Die USA warnen nunmehr, dass US-Gas nicht mehr an die EU geliefert werde, wenn man an der Methanregelung festhalten sollte.
Der US-Energieminister Chris Wright warnte die Europäische Union, dass die US-Gaslieferungen woanders hinfließen würden, falls man sich weigern würde, die Vorschriften zur Bekämpfung von Methan, zu lockern.
Ernsthafte Konsequenzen für Europa
„Ohne eine tiefgreifende Reform dieser Regelung wird dies „ernsthafte Schmerzen“ in Europa verursachen, und das ist unnötig“, erklärte Wright am Rande einer Konferenz in New York gegenüber Bloomberg. „Es geht nicht um Eskalation. Unsere Energie wird fließen, sie fließt einfach woanders hin.“
Seine Äußerungen kamen, nachdem EU-Energiekommissar Dan Jorgensen versprochen hatte, dem Druck der USA und anderer Exporteure von Flüssiggas zu widerstehen, die Regeln zur Eindämmung der Methanemissionen zu überarbeiten. Die USA hatten die EU gewarnt, dass die Komplexität der Regel und die Aussicht auf Geldstrafen den Handel gefährden würden. Die EU-Energieminister werden die Verordnung erneut bei einem Treffen in Luxemburg erörtern.
Die EU ist in zunehmendem Maße von den USA abhängig geworden, nachdem sie versucht hatte, russische Energie-Lieferungen nach Beginn des Konfliktes in der Ukraine 2022, zu ersetzen. Gleichzeitig ist der Umgang mit Methan, einem Treibhausgas mit mehr globalem Erwärmungspotenzial als Kohlendioxid, zu einer zentralen Säule der Klimaziele der EU geworden.
Die Abweichungen in punkto Klimapolitik gegenüber den USA, die sich verpflichtet haben, die Produktion fossiler Brennstoffe zu steigern, ist somit ein Spannungspunkt. Ein anderes Thema ist, dass die Verfolgung von Methan im komplexen amerikanischen System verschiedener Produktionsbecken eine Herausforderung darstellt, während Exporteure sich darüber beschweren, dass die Aussicht auf Geldstrafen wegen Nichteinhaltung fraglos neue Verträge zurückhält.
Wrights Position unterscheidet sich somit deutlich von der der Biden-Regierung, die 2021 gemeinsam mit der EU ein „Global Methane Pledge“ ins Leben gerufen hatte, um die Emissionen bis 2030 um mindestens 30 % gegenüber dem Niveau von 2020 zu senken.
Für Europa jedenfalls keine rosigen Aussichten, denn der nächste Winter kommt bestimmt.
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