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Atlantik-Pädagogen wissen, wie man nicht nur kleine Kinder perfekt abgelenkt hält | Quelle: UM AI generiert

In dieser Folge schildert Ryan Perkins, wie atlantische Kalte-Krieg-Propaganda, Konditionierung und Soziologie gegen das rote Schreckgespenst sich in den Köpfen politischer Rechter scheinbar hartnäckig bleibend unverrückbar festgesetzt hat.

Ryan Perkins über das zerstörerische Erbe der Neuen Linken „made“ dank westlicher Dienste – Teil 3c

Der Geist aus der Maschine: Warum die Rechte immer noch glaubt, es handele sich um eine marxistische Verschwörung

Gerade die lautstärksten Kritiker jenes politischen Projekts – vor allem aus dem populistischen, rechten Lager – unterliegen in unverkennbarer historischer Ironie der Fehleinschätzung, dass oligarchisch geprägter Kapitalismus im Endstadium auf eine bizarre, krypto-kommunistische Verschwörung zurückzuführen sei. Besagtes Versagen an kritischer Stelle ist jedoch nicht einem Zufall geschuldet: Es bedeutet vielmehr den unbeabsichtigten Triumph genau jener ideologischen Kriegsführung, welche dieses System hervorgebracht hat.

Jahrzehntelange antikommunistische Propaganda, akribisch ausgearbeitet – z.B. von Institutionen wie dem Congress for Cultural Freedom (CCF) [Kongress für Kulturelle Freiheit – ein CIA-Projekt der Nachkriegsjahre] – hinterließ eine monokausale Sichtweise, die jede Herausforderung traditioneller Gepflogenheiten und/oder Erweitung staatsähnlicher Kontrolle als „marxistisch“ verursacht instinktiv abstempeln ließ. Eine Konditionierung dieser Art führte dazu, weiten Teilen konservativer Vorstellungswelten das [intellektuelle] Erfassen solcher Herrschaftsausübung zu versagen, welche:

  • eine Sprache des Mitgefühls ausspielt!
  • privates Kapital als Hauptwaffe einsetzt!
  •  auf kapitalistische Technokraten-Anteilseigner, doch nicht Proletarier-Diktatur setzt!

Besagte Fehlwahrnehmung erstreckt sich über die gesamte Agenda. Eine primitivistische „Wachstumsdrosselung“ [„degrowth]“ wie z.B. der Kampf gegen Tierhaltung, für die sich beispielsweise Milliardäre wie Bill Gates stark machen, stellen keine sozialistische Kollektivierung dar, sondern entsprechen grün gewaschener Entvölkerungsprogramme à la Malthus.

[Anmerkung der Redaktion: Thomas Robert Malthus (1766–1834) war britischer Nationalökonom und anglikanischer Geistlicher, der durch seine 1798 veröffentlichte Bevölkerungstheorie Berühmtheit erlangte].

Solche Konzepte spiegeln vielmehr das Kalkül einer kapitalistischen Oligarchie zur Steuerung von Ressourcen und Bevölkerungen in einer Zeit ökologischer Belastungen wider: Und es stellt keine Umverteilung von Reichtümern dar!

Ebenso wenig führen große Landbesitz-Übernahmen von Konzernen als CO₂-Kompensationsprogramme zu modernen Kolchosen: Es führt vielmehr nur zur finalen Einhegung globaler Gemeingüter durch monopolistische Agrarkonzerne. Zugleich instrumentalisiert man Klimamoral, um neue Wellen an Konzentrationen darüber rechtfertigen zu lassen.

Nachdem Klaus Schwab vom Weltwirtschaftsforum verkündet hatte, dass diejenigen, die nichts besitzen werden, ein Glücklichsein erwarte, glaubten konservative Ohren daraus die Abschaffung von Privateigentum nach Karl Marx heraushören zu können: In Wahrheit gab diese Aussage Schwabs nur die Vision des Paradieses für Rentiers wieder: Für eine vollständig finanzialisierte Existenz, in der jedes menschliche Bedürfnis – Wasser, Unterkunft, Transport, Lebensunterhalt, saubere Luft – unter Subskriptionen fiele und von Plattform-Monopolen kontrolliert würde, um Kontrolle über die letzten Überreste traditionelle Wirtschaft ausüben zu können.

