web analytics
4.12.2025: Wladimir Putin gab zwei indischen TV-Anstalten in Moskau ein Interview | Quelle: Kreml Pressebüro

Im letzten Teil des Interviews spricht Putin auch über die Gründe, warum ihm westliche Medien Pläne zur Wiedererrichtung der UdSSR unterstellen, obwohl ein solches Ziel aus Sicht Russlands keine Sinnhaftigkeit ergebe.

Wladimir Putin über das Problem westlicher Monopolmedien
und ihre Gründe über ihn Falschnachrichten zu verbreiten!

Putin sieht UdSSR-ähnliche Verfallserscheinungen heute bei vielen anderen Ländern | Quelle: Kreml – Pressebüro[…]
Anjana Kashyap: Es gab ein Interview von Ihnen: Ich meine, es wäre eine Studentin gewesen, die Sie nach der schwierigsten Erfahrung in Ihrem Leben fragte: Sie antworteten damals, dass es der Zusammenbruch der UdSSR gewesen wäre. Wie wirkte sich das auf Sie und das [heutige] Russland aus?

Putin sieht UdSSR-ähnliche Verfallserscheinungen heute bei vielen anderen Ländern | Quelle: Kreml – Pressebüro

Wladimir Putin: Zum einen: Es hat mich insofern beeinflusst, als wir jeden unserer Schritte immer sehr sorgfältig abwägen und die Konsequenzen zu verstehen haben. Zum anderen: Das bedeutete nicht nur für die vormalige Sowjetunion, sondern auch für Russland grosse Konsequenzen. Meine Schlussfolgerungen daraus sind, dass …:

  •  … sich die Sowjetunion in einem solchen Zustand befand, dass sowohl Spitzenpolitiker als auch einfache Bürger der UdSSR generell davon ausgingen, dass man groß und mächtig wäre und dem Land einfach nichts mehr zustossen könne!
  • … in diesem Zustand vermeintlich grosser Macht das Land begann, einen Fehler nach dem anderen zu machen!
  • … man dachte, alle Fehler wegstecken und überstehen zu können, weil man so grossartig wäre!
  • … die Zahl der Fehler einen Schneeballeffekt, der immer schwieriger zu bewältigen war, auslöste!

Ich habe das auch in etlichen anderen Ländern auf der ganzen Welt beobachten können. Deshalb achte ich sehr genau darauf…

Anjana Kashyap: … könnten Sie uns diese Länder nennen?

Wladimir Putin: Nein!

[Anmerkung der Redaktion: Der russische Präsident als grosser Diplomat möchte nicht sagen, dass ein vergleichbarer Prozess des Niedergangs, befördert durch Selbstüberschätzung und Realitätsverluste, inzwischen atlantische Kernstaaten erfasst hätte.]

Anjana Kashyap: Lassen Sie uns zur UdSSR zurückkommen: Sie haben davon gesprochen, wie ein Fehler auf den nächsten folgte und Menschen sich selbst überschätzten und an ihre Unverwundbarkeit glaubten. Sie haben solche Prozesse und Ereignisse unter Jelzin miterlebt. Wer hat Ihrer Meinung nach dafür die Verantwortung bzw. Hauptschuld am Zusammenbruch der UdSSR getragen?

Wladimir Putin: Ich möchte jetzt nicht nach Schuldigen suchen und in Folge jene einzeln qualifizieren. Im Allgemeinen gab es ein System, das sich als nicht tragfähig erwiesen hat. Das gilt es schlicht zuzugeben und nicht nach bestimmten Schuldigen zu suchen, doch vielmehr darüber nachdenken, wie man ein System schaffen könnte, das sich nicht nur selbst erhalten, sondern auch noch weiterentwickeln könne. Nachdem ein solches System geschaffen wäre, …

… sollte man herausfinden, wie es autark, unabhängig und effektiv gemacht werden könnte!

Geeta Mohan: Denken Sie an eine Erneuerung oder Wiedererrichtung?

Wladimir Putin: Von was: Von der Sowjetunion?

Geeta Mohan: Ja, von der Sowjetunion!

Wladimir Putin: Nein, das wäre natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Wir können uns solche Ziele nicht stecken – sie machten keinen Sinn. Es würde die Frage nach der Zweckmäßigkeit aufwerfen: Doch, unter gegenwärtigen Umständen wäre es nicht zweckdienlich, weil es beides, …

… die nationale und religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung der Russischen Föderation stark verändern würde!

