueller Gewalt demonstrieren das erschreckende Bild der Opfer-Täter Umkehr. Es zeigt ganz klar, weshalb Frauen davor zurückschrecken, solche Übergriffe öffentlich zu machen.

Gesammelte Ergüsse menschlicher Grausamkeit und Legitimierung der eigenen, fehlerhaften Triebsteuerung und Sozialisierung

1. Solche Geschichten sind erfunden.

Frauen beschuldigen wahllos Männer, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dies gilt auch für Frauen, welche als Schauspielerin, Komikerin oder Politikerin eigentlich genügend Aufmerksamkeit durch ihre öffentlichkeitswirksame Arbeit haben. Die Frauen wollen dadurch auch den Männern schaden, obwohl sie die Männer gar nicht namentlich erwähnen oder anzeigen. Sie wollen die Karriere von Männern beenden, selbst wenn sie die Täter anonymisiert haben.

2. Es ist gar nicht möglich, dass Frauen so oft belästigt werden, denn sonst würden das ja alle wissen.

Wenn es der eigenen Freundin, der eigenen Mutter, der eigenen Schwester oder der eigenen Tochter noch nie passiert ist – oder man zumindest nicht weiß, dass es ihr passiert ist –, dann ist es sicher auch gar nicht passiert.

3. Frauen wünschen sich, sexuell belästigt oder genötigt zu werden.

Missbräuche und Vergewaltigungen sind eigentlich Auszeichnungen, welche die Attraktivität einer Frau belegen. Frauen, welche nicht attraktiv genug sind, um regelmäßig belästigt zu werden, erfinden solche Übergriffe, um sich attraktiver zu machen, weil diese ihrem Wunschdenken entspringen. Sei froh, wenn dich überhaupt jemand sexuell belästigt. Andere wären froh darum. Ich würde dich jedenfalls nicht belästigen.

4. Frauen, welche von solchen Übergriffen wirklich betroffen sind, sind selber schuld.

Sie sollten sich nicht in Kreisen oder an Orten bewegen, wo solche Übergriffe verübt werden. Sie sollten ihr Umfeld sorgfältiger auswählen. Selbst dann, wenn die Frauen betonen, dass es sich bei diesem Umfeld um ihren Arbeitsplatz handelt. Um den eigenen Verein. Um den Freundeskreis. Um die eigene Familie. Oder um öffentliche Orte wie Stadtfeste.
Dann sollten sie eben dort nicht hingehen. Sie sollten andere Freunde haben. Den Verein wechseln. Den Arbeitsplatz wechseln. Sich von gewissen Familienmitgliedern fernhalten. Nicht an Stadtfeste gehen. Wenn Frauen zu Hause bleiben und sich gar nicht mehr in der Öffentlichkeit bewegen, sind sie weniger gefährdet.

5. Die Frauen sind selber schuld, sie sind ja oft links und sozial eingestellt und holen potenzielle Täter aktiv aus dem Ausland.

Denn die Täter sind immer die anderen. Die Fremden, die Immigranten, die Muslime, diejenigen mit dunkler Hautfarbe. Selber gehört man unmöglich zur Gruppe der potenziellen Täter. Ich würde so etwas nie tun. Meine Freunde würden so etwas nie tun. In meinem Umfeld gibt es so etwas nicht. Und wenn Frauen sagen, dass es eben gerade am Arbeitsplatz, im Verein, im Freundeskreis oder in der eigenen Familie passiert ist, dann haben sie offenbar den falschen Arbeitsplatz, den falschen Verein, die falschen Freunde oder die falsche Familie.

6. Die Frauen, welche über solche Übergriffe berichten, sind primitiv.

Sie sind ekelhaft, vulgär, unter der Gürtellinie, haben und keinen Anstand. Denn über solche Dinge spricht man nicht in der Öffentlichkeit. Das zeigt die Primitivität dieser Frauen. Es zeigt nicht die Primitivität der Täter, welche die Übergriffe verübt haben. Das Sprechen darüber ist sehr viel ekelhafter. Die Frauen sollten sich schämen. Und wenn es wirklich so häufig passieren würde, würden Frauen ja darüber sprechen.

7. Die Frauen, welchen so etwas passiert, sind arme Opfer, welche Mitleid verdienen.

Sie sind traumatisiert und hassen jetzt alle Männer. Sie sind emotional und verstört. Es ist klar, dass sie keine rationalen Muster mehr erkennen können.

Gesellschaftliche Schieflage: das Opfer bekommt zum Trauma noch einige zusätzliche Beschimpfungen 

Du lügst. Du bist hässlich. Ich würde dich nie belästigen, weil du so unattraktiv bist. Ich würde dich nie belästigen, weil ich so etwas nicht tue. Ich bin einer der Anständigen. Ich kenne niemanden, der so etwas tut. Es sind die anderen. Ich kann da nichts dagegen machen. Wahrscheinlich lügst du. Du bist primitiv und schmutzig. Ich bin schockiert, dass so etwas passiert. Davon habe ich noch nie gehört. Kann gar nicht sein. Du bist selber schuld. Du hast es nicht anders gewollt. Du solltest dich schämen. Du musst dich anders benehmen. Du warst falsch angezogen. Du hast die falschen Freunde. Du gehst an die falschen Orte. Du arbeitest am falschen Ort. Du bist im falschen Verein. Du hast das falsche Umfeld. Du hättest es gerne. Du träumst davon. Sei froh, wenn dich einer sexuell belästigt oder vergewaltigt. Es ist dein Wunsch und eine Auszeichnung.

Aber sprich nicht darüber. Sonst weiß am Ende noch jemand, dass so etwas passiert. Und es könnten sich die Richtigen beginnen zu schämen.





Von FREIGEIST

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