Die wirkungsvollsten Symbole aktueller Steuerung werden jedoch durch veraltete Terminologien aus Zeiten des Kalten Krieges verschleiert. Die „15-Minuten-Stadt“, ein städtebauliches Modell, das darauf abzielt, Bevölkerungen darauf einzustimmen, eine Welt zu akzeptieren, in der man sich Mobilität nicht mehr werde leisten können, würde in einem solche Diskurs zu einem „neuen Gulag“ gemacht. Digitale Identifikation und Internetzensur werden reflexartig mit dem „Ministerium für Wahrheit“ gleichgesetzt – in Anspielung auf den Roman [„1984“] von George Orwell, dessen antikommunistische Polemiken, voll an Ironie sind, jedoch vom CIA-finanzierten CCF [Congress of Cultural Freedom] gefördert worden waren.

Das hat sich zur ultimativen, intellektuellen Falle entwickelt: Die vom alten antikommunistischen Apparat geschaffenen Klischees und Ängste müssen weiterhin herhalten zur Tarnung jenes Monsters, welches inzwischen die Nachfolge [des Kommunismus] angetreten hat. Die [politische] Rechte greift den Geist sowjetischer Wiederauferstehung auf, doch übersieht dabei den wahren Feind: Eine kapitalistisch-technokratische Monopol-Maschinerie, die sich der Sprache der Linken („Nachhaltigkeit“, „Gerechtigkeit“, „Inklusion“) bedient, um ein Projekt zur Elitenkonsolidierung und Verhaltenssteuerung voranzutreiben, das einen vormaligen alten sowjetischen Parteifunktionär entgeistert und überfordert zurückgelassen hätte.

Dieses kritische Versagen kommt jedoch perfekt der Macht des „extremen Zentrums“ entgegen. Indem man einen bedeutenden Teil der Bevölkerung davon überzeugen hat können, dass die Bedrohung von einer toten Ideologie der Linken des 20. Jahrhunderts vermeintlich ausginge, lenkte man [revolutionären] Widerstand über ein Kulturkriegsszenario auf nunmehr Status und Geschlechter um, während die zugrunde liegende Maschinerie zur gesteuerten Finanzialisierung ungehindert weiterlaufen kann. Die [politische] Rechte, die glaubt, gegen den Geist von Marx zu kämpfen, verschwendet damit ihre Energien, um Bücher zu verbieten, während BlackRock und OSF [Open Society Foundations] die rechtlichen und finanziellen Regeln des Planeten neu umzuschreiben vermögen.

Solange die konservative Kritik nicht über den postmarxistischen Jargon der NGO-Kader hinausginge und erkennen würde, dass kapitalistische Oligarchen und finanzialisierte staatliche Institutionen die Fäden ziehen, wird man deren nützlicher Idiot bleiben bzw. nur kontrollierte Opposition, deren Wut gekonnt in die falsche Richtung gelenkt wird, um sicherzustellen, dass die wahren Architekten neuer Hegemonie keiner kohärenten Herausforderung ausgesetzt würden.

Das zerstörerische Erbe der Neuen Linken: Die Tyrannei gebrochener Identitäten

Eines der fatalsten Vermächtnisse, welches dieses identitätsgetriebene, ideologische Rahmenwerk sozialer Steuerung hinterlassen hat, sind die Narben, die es den Gesellschaften, die man vereinnahmte, zugefügt hat. Im Kern des modernen „Woke-Projekts“ liegt ein mächtiges, entwaffnendes Mantra, welches lautet:

Sie verstehen nicht, wie es sich anfühlt, in meiner Haut zu stecken!

Auch wenn diese Einstellung ursprünglich vielleicht aus einem legitimen Wunsch nach Empathie entstanden sein könnte, wurde solches Empfinden durch die intersektionale Theorie zu einem Motor sozialer Fragmentierung umfunktioniert. Indem man die menschliche Gemeinschaft unerbittlich in eine unendliche Abfolge von Identitätskategorien immer neuer Schubladen weiter unterteilen ließ, hat diese Ideologie ein tiefgreifendes Gefühl der Isolation und Entfremdung geschaffen. Solidarität, das Fundament traditioneller sozialer Bewegungen, verkommt zur Fantasie, solange die gelebte Erfahrung jedes Einzelnen als einzigartiges, doch für andere unverständliches Universum angesehen würde. Das unvermeidliche Ergebnis daraus, ergibt nicht gegenseitiges Verständnis, sondern erzeugt eine Gesellschaft, die zu unterschwelliger Verachtung des „Anderen“ angestachelt wird. Der „Andere“ wird zur ständigen Rolle des ignoranten Unterdrückers aufgrund verschiedener und zugleich unüberbrückbarer Perspektiven verurteilt. Eine solche Fragmentierung dient einem tieferen und heimtückischeren Zweck:

Sie ebnet den Weg zu einem neuen, ausgehöhlten Universalismus!

Die Neue Linke, die alle großen Narrative – seien sie religiöser, nationaler oder kultureller Natur – demontieren ließ, muss an deren Stelle Ersatz errichten. Das Ergebnis läuft auf ein reduktionistisches Credo individueller Rechte hinaus, welche das reichhaltige, komplexe Geflecht menschlicher Erfahrungen in eine bloße Checkliste rechtlich durchsetzbarer Ansprüche dekonstruiert. Das erzeugt eine entleerte Vision zur Menschheit, welche Menschen ihrer tieferen kulturellen, spirituellen und gemeinschaftlichen Identitäten beraubt und sie zu atomisierten, verletzlichen Trägern von Rechten umformatiert, die angesichts einer feindlichen Welt der ständigen Verteidigung bedürfen.

Konsequenterweise erfordert diese Ideologie die ständige Suche nach den „am stärksten Unterdrückten“, um darüber die eigene Existenz und moralische Dringlichkeit rechtfertigen zu können. Das gleicht dem Spiel eines geistigen Parasiten, der eine Schar von Opfern benötigt, um seinen Kreuzzug weiterführen zu können:

Aktueller Gipfel in dieser Hierarchie stellt die Vergötterung von Trans-Rechten dar!

Sie werden zum ultimativen moralischen Anliegen erhoben, weil ihre Rechte die kleinste und daher vermeintlich verletzlichste Minderheit repräsentieren. Indem man sich dieser Sache verschreibt, was vielfach eine Neudefinition grundlegender Kategorien wie die des biologischen Geschlechts und des Status der Frau nach sich zieht, hinterlässt die Bewegung bewusst eine unüberbrückbare Kluft. Die daraus resultierende gesellschaftliche Spannung entspricht keinem unglücklich entstandenem Nebenprodukt:

Sie wurde vielmehr zum Motor der Bewegung!

Indem man sicherstellt, dass besagte Kernforderungen niemals auf eine allgemeine Akzeptanz stoßen können, wird darüber die eigene ewige Relevanz als Avantgarde im Kampf gegen Bigotterie, die man selbst proaktiv kultiviert hatte, erzielt.

Die schädlichste Nebenwirkung dieses toxischen Diskurses ist der abschreckende Effekt, den dieser auf die öffentliche Meinung selbst ausübt. Die ständige Gefahr, wegen eines unbedachten Wortes als Fanatiker abgestempelt zu werden, die stete Angst vor beruflichem und sozialem Ruin, falls man eine abweichende Meinung äußern wollte, lässt selbst den tolerantesten Menschen zögern, frei sprechen zu können:

Dies stellt zugleich das Markenzeichen einer hinterhältigen totalitären Steuerung dar!

Eine derartige Soziologie benötigt keine Soldatenstiefel auf den Straßen, nachdem man in jedem Kopf einen Gedankenpolizisten in eigener Sache installieren hat lassen. Bürger werden zu ihren eigenen Zensoren reduziert und bringen sich in ihrem verzweifelten Streben nach Sicherheit präventiv selbst zum Schweigen:

Diese Selbstzensur, geboren aus Isolation und Angst, stellt den ultimativen Triumph des neuen „sanften Totalitarismus“ dar!

Es ist ein System, das nicht durch Geständnisse steuert, sondern Angst erzeugt, um [kritisches] Denken abwürgen zu lassen. Letztendlich finden sich alle in einem Spiegelsaal im unendlichen Regress, bestehend aus immer kleiner werden Schubladen, gefangen: Das wird zur Tyrannei der gebrochenen Identitäten!

Conclusio

Die bisherigen Serie hat den gesamten Bogen über dieses ideologische Projekt gespannt – von seinen Ursprüngen mit der verdeckten Kulturkriegsführung der CIA über deren Privatisierung und Instrumentalisierung durch den NGO-Komplex bis hin zu seinem heutigen Status als Betriebssystem globaler Macht. Was als Waffe des Kalten Krieges begann, um den Westen gegen den Kommunismus zu imprägnieren, hat sich in etwas weitaus Umfassenderes und Heimtückischeres verwandelt: Zu einem totalitär wirkenden Ordnungsrahmen für den gesteuerten Niedergang der entwickelten Welt sowie einer kontrollierten Entwicklung des Globalen Südens.

Das „extreme Zentrum“ hat diese Ideologie operativ zum Instrument der Herrschaft erheben lassen!

  • Man spricht die Sprache des Mitgefühls, während man imperialistische Herrschaft der alten Schule ausüben lässt!
  • Man zerbricht kollektive Solidarität in eine unendliche Regression konkurrierender Identitätsansprüche, während man die grundlegenden Strukturen des Kapitals völlig unangetastet belässt!
  • Man liefert moralische Rechtfertigung für Sparpolitik, Überwachung und Deindustrialisierung und stilisiert materielle Entbehrung zur ethischen Tugend hoch!

Man sorgt dafür, dass die einzig erlaubte Kritik am System nur jene ist, die es stärkt:

  • Mit Kritik nur an der Repräsentation anstelle der Macht!
  • Mit Kritik nur an der Sprache anstelle der Struktur!
  • Mit Kritik nur an der Identität anstelle der Klasse!

Die große Ironie besteht darin, dass die populistische Rechte im Propagandarahmen des Kalten Krieges, der sie handlungsunfähig macht, gefangen geblieben ist. Indem die Rechte vermeint einer marxistische Verschwörung nachzujagen, obwohl nur eine kapitalistische Technokratie existiert, verschwendet die Rechte ihre Energie damit, gegen Geister anzukämpfen, während die wahren Architekten zur Steuerung der neuen Maschinerie ungestraft davonkommen.

Im vierten Teil dieser Serie wird die Thematik in die Gegenwart übergeführt: Dabei wird das Weltwirtschaftsforum nicht als Kommandozentrale einer marxistischen Verschwörung betrachtet – wie es im Internet-Fieber zuweilen geschieht – sondern als ultimativer Ort zur Versammlung der transnationalen Manager-Aristokratie, der wir auf die Spur gekommen sind. Man wird erfahren, wie das über Jahrzehnte geschmiedete ideologische Instrumentarium inzwischen für einen finsteren Zweck Verwendung findet:

Um West-Bevölkerungen auf die Ära gesteuerten Niedergangs und heraufziehende, geopolitische Konflikte einzustimmen!

Fortsetzung mit Teil 4 folgt

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

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  • Teil 1a der Serie von Ryan Perkins, „Wie im Kalten Krieg noch Kulturkriege entstanden!“, findet man: HIER
  • Teil 1b der Serie von Ryan Perkins, „Der Kongress für kulturelle Freiheit“, findet man: HIER
  • Teil 1c der Serie von Ryan Perkins, „Das Kulturkrieger-Spektrum von CIA bis zur Philanthropie“, findet man: HIER
  • Teil 2a der Serie von Ryan Perkins, „Wie der NGO-Komplex Identitäts-Debatten zu Waffen schmiedet!“, findet man: HIER
  • Teil 2b der Serie von Ryan Perkins, „Zur Privatisierungs-Aktion über den transnationalen Komplex“, findet man: HIER
  • Teil 2c der Serie von Ryan Perkins, „Über Regimewechsel-Operationen verborgen hinter Stiftungen“, findet man: HIER
  • Teil 3a der Serie von Ryan Perkins über „Die verkappten Zauberkünste der extremen Mitte“ findet man: HIER
  • Teil 3b der Serie von Ryan Perkins über „Globale Entwicklungshilfe als System zum Ideologie-Transfer“ findet man: HIER
  • Die Serie „The Ghost in the Machine Part 2 – How the NGO Complex Weaponized Identity (and Why the Right Still think it’s a Marxist Plot)“ im Original auf English: HIER

Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.



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Von Redaktion

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