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Die niedrigen Gasreserven sorgen in Europa für wachsende Sorgen, da der europäische Gasmarkt zunehmend unter Druck gerät. Die Gasspeicher in Europa sind so leer wie seit 13 Jahren nicht mehr. Darauf weist der Gasanalyst und Professor Greg Molnar hin, wie The Guardian berichtet.

„Ein niedriger Speicherfüllstand erhöht naturgemäß das Risiko einer stärkeren Preisvolatilität im Winter“, sagte Molnar. Seine Einschätzung wurde von The Guardian veröffentlicht.

Sollten zudem längere Kälteperioden oder windarme Wetterlagen eintreten, könnte sich die Situation weiter verschärfen. In diesem Fall würde der Gasverbrauch im Winter deutlich steigen.

Europa geht somit mit den niedrigsten Gasreserven seit 13 Jahren in die kalte Jahreszeit. Das sorgt bereits für Unruhe unter Energiehändlern. Ende August waren die Gasspeicher in der EU lediglich zu rund 63 Prozent gefüllt, was deutlich unter den üblichen rund 80 Prozent zu dieser Jahreszeit liegt. Bis zum Beginn des Winters könnte der Füllstand sogar rund ein Fünftel unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegen.

Besonders angespannt ist die Situation in Großbritannien

Dort befinden sich die Gasreserven laut dem Bericht nahezu auf dem niedrigsten möglichen Niveau, weshalb das Land stärker auf teure Importe angewiesen ist. Großbritannien ist traditionell auf Gasimporte angewiesen. Das Land bezieht Erdgas entweder über Pipelines aus Europa oder per LNG-Tanker aus den USA und dem Nahen Osten.

Als Gründe für die angespannte Lage gelten unter anderem die …

  • … Unterbrechungen bei den Gasexporten aus der Golfregion infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran. Hinzu kommen der hohe Gasverbrauch während des vergangenen Winters,
  • sowie die Rekordhitze im Sommer, die den Einsatz von Gas zur Stromerzeugung deutlich erhöht hat.

Kommt „Winterpanik“ am europäischen Gasmarkt?

An den Märkten rechnen Händler offenbar nicht mit einer schnellen Wiederöffnung der Straße von Hormus. Dies verstärkt die Sorgen über die Gasversorgung im kommenden Winter und schürt eine regelrechte „Winterpanik“ am europäischen Gasmarkt. Der Gaspreis ist inzwischen auf über 68 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Damit liegt er mehr als doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn und nähert sich einem Dreijahreshoch.

Es ist nicht auszuschließen, dass der Preis ohne eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus dem Nahen Osten auf über 100 Euro pro Megawattstunde steigen könnte. Ein solcher Preisanstieg wäre erforderlich, um genügend Gas für den winterlichen Verbrauch auf dem internationalen Markt zu sichern. Besonders problematisch sind die stark reduzierten LNG-Lieferungen aus Katar sowie die Konkurrenz mit Asien. Die EU ist deshalb stärker auf teures US-LNG angewiesen. Auf das günstige Gas aus Russland verzichtet man weiterhin gerne – sehr zur Freude der Amerikaner, die immer betonten, Nord Stream mache uns von Russland abhängig. Und diese neue „Unabhängigkeit” lässt man sich in europa eine Stange Geld kosten. Man fragt sich nur wozu?

AfD und FPÖ fordern russisches Erdgas wieder zu beziehen

Deutschland: Die AfD fordert ausdrücklich, Nord Stream 2 zu reaktivieren und wieder russisches Erdgas zu beziehen. Entsprechende Anträge wurden im Bundestag beraten; die übrigen Fraktionen widersprachen. AfD-Chefin Alice Weidel begründet die Position mit niedrigeren Energiepreisen und einer Wiederherstellung der deutsch-russischen Beziehungen. Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD verfolgt dagegen den europäischen Ausstieg aus russischem Gas bis Herbst 2027 und verweist darauf, dass Energieeinnahmen Russlands Kriegswirtschaft finanzieren.

Österreich: Die FPÖ bekämpft den vollständigen EU-Importstopp und verlangt ein Ende beziehungsweise eine Lockerung der Russland-Sanktionen. Die FPÖ-Politiker denken auch über den momentaen Krieg hinaus und haben die Interessen der heimischen Bevölkerung im Auge. Die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS werfen der FPÖ dagegen vor, Österreich erneut von Moskau abhängig machen zu wollen. In diesen Kreisen bevorzugt man die oben bereits erwähnte Abhängigkeit von den USA. Auch die oppositionellen Grünen teilen diese Kritik. Diese Auseinandersetzung wurde sogar im österreichischen Nationalrat ausdrücklich geführt.

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Von Redaktion

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