Die moderne Demokratie definiert sich über Pluralismus, Streit und institutionalisierte Opposition. Doch gerade dort, wo Opposition den Bereich des bloß Verwaltungskritischen verlässt und grundsätzlich widerspricht, setzt ein Mechanismus ein, der weniger argumentativ als semantisch operiert. Regierungskritische Positionen werden nicht widerlegt, sondern umcodiert. Der zentrale Begriff dieser Umcodierung lautet heute: „Hass und Hetze“.
Gastbeitrag von FRANK-CHRISTIAN HANSEL | „Hass und Hetze“ ist kein analytischer Begriff, sondern eine politische Chiffre. Er beschreibt keine klar abgrenzbare Handlung, sondern verbindet einen inneren Zustand („Hass“) mit einem äußeren Akt („Hetze“) zu einer moralisch-juristischen Kurzformel. Gerade diese begriffliche Unschärfe macht ihn wirksam. Er erlaubt es, Kritik nicht als Position, sondern als Disposition zu behandeln – nicht als Argument, sondern als Ausdruck problematischer Gesinnung.
Damit verschiebt sich der politische Konflikt grundlegend. Wo früher um Interessen, Zielkonflikte oder Alternativen gestritten wurde, wird heute über Zulässigkeit entschieden. Die Frage lautet nicht mehr: Ist das Argument richtig oder falsch?
Sondern: Darf es überhaupt geäußert werden?
„Hass und Hetze“ fungiert in diesem Kontext als Delegitimierungsmarker. Wer so etikettiert wird, verlässt den Raum des legitimen Dissenses und wird in einen Graubereich zwischen moralischer Verwerflichkeit und strafrechtlicher Relevanz verschoben. Entscheidend ist dabei nicht, ob tatsächlich gehetzt wird, sondern dass der Vorwurf selbst genügt, um die politische Position zu entwerten, bevor sie überhaupt diskutiert werden kann.
Auffällig ist die systematische Asymmetrie dieser Zuschreibung. Regierungshandeln – selbst wenn es scheitert, massive Kosten erzeugt oder demokratische Verfahren dehnt – wird selten unter dem Gesichtspunkt moralischer Gefährdung betrachtet. Kritik daran hingegen wird emotionalisiert und psychologisiert. Der Kritiker erscheint nicht als politischer Gegner, sondern als potenzieller Störer des gesellschaftlichen Friedens. „Hass und Hetze“ ersetzt hier das Argument durch den Charakterverdacht.
Damit erfüllt der Begriff eine doppelte Funktion. Einerseits moralisiert er politische Auseinandersetzung: Wer kritisiert, gilt nicht als Vertreter eines anderen Interesses, sondern als Träger negativer Affekte. Andererseits eröffnet er einen institutionellen Resonanzraum – von medialer Stigmatisierung bis hin zu behördlicher Beobachtung. Der Übergang von legitimer Kritik zur mutmaßlichen Gefährdung wird vorverlagert.
In dieser Logik wird Opposition selbst zum Problem. Nicht ihre Inhalte, sondern ihre Existenz als widerständige Kraft erscheint störend. „Hass und Hetze“ markiert die Grenze dessen, was noch als demokratischer Beitrag gilt. Jenseits dieser Grenze beginnt die soziale Exkommunikation: Ausschluss aus Diskursen, Aberkennung moralischer Integrität, Zweifel an der demokratischen Gesinnung.
Diese Entwicklung steht exemplarisch für einen Strukturwandel spätpluralistischer Demokratien. Pluralismus wird zwar rhetorisch beschworen, faktisch jedoch normativ kanalisiert. Abweichung ist nur noch innerhalb enger, vorab definierter Korridore erlaubt. Grundsätzliche Kritik – an Prämissen, Zielsetzungen oder Machtkonzentrationen – wird nicht als notwendige Selbstkorrektur verstanden, sondern als Angriff auf die Ordnung selbst.
Hier zeigt sich, was Hannah Arendt als Entpolitisierung durch Moralisierung beschrieben hat. Wo politische Konflikte nicht mehr als legitimer Gegensatz, sondern als moralische Abweichung behandelt werden, verschwindet der Bürger als politisches Subjekt. Übrig bleibt der zu belehrende, zu regulierende, im Zweifel zu disziplinierende Adressat staatlicher Normsetzung.
„Hass und Hetze“ ist in diesem Sinne weniger ein Begriff zur Beschreibung realer Gefahren als ein Instrument der Ordnungsstabilisierung. Er schützt nicht primär Minderheiten oder den demokratischen Diskurs, sondern das bestehende Deutungsmonopol. Wer delegitimiert ist, muss nicht mehr widerlegt werden. Wer moralisch disqualifiziert ist, braucht kein Gehör mehr.
Eine Demokratie jedoch, die Opposition nur noch unter dem Vorbehalt ihrer moralischen Unbedenklichkeit zulässt, verliert ihren agonalen Kern. Sie verwandelt politische Auseinandersetzung in eine verwaltete Simulation von Vielfalt. Opposition ist dann kein konstitutives Element mehr, sondern ein zu überwachendes Risiko.
Wo „Hass und Hetze“ zur universellen Formel der Abwehr wird, beginnt nicht die Verteidigung der Demokratie – sondern ihr schleichender Abbau.
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Frank-Christian Hansel (Foto r.) ist Fachpolitischer Sprecher der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus für Wirtschaft, Energie, Klima, Flughafen.
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Der oben veröffentlichte Beitrag erschien zuerst auf seinem Blog, auch auf PHILOSOPHIA PERENNIS, unserem partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION von wo auch die Collage des Titelbildes stammt.
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Wenn ich die Zeitungsschnipsel lese, geht es um Haß und Hetze unserer Feinde gegen Deutschland, heute erkenne ich nur noch Haß und Hetze der hier eingesetzten Obrigkeit gegen uns Deutsche. Daraus folgt, daß man die Legitimität der hier platzierten Politiker und Medien erfragt, neuerdings sind es gleich Ausländer, egal, ob hier geboren oder nicht. Deutscher ist man von Geburt, wie ein Jude es ebenfalls ist und gesetzlich in israel vorgechrieben wird. Bei uns verboten und geächtet, da schmeißt die Obrigkeit mit Staatsbürgerschaften nur so um sich. Das ist Hochverrat.
Hier muss unbedingt eine richtige Revolution her und nicht so ein Mist wie 1989! Damals war es nur um die korrupten Geschäfte de west Politiker mit dem DDR Regime zu verdecken! Und dann wurde Merkel ausersehen hier die neue STASI zu installieren! Das Ergebnis ist überall sichtbar!
@ Markus Junge – Das ist ja das Problem. Einfache Leute wie meine Wenigkeit erkennen hier die Ähnlichkeit des Wordings und der Argumentationslinie der heutigen linken Faschisten mit den Nationalsozialisten.
Gebildete Personen wie Sie finden da immer einen Vorwand das Offensichtliche zu zerreden. Wenn man anständigen Leuten „Hass und Hetze“ vorhält oder den Feind „rechts“ verortet muss man sich wohl gefallen lassen „irgendwie“ doch ein Bruder im Geiste der Nazis, wenn auch nur im Taschenbuchformat zu sein. (Ich meine damit nicht Sie, Herr Junge).
Kannste nicht vergleichen.
Ich habe jahrlang einen ehemaligen NAZI Richter behandelt. Und was es damals nicht gab war, das Vergewaltiger, Volksverräter, Schwerstverbrecher, Kinderschänder und sozial Betrüger durch Gerichte frei gesprochen worden sind. Meine Mutter, Jahrgang 1926 wurde nicht ein Mal in der Nacht belästigt!
Das ist jetzt das Problem, daß hier nur die „Collage“ wieder dargeboten wurde. Dabei hatte ich damals umfassend dargelegt. Das man es eben nicht einfach nur wegen gleicher Worte gleichsetzen kann. Man müßte dafür aber die 90 Jahre alten Artikel lesen und verstehen.
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Der erste war von 1934 und ich wollte zwingend wissen, ob sich das jemals irgendwo anders finden ließ, worum es da ging oder ob das eine Eintagsfliege einer kleinen Bonner Lokalzeitung war. Schließlich sind „Haß und Hetze“ heute Alltagswaffen im Propagandakampf. Was wenn es das damals nicht war? Eine Schwalbe macht keinen Sommer und ein einziger Artikel in 6 Friedensjahren würde keine historische Gleichheit zu heute belegen.
