Zum Ende des dritten Teils schildert Ryan Perkins, wie im Zuge der Weltkriege in den USA Zivilbereich und Kriegswirtschaft zu einer festen Einheit verschmolzen, wobei letztere als immerwährende Profitgarantie in Folge zum reinen und alles beherrschenden Selbstzweck verkam.
Ryan Perkins mit: „Der militärisch-industrielle Komplex als gewalttätiger Ausdruck des Systems für Kriegsprofite“ – Teil 3c
Der Zweite Weltkrieg hatte die US-Wirtschaft grundlegend verändert. Die Vereinigten Staaten hatten ihre gesamte industrielle Macht umgeschichtet und ihr Wirtschaftsmodell auf einen einzigen Zweck ausgerichtet: Auf Sieg! Diese Erfahrung verankerte einen „technologischen Fanatismus“, wonach jedes Problem, selbst wirtschaftliche Stagnation, durch den Einsatz überwältigender Gewalt, industrieller Macht und technologischer Überlegenheit gelöst werden könne. [24]
Als der Krieg 1945 endete, wurde die gewaltige Kriegsmaschinerie nicht abgerüstet, sondern umfunktioniert, um drei neue, sich ergänzende Aufgaben erfüllen zu lassen:
- die Verteidigung der „freien Welt“, sprich die Grenzen des Einflussbereichs des Kapitalismus.
- die Aufrechterhaltung der neuen Wirtschafts-Hierarchie, bei gleichzeitiger Schaffung eines dauerhaften Absatzmarktes für die U.S.-Kapitalüberschüsse.
- Permanenter militärischer Keynesianismus im Dienste einer dauerhaften globalen Hegemonie.
Der Krieg verwischte unwiderruflich Grenzen zwischen dem zivilen und militärischen Produktionsbereich und der Staat würde sich nach 1945 nicht mehr zurückziehen, sondern seine Position festigen:
Der nahtlose Übergang nahtlos vom „totalen Krieg“ zum „totalen Kapital“!
Da die Welt durch den Erfolg der Kommunisten im Krieg gespalten worden war, stand der Kapitalismus vor dem altbekannten Problem: Dem chronischen Kapitalüberschuss, der nach Rendite suchte. Während des Krieges hatten die USA einen historischen Kapitalüberschuss angehäuft und die Partnerschaft zwischen Militär und amerikanischer Wirtschaft hatte eine mächtige politische Wählerschaft, die von hohen Militärausgaben abhängig war, nach sich gezogen:
Nur der militärisch-industrielle Komplex [MIC] bot einen dauerhaften Absatzmarkt für besagtes Überschusskapital!
Der niemals gesättigte Markt für Rüstungsgüter unterschied sich von denen der Verbrauchermärkte. Denn Waffensysteme verlieren ständig an Wert – durch Veralterung, Ausbildung, Kriegshandlungen oder das Bedürfnis nach technologischer Überlegenheit!
Der Staat wurde zum Garanten der industriellen Nachfrage für Giganten wie General Electric, IBM und Boeing sowie zum Abnehmer letzter Instanz und machte das „Arsenal der Demokratie“ zum Grundpfeiler des Nachkriegsbooms und Goldenen Zeitalters des Kapitalismus.
Militärausgaben dienten nicht mehr ausschließlich zur Verteidigung, doch waren zum Programm einer makroökonomischen Stabilisierung mutiert. Die Milliarden, die für Forschung, Entwicklung und Beschaffung ausgegeben wurden, kurbelten die Nachfrage an, garantierten eine Rendite auf Kapitalausgaben und trugen zur Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung bei. Das alles geschah im Namen nationaler Sicherheit.
Die institutionelle Architektur für dieses neue Wirtschaftsmodell wurde mit atemberaubender Geschwindigkeit erstellt. Der National Security Act von 1947 schuf ein ständiges Verteidigungsministerium sowie …
… die Central Intelligence Agency [CIA] als bürokratische Verkörperung des permanenten Ausnahmezustandes!
Dem folgte im Jahr 1949 NATO und dehnte diese Logik über den Atlantik aus, wodurch Europa zur Abhängigkeit von amerikanischen Waffen und Rüstungsgütern verurteilt wurde.
Als riesige Konzerne wie Lockheed Martin, Raytheon und Boeing zunehmend von staatlich garantierter Nachfrage abhängig wurden, entwickelte sich ein politisches Ökosystem, um den dafür benötigten Kapitalfluss sicherzustellen. Der militärisch-industrielle Komplex, vor dem Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede so eindrücklich gewarnt hatte, begann als eine Art „Drehtür“ zwischen dem Pentagon und der Welt der U.S.-Unternehmen. Es ist ein System der Osmose, das sicherstellte, dass Politik und Profit sich im Gleichschritt bewegen. Dieses Ökosystem metastasierte bald zu einem riesigen, gut finanzierten Lobbying-Netzwerk, das den Gesetzgebungsprozess vereinnahmte und dafür sorgte, dass sich die Verteidigungshaushalte zunehmend von den realen Bedrohungen abkoppelten. Persönlichkeiten wie Dick Cheney wurden nachfolgend zum Inbegriff dieser Symbiose, nachdem er nahtlos vom Verteidigungsminister zum CEO von Halliburton und zurück zum Vizepräsidenten gewechselt hatte.
[Anmerkung der Redaktion: Halliburton Company ist einer der weltweit größten Anbieter von technischen Dienstleistungen und Produkten für die Erdöl- und Erdgasindustrie sowie das weltweit zweitgrößte Öl-Dienstleistungsunternehmen, das für den Großteil der weltweiten Fracking-Maßnahmen verantwortlich zeichnet. Das in den Vereinigten Staaten eingetragene Unternehmen hat zwei Hauptsitze: Einen in Houston und einen inDubai. Sein wichtigstes Geschäftsfeld ist das der Energy Services Group (ESG).
Das Unternehmen wurde aufgrund zahlreicher Kontroversen zum Gegenstand öffentlicher Kritik: Darunter zählten insbesondere Halliburtons Verbindungen zu Dick Cheney, der als US-Verteidigungsminister, nachfolgend als CEO von Halliburton und schließlich als Vizepräsident der Vereinigten Staaten tätig gewesen war. Dazu gesellten sich Verwicklungen in Bezug auf den Irakkrieg und die Deepwater Horizon Katastrophe. Deepwater Horizon war jene Ölplattform im Golf von Mexico, die am 20. April 2010 durch eine Explosion eine gigantische Umwelt-Katastrophe ausgelöst hatte.
Halliburton gestand laut einer Pressemitteilung des US-Justizministeriums vom 25. Juli 2013 ein, nach der Katastrophe der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 Beweise vernichtet zu haben. Der Konzern erklärte auch, ausstehende Rechtsansprüche gegen sein Unternehmen durch Zahlung von 1,1 Milliarden US-Dollar an Kläger beilegen zu lassen.
Im Jahr 2015 wurde Halliburton vor Gericht wegen illegaler Vergeltungsmaßnahmen gegen einen Whistleblower für schuldig befunden, der bei der SEC (U.S.-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde) eine Meldung wegen der Befürchtung eingereicht hatte, wonach das Unternehmen Milliarden an Dollar illegal verschleiern könnte.
Der Konzern wurde zudem dafür kritisiert, dass er sich weigerte, den Forderungen der US-Umweltschutzbehörde nach Transparenz hinsichtlich der Chemikalien, die es beim Hydraulic-Fracturing einsetzt, nachzukommen. Ende der Anmerkungen der Redaktion]
Während das MIC-Ökosystem [des militärisch-industriellen Komplexes] proliferierte, wurden Kongresswahlkreise wirtschaftlich kooptiert. So wurde auch für parteiübergreifende Unterstützung für Waffensysteme, die das Militär nicht benötigte – und manchmal nicht einmal wollte – gesorgt. Höhepunkt dieses Entwicklungsprozesses stellt das F-35-Joint-Strike-Fighter-Programm, ein komplexes Meisterwerk industrieller Logistik und politischer Ingenieurskunst, dar: Da die Produktion auf 45 Bundesstaaten und 307 Kongresswahlkreise verteilt ist, löst jede Störung des Programms in jedem Winkel des Landes einen wirtschaftlichen Schock aus. Ein solches Ökosystem sichert ein hohes Niveau an Militärausgaben, nicht in Reaktion auf wahrgenommene Bedrohungen, sondern als fester Bestandteil des US-Wirtschafts-Systems.
Doch um den wirtschaftlichen Wandel zu vollziehen, war auch ein solcher psychologischer Natur nötig. Der Kalte Krieg sollte die ideologische Rechtfertigung für diese immerwährenden Ausgaben liefern: McCarthyismus [Jagd auf vermeintliche „Kommunisten“] und „Roter Schrecken“ [vor der UdSSR] hatten den politischen Widerstand gegen die neue Wirtschaftsordnung zu unterdrücken und dazu beizutragen …
… ein Klima gesellschaftlicher Paranoia zu verbreiten!
