Nach 1967 wurden die Kulturkrieg-Operationen der CIA unhaltbar und an privatrechtliche Stiftungen übertragen. Dazu hat man ein U.S.-Kongress finanziertes privat-rechtliches Hybrid-Modell – das National Endowment for Democracy [NED; 1983] – mit der Soros Foundation Hungary (1984) bzw. dem Open Society Institut (ab 1993 aus NY) als Tandem eingesetzt.
George Soros über „sein Debut“: „… zumal ich sehr stark am Zusammenbruch des sowjetischen Systems involviert war!“
Ryan Perkins zur Organisation atlantischer Kulturkriege unter dem Deckmantel vermeintlicher „Privat-Philanthropie“: Teil 2b
Gemeinsam bildeten NED [National Endowment for Democracy] und OSF [Open Society Foundations] ein synergetisches Bündnis: Die NED sorgte für offizielle Legitimität, staatliche Unterstützung und Glaubwürdigkeit, während Soros [via Open Society Stiftungen] immenses privates Kapital, operative Flexibilität und tiefgreifende lokale Netzwerke aufzubieten vermochte.
Eine erste und wegweisende Zusammenarbeit fand in Bezug auf Polen statt. Dort fungierte das NED-OSF-Netzwerk als finanzielles und organisatorisches Rückgrat für eine breite Koalition zur Unterstützung der Gewerkschaft „Solidarność“. Über ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen [NGOs] flossen Millionenbeträge für Druckereiausstattungen, Kommunikationstechnik und Rechtsbeistand – und sorgten für eine Lebensader, die es „Solidarność“ ermöglichte durchzuhalten und die staatliche Autorität entscheidend in Frage zu stellen. Die Aktion wurde durch die moralische Autorität des Papstes, Johannes Paul II., sowie Mobilisierung westlicher Intellektueller und Gewerkschaftskreise noch weiter gesteigert.
[Anmerkung der Redaktion: Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges Anfang der 90er Jahre eröffnete sich die Chance für koloniale Expansion des Westens wieder in Richtung Osten mit der verlockende Aussicht zur Plünderung Russlands und seiner unschätzbaren Schlüsselindustrien, woran der atlantische Komplex vor etwas über 100 Jahren im Zuge des russischen Bürgerkrieges (1917 – 1922) gescheitert war:
Der Westen stand 1990 einmal mehr ganz knapp vor der heiß ersehnten Neuauflage seines atlantischen „Jahrhundert-Ziels“!
Nachstehend findet sich ein Auszug aus einem „Vierteljährlichen Leistungsreport“ der Open Society Foundations zur Ausbildung seiner „Fußsoldaten“ vor Ort für die geplanten atlantischen Regime-Change Vorhaben im Osten.
Im nachstehenden Report wird die Zusammenarbeit mit USAID mehrfach erwähnt, wobei die nachrichtendienstlichen Querverbindungen zwischen CIA und vormaliger USAID inzwischen der Öffentlichkeit bekannt sein dürften: So schließt sich der Kreis!
Ende der Anmerkung der Redaktion]
Übersetzung des folgenden Management Trainig Programmes gleich darunter

[…]
Übersetzung des Auszuges aus dem Quartal-Leistungs-Report 180-0045 der Soros-Stiftungen für den Dezember 1993:
DIE SOROS-STIFTUNGEN
MANAGEMENT-AUSBILDUNGSPROGRAMM
Vierteljährlicher Leistungsreport
Das Management-Ausbildungsprogramm der Soros-Stiftungen:
Ausbildungs- und Praktikumsprogramm
Projektnummer: 180-0045
Berichtszeitraum: 1. Dezember 1993 – 31. Dezember 1993
1. Programmbeschreibung
Überblick
Das Ausbildungs- und Praktikumsprogramm bietet 30 Fachkräften aus Bulgarien, Estland, Polen, Rumänien und der Slowakei eine dreimonatige praxisbezogene und akademische Ausbildung zu den Schwerpunktbereichen öffentliche Verwaltung, Betriebswirtschaft, Telekommunikation, Umweltmanagement sowie Bank- und Finanzwesen.