Das würde keinen Sinn machen!

Geeta Mohan: Das sollten Sie einigen Medien im Westen mitteilen, die andauernd verbreiten, wonach Sie die alte Sowjetunion tatsächlich zurückbringen wollten. Das schreiben diese ständig!

Wladimir Putin: Das werde ich denen nicht mitteilen. Wissen Sie warum nicht? Weil jene Medien nicht das hören wollen, was ich zu sagen hätte: Sie wollen nur sich selbst hören sowie …

… meine Aussagen nach ihrem Gutdünken kommentieren!

Anjana Kashyap: Ja, das verbreiten diese, wie Gita eben sagte, tatsächlich, gepaart mit vielen ihrer Erklärungen, wonach Sie ein „Imperium errichten” wollten!

Wladimir Putin: Ja, sie tun das, um ihre eigenen Bevölkerungen zu verängstigen, indem sie ihre mediale Monopolstellung in der Welt missbrauchen. Das nennt man Manipulation der öffentlichen Meinung:

Ziel ist, die Rechtfertigung der aggressiven Politik gegenüber Russland!

Ich sehe kein anderes Ziel!

Anjana Kashyap: Nachdem Sie sich [von diesen Vorurteilen] distanzierten, wie würden Sie dann, die Ideologie und das Leben von Wladimir Putin umreissen?

Wladimir Putin: Nun, ich denke: Es ist zu früh für mich, das zusammenzufassen: Wir haben noch mehr daran zu arbeiten!

Geeta Mohan: … Sie werden nach Indien reisen. Der indische Premierminister hat eine wichtige Rolle zur Stärkung der Beziehungen zwischen Russland und Indien gespielt. Welcher indische Premierminister war während Ihren Amtszeiten als Staatschef Ihrer Meinung nach zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und Indien für Russland besonders wichtig?

Wladimir Putin: Ich sagte bereits, ich fände es nicht passend Staatschefs aus anderen Ländern zu charakterisieren. Wir arbeiten derzeit mit Herrn Modi, dem indischen Premierminister zusammen und unterhalten zu ihm ein sehr vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis. Er ist eine sehr verlässliche Persönlichkeit. In diesem Sinne sage ich aufrichtig, dass Indien Glück hatte, weil er für Indien lebt. Ich stehe in Kommunikation mit ihm. Ich hoffe, er ist mir nicht böse, wenn ich sage, was ich sehe und denke: Ich verkehre gerne mit jemandem, wie ihm, der sehr authentisch ist.

Er ist echt und aufrichtig an der Stärkung der russisch-indischen Beziehungen in verschiedenen Bereichen interessiert: Die wichtigsten davon betreffen die Wirtschaft, den Verteidigungssektor, humanitäre Zusammenarbeit sowie Entwicklungen mit Hochtechnologien. Treffen mit ihm, sind für mich überaus interessant: Er kam zu Besuch: Wir verbrachten einen Abend zusammen in meinem Haus, tranken Tee und sprachen über verschiedene Themen. Wir führten auch interessante Gespräche privater Natur.

Deshalb freue ich mich auf dieses Treffen. Ich bin zuversichtlich, dass es interessant und auch nützlich sein wird!

Anjana Kashyap: Ich glaube, er bewundert Sie ebenfalls!
Künftig wird Künstliche Intelligenz zu einer bedeutenden Komponente: Ist das gut oder schlecht? Wie denkt Russland über einen Krieg mit Hilfe KI-gestützter Waffen?

Wladimir Putin: Wie jeder andere Fortschritt kann KI sowohl gut als auch schlecht ausfallen. Es ist klar, dass es sich um eine umfassende Technologie handelt, die das Leben der Menschen verändern und in naher Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Menschheit haben wird. Diejenigen, welche diese Technologien als Erste beherrschen und am effektivsten einsetzen, werden immense Vorteile in Bereichen erzielen, wie in der Wirtschaft, mit Sozialem oder zur Verteidigung sowie in Bildung, Wissenschaft und Medizin. Das liegt daran, dass die Anwendung Künstlicher Intelligenz in jedem dieser Bereiche die Wirkung und Effektivität von Arbeiten um ein Vielfaches steigern wird können.

