web analytics
Bild: APA/AFP/ELIOT BLONDET

All den anhaltenden „Anstrengungen“ westlicher Medien zum Trotz, Meldungen über die Homosexualität des französischen Präsidenten Macron, als russische Desinformation zu framen, belegen nun einmal mehr die veröffentlichten Epstein-files, eben genau dieses.

„Vorliebe für junge Männer“

Erneut geht aus den Epstein-Dokumenten eindeutig hervor, was man „krampfhaft“ zu verleugnen versucht. In diesem Fall betrifft es den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, was daraus hervorgeht ist, dass er offenbar tatsächlich homosexuell ist und eine Vorliebe für junge Männer hat.

Die Veröffentlichung des US-Justizministeriums, die bekanntlich ja gerade das Thema Epstein zurück in die Schlagzeilen gebracht hatte, dient, wie in solchen Fällen üblich, auch als Anlass, um andere Behauptungen und Vermutungen erneut aufzugreifen, wie auch anonymousnews zu berichten wusste.

Diesbezüglich war in letzter Zeit, im Netz ein vermeintliches Zitat aus den Dokumenten von Epsteins Mail-Verkehr kursiert, laut dem der französische Präsident Emmanuel Macron „junge Männer mag.” In dem angeblichen Mailwechsel zwischen Epstein und dem französischen Modelagenten Jean-Luc Brunel (der 2020 wegen Vergewaltigung von Minderjährigen angeklagt wurde, jedoch noch vor dem Prozess im Gefängnis verstarb) stammt dieser Kommentar von Letzterem, und Epstein soll darauf wie folgt geantwortet haben.

“Zu jung ist gut, wir wissen, was er mag.”

In den zuletzt veröffentlichten Mails finden sich diese Zitate allerdings tatsächlich nicht, die Geschäftskontakte zwischen Brunel und Epstein waren allerdings langanhaltend und sehr wohl real. Unter dem Stichwort „Jean Luc Brunel” finden sich hingegen tausende von Mails in den Epstein-Daten.

Französischer Medienüberwachungsdienst dementiert heftig

Der französische, staatliche, Medienüberwachungsdienst Viginum erklärte nicht nur, dass diese Zitate falsch seien, er lieferte auch sofort eine Erklärung, woher diese falschen Zitate angeblich stammen sollen. Eines dieser Konten, das ein Video mit besagten Zitaten teilte, sei „ein Verbreiter prorussischer Narrative”, wie könnte es auch anders sein. Euronews, dass diese Behauptung beinahe erwartungsgemäß weiterverbreitet hatte, bezieht sich auch noch auf ein weiteres „Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation”, rein zufällig aus der Ukraine, das behauptet, die Meldung sei über ein Bot-Netzwerk des Kremls verbreitet worden.

Dazu muss allerdings angemerkt werden, dass böser Klatsch über Macron jedoch, dank der Abneigung vieler Franzosen gegen ihren Präsidenten, kaum auf Bots angewiesen ist.

Macron taucht allerdings durchaus in den Mails der letzten Veröffentlichung auf, auch wenn es einen klaren Hinweis gibt, warum womöglich der Kontakt etwas schwierig gewesen war. Aus 2016 gibt es zwei Mails von Ariane de Rothschild (einer engen Vertrauten) an Epstein. Am 23. März teilte sie mit, sie werde mit Macron zu Mittag essen, am 6. April schrieb sie, „nebenbei, unser dicker Anwalt ist auch Jerome Kahuzacs Anwalt, einer der vielen französischen Politiker in den Panama-Papers. Es kam ein Fernsehbericht heraus… die Cousins und Macron versuchen, uns in die Pfanne zu hauen und die Hitze abzulenken.”

Das bedeutet, 2016, als Macron unter François Hollande Wirtschaftsminister gewesen war, kooperierte er mit einem anderen Teil der Familie Rothschild, die, das deutet diese Bemerkung an, in Folge der Veröffentlichung der Panama-Papers einen internen Zwist ausgetragen hatte, bei dem Macron auf der von Ariane aus gesehen gegnerischen Seite gestanden hatte.

Kontakte nicht nur zu Rothschild

Verbindungen zu Macron können nicht nur über die Familie Rothschild gelaufen sein, sondern ebenso über den Kulturminister Jaques Lang, der bekanntlich mit Epstein befreundet war. Allerdings gibt es hierzu auch eine Mail aus dem Jahr 2018, die andeutet, dass vermutlich doch direkterer Kontakt bestanden hatte. Epstein hatte am 17. September 2018 eine Art Zukunftsphantasie unter der Überschrift „Von Macron” zitiert.

Die Behauptung, Emmanuel Macron habe eine Neigung zu jungen Männern, stammt jedenfalls mit Sicherheit nicht aus Russland. Abgesehen von zahlreichen Prozessen, in denen es, in Frankreich wie auch in den USA, immer wieder um seine Ehefrau Brigitte und deren Geschlecht gegangen war und immer noch geht, war auch die Unterstellung, er sei an jungen Männern interessiert, im Laufe der Jahre in den unterschiedlichsten Versionen immer wieder aufgetaucht.

Beispielhaft dafür hatte das konservative britische Boulevardblatt Daily Mail am 1. Oktober 2018 einen Artikel mit der Überschrift und einem Foto von Präsident Macron, wie er bei seinem Karibikbesuch zwischen einem halbnackten Mann, der den Mittelfinger zeigt, und einem verurteilten Kriminellen posiert, löst zu Hause in Frankreich Empörung aus”, veröffentlicht. Marine Le Pen nannte die Fotos damals „nicht zu entschuldigen”. Macron hatte darauf erwidert, er liebe „jedes Kind der Republik”.

Die Veröffentlichung dieser Fotos in der Daily Mail hatte jedenfalls damals darauf abgezielt, genau jene Gedanken beim Leser auszulösen, die auch die falsche Mail hinterlassen hatte. Die Daily Mail gehört Jonathan Harmsworth, Vicount Rothermere, und befindet sich seit 1896 im Besitz dieser Familie.


UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



 

 

 

 

Von ELA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert