Die Welt ist nach Einschätzung des finnischen Präsidenten Alexander Stubb in eine „Ära der Dunkelheit“ eingetreten und steht vor einem historischen Umbruch, der mit den Jahren 1918, 1945 und 1989 vergleichbar sei. Diese Einschätzung äußerte Stubb bei der feierlichen Eröffnung des akademischen Jahres am Europakolleg im belgischen Brügge.
Dem finnischen Staatsoberhaupt zufolge ist die Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges endgültig vorbei. Die internationale Ordnung befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel. Stubb zog dabei Parallelen zu den historischen Einschnitten nach dem Ende der beiden Weltkriege sowie zum Fall der Berliner Mauer.
„In gewisser Weise habe ich mein Studium in einer Ära des Lichts begonnen, während Sie Ihr Studium in einer Ära der Dunkelheit beginnen“, erklärte der Präsident vor den Studierenden.
Stubb erinnerte daran, dass die Zukunft vor rund 30 Jahren noch wesentlich optimistischer erschienen sei. Heute hingegen würden internationale Regeln zunehmend missachtet, die Zahl bewaffneter Konflikte nehme zu und wirtschaftliche Verflechtungen würden verstärkt als politische Druckmittel eingesetzt. Insbesondere Handel, Energieversorgung und moderne Technologien entwickelten sich immer häufiger zu Instrumenten geopolitischer Machtkämpfe.
Zur Einordnung der gegenwärtigen Entwicklungen verwies der finnische Präsident auf das Werk „Die Kinder des Lichts und die Kinder der Finsternis“ des US-amerikanischen Philosophen und Theologen Reinhold Niebuhr.
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