Doch, es gibt auch Schwierigkeiten, welche Fachleuten wohlbekannt sind: Sie beruhen auf der Verarbeitung großer Datenmenge, sprich Big Data. Dazu gehören im ersten Schritt auch personenbezogene Daten. Natürlich haben wir die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit und Menschenrechte im weitesten Sinne gewahrt zu wissen. Aber es gibt noch etwas anderes, das sehr wichtig ist: Diejenigen, welche über diese Datenbanken verfügen, können …

… über Fähigkeiten und Möglichkeiten sich entwickelnder KI-Technologien tatsächlich auch eine Weltanschauung prägen!

Geeta Mohan: Wir sprachen über die Zukunft und zuvor schon über Medizin. Sie und der Vorsitzende Xi hatten bei ihrer letzten Zusammenkunft in China über Langlebigkeit und die Errungenschaften in Bereichen, wie bei genetischem Engineering und Medizin gesprochen. Glauben Sie, dass Unsterblichkeit erreichbar ist?

Wladimir Putin: Vieles ist möglich, doch nur der Herr ist ewig!
Es ist sicherlich möglich, die Lebenserwartung um 100% zu steigern: Vor 77 Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Indien bei 31 Jahren, heute liegt sie knapp unter 70 – das ist ein Verdienst der Medizin. Die Kindersterblichkeit in Indien ist um mehr als das Vierfache zurückgegangen: Zu diesem Ergebnis kann man nur gratulieren!

All dies ist das Ergebnis der Arbeit in der Medizin. Durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin zur Herstellung von Medikamenten oder auch in der Gentechnik und dergleichen, wird es natürlich enorme Effekte geben…

Anjana Kashyap: Ich möchte nicht Ihr Alter erwähnen, aber in letzter Zeit gab es weltweit viele Proteste der Generation Z: Heutzutage werden viele Führungskräfte immer jünger – wie kommt es dazu und wie kommunizieren Sie mit Menschen der jüngeren Generation in Russland?

Wladimir Putin: Das ist nichts Neues: Schließlich spiegelt unsere Literatur und auch Kunst schon immer diesen Gegensatz wieder: Zwischen jungen Menschen und der älteren Generation – zwischen Vätern und Kindern – das ist nichts Neues! Nur die Technologie ist neu: Messenger Services, wie beispielsweise von Telegram, werden genutzt, um das Umfeld der Jugend zu beeinflussen.

Das Umfeld der Jugend blieb in etwa das gleiche: Junge Menschen sind stets mobiler und radikaler. Junge Menschen glauben meist, dass sie mit einer Art Ungerechtigkeit konfrontiert wären, die niemand vor ihnen bemerkt zu haben schien. Nur sie hätten das entdeckt und würden allen die Augen öffnen:

Darüber hinaus glauben sie, dass diese Ungerechtigkeiten leicht zu bewältigen bzw. lösen wären!

Nachdem ein Mensch älter geworden ist und selbst Probleme zu lösen begann, erkennt er, dass es möglich sei, diese zu lösen, aber dass es nicht ganz so einfach ging, wie es anfänglich noch erschienen war.

Deshalb muss man mit Menschen zusammenarbeiten. Man kann nicht sagen, dass noch junge Menschen nichts verstünden ohne auf sie zuzugehen. Das wäre nicht der richtige Ansatz. Man sollte mit jungen Menschen in ständigem Kontakt stehen und ihre Werkzeuge, Plattformen und modernen Kommunikations- und Feedback-Möglichkeiten in den sozialen Medien mitnutzen: Ich verstehe dies auch als Teil Ihrer Arbeit und wünsche Ihnen viel Erfolg dazu!

Geeta Mohan: Herr Präsident, wir könnten noch eine Stunde weiterreden, doch kommen zum Ende unseres Gesprächs.
Sie haben gerade die Religion und die orthodoxe Kirche, die ein wichtiger Aspekt ist, erwähnt. Ich habe Moskau schon mehrmals besucht. Jedes Mal, wenn ich komme, sind die Lichter zur Weihnachtszeit überwältigend und es ist erstaunlich zu sehen, wie schön Moskau ist!

Anjana Kashyap: Dies ist mein erster Besuch!

Geeta Mohan: Meine Kollegin war überrascht, dass es hier schöner als in anderen europäischen Städten ist.
Doch, auch Religion spielt [in Russland] eine wichtige Rolle. Wie sehen Sie Spiritualität im Hinblick auf moralische Prinzipien, auf Führung, die russische Gesellschaft und für sich persönlich?

