In diesem Teil lässt Ryan Perkins die braune Katze aus dem atlantischen Sack: Der Krieg gegen Jugoslawien gestern und der um die Ukraine heute zeigt die bizarre Symbiose zwischen neu auferstandenem Neo-Faschismus und selbsterzeugtem Fake-Marxismus für die Expansion des Imperiums.
Ryan Perkins über die Wirkung des imperialen Kerns nach innen und außen – Teil 2d
Das „Dual-Track-System“ der Open Society Foundations: Innen Radikalismus-Entschärfung und außen Institutionen-Subversion
Soros behauptet, seine Philosophie sei in Karl Poppers Konzept der „Offenen Gesellschaft“, einem Bekenntnis zu liberaler Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit, verwurzelt. In Wirklichkeit spiegelt jedoch das Netzwerk von Soros ein ausgeklügeltes geopolitisches Instrument wider. Hinter der philanthropischen Rhetorik seiner „offenen Gesellschaft“ lauert ein brutales geopolitisches Kalkül. Obwohl der Versuch besteht, dieses zur Unterstützung universeller liberaler Werte umzudeuten, haben sich die Aktivitäten der OSF [Open Society Foundations] immer wieder mit den strategischen Interessen der USA gedeckt und dazu noch als Multiplikator für Washingtons Außenpolitik gewirkt.
Soros’ OSF [Open Society Foundations] verfolgen ihr ideologisches Projekt über eine ausgeklügelte Zwei-Geleise-Strategie: Deren Wirksamkeit beruht darauf, dass dieselben Instrumente wie Rechtsreformen, Aufbau der Zivilgesellschaft und rechtsbasierte Interessenvertretungen eingesetzt werden, um je nach geografischem und politischem Kontext unterschiedliche Ziele zu realisieren.
Die Wirkung des imperialen Kerns nach innen: Die Kanalisierungs-Funktion
In Westeuropa und Nordamerika ist der von der OSF finanzierte Aktivismus darauf spezialisiert, radikale Energie in etablierte Systeme – sei es über den rechtlichen, politischen oder akademischen Bereich – kanalisieren zu lassen. Durch großzügige Finanzierung wie feministischer Rechtsstreitigkeiten, Audits zur Rassengleichheit oder NGOs für Umweltgerechtigkeit verwandelt das Netzwerk die Forderung nach einer systemischen Umgestaltung hingegen in eine Reihe technischer Rechtsstreitigkeiten. Die radikale Kritik wird damit zugleich entschärft, da Erfolge vielmehr an Präzedenzfällen vor Gerichten, Änderungen in der Unternehmenspolitik wie z.B. Diversitätsquoten anstatt einer politischen Revolution gewertet werden.
Dieser Prozess professionalisiert den Widerstand, schafft Karrierewege für Aktivisten innerhalb des NGO-Rechtskomplexes und stellt sicher, dass Herausforderungen am Status quo innerhalb dessen Regeln bewältigt würden. So wird radikale Dynamik in reformistische Trägheit verwandelt!
Die Wirkung des [imperialen] Kerns nach außen: Die Subversions-Funktion
Im postsozialistischen europäischen Raum und im Globalen Süden wird [vom Imperium] dasselbe Instrumentarium für die subversive institutionelle Vereinnahmungen eingesetzt. Dabei strebt die OSF keine Reformen von innen heraus an, sondern den Aufbau paralleler Strukturen, die mit staatlicher Autorität in Konkurrenz geraten. Die Ukrainian Legal Foundation (ULF) ist ein paradigmatisches Modell [und treffendes Beispiel] einer solchen systemischen Vereinnahmung:
Besagtes Projekt wurde gemeinsam von OSF und Halyna Freeland [1] gegründet!
Letztere war die [verstorbene] Mutter von Crystia Freeland und Tochter des ukrainischen Nazi-Kollaborateurs Michael Chomiak [2] [3].
Im Rahmen des Projektziels, um „Rechtsstaatlichkeit“ zu etablieren, wurde eine völlig neue Verfassung samt Gesetzbüchern von Grund auf neu aufgelegt, welche inspiriert von der Ford-Stiftung auf Prinzipien legalistischer und individueller Rechte beruht. Durch Errichtung der ersten juristischen Bibliothek des Landes und Gründung einer neuen juristischen Fakultät sowie Veröffentlichung der zentralen Rechtstexte des Staates beeinflusste die ULF nicht nur den neuen ukrainischen Staat, sondern wurde zum Architekten seiner grundlegenden Institutionen. Das entspricht einer systemischen Vereinnahmung:
Zum Ersatz der institutionellen DNA einer Nation, um diese für ein geopolitisches und ideologisches Projekt zu vereinnahmen!
Zynische Interpretationen von Soros’ Rolle wurden durch seine eigenen Aussagen vor dem US-Kongress bestätigt. Soros gab zu, seine Stiftungen als Instrumente der politischen Kriegsführung zu nutzen und …
… erklärte, eine Milliarde USD aufgewendet zu haben, „um Wladimir Putin entfernen“ zu lassen!
Soros erklärte weiter, dass sein Netzwerk das „Instrument“ zur Erreichung besagten Ziels über die Ukraine erreichen werde. Dieses Eingeständnis enthüllt die Vorgehensweise der OSF zur:
- Förderung pro-westlicher Eliten unter dem Deckmantel einer Unterstützung der Zivilgesellschaft!
- Festlegung politischer Agenden!
- Manipulation von Ergebnissen!
- Isolierung gegnerischer Staaten!
Eines der wichtigsten Instrumente stellt die Destabilisierung bestimmter Regierungen …
… durch Verschärfung inter-ethnischer und sozialer Spaltungen durch Instrumentalisierung von Identität dar!
Das jugoslawische Modell: Eine Koalition zur Staats-Zerstörung
Die zynische Zerstückelung Jugoslawiens veranschaulicht auf drastische Weise, wie die Kräfte der „Neuen Linken“ in einer unheiligen Allianz mit ultra-reaktionären, pro-imperialistischen Kräften der alten Rechten mobilisiert wurden:
Mit ideologischen und in einigen Fällen tatsächlichen Nachfahren vormaliger Nazi-Kollaborateure!
Der Angriff [gegen Jugoslawien] begann durch ein wirtschaftliches Abwürgen, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) Belgrad in den 1980er Jahren Kredite gewährt hatte, um später, nachdem Jugoslawien seine Nützlichkeit als Stachel im Fleisch Moskaus verloren hatte, lähmende Sparmaßnahmen und Privatisierungen durchzusetzen. Diese künstlich herbeigeführte Wirtschaftskrise zerschlug den Gesellschaftsvertrag zwischen den Republiken Jugoslawiens. In diesem explosiven Gemisch schürten NGO-Netzwerke, darunter Soros’ „Yugoslavia Foundation“, aktiv ethnische Spannungen und manipulierten die Medien-Berichterstattung.
[Anmerkung der Redaktion: Die Soros‘ Yugoslavia Foundation wurde im Juni 1991 als Teil des weltweiten Stiftungsnetzwerks der Open Society Foundations (OSF) gegründet und war von 1996 – 2000 unter der Bezeichnung Open Society Fund, Yugoslavia und seit 2000 unter der Open Society Foundation, Serbia bekannt.]
Als diese Spannungen überkochten, aktivierten westliche Geheimdienste gewalttätige, ultranationalistische Elemente, die notwendig waren, um den blutigen und unumkehrbaren Zerfall garantieren zu können. Der Bundesnachrichtendienst (BND), …
… mit tiefen, engen historischen Wurzeln in Netzwerken ehemaliger Nazi-Kollaborateure, nutzte seine Kontakte!
Der BND leitete Waffen, Ausbildung und Unterstützung an Nachfahren der kroatischen Ustaše und serbischen Tschetnik-Fraktionen weiter – sprich an faschistische Gruppen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die durch genozidale Gewalt und virulenten Antikommunismus geprägt waren. Diese Gruppen wurden gerade wegen ihrer Fähigkeit zur brutalen Gewalt, die sicherstellte, dass der Konflikt über Verhandlungen hinaus eskalieren würde, geschätzt.
Das Ergebnis war ein verheerend wirkender Zangenangriff:
- NGO- und Mediennetzwerke nutzten Identitätspolitik als Waffe, um das politische und soziale Gefüge Jugoslawiens spalten zu lassen
- Geheimdienste ließen faschistische militante Gruppen wiederaufleben, um diese Spaltungen militarisieren zu lassen!
Die eine Seite schuf das für die Trennung notwendige „Warum“ – die andere das „Wie“ für gewaltsame Abspaltungen!
Die unheilige Allianz: Die „Neue Linke“ und alte „ultra-reaktionäre Rechte“
Die bizarre Kombination zwischen „identitären Linken“ und „ultra-rechten Kräften rassischer Reinheit“ spiegelt sich einmal mehr wider:
Wie heute in der Ukraine!
Diese surreale Dualität – bei der die Ukraine gleichzeitig als progressive Bastion vergöttert und trotz ihrer neofaschistischen Milizionären verteidigt wird, …
… stellt kein Widerspruch, sondern nur das besondere Merkmal einer derartigen instrumentellen Allianz dar!
Westliche Medien und Institutionen, die sich für Werte der „Neuen Linken“ wie Toleranz und Inklusivität einsetzen, sorgen für notwendige und gesäuberte Narrative: Dabei werden die progressive Legitimität der Ukraine und ihre pro-europäische Haltung zur prägenden Identität hochgespielt. Die moralische Verpflichtung zur Unterstützung überschattet unbequeme Realitäten und schafft so ein mächtiges ideologisches Schutzschild: Kritik [an neofaschistischen Auswüchsen] wird einfach abgetan, indem …
… unliebsame Verbündete als historische Komplexitäten klein geredet und als marginalisierte Ausreißer übergangen werden!
Unterdessen liefert das ultra-reaktionäre Element das unverzichtbare, gewalttätige Rückgrat zur Realisierung des geopolitischen Zieles:
- Neofaschistische Gruppen wie das Asow-Bataillon – Milizen, die den Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera aus dem Zweiten Weltkrieg offen verehren – wurden inzwischen offiziell in das ukrainische Militär integriert und erhalten NATO-Ausbildung samt westlichen Waffen!
- Ultra-nationalistischer ideologischer Eifer neofaschistischer Gruppen dient dazu, die Gesellschaft in ihrer Konfrontation mit Moskau gewaltsam disziplinieren zu können!
- Die neonazistische Ideologie dieser neofaschistischen Gruppen wird durch ihren fanatischen antirussischen Nationalismus und ihre Kampfkraft
[Anmerkung der Redaktion: Die 12. Spezialbrigade Asow – ursprünglich Bataillon Asow, später Regiment Asow wurde als offizieller Verband der Nationalgarde der Ukraine eingegliedert. Das Regiment wurde im Mai 2014 als freiwilliges Bataillon im Zuge des Angriffkrieges des kollektiven Westens gegen den Donbass gegründet. Das geschah kurz nach dem Putsch auf dem Maidan, gestützt auf über 50 westliche Länder mit rund 14.000 Todesopfern über acht Jahre in Folge. Das Azow Bataillon wurde unter anderem durch den Rechtsextremisten, Andrij Bilezkyj, als vormals sogenanntes „Schwarzes Korps“ gegründet, welches anschließend zum Kern des späteren Asow-Bataillons freiwilliger ultra-rechter Fanatiker aufstieg. Ende der Anmerkung der Redaktion].
Das ergibt eine Synthese in Aktion:
- Die vermeintlichen Werte der „Neuen Linken“ liefern die moralische Rechtfertigung und Tarnung der Public Relation (PR) mit institutioneller Ausrichtung zum Westen!
- Die wiederauferstandene Ultra-Rechte hingegen stellt die militante Kraft bereit, welche zur Erreichung des strategischen Ziels und Ausweitung westlicher Hegemonie benötigt würde:
Diese immer wiederkehrende Partnerschaft offenbart eine beunruhigende Wahrheit:
- Diese Kräfte stellen keine gegensätzlichen Pole dar, sondern sind dunkle Geschwister, geboren aus derselben Logik zur Instrumentalisierung von Identität zum Zweck der Erlangung von Macht!
- Der Rahmender „Neuen Linken“ liefert die moralische Sprache des humanitären
- Das neofaschistische Element liefert den unzerlegbaren Kern des ethisch begründeten Konflikts, die willigen Stoßtruppen und die Fähigkeit zu brutalem, entschlossenen Handeln, was
Die eine Seite [mit der vom Westen fabrizierten „Neuen Linken“] kreiert die gerechte Sache – die andere Seite [der vom Westen konservierten ultra-rechten und in Folge losgelassenen Neofaschisten] sichert der Sieg mit allen notwendigen [den Zweck heiligenden] Mitteln.
Das Bündnis entspricht keinem Paradoxon, sondern einer zynischen Symbiose als hybrider Motor für Hegemonie!
Dieses Bündnis [zwischen der vom Westen fabrizierten „Neuen Linken“ und den vom Westen konservierten bzw. losgelassenen ultra-rechten Neofaschisten] setzt die Sprache der menschlichen Befreiung ein, um zu versuchen die Wiederauferstehung seiner brutalsten historischen Antagonisten darüber rechtfertigen zu können.
Das ist die wahre Fratze der Macht der extremen Mitte: Mit ihrer Fähigkeit, Realitäten neu zu definieren und eine Welt zu schaffen, in der man progressive Fahnen über ultra-rechten Marschkolonnen in Dienstes eines übergeordneten, verwaltungstechnischen Managements flattern lässt.
Warum die Rechte immer noch glaubt, es handele sich um eine marxistische Verschwörung
Nachdem die moderne „Woke-Linke“ von CIA-Tarnorganisationen ins Leben gerufen und durch Zuschüsse der Ford-Stiftung gefördert worden war sowie durch Soros’ NGO-Netzwerke als Waffe eingesetzt werden konnte, stellt sich die Frage, warum so viele Vertreter aus der populistischen Rechten darin weiterhin eine marxistische Verschwörung sehen?
Die Beständigkeit dieser Fehldiagnose ist kein Zufall, doch das Ergebnis zweier zusammenwirkender Kräfte:
- der systematische Inbesitznahme von linker Sprache und Symbole im Kapitalismus!
- die aktive Förderung dieser Verwirrung durch mächtige Interessengruppen, die von einer gespaltenen Opposition gesamt profitieren!
Die Inbesitznahme des Arsenals der Linken
Die erste Ursache ist die direkte Folge des Prozesses, der in dieser Serie nachgezeichnet wurde: Als der Kapitalismus die radikalen sozialen Bewegungen der 1960er Jahre vereinnahmte, unterdrückte er sie nicht nur, sondern kannibalisierte vielmehr auch ihr Vokabular: Die Sprache der Befreiung, Emanzipation und Gerechtigkeit – einst die Waffe derer, die das System zerschlagen wollten – wurde dadurch ihres revolutionären Inhalts entleert und…
… aufpoliert, doch als Marketing-Vokabular von genau jenen Institutionen aufgegriffen, gegen die sie einst gerichtet war!
Diese Übernahme entzog Straßen[Kampf] die radikalen Energien, doch lenkte diese als geopolitische Waffe nach außen ab:
- Ein Aktivist, der beispielsweise vormals noch gegen das Pentagon demonstriert hätte, darf inzwischen eine NGO, welche „Demokratie“ im Globalen Süden fördert, finanzieren lassen!
- Ein Intellektueller, welcher einst Manifeste für Maßnahmen zur Arbeiterherrschaft verfasst hätte, wurde inzwischen zur Ausarbeitung für Entwürfe zur Rahmenordnung postsowjetischer Staaten umfunktioniert.
Die Energien blieben erhalten, doch die Ziele wurden verschoben. Im Zuge dieses Prozesses zur Übernahme und Umleitung wurde die ursprüngliche Quelle der Ideen – mit ihren antikapitalistischen, klassenbewussten Wurzeln – aus dem Gedächtnis gelöscht:
Was blieb, war die Ästhetik einer Rebellion, beraubt von ihrer Substanz und zur imperialen Expansion umfunktioniert!
Die Rechte sieht [nur] diese Ästhetik und hört [nur] die alte revolutionäre Sprache bezüglich Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit des Systems. Sie übersieht, dass besagte Sprache entkernt wurde und nicht mehr die Demontage des Kapitals, sondern [nur noch] das Management von Identität im Inneren einfordert.
Die künstlich geschaffene Kluft
Die zweite Ursache fällt noch zynischer aus. Denn die Fehldiagnose, wonach die moderne Linke eine marxistische Verschwörung sei, wird aktiv von mächtigen Kräften, welche konservative Bewegungen unterstützen, vorangetrieben. Das erfüllt drei Funktionen, von denen eine heimtückischer als die andere ist:
Erstens: Ablenkung! Solange die Rechte davon besessen scheint, eine vom Kreml inspirierte Verschwörung aufzudecken, wird sie die tatsächliche Machtstruktur nicht untersuchen: Insbesondere die Stiftungszuschüsse und/oder NGO-Netzwerke!
Jede Stunde, die damit verschwendet würde, „kulturellen Marxismus“ anzuprangern, ist eine Stunde, die nicht dafür genutzt wurde, um beispielsweise das Verzeichnis der Ford-Stiftung–Förderer zu untersuchen und/oder zu ergründen oder warum und wie die OSF [Open Society Foundations] von Soros das sozialistische Jugoslawien in neokoloniale Kleinstaaten hat zerschlagen lassen können. Die [zuvor beschriebene] Phantom-Diagnose von Bezmenov stellte eine perfekte Tarnung für die eigentliche Operation dar.
Zweitens: Legitimität durch Opposition! Der unerbittliche Angriff der konservativen Bewegung auf die „Woke-Linke“ als kommunistische Verschwörung verleiht dieser Linken paradoxerweise eine Glaubwürdigkeit, die ihr sonst fehlen würde. Indem die Rechte Campus-Aktivisten und NGO-Funktionäre als Agenten einer weltgeschichtlichen Verschwörung behandelt, erhebt sie diese in den Rang echter Revolutionäre. Diese Schmeichelei stellt sich für das System als nützlich heraus: Eine Linke, die glaubhaft als Bedrohung des Kapitalismus dargestellt werden kann, ist eine Linke, die dadurch [mehr oder weniger unbemerkt] als kontrollierte Opposition für Identitätspolitik umfunktioniert werden kann. Die Überreaktion der Rechten stellt der Linken damit einen [verfälschten] Berechtigungsnachweis aus.
Drittens und das ist das Wichtigste: Die künstlich geschaffene Spaltung kommt dem System von Natur aus entgegen. Eine geeinte Opposition – eine, welche die wahre Machtstruktur erkennen und sie aus einer kohärenten, klassenbewussten Position heraus in Frage stellen könnte – würde zu einer echten Bedrohung werden. Doch eine politische Landschaft, welche in zwei Fraktionen gespalten ist und die sich beide auf ihre eigene Art und Weise auf den grundlegenden Strukturen des globalen Kapitals abstützen, ermöglicht eine [politische]Landschaft für kontrollierte Konflikte:
So kämpfen „Woke-Linke“ um Vertretung in Vorstandsetagen und populistische Rechte um kulturelle Traditionen!
Keine von beiden bedroht die Vorstandsetagen selbst. Das System profitiert von ihrem ewigen Gezänk, da Energien, die auf sinnvolle Veränderungen gerichtet worden wären, auf einen endlosen Kulturkrieg umgeleitet werden.
Solange Konservative nicht lernen, sich über die Konditionierung gegen den vermeintlichen „Roten Schrecken“ des letzten Jahrhunderts hinwegzusetzen, …
… werden sie stets die nützlichen Idioten für das System, das sie vermeintlich bekämpfen, abgeben!
Sie jagen nur Geister in der Dunkelheit, während die wahre Macht am helllichten Tag ungeprüft und unangefochten bleibt!
Conclusio
Zwischenüberschrift: Schwarz, grösser, fett, linksbündig
Die Artikelserie hat das ideologische Projekt von seinen Ursprüngen verdeckter Kulturkriegsführung der CIA über seine Privatisierung durch die Ford-Stiftung bis hin zu seiner Operationalisierung durch das OSF-NED-Netzwerk nachgezeichnet. Es wurde gezeigt, wie die Sprache von Rechten und zur Identität – ursprünglich eingesetzt, um radikale Bewegungen im Inland zu entschärfen – zum Instrument geopolitischer Subversion im Ausland umgewidmet wurde.
Das jugoslawische Modell und die aktuelle Lage in der Ukraine offenbaren die Logik dieses Systems: Ein unheiliges Bündnis zwischen der identitären „Neuen Linken“ und ultra-reaktionären Rechten, vereint im Dienste eines gemanagten Imperiums, welches die Sprache der Befreiung verbreiten lässt, während es der ältesten Form imperialer Herrschaft nachgeht.
Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. In Teil 3 wird noch untersucht, wie diese Ideologie – mittlerweile voll ausgereift und institutionalisiert – zum bevorzugten politischen Instrument der „extremen Mitte“ werden konnte. Man wird erkennen, wie diese einem zutiefst gemanagten Projekt moralische Tarnung verleiht, indem sie die Bevölkerung in immer kleinere Identitätsgruppen aufspaltet und …
… gleichzeitig die Grundprinzipien des Neoliberalismus vor demokratischen Herausforderungen bewahrt!
Es wird nachgezeichnet, wie dieser Ordnungsrahmen in das eigentliche Betriebssystem der globalen Macht kodifiziert wurde: Durch finanzielle ESG-Zwangsmaßnahmen, durch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung und durch eine Entwicklungsagenda, welche …
… als System kontrollierter Sparpolitik für den Norden und als Entwicklungsbegrenzung für den Süden schlagend wird!
Die im Kalten Krieg geschmiedete Waffe wurde nun gegen ihre eigenen Schöpfer eingesetzt und die Folgen beginnen sich erst jetzt zu entfalten!
[Anmerkung der Redaktion: „ESG“ steht für Environmental, Social und Governance – für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Es stellt eine Rahmenordnung transnationaler Kreise zur Bewertung und Steuerung von Unternehmen und Investitionen in Nationalstaaten, getarnt hinter Begriffen wie für „Nachhaltigkeit“ und „ethische Verantwortung“, dar.]
Quellenverzeichnis:
[1] https://www.kyivpost.com/post/10388
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Chomiak
[3]https://web.archive.org/web/20130927191101/http://www.legacy.com/obituaries/edmontonjournal/obituary.aspx?pid=90579918#sthash.5rBxmPzy.dpbs
Fortsetzung mit Teil 3 folgt
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
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Übersetzung UNSER-MITTELEUROPA
- Teil 1a der Serie von Ryan Perkins, „Wie im Kalten Krieg noch Kulturkriege entstanden!“, findet man: HIER
- Teil 1b der Serie von Ryan Perkins, „Der Kongress für kulturelle Freiheit“, findet man: HIER
- Teil 1c der Serie von Ryan Perkins, „Das Kulturkrieger-Spektrum von CIA bis zur Philantropie“, findet man: HIER
- Teil 2a der Serie von Ryan Perkins, „Wie der NGO-Komplex Identitäts-Debatten zu Waffen schmiedet!“, findet man: HIER
- Teil 2b der Serie von Ryan Perkins, „Zur Privatisierungs-Aktion über den transnationalen Komplex“, findet man: HIER
- Teil 1c der Serie von Ryan Perkins, „Das Kulturkrieger-Spektrum von CIA bis zur Philanthropie“, findet man: HIER
- Die Serie „The Ghost in the Machine Part 2 – How the NGO Complex Weaponized Identity (and Why the Right Still think it’s a Marxist Plot)“ im Original auf English: HIER
Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.
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