Propaganda und Zivilschutzübungen sollten in Folge die Bedrohung durch einen Atomkrieg verstärken, um so ein Umfeld „gesteuerter Angst“ zu schaffen, was notwendig wurde, um all die Opfer darüber rechtfertigen zu lassen. Mit dem Wachstum des MIC [militärisch-industriellen Komplexes] wuchs auch …
… dessen Symbiose mit der vierten Gewalt, wodurch die Medien zum PR-Flügel des Sicherheitsstaates umformatiert wurden!
Durch die Operation MOCKINGBIRD und damit verbundene Programme baute die CIA ein geheimes Netzwerk aus Journalisten, Verlegern und Scheinorganisationen – vom „Congress for Cultural Freedom“ bis zur „National Student Association“ – auf, wodurch auch noch die Medien effektiv mit dem nationalen Sicherheitsapparat verschmolzen wurden. Eine Generation später …
… übte der MIC seinen [medialen] Einfluss auf den öffentlichen Informationsraum durch direkte Eigentumsverhältnisse aus!
Durch eine derartige neue mediale Lenkung und Framing [Anmerkung der Redaktion: sprich einem manipulierten Deutungsrahmen] wurde die massive Umleitung von Ressourcen in die Rüstungsproduktion nicht nur als patriotische Notwendigkeit, sondern als Voraussetzung für das nationale Überleben propagiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich der MIC von einer kriegsbedingten Notwendigkeit zu einem dauerhaften strukturellen Bestandteil der Friedenswirtschaft. Der MIC bildete ein zentrales Element zur Nachkriegs-Lösung für das Problem der Kapitalakkumulation durch:
- die permanent subventionierte industrielle Basis, die eigene Nachfrage erzeugte!
- Absorbierung überschüssigen Kapitals!
- zum Schweigen gebrachte Forderungen bezüglich Haushaltsdisziplin im Namen nationaler Sicherheit!
In diesem Sinne ist der militärisch-industrielle Komplex [MIC] der logische …
… gewalttätige Ausdruck eines Systems, das in Friedenszeiten keine ausreichend profitablen Absatzmärkte finden konnte!
Der MIC wurde zugleich zum einem weiteren Bestandteil der permanenten globalen raumausgreifenden Verankerung. Dieser bewachte nicht mehr nur das kapitalistische Lager, sondern trieb den Wirtschaftsmotor des Goldenen Zeitalters an.
Coda [Schlussteil]: Das Goldene Zeitalter
Nach dem Zweiten Weltkrieg über rund ein Vierteljahrhundert erlebte der kapitalistische Kern eine beispiellose Ära des breit angelegten sozialen, wirtschaftlichen und materiellen Fortschritts. In den Vereinigten Staaten hatten sich die inflationsbereinigten mittleren Familieneinkommen zwischen 1947 und den frühen 1970er Jahren fast verdoppelt, während die durchschnittliche Arbeitszeit zurückging. Der Anteil der Eigenheimbesitzer stieg von 55 Prozent im Jahr 1950 auf fast 63 Prozent im Jahr 1970 und symbolisierte damit das Wachstum der Mittelschicht. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich die Zahl der Studienanfänger, die private Altersvorsorge breitete sich drastisch aus und zum ersten Mal hatten Millionen von Arbeiterfamilien realistische Erwartungen, dass ihre Kinder größeren Wohlstand und bessere sozioökonomische Chancen als sie selbst noch erleben dürften. Das war die Wohlstandsgesellschaft. [25]
In Westeuropa gestalteten sich die Wirtschaftswunder im Kontrast zur Zerstörung durch den Krieg noch ausgeprägter. Die westdeutsche Industrieproduktion vervielfachte sich. In Frankreich brachten die Trente Glorieuses Lebensmittel, Haushaltswaren, Autos und Annehmlichkeiten – Luxusgüter, die zuvor fast ausschließlich nur mit den Eliten in Verbindung gebracht wurden – in den Alltag der einfachen Menschen ein.
[Anmerkung der Redaktion: Der Ausdruck Trente Glorieuses wurde vom französischen Ökonom und Demograf Jean Fourastié im Jahr 1979 durch sein Buch mit dem Titel Les Trente Glorieuses, ou la révolution invisible begründet. Der Titel spielt auf die Trois Glorieuses – die drei glorreichen Revolutionstage in Frankreich im Juli 1830 an.
In der Geschichtsschreibung wird die Bezeichnung oft kritisch gesehen, da die Epoche auch von Schattenseiten begleitet war: Dazu zählen die blutigen Dekolonisierungskriege, wie in Indochina und Algerien, soziale Ungleichheit, Armut bei Teilen der Bevölkerung sowie die massiven Anfänge an Umweltbelastung.