Wladimir Putin: Sie bildet die Grundlage. Wir wenden uns in letzter Zeit, wie man sagt, verstärkt unseren traditionellen Werten zu!
Das soll nicht heissen, dass wir nur still abwarten sollten und uns nicht auf der Grundlage besagter traditionellen Werte weiterzuentwickeln hätten. Es bildet einfach unser Fundament, auf dem wir uns sicher fühlen und fest stehen. Wir müssen jedoch nach vorne schauen und uns mit allen modernen Mitteln weiterentwickeln. Nur wenn wir unsere Grundwerte mit einer Vision für die Zukunft verbinden, können wir die Ziele, die wir uns gesetzt haben, effektiv erreichen. Unsere Ziele sind klar als nationale Entwicklungsziele definiert.

Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere nationalen Entwicklungsziele und die Entwicklungsziele Indiens, die von der indischen Regierung unter Premierminister Modi festgelegt wurden, aufeinander abgestimmt würden, damit wir durch Zusammenarbeit maximale Ergebnisse erzielen.

Anjana Kashyap: Wir sind bereit, Sie mit offenem Herzen in Indien zu empfangen, und wir werden die Ergebnisse Ihrer Gespräche erwarten!
Ich weiß nicht, wie viele indische Lieder Ihnen bekannt sind. Es gibt ein altes Lied, das in Russland sehr beliebt war, [über die rote russische Mütze] und das russische Herz. Ich glaube, viele Russen kannten dieses Lied.

Was sagen Sie zu Indien, zur indischen Kultur und zur indischen Gesellschaft? Was möchten Sie all den Indern sagen, die Sie sehr lieben und die gerne wissen möchten, was Präsident Putin ihnen zu sagen hätte?

Wladimir Putin: Sie haben gerade über die indische Kultur und die russische Kultur gesprochen. Wissen Sie, ich habe den Eindruck, dass viele Bürger der Russischen Föderation die indische Kultur als eine Art Märchen betrachten – ein schönes, farbenfrohes und vielfältiges Märchen. Seit der Sowjetzeit haben wir eine große Liebe für indische Filme und indische Musik entwickelt. Ich würde sogar sagen, dass es in bestimmten Teilen unserer Gesellschaft einen gewissen Kult um die indische Kultur sogar gibt. Das gefällt mir sehr, denn es ist etwas, das von Herz zu Herz geht:

Wir werden alles tun, damit dieses Interesse nicht nachlässt und ich möchte, dass Indien es weiß!

Anjana Kashyap (li): „… und es gibt Freundschaften, die immer gelten!“ | Quelle: Kreml – Pressebüro

Anjana Kashyap: Herr Präsident Putin, vielen Dank für dieses offene Interview, das wir mit Ihnen geführt haben. Das Beste daran meiner Meinung nach war, dass wir über alles sprechen konnten. Aber diese Verbindung zwischen Indien und Russland ist eine Freundschaft, die immer gepflegt werden sollte. Es gibt Freundschaften, die nicht ewig halten und es gibt Freundschaften, die für immer gelten!

Wir sind Ihnen sehr dankbar, Herr Präsident!

Geeta Mohan: Wladimir Putin war bei Ihnen zu Gast!
Dies war ein Interview von Aaj Tak und India Today. Wir sprachen darüber, was Russland ausmacht. Russland wird nicht isoliert werden und seine Interessen verteidigen:

Russland wird Teil der fortschrittlichen Welt sein, doch nicht ein Teil von Gruppierungen, wie beispielsweise G8!

Indien und die ganze Welt blicken auf Sie – vielen Dank, Herr Präsident!

Wladimir Putin: Ich danke Ihnen!

Ende der Serie!

***

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

Teil 1 des Interviews mit Waldimir Putin durch indische TV-Anstalten erschien: HIER
Teil 2 des Interviews mit Waldimir Putin durch indische TV-Anstalten erschien: HIER


 

Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.

