Die Echokammer atlantischer Medien trägt dazu bei, dass der deutschen Öffentlichkeit die Konsequenzen deutscher Außenpolitik nicht bewusst scheinen. Leicht wird vergessen, mit welchen Hilfstruppen die SS ab dem Jahr 1941 in der Ukraine und Umgebung schon einmal unterwegs war.
„Das habe ich nicht gewusst!“ sollte man nur einmal sagen
Von REDAKTION | Ein Journalist wollte am 15.6. 2026 in Minsk von Sergey Lawrow wissen, ob die Verfälschung und Umschreibung der Geschichte zum 2. Weltkrieg in Deutschland einer koordinierten Maßnahme oder nur einem opportunen Narrativ entspreche. Der russische Außenminister gab zur Antwort, dass in EU-Europa die Geschichte umgeschrieben würde, um „die Rolle von Siegern und Besiegten auszutauschen!“ und führte dazu noch passende Beispiele an:
- Der deutsche Bundeskanzler F. Merz habe kürzlich erklärt, dass Zugeständnisse an Russland in der Ukraine-Frage „gleichbedeutend mit der Beschwichtigungspolitik gegenüber Adolf Hitler“ wären. Damit würde, laut Lawrow, Deutschland „alles auf den Kopf stellen, um seine militärischen Vorhaben mit den Ukrainern auszubauen.“
- Der deutsche Außenminister Johann Wadepuhl hätte vor kurzem angekündigt, dass deutsches Militär den Erfahrungsaustausch mit den Streitkräften der Ukraine vertiefen wolle. Lawrow zog den Schluss, dass aufgrund eines solchen Verhaltens „Deutschland sich nach Nazi-Emblemen und Nazi-Sitten, wie sie bei der ukrainischen Armee und deren „nationalistischen Bataillonen“ zu finden wären, sehne!“
Der russische Außenminister zog Bilanz und verwies auf einen Grundsatz nach einem Sprichwort, das nicht nur bei Slawen, sondern auch bei anderen Völkern Gültigkeit habe:
Der Sohn hafte nicht für seinen Vater!
Sergey Lawrow erinnerte, dass die Väter und Großväter vieler der heutigen Führungskräfte Deutschlands während des Zweiten Weltkriegs aktiv in nationalsozialistischen Handlungen involviert gewesen wären. Doch wenn deren Nachkommen- das heißt die heutigen Führungskräfte Deutschlands – nun anfingen, dieselben Methoden wiederzuverwenden bzw. diejenigen zu rechtfertigen, welche während des Großen Vaterländischen Krieges und des Zweiten Weltkriegs Kriegsverbrechen begangen haben, so kann das in solchen Fällen nur das Eine bedeuten:
Die Nachkommen würden für das Verantwortung übernehmen, was ihre Väter vormals verbrochen hätten!
Lawrow wies darauf hin, wonach „Deutschland den Schleier, welcher Nazi-Wurzeln und Nazi-Instinkte hätte verstecken sollen, die jedoch nirgendwohin verschwunden wären, inzwischen wieder abgeschüttelt“ hätte.
In seinen Antworten auf weitere Fragen der Journalisten bettete der russische Außenminister besagten Rückfall der Bundesrepublik Deutschland generell in das notorische Fehlverhalten von ganz Europa gemäß seiner Geschichte gegenüber Russland ein und sagte dazu:
„Europa ist dabei wieder Probleme zu schaffen, wie es praktisch schon über die letzten fünf Jahrhunderte bzw. sogar noch früher der Fall gewesen war. Europa löste die Weltkriege aus. Doch man fing schon in der Zeit davor damit an:
Napoleon stellte praktisch alle europäischen Staaten jener Zeit „unter Waffen“, um gegen das Russische Reich anzugehen!
Europa betrieb ständige Machenschaften. Man kann sich dabei an vieles erinnern, darunter auch, wie die britische Krone und die britische Regierung mit der Familie Nikolaus II. umgesprungen war. Das wissen wir – daran sind wir gewöhnt!“
Lawrow kritisierte Bestrebungen der Ukraine alles Russische tilgen zu lassen:
„… Gerade zu Beginn der Verhandlungen um Aufnahme in die Europäische Union will die Ukraine noch einmal betonen, dass der ukrainische Nazismus nicht gewillt sei von seinem Kurs zur Vernichtung der russischen Sprache abzuweichen.
Dies passt voll und ganz in die Sichtweise derjenigen, welche die Europäische Union von Brüssel aus lenken. Insbesondere die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die nicht umsonst als „Führerin“ angesehen wird und wiederholt erklärt hat, dass die Europäer bis zum Ende an der Seite der Ukraine stehen müssen, weil die Ukraine sterbe, doch für europäische Werte kämpfe. Es stellt sich also heraus, dass zu den europäischen Werten auch die vollständige Unterdrückung der Rechte russischer und russischsprachiger Menschen, einschließlich Bildung, Medien, Kultur und vieles mehr, zähle.
Ich mache mir keine Illusionen, dass Europa in seiner derzeitigen Verfassung irgendetwas Nützliches bewirken könne. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie danach trachten werden, den Bemühungen um eine gerechte Lösung der Situation großen Schaden zuzufügen!“
Die Konsequenzen
Die Bevölkerungen der EU-Staaten scheinen allzu leichtfertig übersehen zu haben, dass sie und ihre Regierungen nicht nach leeren Worten, sondern nach ihren aktuellen Taten und der von ihnen umgesetzten wahren Ideologie gemessen werden. Es reicht nicht aus, zutreffende Bezeichnungen und Worte für unangenehme Tatbestände einfach nur austauschen zu lassen, ohne die grundsätzliche Ideologie darunter auch tatsächlich abgelegt zu haben.
Man glaubte nach 1945, es würde sich schon ausgehen, um dann eben mit Neo-Kolonialismus, doch zur Abwechslung nach bewährtem atlantischen Muster einfach nur weiterzumachen, was in der Praxis jedoch zu oft, dem alten und fatalen Stil aus der dunklen Vergangenheit nur entsprach. Der hauptsächliche Unterschied zwischen atlantischem Neo-Kolonialismus und Faschismus ist unter anderem:
Neo-Kolonialismus gibt es seit 500 Jahren, doch mit Faschismus und seinen Derivaten war schon nach 23 Jahren Schluss!
Dem Nazismus aus Deutschland war sogar eine noch kürzere Lebensdauer – nämlich nur 12 Jahre – beschieden!
Sergey Lawrow hat anhand von bezeichnenden Beispielen klar und deutlich gemacht, was die Nachkommen eines Volkes aufgrund neuer Verbrechen zu Nachfolgetätern ihrer Vorfahren erst macht.
Dazu kommt, dass bei Wiederholungstätern die bisherige Ausflucht, „Das habe ich nicht gewusst!“ nur für Propagandazwecke wird herhalten können, doch vor dem Gesetz, wie immer schon, keinerlei Gültigkeit hat!
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