Das Management-Ausbildungsprogramm der Soros-Stiftung („SFMTP“) erhielt am 19. November 1993 die Kooperationsvereinbarung Nr. EUR 0045 A 00 4007 00 von der US-Agentur für internationale Entwicklung („USAID“) und unterzeichnete diese.
Im ersten Quartal begannen die SFMTP-Mitarbeiter in jedem der fünf Länder mit der öffentlichen Ausschreibung der verfügbaren Fortbildungsplätze für Fachkräfte. In den USA wurden die SFMTP-Mitarbeiter in die USAID-Verfahren eingewiesen und begannen mit der Rekrutierung von Gäste-Gesellschaften.
Aktivitäten vor Ort: Teilnehmer Auswahl
Vor der Eröffnung des Auswahlverfahrens traf sich ein SFMTP-Koordinator in jedem Land mit dem jeweiligen USAID-Vertreter, um das Programm und die offenen Auswahlverfahren des SFMTP vorzustellen und Vertreter zur Teilnahme am Auswahlprozess einzuladen.
In allen fünf Ländern begannen die Ausschreibung und die Rekrutierung unverzüglich: In Polen, Rumänien und der Slowakei wurden Anzeigen in Zeitungen geschaltet. In allen fünf Ländern verteilten die Koordinatoren Bewerbungsunterlagen an andere Organisationen, darunter weitere Entwicklungsagenturen, von USAID finanzierte Projekte, Banken, Unternehmen, Zweigstellen der Stiftungen selbst, Verbände kleiner Unternehmen, Handelskammern und weitere Einrichtungen. In Bulgarien, Estland, Rumänien und der Slowakei griffen die SFMTP-Koordinatoren auf eine Datenbank mit vorab geprüften Bewerbungen zurück, die im Rahmen früherer Werbekampagnen für andere vom SFMTP angebotene Fortbildungsmöglichkeiten im Ausland gesammelt worden waren.
Bis zum Ende des ersten Quartals der Vertragslaufzeit waren mehrere hundert Bewerbungen bei den SFMTP-Außenstellen eingegangen und fast 30 Vorstellungsgespräche abgeschlossen worden. Dazu waren weitere für den nächsten Monat angesetzt worden.
Die SFMTP-Mitarbeiter in Estland und der Slowakei hatten ihre Bewerbungslisten noch vor Ende des Quartals an SFMTP New York geschickt. In Polen, Bulgarien und Rumänien befanden sich die Bewerbungen noch in der Prüfung.
Aktivitäten in den USA: Rekrutierung von Gäste-Gesellschaften und Einführung in die USAID-Verfahren
Der SFMTP-Koordinator in New York (i) traf sich mit dem USAID-Programmbeauftragten, um sich in die Verfahren zur Verwaltung der Fördermittel einweisen zu lassen, (ii) überwachte den Fortschritt der Auswahlverfahren und (iii) begann mit dem Aufbau interner Systeme, um die Anforderungen der USAID hinsichtlich Berichterstattung und Mittelverwaltung zu erfüllen. Die BHEF begann mit der Rekrutierung von Gäste-Gesellschaften und Hochschulen aus ihrem Mitgliederkreis.
Finanzielle Aufschlüsselung:
Analyseblatt zu den Schulungskosten im Anhang
Im Laufe des Quartals wurden die USAID-Mittel für eine Reise des SFMTP-Programmkoordinators nach Washington, D.C., verwendet, um sich mit dem USAID-Fördermittelbeauftragten über die Richtlinien für die Vertragsabwicklung zu beraten, sowie für einen Teil der Gehälter der SFMTP-Mitarbeiter in New York.
Ziele, Erfolge und Leistungsbewertung
Die Ziele für das erste Quartal bestanden darin, den Auswahlprozess der Teilnehmer einzuleiten, Gäste-Gesellschaften zu gewinnen und interne Systeme einzurichten, um die Anforderungen der USAID erfüllen zu können. Diese Ziele wurden alle erreicht.
[…]
Ende der Übersetzung des Quartal-Leistungs-Reports 180-0045
Der Erfolg in Polen war mehr als ein Sieg: Man demonstrierte ein bewährtes Modell, dass durch Finanzierung einer zentralen Oppositionsbewegung und deren Einbettung in ein unterstützendes Ökosystem aus NGOs und Medien einen ins Visier genommenen Staat transformieren konnte.
Mit dem von der Ford Foundation geschmiedeten ideologischen Instrumentarium unter privatem Mantel und Realisierung durch die Open Society Foundations von George Soros und der staatlichen Absicherung durch die NED [National Endowment for Democracy] war das System vervollständigt worden.
Dieses Modell, das unter dem Deckmantel der „Demokratieförderung“ vermeintlich entpolitisiert worden war, sollte noch weiter verfeinert und …
… für Operation von „Farbrevolutionen“ bis zu solchen des Arabischen Frühlings eingesetzt werden können!
Darüber wurden NGOs [Nichtregierungsorganisationen] als Standardinstrument moderner geopolitischer Macht mit einem klaren, staatlich unterstützten Ziel etabliert, um die Überreste …
… souveräner Gesellschaften abzubauen und als US-nahe Vasallen in der liberalen Ordnung neu verankern zu lassen!
Zugleich war die Bühne bereitet worden, um besagtes Zweigleis-System weltweit seine Arbeit aufnehmen zu lassen, für:
- den Aufbau „offener Gesellschaften“ mit allen notwendigen Mitteln!
- eine öffentlich-private Partnerschaft zur ideologischen Neugestaltung!
Ausschnitt des Interviews mit George Soros durch Chrystia Freeland im Zuge der Sechsten Jahreskonferenz von INET [Institute for New Economic Thinking] am 10.4.2015 in der Opéra Garnier, Paris, Frankreich:

[…] Übersetzung gleich darunter:
Chrystia Freeland: George, was that civil society in action? You’ve been working on helping to build civil society, trying to build it, often frustrated in the former Soviet Union. I know, I first met you in Ukraine in 1990 when you began those efforts. There were many years, I think, when it seemed it was all useless. Does it say something to you, teach you something about open society, civil society building?
George Soros: Well, yes, because basically, in many ways, …
… I set up the Foundation in Ukraine in 1990, which was two years before the independence of Ukraine!
That was part – it was an offshoot of the foundation in Russia. In other words, I set up a cultural initiative foundation in the Soviet Union in 1987. Then, we built this branch in Ukraine in 1990. One of the things that the foundation did, it gave a lot of scholarships and supported civil society. The maturity of civil society 25 years later is to a large extent the work of the foundation.
Chrystia Freeland: I will just offer my own personal testimony here. It’s actually amazing in Ukraine, the new Ukrainian government, the new Ukrainian leadership, everyone who I know in that group has been touched somehow by Open Society and by like, literally either people personally got a scholarship …
… or someone you know, (like) their wife got a scholarship: It’s a really remarkable thing!
George Soros: Well, this is for me quite an experience to see this. I didn’t realize actually, how big an effect it has had over a 25-year period, because those were students: 25 years later they were leaders!
Chrystia Freeland: So, George, the way you describe Ukraine and, you know, that’s where my own sympathies lie also, is incredibly appealing. It maybe is another one of these fantastical objects, but not all Europeans agree with us. The leader of your own homeland, Hungary, has described Putin as a model, as a role model. We have political leaders across Europe.
We have the Greeks right now making trips to Moscow!
We have in France, Marine Le Pen having close contacts with Putin. How do you explain this influence, this appeal that Putin has in Europe?
George Soros: I think I can take a historical perspective, because I was very much involved in the collapse of the Soviet system:
That was my debut as what I call myself a political philanthropist…
[…]
Übersetzung des Auszuges aus dem Interview mit George Soros durch INET:
[…]
Chrystia Freeland: War das, George, Zivilgesellschaft in Aktion? Sie haben sich für den Aufbau der Zivilgesellschaft eingesetzt und oft in der ehemaligen Sowjetunion Frustrationen erlebt. Ich weiß das, denn ich habe Sie 1990 in der Ukraine kennengelernt, als Sie diese Bemühungen aufnahmen. Es gab, glaube ich, viele Jahre, in denen es so aussah, als wäre alles vergeblich. Sagt Ihnen das etwas, lehrt es Sie etwas über die offene Gesellschaft und den Aufbau der Zivilgesellschaft?