Für jede Spende (PayPal oder Banküberweisung) ab € 10.- erhalten Sie als Dankeschön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „KLIMA-HYSTERIE? NEIN DANKE“ portofrei und gratis! Details hier.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS. Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

Von Redaktion

9 Gedanken zu „Putin sieht UdSSR-ähnliche Zerfallserscheinungen inzwischen bei anderen Ländern – Teil 3“
  1. Kein Witz: Russland bereitet Nürnberger Prozesse 2.0 vor

    Die russischen Strafverfolgungsbehörden arbeiten bereits an einem Tribunal, vor das ukrainische sogenannte Neonazis gestellt werden sollen. Dies erklärte der ehemalige Premierminister Russlands und Vorsitzende der Russischen Anwaltskammer, Sergej Stepaschin, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

    Auf die Frage, ob Russland nach Abschluss der Invasion ein Verfahren nach dem Vorbild des Nürnberger Prozesses gegen vermeintliche Nazi-Verbrecher einleiten sollte, antwortete Stepaschin: „Wir arbeiten derzeit daran. Die Anwaltsvereinigung, der Untersuchungsausschuss und die Staatsanwaltschaft sind natürlich dabei, denn es liegen Verbrechen vor. Insbesondere das, was in der Region Kursk geschehen ist. Das sind einfach Mörder und Sadisten. Das steht nicht zur Debatte.“

    3
  2. Es scheint noch immer Leute hier zu geben, die nicht glauben können – oder wollen – dass der Kreml die russische Kriegswirtschaft tatsächlich darauf ausrichtet, jenes Ziel auf militärischem Weg zu erreichen, das sowjetrussische Funktionäre über die Jahrzehnte hinweg immer wieder ausdrücklich formuliert haben, nämlich ein „Vereintes Europa vom Atlantik bis zum Pazifik“ bzw. „von Lissabon bis Wladiwostok“ zu schaffen, was nichts anderes bedeutet, als den gesamten europäischen Kontinent der Kontrolle Moskaus zu unterwerfen.
    Dieses Ziel bestand seit den 1920er Jahren und wurde seither immer wieder neu formuliert – und auch immer wieder offen ausgesprochen. Den Beginn machte Leo Trotzki, der Gründer der Roten Armee, im Jahr 1923 mit der Parole der „Vereinigten Staaten von Europa“. Wie der GRU-Überläufer Viktor Suworow ausführlich erläutert hat, verfolgte Stalin in den 1930er Jahren genau dasselbe Ziel und auch Chruschtschow blieb dieser Zielsetzung treu, wenn auch zu seiner Zeit die Strategie des „friedlichen Hineinwachsens“ an die Stelle der militärischen Übernahme trat.
    Leonid Breschnew setzte diese Politik fort und sprach bei einem Staatsbesuch in Bonn zu Beginn der 1980er in diesem Kontext erstmals vom „gemeinsamen Haus (Europa)“. Michail Gorbatschow griff diese Parole anschließend auf und brachte sie zu weitaus größerer Bekanntheit und auch von Boris Jelzin sind entsprechende Äußerungen bekannt.
    Zuletzt findet sich dieses strategische Konzept auch in dem Ultimatum des Kreml an die NATO vom Dezember 2021 wieder, das zwar in der typischen äsopischen Sprache verfasst ist, mit der Moskau seit den Tagen Lenins seine aggressiven Absichten verhüllt, aber jeder, der mit der sowjetischen Langzeitstrategie einigermaßen vertraut ist, versteht sofort, worum es dabei in Wirklichkeit geht: Es geht dem Kreml um nichts anderes als um die Unterwerfung Europas und zwar entweder auf dem Weg des „friedlichen Hineinwachsens“ wie seit der Ära Chruschtschow oder jetzt wieder auf militärischem Weg wie zuvor unter Stalin.

    3
    1. Darum muß man sich anschauen, wer die UdSSR zu erschaffen half. Es sind dieselben Kräfte, die hinter den uSA sitzen. Es ist hier der uralte Kampf um Europa statt eine regulierende Mittelmacht zuzulassen, die ja 1918 zertrümmert wurde wie auch das Osmanische Reich.
      1945 teilten diese Kräfte Europa, bis Gorbatschow den Ostteil losließ, aber der Kampf ist nicht vorüber, solange das Mittelstück fehlt. Man braucht nur Dugin zuzuhören.