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Der andere Artikel war aus KRIEGSzeiten und richtete sich gegen die Feinde. Das ist daher mit heutigen Friedenszeiten gar nicht vergleichbar. Grundsätzlich nicht. Man muß doch noch so viel Verstand haben Krieg und Frieden unterscheiden zu können, oder? Auch ging es dabei eben nicht um INNENpolitik, um die Opposition, so wie heute. Weiterhin bezog sich der Artikel direkt auf Aussagen der Franzosen / Engländer, diese sollte „Haß und Hetze“ gewesen sein. Waren sie das vielleicht? Woher soll ich das wissen. Man lege mir diese Aussagen von Kriegsfeinden gegen Deutschland vor. Meint hier wer die würden Liebe und Frieden bringen? Wie gesagt, nicht vergleichbar.
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Von der Untauglichkeit der „Collage“-Artikel abgesehen, damals umfassend dargelegt (war das veröffentlicht worden …), versteht der Mann nicht was er da schreibt:
„Doch gerade dort, wo Opposition den Bereich des bloß Verwaltungskritischen verlässt und grundsätzlich widerspricht, setzt ein Mechanismus ein, der weniger argumentativ als semantisch operiert. Regierungskritische Positionen werden nicht widerlegt, sondern umcodiert. Der zentrale Begriff dieser Umcodierung lautet heute: „Hass und Hetze“.“
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Ein grundsätzlicher Widerspruch ist gar nicht möglich, da dann die Verbotskeule kommt, weil ein solcher bedeuten würde die BRD an sich abzulehnen, um dieses dysfunktionale System durch ein anderes zu ersetzen, welches vielleicht funktioniert, weil sein Menschenbild in der zugrundeliegenden Staatstheorie dem echten menschlichen Verhalten entspricht und in dem politische Parteien verboten sind, weil es sich um organisierte Kriminalität handelt. Soll die „A“fD das doch mal machen, danach gibt es keine „A“fD mehr, genau das ist aber GRUNDSÄTZLICH. Die „A“fD macht das nicht, die suhlt sich mit allen anderen im Systemsumpf und es geht nur darum, ob man sich nach links oder rechts suhlt oder ein Stück vorwärts oder rückwärts sich schlängelt. Nicht das ich das der „A“fD seit 13 Jahren vorhalte, das sie nur „das System BRD im Angebot hat“. Und dieses ist total gescheitert, widerlegt und nicht rettbar. Sobald der Islam so richtig übernommen hat, wird auch kein Hahn mehr danach krähen, da wird alles so abgeändert, wie die Invasoren es haben wollen, was dann natürlich völlig mit dem GG und Co. vereinbar sein wird (sofern sie die BRD nicht schlicht beenden). Aber das liebe „A“fD-Kinder, erlebt ihr dann 2050 bis 2100.
Individuen die Xenomorphismen utilisieren sind mir suspekt.
Es stimmt daß die derzeit einzig relevante Oppositionspartei auch nur in der Scheinwelt der vermeintlich gemütlichen BRD des letzten Jahrhunderts verhaftet ist, ähnlich wie die „C“-Unionsanhänger, -Wähler und -Unterstützer aus dessem Umfeld sie letztlich größtenteils entstanden ist. Wenn man jedoch keine besseren Mittel hat als die bestehende Lage zu ändern muß man es eben innerhalb des „Systems“ machen (nirgendswo sonst geht es auch am besten als im Innersten), daß das funktioniert beweist die Geschichte der Grünen die maßgeblich daran beteiligt waren daß wir heute eine Lage haben die sich vor 50 Jahren so keiner hätte vorstellen können. Daß das Ergebnis ganz anders aussieht als sich die naiv drauflosstürmenden Gründer einst vorgestellt haben steht auf einem anderen Blatt, aber die Tatsache daß die Eigendynamik mächtiger ist als jegliche Vorsätze wird auch die AfD noch immens verändern, die bisherigen Verwerfungen und Neuaufstellungen sind nur ein Vorgeschmack davon.
Auf der anderen Seite gab es schon mehrere Bewegungen die versucht haben weiter zu gehen: Die frühen wurden verboten, die nächsten sind im Terror erstickt (wer da wohl nachgeholfen hat), und die NPD – so sie überhaupt einen vollständigen Systemwechsel beabsichtigte – wurde zwar nicht verboten, aber durch Unterwanderung erfolgreich zersetzt.
Bleibt noch übrig sich auf seinem eigenen Grundstück ein eigenes Reich zu schaffen, aber wehe man ist so konsequent seine Souveränität auch aufs Steuerrecht auszuweiten – dann ist ganz schnell Schluß mit der Herrlichkeit, wie man erst vor ca. einem Jahr sehen konnte.
Nicht das diese, Ihre, Argumentation so gar nicht neu ist. Sie war damals falsch und wird mit jedem Jahr noch falscher.
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Der Marsch durch die Institutionen der Linken, der zur totalen Übernahme und dem damit verbundenem Untergang geführt hat, begann nicht 1968, sondern 1945, als ihre Macher, die Frankfurter Schule Leute, zurück waren und die Kontrolle über die Unis bekamen, die von ihnen ausgearbeitete Umerziehung + „Ent-Nazifizierung“ betrieben. Das hat gedauert, das kommt nicht über Nacht. – Hat die BRD diese Zeit um das nochmals zu machen? Hat die „A“fD die Kontrolle über die Unis und die Machtbefugnisse der Sieger zur Umerziehung?
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Gibt es hier ein Geburtenproblem + islamische Umvolkung, die bis 2050 schon alles auf den Kopf gestellt haben wird? Ist das bei Ihrer Argumentation irgendwie eingeplant?
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Also was wollen Sie im System erreichen? Gar nichts werdet ihr erreichen. Im besten Fall bekommt ihr das, was ich euch auch schon seit einer Ewigkeit vorwerfe. Ein eigenes friedliches Ableben in relativem Wohlstand, nach euch die Sintflut.
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Es wird auch immer gerne (absichtlich) falsch verstanden, was ein Ende der BRD sein soll. Es sollen die im System nicht behebbaren grundlegenden Baufehler behoben werden und nicht das Rad neu erfunden werden. Baufehler, die mindestens teilweise absichtlich eingefügt wurden, weil das GG im Auftrag und nach Abnahme der „guten Freunde“ erschaffen wurde. Deshalb wollten die Macher des GG dieses ja auch abschaffen, sobald Deutschland wieder frei ist. „Dürfe niemals zur Verfassung Deutschlands werden“, Carlo Schmid, Vater des GG. Die wußten damals, 1948-49, noch was sie machen und welchen Zwängen sie unterlagen.
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Zum wie wurde auch schon lange die Antwort gegeben, Andreas Popp von der Wissensmanufaktur um 2012 (und früher), sowie Andreas Clauss. Verweigerung gegenüber dem Staat, auch als Generalstreik bekannt, bis alles zusammenbricht. Wofür es nur einer entsprechend großen Zahl bedürfte, war das mildeste Mittel. Abspaltung von Landesteilen, war auch im Angebot. Damals war man noch so leichtgläubig und meinte Süddeutschland bietet sich an.
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Aber wie gesagt, macht ruhig ihr „A“fDler und wenn ihr dann irgendwann einseht, daß alles was ihr gemacht habt rein gar nichts geändert hat, gar nichts gerettet hat, kommt nicht bei mir an und heult rum.
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PS: Schauen Sie mal zu den USA und wie da die „Rettung“ im System durch Trump läuft, denn genau die habt ihr hier ständig herbeigeschrieben, alles dagegenankommentieren vergeblich, seit 2016.
Man solle auch bitte nicht meinen ich hätte einfach nur so was gegen die „A“fD. Ich habe was dagegen weil sie echter Veränderung = Besserung im Weg steht, weil es sich um einen erkennbar falschen Weg handelt, der da beschritten wird. Es wird nur das gemacht, was vorher schon vielfach gescheitert ist, bei sich ja doch dramatisch verschärfender Lage, die immer weniger Zeit läßt auch nur theoretisch die Sache zu retten.
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Und es bezieht sich nicht nur auf die „A“fD. Da geben sich Reform / Restore, FPÖ, RN (früher FN), Schwedendemokraten, … alle nichts. Es ist ein schon gescheiterter Ansatz, Wie üblich kann auch hier nur die Zeit diese Aussage belegen. Oder eben auch nicht, ich kann wohl kaum einen göttlichen Allwissensanspruch erheben, aber ich sehe einfach nicht wie man so die Sache hinbiegen will. Keines der Konzepte die diese Parteien je vorlegten / in den Raum stellten kann das. Und wir, Engländer, Franzosen, Österreicher, Deutsche, Schweden, Dänen, … haben dafür aber keinen Zeit mehr.
ausser einstudieren
von wortfloskeln hat
der verfasser wohl
noch nie richtig im
leben gestanden.
hansel sollte im
besatzungsasülat
als deutschprofessor
eingesetzt werden um
das neue gold sprachlich
auf ihren arbeitseinsatz
vorzubereiten…
die devise…
kein deutsch kein cent