George Soros: Nun ja, denn im Grunde genommen, in vielerlei Hinsicht, …
… habe ich die Stiftung 1990 in der Ukraine gegründet – das war zwei Jahre vor der Unabhängigkeit der Ukraine!
Das war Teil – es war ein Ableger der Stiftung in Russland. Mit anderen Worten: Ich habe 1987 in der Sowjetunion eine Stiftung für kulturelle Initiativen gegründet. Dann haben wir 1990 diese Zweigstelle in der Ukraine aufgebaut. Zu den Aufgaben der Stiftung gehörte es unter anderem, zahlreiche Stipendien zu vergeben und die Zivilgesellschaft zu unterstützen. Die Reife der Zivilgesellschaft 25 Jahre später ist zu einem großen Teil das Verdienst der Stiftung.
Chrystia Freeland: Ich möchte hier nur mein persönliches Zeugnis ablegen: Es ist tatsächlich erstaunlich in der Ukraine: Die neue ukrainische Regierung, die neue ukrainische Führung – jeder, den ich in dieser Gruppe kenne, ist auf die eine oder andere Weise von der Open Society berührt worden und zwar buchstäblich so, dass entweder die Person selbst ein Stipendium erhalten hat …
… oder jemand, sagen wir, deren Ehefrau ein Stipendium erhalten hat. Das ist wirklich bemerkenswert!
George Soros: Nun, das zu sehen, ist für mich eine ganz besondere Erfahrung. Mir war eigentlich gar nicht bewusst, wie groß die Wirkung über einen Zeitraum von 25 Jahren gewesen ist, denn das waren damals Studenten: 25 Jahre später waren sie Führungskräfte!
Chrystia Freeland: Also, George, die Art und Weise, wie Sie die Ukraine beschreiben – und wissen Sie, dort liegen auch meine eigenen Sympathien – ist unglaublich ansprechend. Es ist vielleicht wieder eines dieser fantastischen Objekte, aber nicht alle Europäer stimmen mit uns überein. Der Regierungschef Ihres eigenen Heimatlandes, Ungarn, hat Putin als Vorbild, als Vorzeigeperson bezeichnet. Wir haben politische Führer in ganz Europa:
Wir sehen gerade wie Griechen, die Reisen nach Moskau unternehmen!
In Frankreich unterhält Marine Le Pen enge Kontakte zu Putin. Wie erklären Sie sich diesen Einfluss, diese Anziehungskraft, die Putin in Europa ausübt?
George Soros: Ich glaube, ich kann das aus einer historischen Perspektive betrachten, da ich sehr stark am Zusammenbruch des sowjetischen Systems involviert war:
Das war mein Debüt als das, was ich selbst als politischen Philanthropen bezeichne…!
[…]
***
Fortsetzung mit Teil 2d folgt
Übersetzung UNSER-MITTELEUROPA
- Teil 1a der Serie von Ryan Perkins, „Wie im Kalten Krieg noch Kulturkriege entstanden!“, findet man: HIER
- Teil 1b der Serie von Ryan Perkins, „Der Kongress für kulturelle Freiheit“, findet man: HIER
- Teil 1c der Serie von Ryan Perkins, „Das Kulturkrieger-Spektrum von CIA bis zur Philantropie“, findet man: HIER
- Teil 2a der Serie von Ryan Perkins, „Wie der NGO-Komplex Identitäts-Debatten zu Waffen schmiedet!“, findet man: HIER
- Teil 2b der Serie von Ryan Perkins, „Zur Privatisierungs-Aktion über den transnationalen Komplex“, findet man: HIER
- Die Serie „The Ghost in the Machine Part 2 – How the NGO Complex Weaponized Identity (and Why the Right Still think it’s a Marxist Plot)“ im Original auf English: HIER
Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.
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