      1
      1. @ Hagedorn 10. 12. 2025 um 5:31 Uhr

        Dugin erzählt viele Lügengeschichten. Wissen Sie eigenlich, welche Lüge eigentlich die größte Lüge ist, welche die westlichen Medien immer noch über Dugin verbreiten?
        Z.B. dass Dugin angeblich Putin’s Chef-Ideologe sein soll, der für Putin seit Jahrzehnten arbeiten soll. Das ist aber eine Lüge. Dugin arbeitet nicht für Putin. Dugin hat sogar in vielen Universitäten in Moskau hausverbot, wegen seiner vielen abteuerlichen Ansichten, Meinungen und Ideen.In den Moskauer Unis stehen die Studenten und die Vorsitzenden sowie AUfseher der Unis nicht so auf Verschwörungsideologien a la Dugin!
        Putin hat ganz andere Chef-Ideologen, weiß man aus deutschen Zeitungen spätestens seit 2022, seitdem Beginn der russ. Militärintervention in der Ukraine. Und diese Ideologen, die für Putin arbeiten, haben keinerlei Verbindungen zu Dugin. Auch das wurde bereits 2022 enthüllt mehrmals sogar in einigen deutschen Zeitungen beschrieben.
        Es ist sogar so, dass Putin sehr viele Ideen von Putin komplett ablehnt!
        Davon wollen aber Propagandablätter wie BLÖD oder WELT nichts wissen. Die verbreiten lieber ihre eigene Lügenpropaganda über Putin und den angeblichen Chefideologen Dugin…

        3
    2. @Hagedorn 10. 12. 2025 um 5:15 Uhr

      NATO: „Der nukleare Schatten des Manövers Steadfast Noon“
      Im Oktober hat die NATO ihr alljährliches Manöver zum Einsatz von Atomwaffen in Europa abgehalten. Das Manöver und die politischen Erklärung dazu sind einen näheren Blick wert.
      Deutschen Medien ist das alljährliche NATO-Manöver Steadfast Noon, bei dem europäische Soldaten in Europa den Abwurf von Atombomben auf Russland üben, kaum eine Meldung wert. Anders ist das in Russland, dessen atomare Vernichtung die NATO alljährlich im Oktober trainiert.
      https://www.pravda-tv.com/2025/11/nato-der-nukleare-schatten-des-manoevers-steadfast-noon/

      Bericht aus Moskau: Die NATO beginnt mit den Vorbereitungen für einen Atomkrieg mit Russland
      https://www.pravda-tv.com/2025/08/bericht-aus-moskau-die-nato-beginnt-mit-den-vorbereitungen-fuer-einen-atomkrieg-mit-russland/

      Die NATO sprengt die eigenen Leute: Terroranschläge gegen Ungarn und Rumänien wegen des Imports russischen Öls?
      Die NATO befindet sich im Krieg mit sich selbst und gegen den Frieden in Europa. Die lange und schmutzige Geschichte der Operation Gladio und des NATO-Terrorismus in Europa ist wieder einmal präsent. Der von den USA geführte Stellvertreterkrieg gegen Russland weitet sich auf die Gebiete der EU- und NATO-Mitgliedsstaaten aus.
      https://www.pravda-tv.com/2025/11/die-nato-sprengt-die-eigenen-leute-terroranschlaege-gegen-ungarn-und-rumaenien-wegen-des-imports-russischen-oels/

      1. Immer wieder heißt es, die USA hätten 1990 versprochen, es werde keine NATO-Osterweiterung geben und ihr Versprechen dann gebrochen. Das ist ein Mythos, der falsch ist. Den Mythos dieses angeblichen Versprechens greift z. B. der Historiker Daniele Ganser auf. Er erklärt, der US-Aussenminister James Baker habe Gorbatschow versprochen, die NATO werde sich nicht nach Osten ausweiten. “Not an inch”.

        1990 gab es in der Tat Verhandlungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Und zwar über die deutsche Wiedervereinigung. Es ging um die Frage, was der sicherheitspolitische Status der ehemaligen DDR sein soll. Ein Vorschlag von James Baker war, dass das wiedervereinigte Deutschland NATO-Mitglied bleibt, die NATO aber keine Truppen in Ostdeutschland stationiert. Darauf bezieht sich das “not an inch”.

        Im September 1990 wurde die Lösung im Zwei-plus-Vier-Vertrag festgehalten: Die Sowjetunion zieht bis 1994 ihre Truppen aus Ostdeutschland ab. Bis 1994 dürften in Ostdeutschland keine NATO-Truppen stationiert werden, danach nur deutsche. Es ging bei den Verhandlungen 1990 nie um die Aufnahme osteuropäischer Länder und sowjetischer Teilrepubliken – denn die Sowjetunion und der Warschauer Pakt existierten 1990 noch.