Kritiker sprechen bisweilen in treffender Weise hingegen von den sogenannten 30 ravageuses , den sogenannten dreißig verheerenden Jahren. Ende der Anmerkung der Redaktion].
In weiten Teilen des Westens schien die Not der Weltwirtschaftskrise – die Massenausspeisungen, die riesigen Armeen von Arbeitslosen, die geschlossenen Geschäfte und Fabriken der 1930er Jahre – in den Mülleimer der Geschichte geworfen und durch eine neu gewonnene Stabilität ersetzt worden zu sein: Durch nunmehr Vollbeschäftigung, steigende Löhne und sich ausweitende Sozialsysteme. [26]
Doch das System selbst lieferte nur das Wie dieses beispiellosen Wohlstandstransfers vom Kapital zur Arbeit. Es lieferte jedoch nicht das Warum. Es war weder ein dem Kapitalismus innewohnendes Merkmal noch ein glückliches Nebenprodukt dieses kapitalistischen Superzyklus. Es war eine politischer Kostenfaktor – ein geopolitisches Schmiergeld –, das an die Arbeiter- und Führungsklassen des Westens gezahlt wurde, um deren Loyalität in der damaligen bipolaren Welt sicherstellen zu lassen.
Der kapitalistische Superzyklus, angetrieben durch das exorbitante Privileg des Dollars, den Wiederaufbauboom der Nachkriegszeit und die endlose Nachfrage des militärisch-industriellen Komplexes (MIC), lieferte die Mittel: Einen gewaltigen Zufluss an Überschusskapital. Doch das Motiv war die existenzielle Bedrohung durch ein rivalisierendes System [27]:
Kommunistische Nationen und Bewegungen hatten für ihren Widerstand gegen den Faschismus einen schrecklichen Preis gezahlt, genossen aber unter den arbeitenden Massen der Welt ein gesteigertes Ansehen. Ein Großteil des herrschenden politischen Establishments des Westens war entweder durch Korruption oder Inkompetenz während des Krieges in Verruf geraten und die Erinnerungen an die Versäumnisse des Kapitalismus vor dem Krieg – wie die Weltwirtschaftskrise – waren vielen noch frisch im Gedächtnis.
Das sozialistische Lager versprach Vollbeschäftigung, staatliche Wohnraumversorgung, allgemeine Bildung und kostenlose Gesundheitsversorgung. Es war ein Sirenengesang, den das westliche Establishment nicht ignorieren konnte. Dazu kehrten in diese neue politische Realität Millionen gut organisierter, militärisch ausgebildeter und kampferprobter Männer aus dem Krieg zurück, die eine bessere Zukunft forderten.
Aus dieser Angst heraus entstand der „Gesellschaftsvertrag“ der Nachkriegszeit: Ein Kompromiss, bei dem das Kapital starke Gewerkschaften, hohe Löhne und umfassende soziale Sicherheitsnetze tolerierte – nicht aus Altruismus, sondern als kalkulierte geopolitische Notwendigkeit. Washington und der untergeordnete Kern erkauften sich die Ruhe ihrer Bevölkerungen in dieser neuen Ordnung, indem sie sich die Beute des Imperiums teilten. Die Wohlstandsgesellschaft war der Aufpreis zur Eindämmung des Kommunismus. Es war der Preis, den das Kapital innerhalb des kapitalistischen Lagers zahlte, um die Anziehungskraft des Sozialismus neutralisieren zu lassen:
Das war die Pax Americana
Das war die Wahrheit hinter der Nachkriegsordnung. Es war weder Frieden noch Wohlstand: Es war ein Franchise-System! Das ultimative globale Erpressungsgeschäft, bei dem der untergeordnete Kern – die alten imperialen Mächte Europas und Japans – einen Anteil am „Goldenen Zeitalter“ erhielt, während man die Wertschöpfungskette hochstieg. Sie stellten die Machtbasis und den politischen Deckmantel für das Schutzgelderpressungssystem bereit, das einen ununterbrochenen Fluss von Ressourcen und Kapital zurück zum Kern und zum Herzen des militärisch-industriellen Komplexes (MIC) erzeugte.
Es war ein vergoldeter Käfig, errichtet auf erzwungener Abhängigkeit, in dem der Wohlstand des Westens der Lohn für seine bedingungslose Loyalität gewesen war. Die neue Ordnung schaffte die systemische Gewalt des Kolonialismus nicht ab, sie verbarg sie lediglich:
- im Kleingedruckten von Kreditverträgen,
- in den Auflagen der IWF-Rettungspakete,
- in den Ladeschächten der B-52-Bomber!
Es war eine Welt, in der die Peripherie auf den Status der Schuldknechtschaft reduziert und durch ihrer eigenen Dollarreserven in Geiselhaft gehalten wurde und man das Lösegeld mit Blut, Schweiß, Tränen und kostengünstigen in Dollar denominierten Exporten zu begleichen hatte. Das gesamte System marschierte im Takt zur Trommel der Wall Street und die Welt wartete darauf, dass das Zentrum die nächste Kapitalkrise exportierte.
Das war das Goldene Zeitalter!
Im nächsten Kapitel werden wir untersuchen, was geschah, als das Goldene Zeitalter scheiterte.
Fortsetzung mit dem vierten Teil folgt
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
Quellenverzeichnis:
[24] Sherry, The Rise of American Air Power (1987), 219–22, 254–58; Kolko, The Politics of War (1968), 244–79.
[25] U.S. Bureau of the Census, Historical Statistics of the United States, Colonial Times to 1970, Part 1 (Washington, DC: GPO, 1975), ser. G-1 (median family income, 1947–1970, in constant dollars); G-5 (average weekly hours, private nonfarm); A-160 (homeownership rate: 55.0% in 1950, 62.9% in 1970). On the “affluent society” framing and the consumption/welfare gains: John Kenneth Galbraith, The Affluent Society (Houghton Mifflin, 1958), ch. 1–3; Claudia Goldin and Lawrence Katz, The Race between Education and Technology (Harvard UP, 2008), 45–48 (university enrolment more than tripled 1947–1970; pension coverage expansion); Robert J. Gordon, The Rise and Fall of American Growth (Princeton UP, 2016), 164–66 (median income near-doubling 1947–1973.
[26] Eichengreen, The European Economy since 1945 (Princeton UP, 2007), 35–60 (West German industrial production 1950 = 2.5× 1938 level by 1958; “several times over” by 1970); Eric Hobsbawm, Age of Extremes: The Short Twentieth Century (Michael Joseph, 1994), 257–62 (full employment, welfare expansion, contrast with 1930s destitution). On the “geopolitical bribe” thesis: Michael Hudson, Super-Imperialism, 3rd ed. (Pluto, 2021), 81–120; David Harvey, A Brief History of Neoliberalism (Oxford UP, 2005), 11–15 (Cold War containment surcharge; super-cycle provided means, communism provided motive).
[27] Michael Hudson, Super-Imperialism: The Economic Strategy of American Empire, 3rd ed. (London: Pluto, 2021), 81–120 (the post-war wage/welfare gains in the core were not intrinsic to capital but a function of U.S. Cold-War balance-of-payments strategy; the “super-cycle” supplied the liquidity, the Soviet threat supplied the political motive to share it); David Harvey, A Brief History of Neoliberalism (Oxford UP, 2005), 11–15, 23–24 (the “embedded liberalism” of 1945–73 as a class compromise between capital and labour policed by the bipolar threat of communism; neoliberalism later reversed it); Paul Baran and Paul Sweezy, Monopoly Capital (Monthly Review Press, 1966), ch. 5 (militarism and imperialism as absorbers of surplus under Cold War conditions); Harry Magdoff, “The Cold War and the Arms Economy,” in Imperialism: From the Colonial Age to the Present (Monthly Review Press, 1978), 195–210 (Cold War as permanent stimulus and political bribe to core labour).
Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.
Diese neue Serie von Ryan Perkins wird die Anatomie des System-Zusammenbruchs nachzeichnen – von der Verschmelzung des nationalen Kapitals zu transnationalem Kapital und der Entstehung der globalen Finanzhegemonie über die Schaffung des Schuldenstaates und den Aufstieg des fiktiven Kapitals bis hin zur letzten Jagd nach Sicherheiten, um das Gebilde zu stützen. Eine Jagd, die nun droht, uns alle zu verschlingen.
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1b erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Der Mythos des Kapitals“ – Teil 2a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Der Mythos des Kapitals“ – Teil 2b erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Die sich selbst verzehrende Maschine“ – Teil 2c erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) „Das Goldene Zeitalter – die Architektur der Hegemonie“ – Teil 3a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) „Das Goldene Zeitalter – Der untergeordnete Kern“ – Teil 3b erschien: HIER
Der Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) “The Inevitability of Collapse in the Age of Financialization – The Golden Age” – Teil 3 im englischen Original erschien: HIER