        Die Vorstellung, dass 1990 über die Aufnahme osteuropäischer Länder und sowjetischer Republiken in die NATO diskutiert wurde, ist nicht nur falsch. Sie ist Unsinn. Das erklärte auch Michail Gorbatschow, u. a. in einem Interview von 2014. Hören Sie sich diese Worte des ehemaligen Generalsekretärs des ZK der KPdSU und Staatspräsidenten der Sowjetunion genau an.
        https://t.me/nachrichtenportal/17461

        3
  3. „Wir haben uns traditionell überschätzt“ – Russlands Ex-Heereschef räumt öffentlich Fehler zu Beginn der Ukraine-Invasion ein –
    https://www.tagesspiegel.de/internationales/wir-haben-uns-traditionell-uberschatzt-russlands-ex-heereschef-raumt-offentlich-fehler-zu-beginn-der-ukraine-invasion-ein-15013584.html
    Der ehemalige Kommandant der russischen Landstreitkräfte, Wladimir Tschirkin, hat sich ungewohnt kritisch über Russlands Invasion in der Ukraine geäußert. …

    1
  4. Trotz des angeblichen Endes 1991 lebt die Sowjetunion in vielen Köpfen in Russland weiter. In Politik, Gesellschaft und Kultur gibt es zunehmend Bestrebungen, sich wieder an sowjetischen Idealen und Praktiken zu orientieren. Selbst Stalin wird inzwischen wieder öffentlich geehrt.

    Ein besonders brisanter Vorstoss kommt vom Kreml-Berater Anton Kobjakow. Seiner Auffassung nach sei die UdSSR juristisch nie korrekt aufgelöst worden, da dies nicht durch das dafür zuständige Gremium geschah. Weder der Oberste Sowjet noch das Abkommen von Belowesch seien legitim gewesen.

    Kobjakow leitet daraus ab, dass heutige Konflikte wie der Krieg gegen die Ukraine als „interne Angelegenheiten“ der (angeblich fortbestehenden) Sowjetunion verstanden werden könnten. Ironisch ist dabei, dass Personen, die wie Kobjakow die Existenz der UdSSR weiterhin behaupten, in Russland normalerweise als Extremisten verfolgt werden, ähnlich wie „Reichsbürger“ in Deutschland.

    „Besteht also die Möglichkeit, dass die sogenannten Reichsbürger, die behaupten, das Deutsche Reich existiere juristisch fort, in gewisser Weise recht haben und dass womöglich auch jene, die an ein Fortbestehen der Sowjetunion glauben, nicht völlig im Unrecht sind?

    Reichbürger glauben, dass das Deutsche Reich nicht untergegangen ist, sondern als Völkerrechtssubjekt weiterhin existent, jedoch handlungsunfähig, die Bundesrepublik Deutschland sei nicht dessen „Rechtsnachfolger“, sondern mit ihm „teilidentisch“.

    Wenn man die Hypothese ernst nimmt, dass das Deutsche Reich völkerrechtlich weiter existiert, warum sollte man dann nicht in Erwägung ziehen, dass ein analoger Status auch für die Sowjetunion gelten könnte? Interessanterweise wird dieser Vergleich von den Reichsbürgern selbst kaum thematisiert, zumindest ist mir bislang keine entsprechende Auseinandersetzung von ihrer Seite bekannt. Irgendwie merkwürdig, oder?“
    https://www.nzz.ch/international/russland-putin-berater-zweifelt-an-rechtmaessigem-ende-der-sowjetunion-ld.1885859

    2
    1. Da gebe ich Ihnen insofern Recht, als daß die neuen Eigentumsverhältnisse keinem Recht entsprechen. 1917 wurden Adel bis zum Mühlenbesitzer alle enteignet, Grund und Boden weggenommen. Mit welchem Recht? Nach 1945 wurde dieser Diebstahl im ganzen Ostblock vollzogen. Aus den uSA kehrten die neuen Herren aus den USA zurück und kauften alles auf. Mit welchem Recht? Das sind die Oligarchen. Wie kann der tschechische Präsident in 35 Jahren vom armen kommunistischen Schlucker zum Multimilliardär werden? Mit Arbeit? Hier stinkt doch etwas ganz gewaltig.

      1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert